Möge mein eigenes Licht scheinen ?

geschrieben von Steven Black:

Dieses Thema betrifft meistens erst die reifen und älteren Seelen, und für die habe ich ihn auch geschrieben. Das Thema ist wichtig für diese Seelengruppen, denn spirituelle und psychische (emotionale) Meisterschaft wird immer wichtiger in dieser Entfaltungsstufe. Und welcher Weg am schnellsten dorthin führt .. 

Es ist modern geworden, zu sagen, wir bräuchten heutzutage keine Spirituellen Lehrer mehr. “Möge mein eigenes Licht scheinen ..” –  das ist so ungefähr das derzeitige Motto im Hinblick auf spirituelle Entwicklung und Bewusstseinsausdehnung. Die Zeit der Spirituellen Gurus und Lehrer ist endgültig vorbei, sagen viele. Ich bin mein eigener Guru. Quasi, ich brauche niemand, ich mach’s mir selber .. 

Klar, rein theoretisch ist das durchaus möglich. Es gibt Leute, die haben es vorgelebt. Die Frage ist nur, wie wahrscheinlich und realistisch ist es, wie ein Blitzschlag von der Erleuchtung getroffen zu werden oder zumindest nennenswerte Bewusstseinserweiterung “einfach so” geschenkt zu bekommen, wie Eckehardt Tolle, Byron Kathie oder andere Lichtfiguren? In Anlehnung eines Zitates von Robert Ennis – “das ist wie die unbefleckte Empfängnis: Soll anscheinend vorgekommen sein, aber dürfte verdammt unwahrscheinlich sein, dass es mir passiert.” Okay, im Ernst: Zu sagen, man könne spirituelle Meisterschaft ganz alleine erreichen, ist wie das Argument, weil Neil Armstrong auf dem Mond gewesen ist, könnte ich das auch. Sicher, rein theoretisch ist das vorstellbar. Aber wie realistisch ist das wirklich? 

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Wenn ich einen Beruf erlernen will, dann werde ich wohl oder übel einen Lehrer brauchen, der mich die Geheimnisse des Berufs lehrt. Der mir die Herausforderungen und Stolpersteine auf dem Weg aufzeigt und mir dabei hilft, da durchzukommen. Damit haben die meisten Leute auch kein Problem. Tatsächlich wird man feststellen, dass alle erfolgreichen Leute, in welchem Beruf auch immer, die Bereitschaft entwickelt haben von jemandem zu lernen, der mehr darüber weiß wie sie und sich auch von diesen ausbilden zu lassen. Auch Spirituelle Lehrer hatten ihre Lehrer. Ausgerechnet bei der größten und schwierigsten Herausforderung, bei der Selbstmeisterschaft des eigenen irdischen Seins und letztendlich dem gesamten Seelenbewusstsein, wollen wir uns einreden, wir könnten das von ganz alleine! Ernsthaft? 

In einem solchen allumfassenden Transformationsprozess werden wir mit all unseren persönlichen Schatten konfrontiert werden. Die Realität ist, dass wir so viele blinde Flecken über uns selbst haben, dass wir ohne eine Quelle ehrlichen Feedbacks und Hilfestellung, alleine nur sehr schwer oder gar nicht durchkommen werden.

Das Problem mit Hierarchie und Autoritäten

Wir sind ja heutzutage so modern und aufgeklärt und das “Guru Wort”schmeckt schrecklich hierarchisch, nicht wahr? So richtig antiquiert. Quasi, der “da oben” und ich, der “da unten”. Und Hierarchie, so glauben wir zu wissen, ist von großem Übel. Dieses Übel von hierarchischen Strukturen können wir in fast jedem Bereich der menschlichen Gesellschaft sehen. Korruption in Politik und Wirtschaft, auch in den organisierten, staatlich anerkannten Religionen, Missbrauch allerorten, usw. Tatsächlich ist dies nicht die Schuld der Hierarchien an sich, sondern der Missbrauch von Macht innerhalb der hierarchischen Strukturen  – und da landen wir bekanntlich immer bei den Menschen, die sich dafür entschieden haben, den Machtmissbrauch auszuüben. Dafür kann die Hierarchie nichts, die sich – zumindest bisher, als praktisch anwendbare und funktionierende Struktur herausgestellt hat, um Gesellschaften zusammenzuhalten. Hierarchien sind wie Zahnräder, wo eines ins andere ineinander greift.

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Hierarchien bilden sich auf eine völlig natürliche Weise, die wir überall im Leben beobachten können. In der Natur, in der Familie, im Beruf, usw. Hierarchie ist ein strukturgebendes und strukturbildendes Prinzip, welches aufgrund von Dynamiken im Laufe der Evolution entstanden ist. Der Mensch hat sich dieses Prinzip nur von der Natur abgeschaut, er hat es nicht erfunden. Wir mögen Hierarchien vielleicht nicht besonders, aber für die menschliche Spezies hat es sich als ein praktikables Konzept erwiesen – was vielleicht nicht perfekt sein mag, aber funktioniert.  

Ich glaube, das Hauptproblem bei der heutigen Ablehnung von spirituellen Lehrern ist unser Misstrauen und unsere Abneigung gegenüber Autoritäten, in jeder Form. Ja, ohne Frage ist ein spiritueller Guru, Mentor, Lehrer eine Autorität auf seinem jeweiligen Gebiet. Genauso wie ein Mechaniker eine Autorität ist, im Hinblick auf Autos – er weiß ganz einfach mehr darüber.

Als diese modernen, relativ aufgeklärten Menschen, sind wir uns nur zu gut bewusst über den Missbrauch, den Autoritäten ausüben können. Und viel zu oft kam uns zu Ohren, dass dieselbe Art von Missbrauch, wie sie allerorten zu entdecken ist, auch im spirituellen Bereich erfolgt ist. Es gibt viele Beispiele von Gurus und spirituellen Lehrern, die emotionalen, geistigen und auch sexuellen Missbrauch an ihren Schülern ausübten. Nicht nur von männlichen, auch weiblichen Gurus bzw. spirituellen Lehrern. Die Probleme, die bei Schüler-Lehrer Beziehungen auftauchen können sind dieselben, wie sie in normalen Partnerschaften auftreten. Da werden unweigerlich sämtliche Mama und Papa Themen an die Oberfläche gespült werden und zum Ausdruck kommen. Alle Themen zwischen Macht und Ohnmacht, Eigenwert, wie gesund oder schräg sie in uns sein mögen, werden ans Licht kommen.

Hierarchie und Autoritäten sind nicht wirklich das Problem. Es ist unser Umgang mit Autoritätspersonen und hierarchischen Machtstrukturen. Die Herausforderung ist, kann ich eine Autorität als solche anerkennen und akzeptieren, ohne dass ich mich selbst dabei abgewertet fühle? Der Punkt ist, nur weil ein spiritueller Lehrer eine Verantwortung, für die Entwicklung der Schüler hat, darf das nicht bedeuten, der Schüler könnte sich einfach zurücklehnen und jeder Verantwortung entziehen. Jede Art von Beziehung lebt von unterschiedlichen Perspektiven, wo aber jeder Einzelne seinen ganz persönlichen Verantwortungsbereich, für seine eigene Rolle hat. Wenn mir jemand an den Arsch will, dann kann ich Nein sagen. Ein bewusster Umgang mit Autorität bedeutet, dass ich meinen Bullshit Detektor auf Höchstleistung laufen lasse.

Es ist nicht so, als wenn all diese Gurus eines Tages aufgewacht wären und sich vorgenommen hatten: “Oh, heute ist Dienstag, stimmt, da werde ich mir jetzt etwas Frischfleisch von meinen Schülern holen.” Das ist keine Einbahnstraße, als wäre der Guru der alleinige Schuldige – hier gibt es immer eine komplexe Dynamik, wo alle Beteiligten eine Verantwortung daran tragen. Es wäre etwas zu einfach, nur das “arme Opfer” zu bedauern und über den dummen, bösen, triebbesessenen Guru herzufallen. Das ist schlimmstes Schwarz-Weiß denken. Natürlich hat er seine Vertrauensposition ausgenutzt, natürlich hat er sich ethischer Verfehlung schuldig gemacht, aber der/die Schüler, die da mitgemacht haben, taten es, weil sich ein Teil in ihnen etwas davon versprochen hat– wir reden hier ja nicht von einer Vergewaltigung, die per grober Gewalt herbeigeführt wurde.

Es gibt einige Gurus die zwar über viele Aspekte von Spiritualität sprechen können, aber ihre persönlichen Themen nicht bearbeitet haben. Die völlig unklar sind, was sie da eigentlich tun und die der verführerischen Möglichkeiten, die sich natürlich bieten, wenn man von Schülern angehimmelt wird, nicht widerstehen konnten und können. Und zwar genau deswegen, weil sie ihre persönlichen Themen nicht untersucht und aufgearbeitet hatten. Man konnte sehen, dass viele der östlichen Lehrerpersönlichkeiten, die in den Westen kamen, ganz und gar nicht darauf vorbereitet waren, mit sexuell aufgeschlosseneren Menschen umzugehen, weil sie selbst aus einer Kultur kamen, wo Sexualität eher unterdrückt wird. Viele von ihnen kamen aus Klöstern oder sonst zölibatär lebend und während sie bestrebt waren, ihre Lehre weiterzugeben, sahen sie sich einem Ansturm sexueller Verführung ausgesetzt, dem einige von ihnen einfach erlegen sind.

Projektionen

In spirituellen Gemeinschaften – und nicht nur in diesen, treten häufig die Phänomene von psychologischer Übertragung und Gegenübertragung, also Projektionen auf, in denen emotionale und mentale Befindlichkeiten, deren Dynamiken sich bereits vor langer Zeit entweder in der Gebärmutter, bei der Geburt oder der frühen Kindheit gebildet haben, auf den Lehrer übertragen werden. So wie wir als Kinder unsere Eltern als gottgleich betrachteten und sie idealisierten, kann ein spiritueller Lehrer idealisiert und als gottgleich angehimmelt werden. Wenn dieser nicht in der Lage ist, adäquat und offen damit umzugehen, wenn in ihm vielleicht Bedürfnisse, wie etwa geliebt, respektiert, oder als sexuell attraktiv wahrgenommen zu werden existieren, er sich diesen Bedürfnissen jedoch nicht bewusst ist, kann eine Gegenübertragung stattfinden. Dann kann ganz schnell eine Art Geschäft Zustandekommen, wo der Schüler “Papi oder Mami” geben wird, was “Papi oder Mami” zu brauchen scheint und der Schüler im Gegenzug das Gefühl erhält, etwas Besonderes zu sein. Ich meine, hey, der erleuchtete Guru findet mich geil .. ist das nicht voll cool?

Was von außen oft nur als schwarz-weiß, Täter- und Opfergeschichte zu sehen ist, beruht auf komplexen, unbewussten Dynamiken, in denen BEIDE einander missbrauchen. Jeder gibt etwas, um etwas anderes zu bekommen. Das sind Deals, die manche Teile in uns bereit sind zu machen. Andere Teile fühlen jedoch, dass hier etwas nicht okay ist, aber sie werden überfahren von jenen Teilen, die so gierig nach einer Anerkennung suchen. Der so übergangene Teil fühlt sich dann als Opfer ..

Damit soll nicht gesagt sein, ein spiritueller Lehrer sollte keine menschlichen Bedürfnisse haben – das wäre Nonsens. Auch das sind nur Menschen und es sind legitime Bedürfnisse. Wenn aber ein solcher Lehrer die persönliche Schattenarbeit gemacht hat, dann ist ihm bewusst, dass diese Bedürfnisse in ihm existieren. Das erlaubt ihm die bewusste Wahl zu entscheiden, dass diese Bedürfnisse im Rahmen der Leitung einer Gruppe, keinen Platz haben. Auf diese Weise wird keine Gegenübertragung stattfinden ..

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Das soll auch nicht heißen, dass diese Gurus nichts von Wert anzubieten hatten. Nur weil sie auf der persönlichen Ebene ausgerutscht sind, bedeutet das nicht, dass sie auf der spirituellen Ebene keine Autoritäten wären. Das Problem besteht darin, dass sie zwar spirituelle Realisierung erlebten, aber ihre Ego – Persönlichkeitsstruktur ist weder untersucht, noch aufgearbeitet worden. Weil es eben in vielen der alten spirituellen Traditionen (östlich wie westlich) grundlegend darum ging, das Ego loszuwerden, es sterben zu lassen, zu brechen, abzulehnen oder zu leugnen und letztendlich überhaupt kein Ego mehr zu haben. Daher sah man keinen Grund dafür, sich der menschlichen Persönlichkeit zu widmen – die alte Lösung war, packen wir’s einfach weg. Solange man in Klöstern zurückgezogen lebte und den “weltlichen Dingen” größtenteils entsagte, mag Vermeidung vielleicht ein praktikabler Weg gewesen sein.

Aber wer in der realen Welt lebt und tagtäglich mit allen möglichen Ansprüchen konfrontiert wird, der kann dieses “Ego loslassen Ding” voll vergessen. Das wird dich unweigerlich in den Hintern beißen. Abgesehen davon, alle Menschen haben ein Ego, auch all die Erleuchteten haben eines. Das Ego ist nicht das Problem, sondern in welchem Zustand diese Persönlichkeitsstruktur ist. Grundsätzlich gesagt, ist das Ego die menschliche Persönlichkeit, das Ich – mit all seinen bunten Facetten, mit all den Grauzonen zwischen konditioniert und authentisch.

Das menschliche Ego ist kein Unfall der Schöpfung und auch keine Illusion, sondern ein Design, welches dem Zweck der menschlichen Erfahrung dient. Während die Seele “überall und nirgends” sein kann, ihr Bewusstsein eher “flüssiger Natur” ist, erlaubt die Egostruktur einen genauen Fokus – auf hier und jetzt. Was bedeutet, sie ist komplett auf Raum, Zeit und Materie konzentriert. Dieses Egozentrum in uns erlaubt erst die Identifizierung mit dem Menschsein und eine Fixierung, auf menschliche Erfahrungen. Der Punkt ist, wir sind keine Menschen, sondern Seelen die menschliche Erfahrungen machen.

Ich werde nicht müde werden, dass immer wieder zu wiederholen. Ohne ein Ego kannst du kein Mensch sein und die Seele könnte keine Erfahrungen diesbezüglich machen. Als Seelen lassen wir uns bewusst auf diesen Prozess ein, dass das menschliche Ego, unser menschlicher Sinn für Identität, mit einer Unmenge wilder Annahmen, Theorien, Konditionierungen und Glaubensmuster vollgestopft wird. Das ist sozusagen unser “Starter Kit”, von dem aus wir beginnen, uns selbst zu entdecken, wer wir als dieser Mensch sind. Das ist das Programm, mit dem wir beginnen und nichts davon beruht auf Zufall.

Jeder spirituelle Lehrer durchlief dasselbe Konditionierungsprogramm, viele erlebten eine schreckliche Kindheit oder sind verwundet worden. Das ist keine Behinderung für spirituelle Entwicklung. Im Gegenteil, so sorgen eine schwere Kindheit, Trauma und alle anderen möglichen Zusammenstöße mit der Realität dafür, dass bestimmte Schichten des “Unterbewusstseins” aufgebrochen werden und der Mensch dadurch mehr nach innen geht, um sich die leidige Frage nach dem WARUM zu beantworten. Bei den alten Seelen passiert dieses aufbrechen schneller als bei anderen, weil deren Struktur sensibler und fragiler ist. Es ist dieses aufbrechen, dass den notwendigen Antrieb für spirituelle Entwicklung gibt. Niemand beginnt sich für spirituelle Hintergründe zu interessieren, weil es ihm persönlich so gut geht. Das ist der Wert, den Schmerz und Leid bereithalten. Es bringt uns tiefer zu uns selbst.

Problematisch wird es, wenn ein Teil in uns große Sprünge in der spirituellen Entwicklung macht, aber die anderen Teile unserer Persönlichkeit vernachlässigt oder einfach verdrängt werden. Ja, es ist tatsächlich möglich, dass man alle möglichen großen oder kleinen Erleuchtungserlebnisse hat, aber andere Facetten unserer psychischen Persönlichkeitsstruktur davon nicht betroffen sind. Das Kennzeichen eines authentischen, spirituellen Lehrers ist die Bereitschaft, parallel zu seiner spirituellen Autorität, die persönliche Schattenarbeit zu machen. Du weißt, du hast einen authentischen Lehrer getroffen, wenn er sich in seinen Gruppen nackt zeigt und nicht von einem imaginären Guru Thron herab unterrichtet. Dass er nicht nur seine spirituelle Autorität leuchten lässt, sondern auch bereitwillig innerhalb der Gruppe seine menschlichen Schwächen und Probleme ans Licht bringen kann. Wenn er/sie also mit Beispiel vorangeht ..

Was ich mit all dem sagen will – nur weil es inkompetente Idioten unter den verschiedenen spirituellen Lehrern gibt, bedeutet das nicht, alle Lehrer wären moralisch korrupt, verantwortungslos oder inkompetent. Es bedeutet ebenfalls nicht, dass man die Idee von Schüler-Lehrer Beziehungen komplett über Bord werfen soll.

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Lehrer-Schüler Thema

Das wirklich schwierige an spiritueller Entwicklung ist der Umstand, dass du Anfangs nicht die geringste Ahnung hast, was wirklich passieren wird. Als ich 2013 bei Renate aufgeschlagen bin, da hatte ich bereits viel an mir selbst herumgedoktert. Damals war ich an einem Punkt  gekommen, wo meine Rollenpersönlichkeit als Kleinkrimineller, Drogendealer und Süchtiger, komplett gecrasht ist. Ich hatte 6 Jahre lang alle möglichen Techniken benutzt, um mein Drogenthema in den Griff zu bekommen. Von EFT, TFT bis Theta Floating so ziemlich alles, was ich mir selber aneignen konnte. Mein Gehirn war vollgestopft mit allen möglichen Annahmen, wirren Ideen, Vermutungen und Überzeugungen, die ich irgendwo gelesen hatte und voller Illusionen, was innere Arbeit wirklich bedeutet. Ich war im Grunde eine wandelnde Bibliothek, aber alles war ungeordnet, nicht klar und ich war mir (zumindest etwas) bewusst darüber.

Renate hat mich damals eingeladen, bei ihrer CoReOn Gruppe mitzumachen und war bereit, an und mit mir zu arbeiten. Ich wusste nicht viel über sie, aber eins war mir sofort klar – hier war jemand, die hatte einen klaren Plan und eine natürliche Aura von Souveränität, wo man sich sofort gut aufgehoben fühlte. Die Rollenverteilung war von Anfang an klar, ich war der Schüler und sie der Lehrer. Wenn ich heute auf die letzten vier Jahre zurückblicke, dann fühlt sich das an wie eine komplette Wiedergeburt. Und ich meine wirklich Wiedergeburt, inklusive eines Schnelldurchlaufs durch die Entwicklungsstadien vom Baby, Kind, Jugendlichen, bis der erwachsene Mann wieder zum Vorschein kam. Damit das klar verstanden wird, ich rede nicht von einer wundersamen, durch Zauberstab bewirkten Instanttransformation. Nein, ich bin dabei durch harte Prozesse gegangen, wo ich Entwicklungen nachgeholt habe, die zuvor, aus welchen mysteriösen Gründen auch immer, nicht fertig abgeschlossen waren.

Das ist, was Fühlarbeit, Aufstellungen, Energiearbeit und Innere Personen Arbeit mit einem macht. Da kommt alles ans Licht, was du vor dir selbst versteckst. In solchen Momenten erkennst du deine eigene Fragmentierung und wie dein eigenes Wächtersystem alles daran setzt, um dies vor dir zu verbergen. Und dann beginnt sich deine menschliche Erfahrung auf eine Weise zu verändern, wo du dir bewusst wirst, wie unbewusst du dir über deine verschiedenen Aspekte und Rollenmuster bisher gewesen bist. Wie unbewusst und oft hilflos, du von einer Rolle in die andere gefallen bist, sobald eine bestimmte Situation auftauchte. Es wirft dich dabei in Prozesse rein, wo du manchmal glaubst, gleich schielt der Wahnsinn um die Ecke. Es braucht Mut, Ausdauer und Disziplin, um das durchzustehen.

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Wirkliche Transformationsarbeit ist kein Zuckerschlecken, denn niemand will sich der eigenen Dunkelheit gewahr werden. Du wirst vielleicht Momente erleben, wo du deinen Lehrer dafür hasst, dass er dich ins kalte Wasser wirft. Wo du am liebsten Hölle und Verdammnis über ihn/sie herabregnen lassen möchtest. Du kannst Trotzphasen erleben, du wirst an seiner Autorität zweifeln, du wirst durch alle möglichen Hochs und Tiefs dabei gehen – wenn du dran bleibst. Aber wenn du dranbleibst, wirst du durchkommen. Auf diesem Weg wirst du ganze Kettenreaktionen an Prozessen durchlaufen, wo deine persönliche Perspektive manchmal kopfsteht. Es verändert deinen Bezugspunkt mit der Realität und wirft weitere Fragen auf, wer du darin wirklich bist.

Für mich hat diese Arbeit eine komplette, extreme Wandlung bewirkt. Ich bin von einem Junkie, der 25 Jahre lang schwerabhängig war, zu etwas völlig anderem mutiert. Diese (abhängige) Persönlichkeitsstruktur ist im wahrsten Sinne des Wortes gestorben. Frieden ihrer Asche. Ja, Egoteile können sich gravierend wandeln, sodass es sich wie ein Tod anfühlt. Aber es sind Teile des Egos, welche gehen, sterben, sich wandeln, niemals aber die gesamte Struktur. Alleine hätte ich das niemals, nicht auf so drastische Weise geschafft, den niemand den ich kenne, kommt wirklich von einer Langzeit Hard Core Drogenabhängigkeit je wirklich los. Ohne Renate als meine Begleiterin und Lehrerin wäre das nicht möglich gewesen. Dessen bin ich mir absolut bewusst.

Ein spiritueller Lehrer wird dir Hausaufgaben geben, die du in deinem eigene Interesse machen solltest. Ein Lehrer ist nicht dazu da, die Arbeit für dich zu machen. Er ist dazu da, um dir Hilfestellungen, Tipps und Anleitung zu geben, aber du musst die Arbeit machen. Letztendlich wird das dann zu dem Zustand führen, den ich mein “eigenes Licht scheinen lassen” nenne.

Ein guter Lehrer ist nicht immer angenehm oder nett. Er wird dich mit deinem Mindfuck konfrontieren, er wird dich zwingen, deinem eigenen, inwendigen Schmerz ins Auge zu sehen. Niemand mag das wirklich, ganz egal, wie viel du darüber weißt. Jedes mal aufs neue ist es eine Herausforderung, nicht davor zurückzuschrecken. Dabei habe mich manchmal buchstäblich hilflos wie ein Baby gefühlt. Wie das Kind, welches ich einst war, wollte ich es nicht wahrhaben. Wenn es hart auf hart ging, dann versuchte ich zu rebellieren, wegzulaufen und auszubrechen, wie der rebellische Teenager, der ich einst war. Der Erwachsene in mir hat jeden einzelnen Schritt zäh errungen, indem er durchgehalten hat. Auch mein Schreiberei hat sich über diese Zeit hin sehr verändert. Und dass ich über all diese Dinge so schreiben kann, ist nur deshalb möglich, weil ich mir jede Stufe hart erarbeitet habe, selbst da durchgegangen bin – und weiterhin gehe. 

Zugegeben, auch ich hatte naive Vorstellungen von Transformation. Ich meine, irgendwie wünschen wir uns ja alle eine grundlegende Transformation, wobei es natürliche, unterschiedliche Wünsche gibt, was dabei passieren sollte. Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann möchten wir Transformation erleben, aber irgendwie doch die Alten dabei bleiben. Ich jedenfalls hatte diese naive Vorstellung, aber wie ich nach all dieser Zeit sagen kann, ist das nicht möglich. Entweder es geschieht eine Transformation, dann wird dich das auf eine Weise so stark verändern, dass die vorherige Persönlichkeit ausweitet und grundsätzlich verwandelt, oder eben nicht. Dazwischen gibt es nichts. Du kannst nicht erwarten, dass du der Gleiche bleibst, aber doch Veränderung geschieht. Das Bild von Transformation ist üblicherweise die Entwicklung von einer Raupe zum Schmetterling. Es macht keinen Sinn, ein Schmetterling werden zu wollen, während man insgeheim hofft, eine Raupe bleiben zu können.

Renate ist nicht im “Engel Business”, sie erzählt dir nicht, wie sehr du geliebt wirst, von äußeren Quellen. Sie quatscht dich nicht mit Theorien zu, wie “du sollst dein Ego loslassen”. Die Leute, die zu Renate kommen, sind meistens “alte Fürze” –  die im Seelenalter zwischen Reif und Alt sind. Die also schon viele Inkarnationen als Mensch hinter sich haben und die jetzt den Drang in sich fühlen “innen aufzuräumen” – denn für die ist es an der Zeit. Das erklärt die Quintessenz von Renates Arbeit: sie ist im “Aufräumbusiness”, während gleichzeitig spirituelles Bewusstsein geschult wird. Sie hat nur eine einzige Absicht für die ihr anvertrauten Menschen: Die Rückverbindung mit dem eigenen Seelenbewusstsein.

Damit meine ich die persönliche Erkenntnis, aus der Tatsache des eigenen Fühlens heraus. Das bekommt man nicht, indem man ein paar Bücher liest oder schlaue Zitate vor sich herschiebt. Wissen reicht dafür nicht aus. Wissen gibt dir nur eine Ahnung davon. Es ist schön, zu Wissen, dass wir Seelen in einer menschlichen Erfahrung sind. Aber etwas völlig anderes ist es, wenn deine Identifizierung mit der menschliche Persönlichkeit einen Paradigmenshift erlebt, wo du dich tatsächlich als Seele erlebst. You know it for a fact! You are the soul and you are the human.

Mittlerweile gibt es mehr Übereinkunft und mehr Verständnis dafür, dass Spiritualität mit psychologischer Arbeit verbunden werden sollte. Das erzeugt weitaus mehr authentische Menschen und eine moderne, lebendigere Spiritualität, die Alltagstauglich ist. Wenn westliche Psychologie sich mit östlichen Ideen der Spiritualität verbindet, ist das wie das fehlende Puzzlestück, um das leidige Ego loslassen Thema endgültig zu beerdigen.

Ich beobachte immer wieder, wie sorgfältig und genau Renate die Leute aussucht, mit denen sie bereit ist zu arbeiten. Die Psyche der Menschen muss stabil genug sein, um eine spirituelle Entwicklung absolvieren zu können. Bei schweren Traumata fühlt sie sich nicht zuständig und rät den Leuten dann, sich in eine psychotherapeutische Behandlung zu begeben.

Spirituelle Entwicklung bedeutet hauptsächlich, den Hintergrund der Realität immer besser zu erkennen und zu verstehen. Für die Seele ist das nicht notwendig, aber für den Menschen der du bist, ist es essentiell. Und die Seele kann sich nur durch die menschliche Persönlichkeit ausdrücken. Dieses Seelenbewusstsein wird mehr und mehr an Fokus gewinnen, je mehr wir uns unseren persönlichen Konflikten und Problemen widmen. Deswegen ist es ja so wichtig, dass wir uns den eigenen Schatten stellen, die in der menschlichen Persönlichkeit sind. Denn sie verhindern diese bewusste Rückanbindung. All unsere inneren Konflikte, Schmerz und Leiderfahrungen, sind wie Schutt, welcher den Zugang blockiert und verdeckt. Deswegen räumen wir ja auf ..   

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Die einzige Fähigkeit, die du wirklich brauchst, um mit einem Lehrer an deinen Themen arbeiten zu können, ist die Gabe der Selbstreflektion. Intuition GEPAART mit Selbstreflektion ist das, was ich meinen inneren Bullshit Detektor nenne. Völlig egal mit was für Theorien dich dein Lehrer füttert, was für Aufgaben er dir gibt, was er dir über deine Themen erzählt – frage dich immer: Ist das wahr? Diese Frage kannst du dir offensichtlich nicht immer beantworten, aber was wirklich zählt, ist, tief in dich hineingreifen zu können und dass, was du noch nicht beantworten kannst, solange beiseite legen zu können, bis du irgendwann die Antwort selber bekommst – was auf jeden Fall passieren wird. Es kann sein, dass eine bestimmte Theorie nicht 100 % richtig ist, aber als Modell gut genug funktioniert, um dich selbst weiterbringen zu können.

Mein Bullshit Detektor hat in den letzten 4 Jahren “Überstunden” gemacht. Aber ich habe bis heute nichts entdeckt, wodurch ich sagen könnte, etwas wäre nicht wahr. Es ist hilfreich, wenn du bereits am Anfang, deine persönlichen Themen kennst. Wenn du weißt, woran es bei dir zu arbeiten gilt. Das verhindert, dass du deinen Bullshit Detektor mit dem inneren Wächtersystem verwechselst. Denn dein Wächtersystem ist drauf geeicht, so ziemlich alles abzuwerten, zu leugnen und abzulehnen, was dir Schmerz bereiten könnte. Und hab bitte keine Illusionen, wenn du mit einem richtigen Lehrer zu tun hast, wird das unweigerlich passieren. Es tut weh, mit den eigenen Themen konfrontiert zu werden – weil wir eben gewohnt sind, diese auszublenden.

imageMitten im größten Schmerz, kann es dich so überwältigen, dass du bereit bist, alles, was dein Lehrer dir über diesen Schmerz sagt, zu leugnen, auszublenden und den Lehrer einen Idioten oder Lügner zu nennen. Mir hat es immer wieder geholfen, meine eigenen Themen gut zu kennen. Auch wenn es weh tat, ich konnte die Frage – ist das wirklich wahr – immer beantworten, manchmal resignierend, seufzend und erschöpft. Aber ich habe mich dabei erkannt. Und das ist sehr wichtig. Wenn du es selbst nicht anerkennen kannst, wirst du hierbei nicht weiterkommen. Ganz egal, was dir jemand alles darüber erzählt. Dabei kann dir ein Lehrer nicht helfen. Diese Arbeit musst du für dich selbst machen. Du wirst dabei stolpern, aufstehen und wieder weiter machen. 

Um meine eigene Perspektive, bezüglich Hierarchie und Autorität zu beantworten:

Ich habe kein Problem damit, Renates Autorität hinsichtlich ihrer spirituellen Weitsicht, ihres Einfühlungsvermögens und Klarblicks anzuerkennen. Ich akzeptiere das. Es gibt natürlich auch den “normalen Menschen” Renate, mit dem bin ich natürlich nicht immer einer Meinung. Das muss ich auch nicht sein. Aber sobald dieser spirituelle Lehrer in ihr durchkommt, dann habe ich wenig zum gegenargumentieren. Dieses Wesen hat einen so starken, klaren Laserfokus, da bleibt dir regelmäßig die Spucke weg. Aber das verhindert nicht mein eigenes Wachstum, weil ich davon lerne.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen empfehle ich jedem, der sich wirklich weiterentwickeln möchte, such dir jemand, mit dem du arbeiten kannst. Auf Langzeitbasis, mindestens auf 3- 5 Jahre ausgelegt. Es ist heute üblich geworden, von einem Seminar zum nächsten Workshop zu springen, immer wieder die Anbieter wechselnd. So wird man nicht weit kommen. So kriegst du Häppchen, anstatt ein komplettes Menü.

Nein, es braucht nicht jeder einen Lehrer. Kommt ganz drauf an, wie wichtig dir diese Entwicklung ist. Wenn sie für dich wichtig ist, dann such dir jemand, der für DICH passt. Triff eine Entscheidung und mach ein Commitment. Wenn es das ist, was du willst – dann tu es. Anstatt 20 Jahre darauf zu verschwenden, vor dich alleine hinzuwerkeln, nimm Hilfe in Anspruch. Das ist zumindest der einfachste und schnellste Weg. Wir alle können nur davon profitieren, was jemand vor uns bereits entwickelt hat und nun lehren kann.

Meine eigene Gruppe (CoReOn 4) wird dieses Jahr abgeschlossen. Ich bin jetzt Teil der CoReOn MasterClass und unterstütze mittlerweile Renate mit all den anderen Gruppen. Abschließend gibt es noch zu sagen, dass im März 2018 eine neue CoReOn Gruppe entstehen wird und noch ein paar Plätze dafür frei sind. Wenn du eine reife oder alte Seele bist und dieser Artikel dich vielleicht dazu inspiriert, mehr für deine spirituelle Entwicklung zu tun, dann könnte dies eine Gelegenheit für dich sein. Im Moment gibt es noch kein Material dazu auf ihrer Website. Aber du kannst sie per Kontaktformular über ihre Webseite anschreiben, um nähere Informationen zu erhalten.

PS.: Wenn du zu diesem Lehrer-Schüler Thema noch weitere Fragen hast, dann möchte ich dir das Buch von Mariana Caplan, “Brauchst du einen Guru” ans Herz legen. Die Amerikanerin Mariana Caplan untersucht in diesem Buch ausführlich den Weg zu einer bewussten Schülerschaft. Ihre persönliche Erfahrung von zwanzig Jahren Kontakt und persönlichem Engagement, umfasst so ziemlich jede Art von Guru, Schmuru, Tulku, Sensei, Sheikh, Schamane, Rabbi, Therapeut, Weisem, Mentor, Nicht-Lehrer, Heiler und Göttlicher Mutter, die man sich nur vorstellen kann.

Until next time same station ..

 

Quellennachweise:

https://www.renatehechenberger.com/kontakt/

Brauchst Du einen Guru?: Fluch und Segen einer spirituellen Schüler/Lehrer-Beziehung

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8 Kommentare

  • Hat dies auf RENATES BLOG rebloggt und kommentierte:
    Spiritualität ist ein menschliches Grundbedürfnis für die meisten von uns. Die einen merken es früher. Andere erst, wenn sich das eigene Leben dem Ende zuneigt. Ich glaube, dass es das Menschsein ausmacht.

    Wenn du irgendwann vielleicht mal eine Leere in dir spürst, dann kann es sein, dass du gerade mit deiner Spiritualität in Berührung gekommen bist. Dann kann es der richtige Zeitpunkt sein, damit zu beginnen, in sich zu gehen und sich ein paar Fragen zu stellen:
    Wer bin ich?
    Wozu bin ich auf dieser Welt?
    Habe ich eine Aufgabe hier auf dieser Welt?
    Was kann ich beitragen?
    Wie kann ich über mich selbst hinauswachsen?
    Wie kann ich meine eigenen Begrenzungen überschreiten?
    Wie kann ich die bestmögliche Version meiner selbst werden?
    Das alles sind für mich zutiefst wichtige, geistige, spirituelle Fragen.

    Die Antworten findet man in sich drin. Dann, wenn es leise um einen herum ist. Für viele ist die Natur der richtige Platz dafür. Oft nach einer heftigen Krise, die den eigenen Panzer geknackt hat. Oder im Gespräch mit einem wirklich echten und wahrhaftigen Menschen.

    Steven beleuchtet das nciht einfache Thema mit viel Tiefe und Herz – und vor allem aus seiner eigenen Erfahrung heraus.

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  • Ein sehr schöner Text, lieber Steven, wobei schön vielleicht nicht das ganz passende Wort ist bzw. nicht ausreicht, aber mir fällt nichts besseres ein. Ich habe den Eindruck, er floss geradezu aus Dir raus, ist jedenfalls sehr „flüssig“ zu lesen.

    Ja, es ist verdammt kompliziert .. .. ich denke, man kann einiges davon auch erkennen im Leben ohne schon Schmetterling zu sein.

    Liebe Grüße
    Veron

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  • Du verstehst es genau da den Finger reinzustecken, wo es gerade am schlimmsten arbeitet, was? 🙂
    Das ist gut so.
    Sehr gut sogar.
    Steven, ich bin wirklich froh dich gefunden zu haben.

    LG

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    • Hi Petra,

      Du verstehst es genau da den Finger reinzustecken, wo es gerade am schlimmsten arbeitet, was? 🙂

      Das scheint das einzige zu sein, was funktioniert ..

      Steven, ich bin wirklich froh dich gefunden zu haben.

      Vielen Dank, das berührt mich.

      schönen Sonntag! 🙂

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  • Hallo lieber Steven
    Danke für diesen sorgfältig ausgearbeiteten Text über dieses Thema. Selber habe ich das Thema Guru, Meister, Lehrer, Schüler etc. ziemlich intensiv und in verschiedensten Varitionen erlebt und gelebt mit „positiven“ und negativen“ Erfahrungen. Im Moment sehe ich es so, dass in jeder Beziehung, Situation, Begegnung etc. gegenseitiges lernen, lehren möglich ist auch geistig-spirituell. Es kommt auf meine Haltung an, die ich einnehmen zu dem was ich erfahre. Jeder kann jederzeit Lehrer, Schüler etc. im Zusammenspiel des Miteinanderlebens sein, wenn der Fokus auf sich ent-wickeln wollen gerichtet ist. Dazu brauche ich Offenheit, Neugier und gleichzeitig Aufmerksamkeit, um wahrzunehmen wenn etwas für mich nicht stimmig ist.
    Ich habe solange gesucht und immer wieder versucht und gehofft, dass es jemand da draussen gibt der mich geistig-spirituell führen kann, der, die Allwissende ist. Warum? Weil ich es mir nicht zugetraut habe, selber den Weg für mich zu finden. Weil, so grosse Angst da war(immer noch ein bisschen ist) zu versagen, ES nicht zu schaffen. (Diesem Es bin ich noch auf der Spur, herauszufinden was ES ist.) Die Hoffnung auch, dass da Eine(r) ist der mich an der Hand nimmt und am liebsten mich noch trägt, damit mir keine Wunden vom Leben mehr geschlagen werden, mich sicher an den RICHTIGEN Ort bringt. Ich habe immer wieder tiefste Ernüchterung erlebt und das ist gut so. Diese Ernüchterungen fühlten sich jeweils gar nicht frustig an, sondern ich fühlte mich jedes Mal gestärkt. Die Chance, so auf mich zurückgeworfen, es wieder „alleine“ zu packen. An mich zu glauben und meine eigene innewohnende Kraft. Wieder alle Möglichkeiten vor mir zu sehen. Nicht nur diese eine Richtung, diese eine Sicht, Meinung, Konzept und Erfahrung von dem Guru, Meister, Lehrer, dem Anderen etc.
    Obwohl ich keinem „treu“ geblieben bin, bin ich jedem dankbar. Von jedem konnte ich etwas mitnehmen und lernen und sei es möglichst keine Erwartungen mehr an andere zu hegen.
    Mit natürlichen Hierarchien und Autoritäten habe ich keine Mühe, nur mit diesem Aufgesetzten und wenn jemand sich so anpreist und versucht einen in sein System reinzubiegen. Da läuten bei mir alle Alarmglocken.
    Jetzt freue ich mich auf die beginnende CoReOn- Gruppe mit Renate. Sie gibt sich nicht als die Allwissende, das ist wohltuend und eine sehr gute Voraussetzung für mich, mich auf etwas Neues einlassen zu können. Ich freue mich darauf von ihr und der Gruppe, das zu lernen worin sie Meisterin ist und vielleicht entdecke ich dabei, worin ich Eine bin oder auch nicht….dafür vielleicht etwas anderes was ich noch gar nicht wissen kann. So oder so bleibt es spannend wohin der Weg führt und was als nächstes ins Leben kommt.
    Herzliche Grüsse auch an Renate
    Cäcilia

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Cäcilia,
      Oooops, entschuldige bitte, ich muss deinen Kommentar voll übersehen haben. Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, einen so schönen, inhaltsvollen Kommentar zu schreiben.
      Und ja, ich kann dir nur beipflichten, im Grunde lernen wir immer durch alles und am meisten dadurch, indem wir erkennen dass es Allwissenheit nicht geben kann oder gibt. Daher ist es ganz gut, wenn wir hie und da auf uns selbst zurückgeworfen werden. Sehr gesund .. 🙂 denn letztendlich gehts nur um uns selbst.

      Ich freue mich auch auf die neue Gruppe! Let’s rock ..

      liebe Grüße

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  • Lieber Steven,
    danke für diesen berührenden Text,
    danke für dein offenes und liebevolles Herz!
    Ich freue mich über den Schmetterling und über den Mann, der sich da in voller Pracht erlebt.
    Und wirklich schade, daß ich Urlaub planen muß (ich wohne in der Lausitz),
    um euch persönlich zu treffen. Da wäre vielleicht auch eine Gruppe über das Internet für mich wünschenswert.
    LIebe Grüße, Sonja

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