Verrufene Esoterik

geschrieben von Steven Black:

Die Hoch-Zeit der Esoterik begann gegen Ende der 80 er Jahre, hatte einen steilen Lauf durch die 90 er und bis etwa 2012. Das war die “Goldgräber Zeit”, wo tausende von Menschen inspiriert wurden und esoterische Sichtweisen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Was im Laufe der Zeit zu einer ernsthaften gesellschaftlichen Strömung anwuchs. Vorbei schien das Randgruppen Niveau, Esoterik wurde “en vogue” und populär. Bald kannte jeder irgendwen, der zumindest Standardphrasen des esoterischen Jargons von sich gab. Alle möglichen Leute waren plötzlich “auf dem Weg” ..

Dann begann dieses Momentum langsam wieder abzuflachen und ist heutzutage, 2022, einer völligen Verwässerung anheimgefallen. Inklusive eines großen Ansehensverlustes.

Zu Beginn der “Goldgräber Zeit” gab es entweder milde oder belustigte Kommentare, in spärlichen Presseartikeln. Es wurde in den Redaktionen nicht besonders ernst genommen, was sich nach und nach sehr änderte und bald gab es keine Illustrierte mehr oder sogar Tageszeitungen, die nicht irgendwelche Lifestyle – oder sonstige Tipps aus der esoterischen Ecke publizierten. Innerhalb von 20 Jahren bohrte sich die Esoterik ihren Weg, in das Herz und jeden Winkel der Gesellschaft.

Extreme Kommerzialisierung und findige Marketingspezialisten, die nur zu bereit waren, die hungrige Gesellschaft mit “dieser neuen Geistesnahrung” zu füttern, taten ihr übriges, um die Esoterik zu einem Multi Milliarden Business zu machen. Kein Monat verging, ohne das irgendein neues Buch, eine neue Theorie oder andere Perspektiven erschienen. 

Und heute?

Heute wirst du eher Berichte über “die Falle der Esoterik”, in Zeitungen lesen. Die Zeit der wohlwollenden gesellschaftlichen Unterstützung ist vorbei und die Esoterik wird immer öfters in eine Schmuddelecke einsortiert. Viele Negativbeispiele haben einen Anteil an diesem Niedergang des Ansehens. Das ist nicht die Schuld der Esoterik, sondern was Menschen daraus gemacht haben.

Es gibt nicht nur einen, sondern viele Gründe dafür. Einige davon sind berechtigte Argumente, viele davon nicht. Speziell in den letzten 3 Jahren konnte man einen stärkeren Abneigungstrend in der Gesellschaft wahrnehmen als bisher. Bevor wir aber in konkrete Beispiele eintauchen, lasst mich einige Dinge im Allgemeinen zur Esoterik sagen. Das ist für den weiteren Kontext wichtig, um zu verstehen, worüber wir hier reden.

Es war immer schon schwierig, ein Schüler der Esoterik zu sein. Und es gab Zeiten, wo es lebensgefährlich war. Die Esoterik an sich ist so alt, wie die Menschheit selbst. Der Begriff Esoterik hat sich erst so um das 2. Jahrhundert herum gebildet. Abgrenzend zu Exoterik – als allgemein zugänglichem Wissen. Esoterik hingegen wurde auf Wissen bezogen, das nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich war.

Den Ausgangspunkt für die Entstehung des neuzeitlichen Esoterik-Begriffs bildete die auf die Pythagoreer bezogene Begriffsverwendung des Iamblichos. Man dachte dabei an die von Iamblichos überlieferte Einteilung der Pythagoreer, in die zwei rivalisierenden Gruppen der „Akusmatiker“ und der „Mathematiker“, die beide den Anspruch erhoben haben sollen, die authentische Lehre des Pythagoras zu vertreten. Man bezeichnete mit diesem Wort ein Geheimwissen, das ein Lehrer nur ausgewählten Schülern mitteilt.

Nicht jeder konnte in solchen Gruppen mitmachen, es erforderte Reifeprüfungen. Und die Fähigkeit, über das Gelernte Stillschweigen zu bewahren. Das war in Zeiten notwendig, wo die Mehrheit weder lesen noch schreiben konnte und auch nicht das Verständnis hatte, um zu begreifen, um was es überhaupt ging. Das brachte der Esoterik mit der Zeit den Nimbus einer „Geheimlehre“ ein. Wirklich geheim war sie eigentlich nicht. Es gab immer wieder Menschen, die davon erfuhren und denen es möglich war, Zugang zu bekommen. Aber Zugang zu solchen Gruppen bekam man nur, wenn man für klug und reif genug angesehen wurde. Und für die Gesellschaft an sich existierten solche Gruppen nicht. Und wenn, dann höchstens in Form von Gerüchten.

Und man hat mit Gradsystemen gearbeitet. Es gab Wissen, das man dem ersten Grad beibrachte und Wissen, das erst den höheren Graden zugänglich war.

Macht ja Sinn. Man stelle sich vor, man würde Erstklässler in eine Gymnasiumklasse schicken. Wäre nicht besonders hilfreich, oder? Weder für die Erstklässler noch die Gymnasiasten.

Also wie gesagt, nicht geheim, aber der Zugang war beschränkt, es wurde ausgewählt und stark reglementiert. Das hatte einerseits damit zu tun, das weder die staatlichen noch religiösen Institutionen andere Ansichten guthieß, die der Zeitgeist vorgab. Andererseits aber bewahrte es alle Mitglieder der esoterischen Gruppe (und damit die jeweilige Gesellschaft, in der man lebte) davor, dass ein Mitglied mit Wissen hausieren ging, das er eigentlich noch gar nicht richtig verstanden hatte.

Heute ist das nicht mehr so. Das gesammelte Wissen der Esoterik ist heute für jeden, der daran interessiert ist, frei verfügbar. Ich bin versucht, leider dazu zu sagen. Heute, im digitalen Informationszeitalter, kann jeder irgendwelche höhere Wahrheiten abgreifen, ihren wirklichen Kontext mit seinem persönlichen Unverständnis paaren und in die öffentliche Wahrnehmung pressen. Und genau das ist es auch, was tagtäglich passiert.

Man braucht sich nur mal umschauen, wie viele Leute, die sich als „Lichtkrieger“ wähnen oder einem Nonsens-Verein wie Qanon folgen. Und die mit pseudoesoterischen Phrasen nur so um sich werfen. Dasselbe gilt für alle „Corona Rebellen“, Regierungsprotestler, Verschwörungstheoretiker oder Anti-irgendwas Gruppen. Ich finde es erschreckend, wie viele Zuläufer diese Gruppen aus diversen esoterisch angehauchten Richtungen bekommen haben und die dem Opferdenken verfallen sind. 

Aber das kommt raus, wenn Interessenten der Esoterik zwar vielleicht viel darüber gelesen haben, aber nicht gelernt haben, praktisch an diesem Wissen zu arbeiten, es zu vertiefen und in den Alltag zu integrieren. Das braucht viel Disziplin, unbequeme Hinterfragung des eigenen Denkens, Geduld mit sich selbst und die Bereitschaft, diesen Weg konsequent zu gehen. Und es benötigt viele Jahre, um wirklich zu verstehen und die Früchte davon zu ernten. In der ernsthaften Esoterik gibt es keine „instant gratification“, keine Medaillen und auf dem Weg werden dich einige Ent-Täuschungen erwarten. Desillusionierung wird dich hart treffen und dein Commitment auf die Probe stellen. immer wieder, wenn du grade denkst, „okay, ich glaub, das ist es“, wirst du mit der Nase hart in die Realität getunkt.

Wirkliche Esoterik ist nichts für Weicheier.

Um was es in der Esoterik geht, kann man in relativ wenigen Sätzen erklären. Aber bis man das dann wirklich verstanden hat und persönlich auf dieser Ebene auch ankommt, das dauert Jahre. Was man über ein Thema im ersten Jahr verstanden hat, wird sich im 10. Jahr vollständig verändert haben. Und 10 weitere Jahre später wird sich der Kontext für dich wieder verändert haben.

Das ist im Grunde nicht anders, wie mit jedem Beruf, den man ergreifen kann. In den ersten Jahren wirst du die Basics lernen, die bei dem einen Beruf vielleicht nur drei oder auch 10-15 Jahre dauern können. Je nachdem, welches Fachgebiet du anstrebst. Und danach, wenn du deinen Abschluss in der Hand hast, wirst du weiter und mehr über dieses Gebiet lernen. Und bis du wirklich wirklich gut darin bist oder sogar ein Spezialist, das dauert.

So ist das auch auf dem Gebiet der Esoterik. Es gibt das Kindergartenstadium, Hauptschule und Gymnasiumphasen. Irgendwann wirst du den Großteil des Wissenskörpers gemeistert haben, dann bist du auf dich alleine gestellt. Und was immer du glaubst zu wissen – dieses Wissen unterliegt der Bereitschaft, der ständigen Selbstaktualisierung. Und eine letzte Wahrheit oder das vollkommene Verständnis – das gibt es nicht.

Im Kernthemen der Esoterik und Spiritualität, beschäftigt man sich mit dem Ursprung der eigenen Existenz und auch mit der Bedeutung von Existenz an sich. Man erforscht die eigene innere Welt, sein Denken, die Gefühlsebenen und darunter liegende Überzeugungsmuster. Man untersucht die eigene Persönlichkeitsstruktur, wie man dazu wurde, was man ist. Dadurch lernt man sich selbst sehr gut kennen und auch all den Mindfuck, den man mit sich herumschleppt.

Über dem Eingang des alten Orakels von Delphi gab es einen Spruch – nur ein Satz, der aber die Absicht der esoterischen Lehre gut zusammenfasst:

MENSCH ERKENNE DICH SELBST.

Lasst uns mal einige Kernsätze der Esoterik durch die Gegend werfen:

Du bist der Schöpfer deiner eigenen Realität.

Die menschliche Existenz ist eine Geschichte.

Wir sind alle EINS.

Was der unreife Mensch darunter versteht: 

Wenn ich der Schöpfer meiner Realität bin, dann manifestiere ich mir jetzt ein Haus, ein Auto und einen Partner. Oder einen größeren Penis/größere Brüste, mehr Haare, bessere Zähne, usw. Alleine durch meine Vorstellungskraft.

Achtung Spoiler: Das wird so nicht funktionieren. 

Aus „die menschliche Existenz ist eine Geschichte,“ wird „die menschliche Existenz ist NUR eine Geschichte.“ Also eine Abwertung der menschlichen Erfahrung. Und natürlich ist die menschliche Erfahrung eine temporäre, zeitlich begrenzte Geschichte, die wir erleben und durchleben. Aber eine, die wir mit Blut, Tränen und Schweiß persönlich durchleben. Diesen Menschen, diese Persönlichkeit und diese Erfahrung gibt es nur einmal. Der daraus resultierende Wissensschatz kann nur mit dieser Persönlichkeit gehoben und in unsere seelische Struktur integriert werden.

Wer sagt, die menschliche Erfahrung wäre NUR eine Geschichte, macht eine Abwehrbewegung und versucht Blut, Schweiß und Tränen zu relativieren. Und damit seinen eigenen Schmerz. Aber die menschliche Erfahrung ist nun mal nicht schmerzfrei.

Aus „wir sind alle eins“, wurde – „wir sind das Volk, Merkel, Scholz – wer auch immer – muss weg.“

Mal ganz abgesehen davon, wie viele Menschen mit solchem Blödsinn beeinflusst wurden. Was sollen Menschen davon halten, die mit der Esoterik nicht vertraut sind, die schwer arbeiteten, um sich und ihre Familie durchzubringen? Denen bleibt nicht viel übrig, als sich darüber lustig zu machen und sich zu denken, dass die doch alle bekloppt sind. Und wer soll es ihnen verdenken, wenn sie dann glauben, Esoterik sei grundsätzlich Unsinn?

Es hatte schon gute Gründe, warum früher der Zugang zu diesem Wissen strengen Regeln unterworfen war. Dies schützte die Allgemeinheit vor dummen, unreifen Aussagen und gleichzeitig die spirituellen und esoterischen Zirkel vor einem eventuell daraus resultierenden Unmut in der Bevölkerung. Diese Art von Struktur fehlt heute und das merkt man.

Was die Abneigung für Esoterik noch zusätzlich verstärkt, ist die Tatsache, dass es einige Varianten von Spiritualität gibt, die für niemanden wirklich hilfreich sind. Und die eine toxische Wirkung entfalten. Wie beispielsweise Advaita Vedanta mit seinem Fokus auf Nondualität.

Einige Kernaussagen davon sind:

Das Leben ist eine Illusion.

Dass du nicht dein Körper, dein Geist oder deine Seele bist.

Dass du weder die Ursache für deine Handlungen, deine Gefühle und Emotionen oder überhaupt für deine Existenz bist.

Die Möglichkeit zu eigenen Entscheidungen sei nur eine Illusion, genau wie ein individuelles Selbst.

Es gäbe nur „das Selbst“, was gleichbedeutend für Gott steht.

Also lasse alle Identifikation mit deinen Gedanken, deinen Gefühlen und deinem individuellen Selbst los. Fokussiere dich darauf, dass du Gott bist, denn Gott ist nicht beeinflusst von Leid, Schmerz oder Trauma. Also Befreiung aus dem persönlichen Leid, durch die Desidentifikation mit dem Menschsein. Das ist das Versprechen von Advaita Vedanta. Werde frei vom Menschsein indem du realisierst, dass du Gott bist.

Klingt gut, oder?

Und wie genau, beabsichtigt Gott nun, seine Miete zu bezahlen? Und wenn ein Brief vom Finanzamt kommt, wird Gott dann erklären, er habe keine Absicht Steuern zu bezahlen, weil er mit diesem Körper nicht identisch sei? Wird Gott dann aufhören zu schwitzen oder zu kacken? Und was, wenn Gott einen weiblichen Körper hat? Wird er sich einfach von seiner monatlichen Menstruation desidentifizieren? Fragen über Fragen ..

Ich will hier nicht bestreiten, dass auch Advaita Vedanta einige Perlen der Weisheit bereithalten kann. Aber das Versprechen, sich dadurch aus dem anstrengenden Menschsein davonschleichen zu können, ist natürlich unhaltbar. Genauso ist es sinnfrei zu behaupten, man wäre weder für seine Handlungen noch seine Existenz ursächlich verantwortlich.

Die „Befreiung aus dem Menschsein“ kannst du nur auf eine Weise erhalten – wenn du hier den Löffel abgibst. Wenn du stirbst.

Letzten Endes münden ja viele spirituelle Lehren in dieselbe Erkenntnis:

Dass wir alle Gott sind, beziehungsweise Teile der göttlichen Essenz. Das ändert aber nichts an der Tatsache deiner jetzigen, menschlichen Existenz. Und wer Befreiung von seinem Leid, seinem emotionalen Schmerz oder traumatischen Erfahrungen sucht, der muss sich mit seinem Ballast auseinandersetzen und sich psychologische/ therapeutische Hilfe suchen. Dafür gibt es keinen magischen Zauberstab.

In einigen spirituellen Lehren wird „Erleuchtung“ als Ausweg aus dem Leiden gepriesen und als Weg zu niemals endender Glückseligkeit. Das ist so weit weg von der normalen menschlichen Erfahrung und auch von der Realität. Mal ganz abgesehen davon, dass eine Erleuchtung sehr viele, sehr unterschiedliche Grade haben kann, ist es keine anhaltende Erfahrung. Niemand kommt seinem Menschsein aus. Und wenn du Erleuchtung bzw, eine Form von erweiterter Selbstrealisierung hast, dann bist du erst einmal die nächsten Jahre damit beschäftigt, diese Erfahrung zu integrieren und zu verdauen.

Das sind alles komplexe, schwierig zu verstehende Themen, die eigentlich nichts im Internet und auf Social Media Plattformen verloren haben. Aber so ist das eben heute. Die Zeiten sind endgültig vorbei, wo man in einem relativ abgesicherten, geschützten Rahmen seine spirituelle Entwicklung pflegen konnte. In den alten Zeiten kam man meist erst sehr spät, in höherem Alter, zur Esoterik bzw, spirituellen Lehren. Wo man schon viele Jahre Ehe hinter sich hatte, wo die Kinder bereits aus dem Hause waren und ihrer eigenen Wege gingen. Wenn man bereits Einiges an Reife durch das Leben erworben hat.

Heute sind schon 30-Jährige und teilweise jüngere Menschen an Esoterik und spirituellen Themen interessiert. Heute macht man das, während man Kinder erzieht, arbeitet und einem mehr oder weniger geregelten Leben nachgeht. Und wir alle kommen heute in Berührung mit höheren Weisheiten, wofür wir längst noch nicht reif genug sind. Jahrtausende lang gehütetes und beschütztes Wissen ist heute sofort überall abrufbar und findet sich oft stark destilliert auf 100 PDF-Seiten. 

Das hat zwar einerseits zu einer großen Popularität der Esoterik an sich geführt, wodurch plötzlich Bücher und Filme über die Tempelritter, die Katharer oder diverser Mystiker massentauglich wurden und ein großes Publikum erreichten. Es hat allerdings alle „Kinderkrankheiten“ der Esoterik weit verbreitet und multipliziert. Mit Kinderkrankheiten meine ich den Fallout, der entsteht, wenn unreife Hände mit Wissen in Berührung kommen, das eigentlich Jahre und Jahrzehnte braucht, um wirklich verstanden zu werden.

Ob das nun der inbrünstige Glaube ist, etwas Besseres zu sein, weil man etwas weiß, was andere nicht wissen. Oder plötzlich anfängt, alle um sich herum zu belehren. Der Idee verfällt, dass alle nur so leben müssten, wie man selbst, dann wäre die Welt wieder in Ordnung. Wenn man herumläuft, wie ein Phrasendrescher, weil man glaubt, im Besitz der einzigen, glückseligen Wahrheit zu sein. Dann weißt du, das sind die „Kinderkrankheiten“ derjenigen, die sich noch im Kindergarten der Esoterik befinden. Da die Esoterik sich so weit geöffnet hat, kann jeder mit Zugang zum Internet diese Krankheiten verbreiten. Das ist eine unvermeidbare Konsequenz daraus.

Dieses Los teilt die Esoterik mit allen anderen Themen, die öffentlicher Natur sind.

Es gibt tausende Klimafachleute, die vom warmen Sofa aus ihr Dorftrottel-Diplom zum Besten geben. Tausende von Profifußballern, die durch jahrelanges TV-Studium, alles besser wissen. Google Professoren, die alle in Medizin promoviert haben. Fachleute für Außenpolitik, durch die YouTube Universität. Wetterpropheten durch intensives Studium an Fröschen. Hochspezialisierte Wissenschaftler für erneuerbare Energien, trainiert an Facebooks School for enhanced Idiots.

All diese Leute, die Jahrzehnte an Studium und Lernen benötigten, sehen sich mit einer Masse an Dorftrotteln auf Kindergartenniveau konfrontiert, die nicht die geringste Ahnung, aber viel Meinung haben. Und das läuft halt auch in den esoterisch interessierten Gruppen. Wo früher eine bestimmte Erkenntnis erst durch jahrelanges Meditieren, Kontemplieren und intensiver Analyse ihrer Bedeutung das Licht des Tages erblickte und behutsam weitergegeben wurde, kann heute Erwin aus Timbuktu sofort darauf zugreifen und weiß auch gleich alles darüber.

Merke: Es kann jemand noch so gut komplexe Dinge der Esoterik erklären, wenn derjenige dann aber hergeht und dir weismachen will, dass eine Covid-Impfung dich deiner Seelenanbindung beraubt, dann weißt du, er hat vollkommen den Bezug zur Realität verloren.

Well …

Man kann das in demokratischen Strukturen nicht verhindern, wo jeder das Recht hat, seinen Senf beizusteuern. Damit müssen wir leben. Und vielleicht ist das alles gar nicht so tragisch, auch wenn unser aller Herz und Hirn durchs Internet beeinflusst wird. Letzten Endes passiert das Leben nicht digital, sondern schön altmodisch analog. Auf Sozial Media passiert keine spirituelle Entwicklung. Die schält sich heraus, indem man die innere Arbeit dazu macht. Man kann im Netz vielleicht durchaus Inspiration finden, aber das war es dann auch.

Unsere Fragen des Lebens werden nicht durchs Internet beantwortet. Sie werden durch reale Arbeit, Disziplin und Hartnäckigkeit erworben.

Until next Time, same station ..

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@ Steven Black

Alle selbst geschriebenen Artikel auf meiner Website, dürfen bei Nennung des Autors und Linksetzung der Website, gerne und jederzeit reblogt und weiterverteilt werden. Ausgenommen davon sind gewerbliche Interessen. Dies bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Autors.

4 Kommentare

  • Hallo Steve!
    Bravo für den Artikel, du sprichst mir aus der Seele!

    Ich bin zwar in puncto Esoterik eine „Spätberufene“; ich entdeckte erst ab 2005, nach einer erschreckenden ärztlichen Diagnose und jahrelangem Zittern, die Spiritualität für mich. Eigentlich nicht ganz, da ich aus einem streng katholischen Elternhaus kam, war mir Gott, Engeln, Geist…usw.. nicht ganz fremd, habe mir aber stets, auch schon als Kind, aus der kirchlichen Lehre das für mich herausgenommen was für mich passte und den Rest naja…..

    Nun kam ich zur Esoterik und merkte aber sehr schnell, dass es hier nicht anders abläuft: Viele selbsternannte und durch Einweihungen (erhalten im Schnellsiedeverfahren) bestätigte „Lichtarbeiter“ , „Erleuchtete“ und „Heiler“ die Wasser predigten und Wein soffen. Das bedeutet, sie sprachen von „Liebe, Licht, Vollkommenheit und wir sind alle Eins“, duldeten aber keinen Einwand oder ließen andere Gedanken nicht zu und waren voller Widersprüche. Sie schmetterten alles arrogant und selbstverliebt ab, was ihrer Ansicht nicht passte. Wenn die Argumente ausgingen erfuhr man mit mitleidigem Blick, dass man ja noch nicht so weit (wie sie) wäre. So ackerte ich mich durch den esoterischen Gemüsegarten durch, besuchte Seminare, machte Qi Gong, las unzählige Bücher (gute und weniger gute), auch die Lehre „Bruno Grönings“ ist mir nicht fremd……uvm

    Und wieder habe ich mir das für mich herausgenommen, das für mich passte. Ich erkannte, hier auf Erden wirst du, oder nur sehr schwer, einen wahrhaften Meister finden, der dich lehrt. So gehe ich meinen eigenen Weg und lasse mich von allerlei spirituellen Lehren inspirieren (!) – nicht vereinnahmen!!!! Ich lese durchaus auch mal in den Evangelien und denke dann oft lange über einen Satz von Jesus nach, wohl wissend, dass diese Lehre auch durch Übersetzungsfehler oder durch Interpretationen verwässert wurde. Das ist halt so! Überall sind Menschen am Werk und jeder interpretiert aus seinem Weltbild heraus.
    Manchmal dauert es lange (!) und auf einmal ist da eine Erkenntnis, die mich fast umhaut. Dann weiß ich, dass ich einen kleinen Schritt weitergekommen bin. Niemand kann mir das beibringen, das kann ich nur selbst. Und das ist ein langer Weg, wie du sagst, voller Schmerzen, Leid, Enttäuschungen und harter Arbeit (an mir selbst)
    Mit dem Boomen der Esoterik sind halt viele aufgesprungen auf den Zug und missbrauchen selbstgefällig (wie in den Religionen) ihre Schäfchen genauso; es geht auch hier um Macht über andere und um Geld.

    Wobei, so wie du sagst, es ist nicht die Esoterik per se, sondern die Menschen. Aus falsch verstandenem „Wissen“ wird alles verdreht, so dass aus „Licht und Liebe“ im Endeffekt eigentlich Empathielosigkeit bis zu Hass wird.
    Ein Kritikpunkt der sogenannten „Lichtarbeiter“ an den Kirchen/Religionen war immer, dass die Kirchenfrömmler blind den Priestern/Imamen…. hörig wären. Genau das läuft/lief aber im Laufe der Jahre bei denen selbst ab. Es gibt leider zuviele Menschen, die sich nicht nur der Kirche sondern mittlerweile der ganzen Gesellschaft abgewandt haben. Sie leben gefangen in ihrer eigenen Blase und lassen nichts mehr an sich ran. Die ganze Corona-Sache, und ich möchte dazu nichts Näheres sagen, hat nur das hochgespült, was schon lange da war: Misstrauen gegenüber allem was außerhalb dieser Blase stattfindet. „Wahrheit“ finden sie nur mehr bei Dr. Google & Co.

    Ich finde es schade, sehr schade, hatte man doch lange Zeit den Eindruck, dass sich durch die Esoterik wirklich eine Chance auftut, die die Menschen und somit die Welt besser machen könnte. Grundsätzlich wäre das auch so. Nur ist Esoterik eben zu einem Massenprodukt, wie Fast Food, geworden mit toxischen Folgen. Aber scheinbar muss die Menschheit diese Erfahrung machen, bis sie wund und demütig wird um dann die Kurve zu kriegen.

    Fazit: Weder die diversen Religionen mit ihren Glaubensrichtungen, noch die Esoterik ist schlecht, es sind die, die die Lehren (zu Verschwörungstheorien, Extremismus…..) missbrauchen und scharenweise ihre Wahrheitssuchenden an sich binden und blenden. Und die Wahrheitssuchenden lassen sich instrumentalisieren. Warum? Das hast du ja gut beschrieben: es fehlt an Demut, sich selbst immer und immer wieder selbstreflektierend zu hinterfragen, aus Rückschlägen zu lernen und weiterzumachen. Das Wachsen ist ein langsamer und ewig dauernder Prozess und wird wahrscheinlich in der nächsten und übernächsten ….Inkarnation weitergeführt.
    Doch wer will so lange warten? Es ist halt einfacher die „Wahrheit“ im Außen im Schnellverfahren zu suchen/finden, als das Leben selbst als Quelle der Erfahrung und Reifung zu sehen, voller Prüfungen mühevoll in sich selbst zu suchen, sich immer wieder zu hinterfragen „Mensch erkenne dich selbst“

    Danke für deinen Artikel!
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  • Danke, sehr gut!!

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  • Dorftrottel, Idioten, Kindergartenniveau und all die geilen Schimpfwörter rund um die Skeptiker von Corona-Maßnahmen. Mit „realer Arbeit, Disziplin und Hartnäckigkeit“ lässt sich gut in Blog-Artikeln imponieren und doch ist auch hier ganz viel inneres Sofa statt Arbeit: Da ist soviel Unkompostiertes was eifrig überall hin projiziert wird, dass man dem Autor ganz esoterisch zuflüstern möchte: Reden ist Silber, Schweigen Gold.

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  • Daß Geheimwissen an die Masse kommt, mag vielen, die sich selber weiter wähnen nicht passen,doch führt NUR dies letztendlich dazu, daß auch viele innerlich reifen und wachsen. Zumeist immer schön entlangschrammend an den Ent-Täuschungen dieser und anderer chaotischen Zeiten, die es schon immer gab, meist in Phasen. Solange Geheimwissen geheim bleibt, wer soll daran lernen. Nur die Großkopferten, die haben der „Masse“, was immerhin Menschen sind!, jetzt und schon sehr lange, einen Riesenschritt voraus. Sie benutzen die Esoterik Gegen, da sind mir die schon lieber, die sie Für nutzen, für das Leben.
    Die Jasinski-Bücher als Beispiel haben dies u.a.m. deutlich aufgezeigt. Und genau deswegen „Geheim-„wissen, und wer will eigentlich beurteilen, wer wann „bereit“ ist- „Wissen ist Macht?!“ – genau deswegen haben diese Bücher einiges davon endlich zugänglich geMACHT.
    Ich bin ganz sicher, daß du Steven deine Hausaufgaben machst, das steht für mich außer Frage und in vielem gebe ich dir auch recht. Doch gestehe ich auch „anderen“ zu, zu wachsen und das vielleicht schneller, als die „alte Garde“. Ich sehe viele junge bis sehr junge Menschen, die heute sehr rasch begreifen. Und handeln. Auf eine Weise, die bisher die alte Garde nicht vermuten würde. Das kratzt natürlich so manchen. Viele Wegbereiter möchten ihren Platz nicht räumen und das Staffelholz weitergeben an frische Ideen. Komfortzonen sind verführerisch, auch, oder gerade, was „Wissen“ betrifft. Da gibt es jene, die ein Buch, Video, Seminar etc.nach dem anderen rausbringen, wobei deren Titel immer einfältiger werden, jene, die sich mit gewissen mainstream-Moderatoren befreundet haben und von denen gepusht werden so daß sie für eine Veranstaltung ihrer Reden gleich horrende Summen nehmen können, andere, die den feinstofflichen Körpern gleich noch einen neuen dazudichten und alle glauben es und setzen es somit in eine Realität, daß man sich fragen kann, wie leichtgläubig manche immer noch sind.
    Doch alles dient dem wachstum, wie auch ein Kind erst hinfällt und dann den Körper beherrschen lernt. Nur lernt es das nicht, wenn ein „Erwachsener“ erst mal dessen Reife prüfen will, der selber keine hat (ich spreche hier von Helikoptereltern).

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