EAT 37

Neues Spiel, neues Glück .. 🙂

 

Accepting yourself ..
„… Leute betrachten mich vielleicht als alte Seele, so wie etwa ein Berg. Auf großartige, uralte Weise habe ich über andere, nähere oder weiter entfernte Anteile hinaus meine eigene Identität. Doch diese Identität setzt sich aus anderen Identitäten zusammen; jede davon ist unabhängig, so wie sich der Berg aus seinen Felsen zusammensetzt und ohne sie nicht existieren könnte.

Mein Verständnis beruht auf dem was ich bin, so wie die Höhe des Berges darauf beruht, was er ist. Ich fühle mich nicht von den Selbsts oder Identitäten, aus denen ich bestehe überfallen oder angegriffen und auch sie fühlen sich nicht von mir okkupiert – wie auch die Bäume, die Felsen und das Gras, die GESTALT des Berges nicht ablehnen, zu der sie gewachsen sind.“

(Aus „Seth und die Wirklichkeit der Psyche“)

217 Kommentare

  • Teal Swan – the castration dynamic ..

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    • Aus „Gespräche mit Seth“

      Der Krieg der Idiotenblumen

      „Du brauchst dir keine so große Mühe zu geben. Wenn du deinem inneren Selbst vertraust, dann wächst du so, wie eine Blume wächst. Die
      Blume wächst richtig, und sie gibt sich keine Mühe zu wachsen, und sie sagt sich nicht: ‚Ich muß um
      Himmels Willen bis morgen nacht in der Dämmerung zwei Zentimeter wachsen!‘ Eine Blume ist, und sie
      erlaubt sich zu wachsen, und sie ist sich ihres Ist und des Geistes von Allem-Was-Ist in sich sicher.

      Nun, Gutsein ist so natürlich wie eine Blume, die wächst. Wenn aber eine Blume innehalten würde, wenn
      die Sonne auf sie schiene, und wenn sie anfinge nachzudenken und zu sagen: ‚Warte mal! Sollte ich nach
      links wachsen, oder sollte ich nach rechts wachsen? Ist es gut, daß die Sonne auf mich scheint, oder ist es
      zu leicht für mich, im Licht der Sonne zu wachsen, und sollte ich deshalb nicht lieber versuchen, in der
      Dunkelheit zu wachsen? Sollte ich zwei Zentimeter nach rechts wachsen oder zwei Zentimeter nach links?
      Ich muß mir Mühe geben zu wachsen! Ich muß ein Ego und einen Intellekt entwickeln, und ich muß
      versuchen, diese Sonne zu erreichen, die Gott ist, und ich muß hart arbeiten, denn wenn ich mir keine
      Mühe gebe, werde ich auch nichts erreichen – und ich muß es erreichen

      Aber neben unserer intellektuellen, gewissenhaften Blume ist da ein Idiot von einer Blume! Und der Idiot
      von einer Blume steht da und fühlt die Sonne in ihrem Gesicht und öffnet ihre Blütenblätter und sagt, „Dies
      ist die Sonne, und sie ist gut in mir; es ist der Geist des Wachstums, und ich werde ihm folgen und ihm
      Freiheit geben; und es ist mir egal, ob ich nach rechts oder nach links wachse, denn in völligem Vertrauen
      auf den Geist in mir weiß ich, daß ich richtig wachsen werde.‘

      Und so wächst sie, unsere Idiotenblume, und sie wächst von innen heraus. Und sie ist vollkommen, und
      sie ist stark, aber neben ihr ist da unsere intellektuelle und spirituelle Blume. Und diese Blume sagt, ‚Schon
      wieder! Drei Uhr nachmittags, die Schatten kommen, und die Schatten sind böse, und diese Sonne wird schwächer, und die Nacht kommt, und die Nacht ist böse; und ich muß mir überlegen, wie ich diese Gegner
      am besten vernichten kann … und es ist leicht zu versagen und meine Fähigkeiten nicht zu nutzen und nicht
      zu wachsen!‘

      Und siehe da, am Morgen geht die Sonne auf, und was finden wir vor? Unsere Idiotenblume in voller
      Blüte in der Morgensonne, und unsere andere Blume mit einem Blatt so [Seth ließ seine Hand über die
      Stuhllehne hängen] und einem Blatt so [sein anderer Arm war in die Luft gereckt], und mit gesenktem Kopf,
      und sie denkt immer noch über die Natur von Gut und Böse nach und traut dem Geist der Lebenskraft, der
      in ihr ist, immer noch nicht; und deshalb hört sie nicht auf die innere Stimme … sondern fragt an jedem
      Punkt und zu jeder Stunde: ‚Welchen Weg soll ich bloß einschlagen? Soll ich das Sonnenlicht annehmen
      oder den Regen? Oder sind das böse Kräfte?‘ Und sie sagt sich immer wieder, daß es schwer ist zu
      wachsen und leicht zu sterben. Sie sagt sich immer und immer und immer wieder – jetzt in metaphysischem
      Sinn – daß es schwer ist, gut zu sein, und leicht, böse zu sein.
      Und das ist ein Selbstbetrug!“

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      • „Gut“ und „böse“ sind Filter unserer Wahrnehmung. Das innerhalb der vielen Polaritäten gespannte Lebensnetz wird so oft durch unsere dualistische Wahrnehmung beschädigt. Auch hier …

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        • Nicht beschädigt, bereichert, mein Freund. Unterschiedliche Wahrnehmungen und Ansichten bereichern ..

          lg,

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          • Zwischen den verschiedenen Polen gibt es alle nur erdenklichen Unterschiede – das ist Reichtum und pulsierendes Leben, ja. Dieses Reichtums entledigen wir uns in dem Maße wir durch die Gut-Böse-Brille schauen und dann das Als-böse-Wahrgenommene entsprechend abwertend / zensierend usw. behandeln.

            Ein schönes Wochenende

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          • Your Definition of Love is Wrong – Teal Swan

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          • Flat Earth»-Anhänger muss Flug mit selbstgebastelter Rakete verschieben
            Die Erde ist eine Scheibe: Das will ein amerikanischer Tüftler mit einem Flug in seiner selbstgebauten Rakete beweisen. Doch Mike Hughes hat Probleme mit der Startgenehmigung – und der Technik.
            26.11.2017, 08:55 Uhr

            (dpa) Der Amerikaner Mike Hughes hat seinen für dieses Wochenende geplanten Flug in einer selbstgebauten Rakete auf kommende Woche verschieben müssen. Er habe von der zuständigen Behörde keine Genehmigung für den Start auf einem staatlichen Grundstück in der Mojave-Wüste bekommen, zitierte die «Washington Post» am Freitag den 61-Jährigen. Zudem gebe es technische Schwierigkeiten. Hughes will mit seinem Flug über die Wüste nachweisen, dass die Erde eine Scheibe ist, wie er auf seiner Facebook-Seite schreibt.

            Nun will der Tüftler sein Experiment auf einem Privatgelände knapp fünf Kilometer entfernt vom ursprünglich geplanten Startpunkt im kalifornischen Amboy an der historischen Überlandstrasse Route 66 angehen. Wahrscheinlich werde dies aber nicht vor Dienstag geschehen, sagte er laut der Zeitung.

            Hughes geht laut dem Zeitungsbericht davon aus, dass er den Flug in der aus Altteilen zusammengebauten und mit Dampf betriebenen Rakete überleben wird. Das rote Flugobjekt wird nach seinen Worten auf eine Höhe von bis zu 600 Metern steigen und eine Geschwindigkeit von fast 800 Kilometer pro Stunde erreichen. Bei seinem letzten Experiment ähnlicher Art in Arizona hatte der Tüftler derart schwere Verletzungen erlitten, dass er mehrere Wochen lang nur mit Gehhilfen unterwegs sein konnte.

            Sein Ziel sei, kilometerhoch über der Erde zu schweben, um Fotobeweise zu erhalten, dass die Erde keine Kugel sei. Die Anhängerschaft der grotesk anmutenden Theorie, die Erde sei flach und werde an ihren Enden von Meereis begrenzt, hatte zuletzt in den USA wieder Zulauf bekommen. Unterschiedlichste Gruppen kommen einmal im Jahr bei einer Generalversammlung zusammen, die kürzlich in North Carolina stattgefunden hatte.

            Nach Hughes‘ Worten hatte die amerikanische Behörde Bureau of Land Management, die für staatseigene Ländereien zuständig ist, ihm vor mehr als einem Jahr mündlich die Starterlaubnis erteilt – sofern auch die Luftfahrtbehörde FAA zustimme. Von beiden Behörden konnte die Zeitung zunächst keinen Kommentar bekommen.

            Quelle: https://www.nzz.ch/panorama/flat-earth-anhaenger-muss-flug-mit-selbstgebastelter-rakete-verschieben-ld.1332603

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            • Wikipedia über Ballonfahren:

              „Theoretisch sind der Höhe von normalen Sportballonen Grenzen bei ca. 9.000 Metern gesetzt. Personenfahrten finden normalerweise zwischen 300 und 3000 Metern statt.“

              Aber der Mann will mit einer Rakete .. .. da hat man ja auch so schön Zeit zum Fotografieren .. .. und 600 m ist gleich kilometerhoch .. .. :mrgreen:

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      • Sehr schöne Geschichte.
        Dank Dir!

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      • Seth verschweigt die Blumen, die nicht intellektuell sind, nicht grübeln, und trotzdem die Sonne nicht genießen und nicht gesund wachsen .. ..

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        • Hi Veron,

          Seth verschweigt die Blumen, die nicht intellektuell sind, nicht grübeln, und trotzdem die Sonne nicht genießen und nicht gesund wachsen .. ..

          Ich glaube nicht, dass er das tut. Im Grunde schildert er mit der „Idiotenblume“ ein Ideal, dass auf diese Weise ziemlich selten in unserer Welt existiert – aber möglich ist. Die andere „Blume“ ist, wie wir meistens eben sind, der entgegengesetzte Pol dieses Ideals, unzufrieden, mit uns und unseren Teilen im Konflikt, etc. Was Seth hier machte, kann man als ein „gemaltes Bild“ sehen, wo er versucht zu sagen, wie einfach es doch sein könnte. Die Realität ist, es scheint für uns eben nicht so einfach zu sein. Diese „Idiotenblume“ akzeptiert sich selbst, so wie sie ist. Punkt. Für uns gehört es zur schwierigsten Herausforderung, wirklich alles an uns zu akzeptieren – weil dann ist man eine „Idiotenblume“ ..

          Durchhalten .. 🙂

          lg,

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          • Hej Steven!

            Ich weiß, ich reagiere überempfindlich .. .. Seth spricht zu Menschen mit ganz anderen Voraussetzungen. Wie schön wäre es, ich könnte aufhören zu denken, auf DIE innere Stimme (statt 2, 3, 4 .. .. ) hören, und alles wäre gut.

            „Diese „Idiotenblume“ akzeptiert sich selbst, so wie sie ist.“

            Ich glaube, solche „Blumen“ wissen gar nicht, dass sie „Idiotenblumen“ sind. Das Leben ist einfach o.k., keine besondere Kunst, sich so zu akzeptieren.

            „Für uns gehört es zur schwierigsten Herausforderung, wirklich alles an uns zu akzeptieren“

            Akzeptieren .. ..
            Ja, ich akzeptiere, dass da ein Teil ist, der ein gewisses Problem hat und macht, ich versuche ihm und gleichzeitig mir insgesamt zu helfen. Nur akzeptieren und ihn machen lassen, wie er meint, halte ich für keine gute Idee, und ich kann das auch nicht.

            Liebe Grüße
            Veron

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            • Hallo Veron 🙂
              Ich denke, mit der „Idiotenblume“ ist jemand gemeint, der von inneren Anteilen keine Ahnung hat und das Leben einfach laufen lässt um das was da ist ohne nach dem Warum zu fragen zu genießen.
              Mit intellektuell wird hier wohl die östliche Auffassung gemeint sein, die den westlichen Menschen als verkopft und durch die ständige Fragerei nach dem Warum als sich-im-kreisdrehend betrachtet. Wir verbinden mit dem Begriff intellektuell etwas anderes, und zwar den fortdauernden Versuch, die Welt durch das Denken zu durchdringen.

              „Ja, ich akzeptiere, dass da ein Teil ist, der ein gewisses Problem hat und macht, ich versuche ihm und gleichzeitig mir insgesamt zu helfen.“
              Für die „Idiotenblume“ ist da kein Problem. Sondern es ist wie es ist. Für die Idiotenblume gibt es auch da keinen „Teil“, sondern nur sie selbst. Und sie selbst gibt sich einfach dem Leben hin ohne danach zu fragen ob das richtig oder falsch ist.
              Siehe den Spruch „Seelig die armen im Geiste denn ihrer ist das Himmelreich.“ oder „Sehet die Vögel, haben diese Arbeit?… …und Gott ernährt sie doch.“
              In dem Augenblick in dem wir „erkennen“ dass da ein Problem ist, nehmen wir an dass mit uns etwas nicht stimmt. Und damit beginnt der ganze Tanz um ein abstraktes „Heilwerden“, wobei wir garnicht wissen wie wir wären wenns anders wäre. Und plötzlich denken wir, wir können nicht glücklich werden, weil da dieses Problem ist. Noch sicherer kann man sich garnicht unglücklich machen. 😉
              Denn wenn wir glauben, dass wir unglücklich sind wegen XY, rückt XY als groß und übermächtig in unser Bewusstsein. Für Glück ist dann kein Platz mehr. Aber wir sollten Glück empfinden, denn Glück ist wie eine Straße. Entweder, wir haben das Glück im Auge und fahren auf dieser Straße, oder wir haben den Graben im Auge und fahren in den Graben.

              Liebe Grüße,
              Andi

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              • Hej, lieber Andi!

                „Ich denke, mit der „Idiotenblume“ ist jemand gemeint, der von inneren Anteilen keine Ahnung hat und das Leben einfach laufen lässt .. ..“

                Das meinte ich auch in etwa mit „wissen gar nicht .. ..“
                Ist nun aber eben nicht so, und es wird seine Gründe haben, dass ich zu Erkenntnissen darüber gekommen bin.

                „In dem Augenblick in dem wir „erkennen“ dass da ein Problem ist, nehmen wir an, dass mit uns etwas nicht stimmt. Und damit beginnt der ganze Tanz um ein abstraktes „Heilwerden“, wobei wir gar nicht wissen wie wir wären, wenns anders wäre.“

                Ich weiß nicht, ob Du meine letzte Nachricht an Dich gelesen hast, wo ich erklärte, womit ich es zu tun habe. Nein, ich weiß nicht, wie es anders wäre, aber so ist es die Hölle.

                „Aber wir sollten Glück empfinden, denn Glück ist wie eine Straße.“

                Genau das ist der sogenannte springende Punkt dabei. Ich soll mich nicht glücklich fühlen, ich DARF das nicht, das ist der Elternauftrag. Ich darf mich nicht wohlfühlen, nicht gesund sein, keinen Erfolg haben womit auch immer, aber ich muss mich immer darum bemühen. Es gab eine Zeit, da war ich so unbewusst wie die Idiotenblume, ich habe das Programm erfüllt, Hoffnungen aufrecht erhalten, die sich nie erfüllen durften, meine Kräfte verbraucht. Alles, was Glücksgefühle hervorrief, wurde im Lauf der Zeit sabotiert, und alles ist nur mehr Sch.. .. und ich weiß warum.

                Kürzlich habe ich es wieder deutlich bemerkt, nach einem Tag, an dem ich etwas entspannter war und manches leicht ging, wachte ich in der Nacht auf und fühlte mich so schwer, dass ich schon das Liegen als anstrengend empfand. Und ich erinnerte mich an einen Traum, der mir erzählte, dass Entspannung schlimme Folgen hätte. Immerhin gab es diesmal diesen Traum, früher „tappte ich immer nur im Dunklen“.

                Sicher gibt es auch gute Gründe von seiten Deiner Seele, warum Du vieles erkennst,
                liebe Grüße
                Veron

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                • Hallo Veron!
                  Lass alle Hoffnung fahren, gib alle Träume auf… so oder so ähnlich heissts…
                  Es hat doch alles seinen Sinn, will alles in eine Richtung. Schmerz sprengt alles das von uns ab was nicht zu uns gehört… heissts…
                  Es ist ein Graus, ich weiß.
                  Dummerweise kommen wir erst weiter, wenn wir bereit dafür sind. Wie der Braten im Ofen, der schmeckt auch erst wenn er gar ist. Ich fürchte es gibt keine Abkürzung. Ich dachte auch, ich könnte Dinge lösen indem ich Bücher lese, mir Seminare anschaue oder Vorträge anhöre. Es hat mich aber letztenendes immer nur abgelenkt. Das wusste ich aber auch erst hinterher. Ich dachte, wenn ich mich darauf konzentriere immer in meiner Mitte zu bleiben, dann schaffe ich… irgendwas. Dabei weiß man in dem Augenblick ja garnicht wo die eigene Mitte ist. War also auch Quatsch. Das was wirklich in mir vorging wärend ich gelitten habe konnte ich erst hinterher erkennen. Die wirkliche Veränderung passiert stetig, kaum merklich. Und manchmal, wärend man mit etwas beschäftigt ist, löst sich im Hintergrund etwas ganz anderes, fast wie von selbst. Die Zeit heilt die Wunden, nicht der Arzt.
                  Hoffnungen tun weh wenn sie sich nicht erfüllen. Enttäuschung schneidet ins Fleisch wie eine Klinge. Unbewusst hegen wir Hoffnungen weil wir uns dadurch von Moment zu Moment hangeln können, aber durch die Enttäuschung zahlen wir alles wieder zurück.
                  Auch heute leide ich noch. Aber es ist anders geworden. Das Leiden macht mir nicht mehr soviel aus, ich kann trotzdem glücklich sein. Ich habe die Hoffnung aufgegeben und einfach den Mut gefunden ins Ungewisse zu gehen, ohne mir ein Bild davon zu machen wie es sein soll. Hoffnung ist ab einem bestimmten Punkt ein echter Glückskiller…;-)
                  Je weniger Ablenkungen noch funktionieren, je weniger du noch in der Lage bist, irgendeinen Schein aufrecht zu erhalten, desto näher bist Du dem Ziel. Und wenn Du da bist, wirst Du wissen warum das so ist. Und auch, warum es keine Abkürzung geben kann.
                  Durchhalten. Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen.

                  Gaaaaanz liebe Grüsse,

                  Andi

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                  • Danke, lieber Andi, für beide Antworten!

                    Ich tu natürlich trotzdem weiter mit dem, was ich tu, und irgendwann werde ich vielleicht erkennen, was sich währenddessen getan hat, so wie Du. Und vielleicht werde ich auch meinen, dass unnötig war, was ich getan habe, aber vorher weiß ich es eben nicht.

                    Vielleicht gehört es dazu, dass man tut, was man meint tun zu müssen, vielleicht auch die Hoffnung und die Enttäuschung, wer weiß, ob es ohne das alles ein Hintnach, wo man zurückblicken kann, gibt.

                    Ich merke auch, dass sich Hoffnung nicht einfach abschalten lässt. Gerade noch war sie weg, schon schleicht sie sich wieder ein, zeitweise, um auch wieder zu verschwinden für ein Weilchen.

                    Liebe Grüße
                    Veron

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                    • Man kann eben nix einfach so abschalten. Deswegen habe ich ja auch geschrieben dass es halt dauert. Was aber hilft ist Vertrauen. Vertrauen in sich selbst, dass man genau das richtige tut. Und in den eigenen Weg, dass er einem immer gibt was man braucht und wegnimmt, was einem schadet. Vertrauen und Hoffnung sind ähnlich, aber Vertrauen wirkt im Hier & Jetzt, Hoffnung ist auf die Zukunft gerichtet. Hoffnung ist vielleicht sogar so etwas wie verzerrtes Vertrauen.

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                    • Hi Andi,

                      Hoffnung ist vielleicht sogar so etwas wie verzerrtes Vertrauen.

                      Ja, möglicherweise. Aber wie du weiter unten schon sagtest, Hoffnung lässt einen von Moment zu Moment hangeln. Wenn man beispielsweise wirkliches Vertrauen noch nicht hat, dürfte Hoffnung notwendig sein. In diesem Zusammenhang ist Hoffnung nichts falsches – gibt’s überhaupt etwas falsches? 🙂

                      lg,

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                    • Lieber Andi!

                      „Vertrauen in sich selbst, dass man genau das richtige tut.“

                      Manchmal ist es nicht mal das, ich nehme gelegentlich eine Stimme wahr, die mir sagt, ich würde was falsch machen, es würde nichts bringen etc. . Ich wüsste aber nicht, was ich sonst tun könnte, auch Nichts-tun ist keine Alternative, und die Stimme .. .. tja, ich schätze mal, die gehört zu einem Teil, der sich fürchtet, was dann sein könnte, wenn das Wirkung hat.

                      Liebe Grüße
                      Veron

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                    • Hallo Steven,
                      Nö. gibt nix wirklich falsches. Gibt nur unpassendes.
                      Hängt von der Situation ab.
                      Beispiel:
                      1. Die Hoffnung auf eine bessere Welt hindert Einen daran, seine Einstellung der Welt gegenüber zu korrigieren.
                      2. Die Hoffnung, die Umstände in der Familie werden sich eines Tages bessern hält eine ungesunde Situation aufrecht – dadurch wird der notwendige Schritt weg von der Familie hinein in ein selbstbestimmtes Leben nicht getan.
                      3. Die Hoffnung auf die grosse Liebe kann einen daran hindern, echte Selbstliebe und Selbstwertgefühl zu entwickeln.
                      4. Die Hoffnung darauf dass die eigene Leistung in der Arbeit doch noch irgendwann erkannt und gewürdigt wird sorgt dafür, dass man weiter im Schatten seiner Mitarbeiter dahinvegetiert.

                      Ich möchte diese Beispiele nicht im Detail ausarbeiten weil ich denke dass Dir die Zusammenhänge bewusst sind.
                      Hoffnung ist nichts schlechtes, aber wenn ein Mensch an seine eigenen, selbstauferlegten Grenzen herangeht um diese zu überschreiten, dann kann die Hoffnung zu einem ziemlichen Hemmschuh werden. Zumal man selbst immer wieder dafür sorgt, dass die Hoffnung enttäuscht wird, eben um den Blick wieder auf den Schmerz in der Gegenwart zu lenken, dort wo die Grenze überschritten werden muss. In den Beispielen wird die Notwendigkeit, die Grenzen zu überwinden erst dann erkannt werden, wenn die Hoffnung weg ist. Bis dahin verbleibt man in der jeweiligen Situation in der Hoffnung „das wird schon irgendwann“:

                      1. Die Welt ist gut so wie sie ist. Ich muss nur den Mut finden, mich voll und ganz auf sie einzulassen.
                      2. Die Familie hat sich in 20 Jahren nicht geändert, sie wird das auch in den nächsten 20 Jahren nicht tun. Ich muss entscheiden ob ich mich der Situation weiter aussetzen will.
                      3. Selbst der großartigste Mensch auf der Welt kann mir nicht geben, was ich als Basis meines Lebens brauche. Nur was ich für mich selbst entwickelt habe, kann ich mit anderen Teilen.
                      4. Wenn ich mir kein Gehör verschaffe, wird niemand mir zuhören. Niemals wird der Tag kommen, an dem die Anderen meine Leistungen erkennen. Es sei denn, ich stehe für mich selbst ein und verlange die Anerkennung die ich verdiene.

                      Das können z.B. die notwendigen Schritte aus den obrigen Beispielen sein, die allerdings erstmal dem Schmerz der Erkenntniss abgerungen werden wollen.
                      Ja, Hoffnung an sich ist durchaus etwas positives. Sie kann aber an der falschen Stelle zur falschen Zeit ne Bremse sein. Solange man die Situation nicht lösen KANN, wird Hoffnung ihren Zweck erfüllen. Treten wir aber der Situation entgegen um sie zu lösen, muss die Hoffnung weg, damit der Fokus wieder ins Hier & Jetzt wandert, dort wo die Situation gelöst werden muss.
                      Die Zahlen 4 und 5 stehen für die Planung und die Ausführung…^^

                      LG,
                      Andi

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                    • Hi Andi,
                      Sehr schön auseinandergezupft – gefällt mir. 🙂

                      Außer – Nö. gibt nix wirklich falsches. Gibt nur unpassendes.

                      Das war ne unpassende Bemerkung – lol.

                      Es gibt im Grunde auch nichts unpassendes und du weißt das auch. Als unpassend deklarieren wir ja meist etwas, wenn wir eine Erfahrung dazu gemacht haben – dann wissen wir. Manchmal brauchts halt mehr Anläufe ..
                      Ich stimme dir grundsätzlich in allen Punkten zu, aber du kannst das nur sagen, weil du diese Erkenntnisebene für dich erreicht hast. Ich bin sicher, du musstest viel „unpassendes“ tun, um das zu realisieren.

                      Was wir rückblickend als unpassend beschreiben, ist in einer gegebenen Situation passend, weil man vielleicht nicht anders kann – sonst würde mans ja anders machen. Man wird so viel unpassendes machen, bis man kapiert hat, so funktioniert es einfach nicht. Das braucht einige blaue Flecken und Beulen, zumindest ist das meine Erfahrung. Keiner fällt erleuchtet vom Himmel, für unsere Seelenentwicklung durchschreiten wir alle die persönliche Hölle – sozusagen.

                      Hoffnung kann man als unleugbaren Teil des Weges betrachten, bis der Moment kommt, wo das stirbt. Ich persönlich bin verdammt froh, dass Hoffnung bei mir nicht sehr lange anwesend gewesen ist. Deswegen bin ich ja ein Fan von Mike Hellwig, der dir sofort diesen Glückskeks wegnimmt und sagt: „Akzeptiere dass dies da ist und erlaube es dasein zu lassen und hör auf dir zu wünschen, es wäre nicht da.“ (Na ja, ziemlich freie Übersetzung)

                      Das rennt bei mir offene Türen ein, weil es sehr ähnlich ist, wie Renate arbeitet. Sie bringt das nur anders rüber .. aber die Quintessenz ist, Widerstand oder Hoffnung auf Besserung, hält die Dinge aufrecht, wie sie sind. Der Konflikt dreht sich im Kreis, aber die Hoffnung auf Besserung stellt sicher, dass man weiter macht und dran bleibt.

                      Aber wie gesagt, manchmal muss man sich einfach n paar Runden im Kreis drehen. Die Erkenntnis wird dann irgendwann schon zuschlagen – meistens hart.
                      Es braucht einfach Zeit, bis wir die Dinge für uns selbst auseinanderzupfen und dann neue Entscheidungen dazu treffen können.

                      Als ein persönliches Beispiel, weil die Diskussion über innere Anteile begann: Wenn da ein Konflikt zwischen unterschiedlichen Teilen und Emotionen in mir ist, dann werde ich ne Zeitlang jeweils in den einen und dann wieder in den anderen Teil reinkugeln – das gehört dazu, bis ich einen Weg gefunden habe, beide Zustände gleichzeitig und neutral beobachtend anwesend sein zu lassen, während ich mir bewusst bin, dass dies keine permanenten ZUstände sind und dass es quasi sinnlos ist, damit diskutieren zu wollen. Es geht ums aushalten dieser Emotionen und bewusst werden, warum, wieso, weshalb, was wiederum eine Reifeprozess in Gang setzt. Aber es hat gedauert bis ich das gelernt habe ..

                      lg,

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                    • „Ich bin sicher, du musstest viel „unpassendes“ tun, um das zu realisieren.“

                      Dazu fällt mir etwas ein, das ich schon vor Jahren gelesen habe, habe es mal rausgesucht:

                      „Ein Mann trifft seinen Freund, als der gerade auf dem Weg zum Flughafen ist. Er erzählt ihm, dass er dabei sei, nach Indien zu fliegen um Gott zu suchen. Der Freund rät ihm dringend davon ab und sagt „Aber dazu brauchst du doch nicht nach Indien zu fahren. Gott ist doch in dir.“ „Woher weißt du das so genau?“ fragt der Mann erstaunt. Darauf sein Freund: „Weißt du, das habe ich letztes Jahr in Indien erfahren.“ “

                      Liebe Grüße
                      Veron

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                    • Hahaha! Sehr passend .. ^^

                      lg,

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                    • Hoffnung .. ..

                      Gemeinerweise passiert mir ab und zu (also alle „heiligen Zeiten“, heuer war es ein Tag im August und einer im November), dass die Blockade aufgehoben oder zumindest gemildert ist, dann bin ich einen Tag nicht total verspannt und alles geht leichter, ich weiß also, wie es mir eigentlich gehen könnte.
                      Und ich weiß auch, was ich sonst noch könnte, konnte Erfahrungen machen .. .. bevor es blockiert wurde.

                      Natürlich wünsche ich mir, das alles würde wiederkommen und auch bleiben. Es ist schon schwer genug so dahinzuvegetieren, aber mit dem Wissen, dass es so nicht sein müsste .. .. und da die Hoffnung ganz aufgeben .. ..

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                    • Liebe Veron,

                      Natürlich wünsche ich mir, das alles würde wiederkommen und auch bleiben. Es ist schon schwer genug so dahinzuvegetieren, aber mit dem Wissen, dass es so nicht sein müsste .. .. und da die Hoffnung ganz aufgeben .. ..

                      Ja, ich weiß. Ist n hartes, trockenes Stück Brot zu schlucken, die Hoffnung auf Verbesserung aufzugeben. Es scheint, als würde sich dann nie etwas ändern können. Der Witz ist, der Teil der hofft, der blockiert die Veränderung. Tatsächlich tritt Veränderung ein, weil Akzeptanz anstatt Hoffnung auftritt. Die Akzeptanz, dass manches einfach so ist, weil es Erfahrungen dazu gibt, realisiert einen Reifeprozess. Die Hoffnung auf Verbesserung signalisiert ja irgendwie, dass was da ist, sollte nicht da sein – wird also abgelehnt. Und solange wir ablehnen, bleibt das aufrecht .. die Dinge zu akzeptieren, während man sich bewusst macht, dass da die Vergangenheit ruft und sich ständig wiederholt, braucht mehrere Anläufe. Einfach dranbleiben ..

                      PS: Bin auch eingeschneit .. ^^

                      lg,

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                    • Dieses Lied muss man sich eigentlich bekifft anhören .. ^^ hab viele angenehme Erinnerungen dazu.

                      ch bin jetzt raus, jetzt steh ich hier,
                      das Wasser riecht nach Gift
                      und ’n toter Vogel kommt vorbei und stirbt –
                      der Kellner spielt Klavier.
                      Wir sind die letzten von hundertzehn –
                      wir warten bis die Zeit vergeht.

                      Tausend Tage und Nächte auf See,
                      das Land kommt nie zurück.
                      ’ne Menge Mädchen war’n dabei und lachen,
                      viel zu schön um zu gehn.
                      Wir war’n so hungrig, wir war’n so kalt,
                      wir wollten nie zurück,
                      und jetzt treiben wir rum auf dem toten Schiff
                      und warten bis die Zeit vergeht.

                      Déjà Vu – Déjà Vu – Déjà Vu

                      Der Rote Hugo hängt tot im Seil,
                      die Leiche stinkt nach Shit.

                      Wie’n weisser Engel, schön wie Schnee hängt er da
                      – eh, du tust ihm doch weh!
                      War’n wilder Kerl mit feuchtem Blick,
                      doch der kommt nie zurück.
                      So schreib dein Leben auf ein Stück Papier
                      und warte bis die Zeit vergeht.

                      Déjà Vu – Déjà Vu – Déjà Vu>

                      lg,

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                    • Guten Morgen, Steven!
                      Schön, dass ich Dich erheitern konnte 🙂
                      Liebe Grüße
                      Veron (heute ein bisschen eingeschneit)

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                  • Ich habe das Bedürfnis mich noch ein Mal zu melden. Vielleicht interessiert es ja jemanden, was aus mir geworden ist, warum ich hier nicht mehr schreibe.

                    Lass alle Hoffnung fahren, gib alle Träume auf

                    Die Hoffnung aufgegeben habe ich schon vor Monaten, dann passierte eine Kettenreaktion. Teile wollten nicht mehr leben oder zumindest nicht mehr Energie zur Verfügung stellen, Teile mit massiver Angst meldeten sich, die sonst jährlich stattfindende Reise wurde unmöglich. Jetzt vegetiere ich dahin, weil ein Teil meint, dass es ohne Reise kein Leben mehr ist und mir die Energie nach und nach fast ganz abdrehte. Ich habe sowieso kaum noch einen Lebensinhalt, aber auch das bisschen Garten und Hausarbeit wird mir fast unmöglich gemacht, weil ich dafür immense Willenskraft aufbringen muss, die mir allmählich ausgeht. Dabei ist mir langweilig, eine sehr unangenehme Mischung.

                    Ich habe gelernt Teilen zuzuhören, sodass sie sich eventuell beruhigen. Ich habe gelernt zu argumentieren, manche Teile waren dann einsichtigt. Beides funktionierte nicht bei diesem Teil, von dem ich nicht weiß, ob es ein Kind ist oder etwas anderes.
                    Jetzt soll ich mich wehren gegen den Teil, das habe ich aber nicht gelernt, wie so was geht, falls das überhaupt geht. Ich soll Entscheidungen treffen .. .. ja, tu ich eh, interessiert diesen Teil aber nicht.

                    Das ist nun also eine Depression mit Angst und Langeweile, das Antidepressivum wirkt minimal, die letzten Tage hat sich die Situation wieder mal verschlechtert, die Psychiaterin hat mir geschrieben, ich solle ins Krankenhaus gehen, also in die Psychiatrie-Klinik, ihr ist es offenbar zu schwierig. Im Krankenhaus könne man schneller austesten, welches Medikament wirkt. Nun bin ich aber E-Smog-sensibel, im KH halte ich es maximal eine Stunde aus, dann bricht Chaos aus in meinem Körper .. ..

                    Alles, was ich in den 4 Jahren mit energetischer Hilfe, Aufstellungen und anderer Arbeit erreicht habe, kommt mir vor wie ein ferner Traum. Ich habe offenbar zu viel erreichen wollen, aber ich sehe nicht, wo ich hätte aufhören können, ohne in die gegebene Situation zu rutschen. Vielleicht wäre es nicht ganz so schlimm geworden, wenn ich etwas Beistand in der Anfangsphase gehabt hätte, ich hatte das Bedürfnis danach, es aber nicht durchgesetzt, weil mein inneres System angeblich meldete, es brauche Ruhe und würde sich erholen. Wissen tu ich das natürlich nicht, vielleicht hätte es auch nichts gebracht. Und vielleicht will meine Seele es so, braucht es für ihre Entwicklung .. .. worüber ich nicht weiter nachdenke. Es kann auch einfach schiefgelaufen sein.

                    Veron

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                    • Liebe Veron,

                      ich drücke dich in Gedanken und mir fehlen einfach nur die Worte.
                      Gehe in deinen Garten und versuche die Natur zu genießen.
                      Suche dir professionelle Hilfe, vielleicht kann die ein anderer Arzt helfen?

                      Herzliche Grüße Heike

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                    • Hi Veron,

                      Hab dir ne Mail geschrieben ..

                      lg,

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                    • liebe Veron

                      habe mich lange von dieser Seite ferngehalten und möchte mich auch nicht wieder davon anstecken lassen.
                      Hatte wohl aber seine Gründe, wiedermal reinzuschauen.

                      Wünsche dir Seelenfrieden und das den „Teilen“ die Einheit spricht.

                      alles Liebe

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                    • Danke, liebe Heike, lieber Remo!
                      Auch wenn es mir nicht hilft .. ..

                      Mir war es wichtig aufzuzeigen, wohin es auch führen kann, das Sich-selbst-kennenlernen. Wenn da nämlich ein Teil gefunden wird, der alles sabotiert, und sich daran nichts ändern lässt, dann ist zunächst das angepeilte Ziel dahin. Und man hat nicht nur selbst diese Erkenntnis, auch innere Teile, denen dieser Teil vorher nicht bekannt war, wissen es nun und reagieren entsprechend. In meinem Fall war das u.a. auch einer, der mir immer gesagt hat, ich müsse durchhalten, es komme noch etwas wichtiges. Er ist jetzt selbst enttäuscht, weil offenbar auch er geglaubt hat, es wäre eine Art Heilung, dieses Wichtige. Und er sagte mir, er habe alle Energie aufgebraucht bzw. sei nicht mehr bereit in ein System zu investieren, das laufend sabotiert würde. Damit begann die Kettenreaktion .. ..

                      Und jetzt ist da ein Teil, von dem ich glaube, dass er sogar Psychopharmaka sabotiert. Irgendetwas, das ich genießen könnte, darf natürlich auch nicht sein.
                      Veron

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                    • Liebe Veron,

                      brauchen wir Ziele? Jeder ist gut so wie er ist und lass dir nix anderes einreden. Es ist ein Mordsgeschäft und Gehirnwäsche, soviel kann ich nur dazu sagen. Es kommt auch noch Wichtiges, denn jeder Tag ist wichtig und wenn es nur kleine Dinge sind die wir tun, wie z.B. aufstehen und essen. Oder eben liegenbleiben und das Bett genießen. Rausgehen und ein paar Schritte laufen, eben für sich selbst zu sorgen. Alles andere ist Wichtigtuerei.
                      Geh bitte zu nem Arzt und lasse dir helfen, jedes Leben zählt.
                      Jeder Mensch hat in seinem Leben Tiefen und Höhen, Krankheit und Gesundheit und etwas dazwischen. Ich war auch schon gesundheitlich und psychisch am Boden, aber es gab immer wieder ein aufwärts. Schaue mit Hoffnung in deine Zukunft und sei gewiss, es wird sich jemand in deiner Nähe finden, der dir hilft. Notfalls rufe mal bei der Telefonseelsorge an, du brauchst Menschen in deiner Nähe und nicht hier im Internet.

                      Ganz liebe Grüße Heike

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                    • brauchen wir Ziele?

                      Ich hatte ein Ziel, ich wollte leben, richtig lebendig sein mit all meinen Fähigkeiten, nicht immer mich selbst sabotieren, sodass ich nur dahinvegetiere. Das hat mir niemand eingeredet um ein Geschäft zu machen. Ich habe geglaubt, dass das geht, dass es etwas ist, was eliminiert werden kann, wenn man es endlich findet. Das hat mir die Kraft gegeben, weiterzuleben und danach zu suchen. Die ist jetzt weg – was soll ein Arzt machen oder die Seelsorge?

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                    • Hi Veron,
                      zufällig habe ich hier gelesen und deinen Post entdeckt. Mit der Telefonseelsorge hab ich auch schon Bekanntschaft gemacht, als ich einst dort anrief, hatten sie kein Personal… und ich sagte, ich wolle einfach nur reden, es sei egal, wenn kein Rat käme. Damals fand ich niemanden, der mir mal zuhörte. Es war ein kurzes Gespräch und mein letztes, die evgl. hatten kein Personal u. die kath. Seelsorge war mir zu katholisch.

                      Veron, dein Post hat mich sehr berührt, so kannte ich dich noch nicht u. ich hatte schon viel von dir gelesen, ist länger her.
                      In der ganzen letzten Zeit ging es mir sehr ähnlich wie dir, teils dachte ich, ich würde verrückt. Kein Interesse für iwas, kein Hobby, keine Bekannten, kurz gesagt: NIX was mich in irgendeiner Weise ablenken könnte von dem Einzigen, was für mich jetzt ansteht. Es ist kein Ziel in dem Sinne, sondern das Einzige was wirklich wichitg ist u. das Einzige was bleibt, wenn wir gehen. Erst gestern sagte ich mir, Spirit ist genial, denn er hat mir alle Ablenkungen genommen od. gar nicht erst gegeben (wie z.B. besondere Fähigkeiten mit denen ich „glänzen“ könnte).
                      Jetzt mach ich vlt. blabla, sogar meine Fähigkeit des Wort-Ausdruckes ist scheinbar in blabla abgesunken. Darum trauere ich noch, so viele hatten mir einst gesagt, ich könne mich so gut ausdrücken, erklären auch (im Beruf), aber nix scheint übrig von dem was ich mal DACHTE was ich sei. Nur heiße Luft. Keine in irgendeiner Art mögliche Identifikation. Bei mir.
                      Und ständig denke ich „mit mir stimmt was nicht“. Und weißt du was, das stimmt und stimmt nicht.
                      Mit der Person die ich dachte zu sein stimmt nix mehr. Und alles „nur“, weil ich auf ein eiziges „Ziel“ hin ausgerichtet bin, seit Monaten, das zu sein was ich wirklich bin, nix anderes ist wichtig.
                      Wenn es ansteht, ist es Gnade, tun kann ich nix dafür, nur beobachten was in mir durchläuft. Und ich komme gaanz langsam in Frieden damit.
                      Du bist jemand die sich seeehr gut ausdrücken kann, auch etwas mentaler orientiert möglicherweise. Das Mentale aber muß jetzt herausfinden, daß es nix mehr kontrollieren kann. Da bricht etwas zusammen was zusammenbrechen MUß.
                      Und das ist pure Heilung für mich.

                      Ob es bei dir etwas anklingen läßt, od. du sagst bei dir ist alles anders, sei dir überlassen, aber ich fühle heilenden Zusammenbruch.
                      Mein einziger Tip: genieße was immer du kannst, mal ins Cafè gehn u. einfach nur rumsitzen, zu Hause vor dich hin starren od. Kindern auf dem Spielplatz zugucken, was immer dir Freude machen KÖNNTE u. KEINERLEI Energie von dir braucht, niemanden um dich herum der iwas von dir will.
                      Wenn du damit nix anfangen kannst od. willst, hau meine Worte in die Tonne.
                      Ich hab dich lieb

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      • Hier mal meine Gedanken zum „Krieg der Idiotenblume“:
        Die Idiotenblume verstehe ich weniger als ein Wesen, welches sich bewusst selbst akzeptiert, sondern eher als ein Wesen das dieses unbewusst tut. Die Aufgabe des Menschen ist es aber, dieses Bewusstsein BEWUSST zu erkunden, und zwar mit all seinen Facetten von Akzeptanz bis Ablehnung. Gerade das ist das besondere an einer Inkarnation als Mensch und dadurch unterscheidet er sich zum Beispiel von den Tiere und Pflanzen.
        Aus einem der Bücher zur Seelenlehre von Varda Hasselmann und Frank Schmolke geht hervor, dass das Wesen „Seth“ als Seelenfamilie seine irdischen Erfahrungen bereits vor seeehr langer Zeit abgeschlossen hat. Nach den dortigen Aussagen ganz grob geschätzt vor mehr als 8000-10000(?) Jahren. Zu dieser Zeit waren die Anforderungen und die Erfahrungen an einen inkarnierten Menschen anders gelagert als heute, wo die erfahrbare Dualität weiter fortgeschritten ist.
        Ich schätze Seth bzw. das was durch Jane Roberts gechannelt wurde sehr. Allerdings erlaube ich mir auch vor dem Hintergrund der Individualität jeder Wesenheit das Vermittelte zu betrachten.

        Ich möchte den folgenden Satz von Andi, den ich als treffendes Bild empfinde, aufgreifen und weiterführen:

        “Aber wir sollten Glück empfinden, denn Glück ist wie eine Straße. Entweder, wir haben das Glück im Auge und fahren auf dieser Straße, oder wir haben den Graben im Auge und fahren in den Graben.“

        Wir sollten den Graben auflösen, ohne das Bewusstsein um das Potenzial des Grabens zu löschen.
        LG

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        • Hi Monika,
          Good points – gefällt mir! 🙂

          lg,

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        • Hallo Monika,

          „Wir sollten den Graben auflösen, ohne das Bewusstsein um das Potenzial des Grabens zu löschen.“
          Der Graben ist real, der Graben ist alles was wir nicht wollen, aber immer wieder mal unbewusst ansteuern. Den kann man nicht auflösen. Wenn ich Harmonie möchte, ist Streit der Graben. Wenn aber Streit nötig ist, um z.B. ein Hinderniss zu überwinden oder eine Situation zu klären, ist Harmonie der Graben. Wir bewegen uns frei durch die Welt, ohne Netz, ohne doppelten Boden. Die Möglichkeit auf die Schnauze zu fliegen ist der Preis der Freiheit. Es kommt darauf an den Graben als solches zu erkennen und trotzdem mit dem Blick auf der Straße zu bleiben und sich nicht von seinem Weg abbringen zu lassen. Dann sind wir authentisch. Und die Straße ist nicht immer Friede Freude Eierkuchen. Manchmal gehts durch Schlamm und Matsch, mal bergauf, mal bergab. Und trotzdem ist es unser Weg. Will man den Hindernissen auf dem Weg entgehen kanns leicht passieren dass wir auch im Graben landen, obwohl wir es „gut gemeint“ haben. Aber auf der Straße kommen wir vorwärts, und das Vorwärtskommen macht uns glücklich. Wenn wir glauben die Straße selbst sollte uns glücklich machen, weil sie so schön geteert ist, zweifeln wir an unserem Weg sobald ein Hinderniss auftaucht und wir erreichen unser Ziel nicht, nämlich uns zu entwickeln und unser Potential zu entfalten wärend wir auf dieser Straße unterwegs sind.
          So sehe ich das. 🙂

          LG,
          Andi

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          • „Wenn ich Harmonie möchte, ist Streit der Graben. Wenn aber Streit nötig ist, um z.B. ein Hinderniss zu überwinden oder eine Situation zu klären, ist Harmonie der Graben.“

            Interessante Erklärung, lieber Andi!
            Dann interessiert mich, was Du in meinem Fall als Graben betrachtest,
            liebe Grüße
            Veron

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            • Ganz ehrlich? Hoffnung.
              Denn sie trennt Dich von Dir selbst ab. Hoffnung ist die Idee irgendwo anzukommen, eine Vorstellung, wie es sein soll. Sie ist aber nicht im Hier und Jetzt begründet, sie ist nicht real, nicht wirklich Du. Deshalb kannst Du nicht zu Dir selbst finden wenn Du Hoffnung hast. Selbst die Hoffnung, irgendwann zu Dir selbst zu finden ist trügerisch. Denn sie wurzelt in der Vorstellung dass jetzt etwas anderes besser sein könnte als das was jetzt gerade ist. Auch das ist also keine Wahrheit. Wenn nur noch das da ist, was jetzt gerade wirklich, wahrhaftig da ist, dann bist Du bei Dir. Ganz egal ob das im Schmerz oder im Glück ist.
              Aber im Glück wärs ja zu einfach. Ganz im Ernst, es geht nur durch Schmerz. Du selbst bist quasi das Geschenk Deines Schmerzes. 😉

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          • Lieber Andi,
            ich hatte mich lediglich auf dein Bild bezogen, bei dem ein unglücklich machendes XY der Graben und Glück die Straße war.
            Was du beschreibst, fasse ich mit dem Bewusstsein um das Potenzial zusammen.
            Übrigens im Stadium der Dualität ist Hoffnung ein wichtiger Motor, der uns auf dieser Straße in Bewegung hält. Insofern hat sie Berechtigung im Hier und Jetzt.
            LG

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        • „Wir sollten den Graben auflösen, ohne das Bewusstsein um das Potenzial des Grabens zu löschen.“

          Danke, liebe Monika!

          „Nach den dortigen Aussagen ganz grob geschätzt vor mehr als 8000-10000(?) Jahren.“

          Interessant, dass Seth über sich selbst was anderes sagt:

          „Wir haben zwei getrennte Zeitperioden für dich. Eine davon sehr kurze, 1611 bis 1635. Das ist Dänemark. Dann 1638 bis 1674. Für eine von diesen gilt die Information, die ich (vor einigen Jahren) gegeben habe. Ich war ein Gewürzhändler und weitgereist. Ich handelte auch mit Künstlerfarben oder so etwas Ähnlichem. “

          Sicher waren auch damals die Anforderungen anders als heute. Und manches, was uns als Mensch zu schaffen macht, wird aus dem „Jenseits“ vielleicht anders betrachtet, quasi fast vergessen, so kommt es mir vor.

          Liebe Grüße
          Veron

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          • Liebe Veron,
            danke für den Hinweis, ich hatte es damals auch in „Gespräche mit Seth“ gelesen aber wieder vergessen. 😦
            Ist es dir möglich mir die Seitenzahl oder die Position mitzuteilen, damit ich es nochmals nachlesen kann?
            Liebe Grüße

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            • Liebe Monika!

              „Ist es dir möglich mir die Seitenzahl oder die Position mitzuteilen, damit ich es nochmals nachlesen kann?“

              Ich habe es als pdf, da gibt es einen Hinweis auf Seite 159 (Kapitel 11, Jenseitige Alternativen, Sitzung 541) und die zitierte Stelle auf Seite 163.

              Liebe Grüße
              Veron

              Gefällt mir

  • Oh, vielen Dank liebe Veron, so präzise, das werde ich finden… 😉 🙂
    Grüße

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    • Ich bin gerne präzise, besonders wenn es nicht schwierig ist 😉

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      • Der Baum des Bewusstseins

        Von Jörg Starkmuth

        Immer wieder wird mir die Frage gestellt, wie es denn sein kann, dass – laut dem inzwischen sehr verbreiteten Weltbild, das auch ich vertrete – jeder Mensch kraft seines Bewusstseins seine eigene Realität erschafft, da wir doch in einer gemeinsamen Realität leben, die ein einzelner Mensch offensichtlich nicht „mal eben so“ verändern kann. Schnell stellt sich dann auch die Frage, ob bzw. inwieweit man mit dieser schöpferischen Macht das Leben eines anderen Menschen beeinflussen kann. Müsste es nicht ständig zu Widersprüchen zwischen den selbst geschaffenen Realitäten der Beteiligten kommen?

        Dieses Verständnisproblem beruht auf der unzutreffenden Vorstellung, dass wir voneinander getrennte Wesen seien. Tatsächlich sind wir alle auf der Bewusstseinsebene auf eine komplexe Weise miteinander verbunden. Ich erkläre das gerne mit einem Gleichnis, das übrigens auch meinem Buch Das Blatt, das vom Himmel erzählte zugrunde liegt:

        Stell dir vor, du bist ein Blatt an einem Baum. Du empfindest dich als ein weitgehend eigenständiges Wesen, ein Individuum. Die anderen Blätter nimmst du als separat von dir existierende Individuen wahr. Die Verbindung zwischen dir und deinem Zweig (dein Blattstiel) ist so dünn, dass du seine elementare Bedeutung für deine Existenz nicht erkennst. In deiner Wahrnehmung stellt er nur eine Einschränkung deiner Bewegungsfreiheit dar, eine Art Naturgesetz, dem du leider ausgeliefert bist.

        Dein Zweig verbindet dich mit deinen Nachbarblättern. Zusammen bildet ihr eine Einheit, eine Art Gruppenwesen, was den Blättern aber aufgrund ihrer Trennungsillusion nicht (oder kaum) bewusst ist. Der Zweig als Gruppenwesen existiert sozusagen eine Ebene höher in der Bewusstseinshierarchie. Möglicherweise empfindet auch er sich als eine Art eigenständiges Wesen, aber nicht so stark wie die einzelnen Blätter.

        Der Zweig wiederum wächst mit anderen Zweigen an einem Ast des Baumes. Dies ist die nächsthöhere Ebene. Jeder Ast „betreut“ seine eigene Gruppe von Zweigen und kann wiederum als eine Art Über-Gruppenwesen interpretiert werden. Vielleicht gibt es auch noch weitere Ebenen, wenn die Äste sich zu dickeren Ästen vereinigen usw.

        Blatt und BaumDie höchste Ebene dieser Baum-Hierarchie bildet der Baum selbst, der in seinem Stamm alle Äste vereinigt. Er ist sozusagen das Kollektivbewusstsein oder die „Überseele“ aller seiner Teile. Auch er ist ein Wesen, allerdings ein weitaus komplexeres als ein Ast, Zweig oder Blatt. Dennoch sind sich alle diese Ebenen untereinander ähnlich. Ein Ast sieht wie ein kleiner Baum aus. Und selbst wenn du dir ein Blatt anschaust, findest du in seinen Blattadern wiederum eine baumähnliche Struktur.

        Eine solche Struktur, die sich in sich selbst im Großen wie im Kleinen wiederholt und immer weiter verzweigt, nennt man ein Fraktal. Mathematisch kann man Fraktale mittels erstaunlich einfacher Formeln berechnen und vom Computer grafisch darstellen lassen. Solche mathematischen Fraktale sind sogar endlos, das heißt, du kannst sie beliebig stark vergrößern und findest immer neue Verzweigungen und ähnliche (aber nicht identische) Strukturen.

        Ebenso wie die Blätter sind auch wir Menschen keine getrennten Individuen, sondern Aspekte einer kollektiven Bewusstseinsstruktur, deren Komplexität die eines Baumes bei Weitem übertrifft, aber im Grunde ähnlich, also fraktal aufgebaut ist. Jede zusammengehörige Gruppe von Menschen (Paar, Freundeskreis, soziale Gruppe, Glaubensgemeinschaft, nationale Gesellschaft, Kulturkreis, Menschheit) hat bzw. ist ein Gruppenbewusstsein, das wiederum Teil eines umfassenderen Gruppenbewusstseins ist usw.

        Und auch über die Menschheit hinaus geht das Spiel weiter, denn letztlich existiert nichts außer Bewusstsein, das sich auf zahllosen Ebenen selbst erfährt, indem es aus sich selbst heraus wahrnehmbare Realitäten erschafft und sich in Form mehr oder weniger individueller Aspekte seiner selbst darin „bewegt“. Auch „die Natur“ ist also ein kollektives Bewusstsein, das so groß ist, dass es das gesamte Universum mit seinen „Naturgesetzen“ erschafft und aufrechterhält.

        Wenn wir nun sagen, dass „jeder seine eigene Realität gestaltet“, dann umfasst dieses „jeder“ nicht nur Individuen, sondern auch all die übergeordneten Bewusstseinsebenen. Jedes Paar, jede Gruppe und sogar der Planet, die Galaxie und das ganze Universum (sowie jede Menge nichtphysischer Intelligenzen, über die du z. B. bei Michael Roads und William Buhlman mehr lesen kannst) erschaffen jeweils einen eigenen Realitätsrahmen.

        Die untergeordneten Realitäten der Teilaspekte einer jeden Instanz müssen dabei immer in deren übergeordneten Realitätsrahmen passen. Daher hat ein einzelner Bewusstseinsaspekt (etwa ein Mensch) zunächst einmal keine unbegrenzte Freiheit bei der Gestaltung seiner Realität. Oder, um beim Baum-Gleichnis zu bleiben: Jedes Blatt kann seine Realität nur im Rahmen dessen gestalten, was ihm sein Zweig vorgibt. Dieser wiederum ist an den Realitätsrahmen seines Astes gebunden usw.

        Das Baum-Gleichnis hat aber auch seine Grenzen. Menschen haben nämlich zum Glück sehr viel mehr Freiheiten als Blätter. Die Menschen früherer Jahrtausende, die zumeist ihr ganzes Leben in derselben Stammes- oder Dorfgemeinschaft verbrachten und deren Regeln und Glaubenskonzepte für universelle Wahrheiten hielten, waren in ihrer Realitätsgestaltung noch fast so eingeschränkt wie Blätter, die (zumindest innerhalb eines einzelnen Lebens) niemals ihren Zweig verlassen können. Je mehr Kommunikation und Austausch sich aber zwischen den verschiedenen „Zweigen“ des „Baumes“ entwickelt, desto eher stellen einzelne „Blätter“ ihre Realitätskonzepte infrage. Das kann dann dazu führen, dass sich ein „Blatt“ plötzlich an einem anderen „Zweig“ wiederfindet, der besser zu seinem neuen Weltbild passt.

        Echte Blätter können das wie gesagt nicht, wir Menschen aber sehr wohl. Vielleicht hast du es schon erlebt: Menschen wenden sich von dir ab, weil deine Überzeugungen sich verändert haben, und andere Menschen und Lebensumstände, die besser zu dir passen, treten stattdessen in dein Leben. Das passiert zwangsläufig, denn deine „Außenwelt“ ist stets ein perfekter Spiegel deiner Innenwelt. Mehr noch: In Wirklichkeit gibt es gar keine Außenwelt, denn dein Bewusstsein hat keine „Außengrenze“, sondern lediglich von dir selbst geschaffene Wahrnehmungsfilter, die dein gefühltes Ich vom universellen Bewusstsein abschirmen.

        Deine persönliche schöpferische Macht – deine Bewegungsfreiheit innerhalb des „Baumes“ – wird also umso größer, je weniger du dich von den Glaubenskonzepten eines Kollektivs abhängig machst. Einige wenige Menschen können sogar scheinbare „Naturgesetze“ überwinden und sogenannte Wunder vollbringen – was uns zeigt, dass diese „Gesetze“ zwar von einem sehr umfassenden Bewusstseinskollektiv geschaffen wurden (darum erscheinen sie so universell, stabil und scheinbar unverrückbar), aber dennoch nur die selbst gewählte Wahrheit eines „Astes“ und nicht die des gesamten „Baumes“ sind.

        Kannst du als einzelner Mensch nun also die Realität eines anderen Menschen direkt durch dein Bewusstsein beeinflussen oder nicht? Ja und nein. Jeder Mensch, mit dem du zu tun hast, bildet zusammen mit dir ein Kollektivbewusstsein. Ihr könnt gemeinsam nur eine Realität erschaffen, die eurem gemeinsamen, kollektiven Realitätsrahmen entspricht. Würden eure individuellen Realitätsrahmen sich zu stark widersprechen, wärt ihr euch gar nicht begegnet (ihr würdet „an verschiedenen Zweigen wachsen“).

        Das Zusammenwirken eurer Realitätsrahmen kann allerdings sehr unterschiedlich aussehen. Wenn ihr dank ähnlicher Überzeugungen und Bestrebungen und dank einer liebevollen Verbindung zwischen euch energetisch „an einem Strang zieht“, dann erschafft ihr gemeinsam eine Realität, die euren Wünschen entspricht. Hier multiplizieren sich eure schöpferischen Fähigkeiten gegenseitig.

        Anders sieht es aus, wenn beispielsweise einer von euch sich als sehr mächtig und der andere sich (vielleicht auch nur unbewusst) als machtloses „Opfer der Umstände“ empfindet. Auch dann passen eure Realitätsrahmen zusammen, nur dass diesmal die Rollen sehr ungleich verteilt sind. Diktatoren oder auch Schwarzmagier sind Beispiele für Menschen, die solche Konstellationen bewusst oder unbewusst anstreben und ausnutzen, um andere zu beeinflussen. Eine solche Rollenverteilung ist allerdings niemals auf Dauer stabil, denn nur wer innerlich von Angst getrieben ist, sucht nach Menschen, die er unterdrücken kann. Und diese Angst wird sich früher oder später in der Realität des „Machthabers“ manifestieren, z. B. durch eine Revolution der Unterdrückten (siehe auch meinen Beitrag Chaos und Ordnung).

        Kurzum: Realitätsgestaltung ist weitaus komplexer, als einige Autoren von „Wünsch dir was“-Büchern es darstellen. Wenn du deine Realität nach deinen Wünschen verändern möchtest, dann musst du in erster Linie deine Wahrnehmungsfilter, bestehend aus Glaubenssätzen, Überzeugungen, emotionalen Konditionierungen und kollektiven „Wahrheiten“, verändern und so dafür sorgen, dass du dich in denjenigen „Zweig“ des Bewusstseinsbaums bewegst, in dem der kollektive Realitätsrahmen deinen Wünschen entspricht bzw. ihre Erfüllung fördert. Denn „äußere“ (also kollektive) Realitäten erschaffst du (als Individuum) niemals allein. Aber du hast die Wahl, in welchem Team du spielen willst.

        Quelle: http://thinkdeeper.de/2017/11/30/der-baum-des-bewusstseins/

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        • Wann immer wir etwas unangenehmes nicht fühlen wollen, es abdrängen, von uns abspalten oder schlicht nicht wahrhaben wollen – passiert folgendes:

          Wir sperren es ein, kapseln es ab und es bleibt in uns. Es wird zum Dauergast.

          Wenn wir es gewohnt sind, so mit unseren Emotionen umzugehen, kommen mit der Zeit eine Menge Dauergäste zusammen. Im bestreben, Schmerz, Trauer, Angst, etc., von uns fernzuhalten, bauen wir riesige Mauern auf.

          Es ist diese Mauer, die dann zuverlässig dafür sorgt, dass uns vieles nicht mehr so stark erreicht oder berührt, aber eben auch den bereits erlebten Schmerz in uns einsperrt und festhaltet.

          Da der meiste Schmerz auf der Herzebene liegt, kann dies dazu führen, dass wir die Fähigkeit verlieren, andere zu berühren und selbst nicht mehr berührt werden können. Wir werden “cool” ..

          Um unsere elementaren Bedürfnisse zu stillen, gehen wir dann Deals ein. Wir wünschen uns berührt zu werden, aber bitte nur ein bisschen – das kann dann dazu führen, dass Männer ihr Verständnis von Liebe anbieten, um Sex zu bekommen. Frauen wiederum bieten dann Sex an, um etwas Liebe zu bekommen.

          Aber es ist letztlich ein Geschäft, wo der eine etwas gibt, um etwas anderes zu bekommen. Das ist, was festgehaltener Schmerz in uns verursacht – wir werden unfähig berührt zu werden. Auf dieser Ebene entsteht dann Sprachlosigkeit.

          Es ist nicht der erlebte Schmerz selbst oder das erfahrene Leid in der Vergangenheit, sondern unsere Reaktion darauf, die es einkapselte und seitdem festhielt. Die Vermeidung das zu fühlen, verursacht eine Menge Mindfuck.

          Die Fähigkeit berührt zu werden oder zu berühren, die kann wiederkommen, wenn wir uns dem Schmerz in uns stellen und bereit sind zu fühlen. Die Bereitschaft zu fühlen, ganz egal, was in uns drinnen ist, entlässt und integriert die Vergangenheit. Erst dann kann sie gehen.

          Coolness ist out. Fühle Radikal, du wirst feststellen, dass es dich wieder öffnet.

          DEAL?

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          • Hey, das ist cool!

            Mit seiner Hotline für besorgte Bürger erreichte Ali Can europaweite Aufmerksamkeit. Die Hotline für Menschen, die über Integration, Flüchtlinge oder Muslime reden wollen, ohne gleich als Rechte abgestempelt zu werden, für Menschen, die sich einfach interessieren oder Ängste, Sorgen oder Zweifel haben. Heute fördert Ali zusätzlich mit seiner Plattform unter dem Label Interkulturell-Leben eine bessere Verständigung zwischen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und macht mit friedlichen Großdemonstrationen gegen Rassismus darauf aufmerksam, dass ein rassismusfreies Deutschland keine sinnlose Träumerei ist. Sein Ziel: Eine friedliebende deutsche Gesellschaft, in der einander mit Wertschätzung begegnet wird. Sein Motto: Wertschätzendes Zuhören ist der einzige Weg, um langfristig Andersdenkende zusammenzubringen. Freu dich auf ein spannendes Interview.

            lg,

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            • Neid, Moneten und die Kultur der Entrüstung

              Achtung! Dieser Artikel wird etwas länger. Um deine Zeit zu respektieren: Er lohnt sich für dich, wenn du die Themen Erfolg, Geld, Neid noch nicht 100% auf der Reihe hast.

              Wer gibt das schon gern zu?

              Um fair zu sein: Das Opfer in dir wird mich hassen.

              Wenn du es eh nicht loslassen willst, lies einfach nur schnell quer, komm zum Schluss, dass dies alles ungerecht und der Typ, der hier schreibt, bescheuert ist und meckere weiter. Das Opfer in dir ist jene Stimme, die genau weiß, wo die Ursache für dein Problem liegt – auf jeden Fall nicht in dir. Das Opfer in dir hat dich nie weitergebracht, dich nie vom Leid befreit und keine Lösung geliefert. Dennoch übt es eine faszinierende Macht auf uns aus. Es verspricht kurzfristige Ablenkung vom eigentlichen Problem und maximale Erregung unseres Gehirns bei minimalen Denkaufwand. Es gibt so viele wunderbare Baustellen, auf denen sich das Opfer austoben kann. Beziehungen, Politik, Glück oder – davon soll dieser Artikel handeln – Finanzen.

              Falls du mich noch nicht kennst: Ich schreibe gern provokant, aber nicht mit ausgestrecktem Zeigefinger.

              Ich habe auch ein Opfer in mir und ich kenne Zeiten, in denen ich materiell wenig besaß und genau wusste, wer daran schuld war – auf jeden Fall nicht ich. Ich weiß, wie es sich anfühlt, Recht zu haben und sich gleichzeitig so besch… ohnmächtig zu fühlen. Doch so verlockend es ist: In diesem Sumpf auszuharren bringt dich nicht weiter.

              Als Person der Öffentlichkeit muss und will ich damit leben, dass viele Menschen eine Meinung über mich haben – meist ohne mich zu kennen. Normalerweise kümmere ich mich nicht darum, doch manchmal stolpere ich über Diskussionen, die muss ich einfach aufgreifen. Da wittert der Coach in mir die Möglichkeit, ein eventuell für viele Menschen spannendes Thema bewusster zu beleuchten. Vor ein paar Tagen fand ich einen Dialog im Netz, in dem sich einige Stimmen heftigst über den Preis unseres Silvester- Workshops entrüsteten: 280 €. Von „Ausbeutung, Gier, Geldmacherei,…“ war die Rede.

              Das nehme ich als Anlass, einige Gedanken niederzuschreiben, die ich schon lange einmal teilen wollte. Ich verstehe sehr gut, dass ein erfolgreiches Unternehmen wie unseres auch hervorragend Anlass für Projektionen gibt. Viele freuen sich mit uns. Es ruft Neider auf dem Plan und manche glauben, wir baden wie Dagobert in unserem Gold.

              Traum und Wirklichkeit

              Da Andrea und ich auf Transparenz stehen und ich Erfolg lehre, teile ich heute einige Überlegungen und Fakten aus unternehmerischer Sicht mit dir, die hoffentlich die Perspektive des Neides etwas auflockert und den Ball wieder mehr ins Spielfeld der eigenen Träume lenkt. Wenn wir Menschen für etwas bewundern oder beneiden, vergessen wir schnell, dass wir immer nur einen begrenzten Ausschnitt sehen. Den Moment im Rampenlicht und den meistens noch durch den eigenen Glauben verzehrt. Unternehmertum hat sehr viele Aspekte, Licht und Schatten, Gipfel und Täler.

              Andrea und ich arbeiten zum Beispiel 12 – 16 Stunden täglich und das sieben Tage in der Woche. Darauf sind wir weder stolz, noch beklagen wir uns darüber. Das haben wir – bis hierher – bewusst gewählt. Wir lieben, was wir tun und wir arbeiten sehr gern. Der Erfolg unseres Unternehmens ist nicht über Nacht entstanden. Wir haben in den letzten 25 Jahren hart dafür gearbeitet und durften oft einen langen Atem beweisen. Vor dem Erfolg haben wir harte ökonomische Durststrecken durchwandert, auf denen wir zum Teil nicht wussten, wie wir die nächste Miete zahlen sollen. Wir haben das Risiko immer selbst und allein getragen. Letztendlich stehen wir für jede Fehlentscheidung und jeden Misserfolg gerade.

              Im letzten Jahr haben wir das erste Mal seit 15 Jahren Urlaub gemacht. Den Urlaub, den wir in einigen Tagen antreten, haben wir vier Mal verschoben, weil immer irgendetwas im Geschäft dazwischenkam. Lass uns noch etwas genauer das irre viele Geld betrachten, welches ein Unternehmer doch offensichtlich einnimmt: „Die Lindaus haben ein Seminar gegeben, an dem haben 200 Menschen für 150 € teilgenommen. Wow! D.h. ja, sie haben 30.000 € verdient. Stimmt’s? Oder nimm mal sein neues Buch. Kostet 10 €. Hat sich in den ersten vierzehn Tagen 10.000 Mal verkauft. Dann hat er ja 100.000 € verdient.“ Das wäre schön.

              Bildquelle: https://www.micky-maus.de

              So sieht es wirklich aus: Vieles von dem, was reinkommt, landet gar nicht bei dem Unternehmer. Er gibt das Geld weiter, an Menschen und Posten, die du nicht siehst. Im letzten Jahr haben wir zum Beispiel 80% unserer gesamten Einnahmen in technologische Weiter-Entwicklung reinvestiert. Wir tragen die Verantwortung für die Gehälter von zwölf Festangestellten und mindestens noch einmal so viel Freelancern. Wir sprechen hier von monatlichen Fix-Kosten im höheren sechsstelligen Bereich.

              An einem Buch arbeitet ein Autor lange Zeit unentgeltlich. Wenn er, wie in meinem Fall mit drei Fingern schreibt (selber schuld!), besonders lange. Von dem Erlös eines Buches erhalte ich 7 %, also 0,70 € von 10 €.

              Doch wenn alle diese Kosten abgezogen sind, geht es erst richtig los.

              Von jedem Euro, den du zum Beispiel für eines unserer Seminare bezahlst und der nach Abzug aller Kosten noch bei uns bleibt, darfst du nun abziehen:

              19 % für die Mehrwertsteuer.
              45 % für die Einkommenssteuer.
              Und nochmal einen fetten Betrag X für die Gewerbesteuer.

              Ob es intelligent ist, mit einem Unternehmen wie dem unsrigen von Deutschland aus zu agieren, kann man in Frage stellen. Wir haben uns bewusst dazu entschieden. Wir sind dankbar für die Möglichkeiten, die uns dieses Land bietet und geben sehr gern viel an die Gesellschaft zurück. Für alle, die staatliche Förderungen genießen, über Autobahnen fahren oder ihre Kinder auf kostenlose Schulen gehen lassen: Das Geld dafür kommt irgendwoher. Vielleicht von den Menschen, auf die du neidisch bist.

              Ich liebe mein Leben und ich fühle mich auf allen Ebenen sehr beschenkt. Dies ist kein Klagen, sondern eine Einladung zum Augenöffnen. Denn Erfolg kommt nicht durch Bewunderung und erst recht nicht durch Neid zu dir, sondern nur, wenn du den Weg gehst und bereit bist, den Preis zu zahlen. Bevor du das nächste Mal die Finger ausstreckst, atme tief durch und frag dich, ob du je versucht hast vorzustellen, wie es sich in den Schuhen des Anderen läuft.

              Vielleicht beruhigt der Text ja ein wenig auch die, die sich Sorgen machen, ob Andrea und Veit im Reichtum ertrinken. Wir haben weder die Zeit, noch das Interesse an der Anhäufung von Luxusgütern. Wir sind extrem passionsgetriebene Menschen. Geld ist es nicht. Doch es ist cool, es zu haben. Uns geht es sehr gut. Wir wohnen in einem wunderschönen Haus (gemietet), fahren ein großes Auto (Q7, geleast) und gehen oft essen, weil keiner von uns beiden gern kocht. Zu mehr Luxus ist gar nicht die Zeit.

              Noch kurz eine Rechnung zu den 280 € für den Silvester-Workshop, die ja der Anlass der Diskussion waren.

              Ich verstehe, dass dies für Menschen, die hart kalkulieren müssen, viel Geld ist. Dennoch bereichern wir uns nicht. Das Haus (wir haben für Silvester bewusst etwas sehr besonderes gewählt), kostet uns mit Miete, Technik, Sicherheitskräfte, Essen,… 85.000 € (plus Mwst.). Es ist, was das Anmieten einer Location betrifft, nunmal die teuerste Nacht des Jahres. Wir reisen mit einem zehnköpfigen Team an, das auch bezahlt werden möchte. Die Künstler bekommen 5000 € für ihre Performance. Wenn wir den Break-Even schaffen, sind wir froh. Wir machen dies dennoch sehr gern, denn wir wollen dieses wilde Jahr mit vielen Menschen, die mit uns verbunden sind, würdevoll und großzügig vollenden.

              Der Mythos der Gutmenschen

              Ich höre immer wieder, nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Coaches und Therapeuten die Erwartungshaltung mancher Klienten, wenn es hier doch um Liebe gehe, sollte die Arbeit wenig oder am besten nichts kosten. Das führt so weit, dass manche meiner Kollegen mit Absicht tiefstapeln, was ihren Erfolg betrifft. Ich halte dies für eine bedauerliche Werteverschiebung einer materialisierten Gesellschaft, in der wir völlig selbstverständlich für alles bezahlen, was wir konsumieren und anfassen können. Egal, ob es uns guttut oder nicht. Alle Kollegen und Kolleginnen, die ich kenne, sind hart und fleißig arbeitende Menschen. Der Inhalt ihrer Arbeit ist wertvoll und wichtig. Das darf kosten und ich persönlich wünsche mir, dass alle Menschen in helfenden, therapeutischen und transformierenden Berufen stark anerkannt und auch finanziell honoriert werden.

              Geld darf kein Hindernis sein

              Natürlich sollte Geld niemals zwischen dir und der Liebe, zwischen dir und einer bedeutsamen Information stehen. Da gebe ich dir völlig Recht. Andrea und ich haben selbst Jahre erlebt, in denen wir extrem knapp bei Kasse waren und wir haben uns damals geschworen: Geld wird nie der Hindernisgrund sein, in den Genuss unserer Arbeit zu kommen. Das ist einer der Gründe, warum ich begonnen habe, Bücher zu schreiben, die sich jeder leisten kann (in der Bibliothek findest du sie kostenlos) und sehr viele Materialien und Videos gratis ins Netz zu stellen. Deshalb haben wir unsere Life Coaching Plattform humantrust gegründet. Hier können Menschen für einen 1 € am Tag unser gesamtes Wissen in hochwertigen Kursen und Live Videos abrufen.

              Für manche Menschen in Extrem-Situationen ist selbst das noch zu viel. Wir finden dafür immer eine Lösung. Meine Frau treibt unsere Buchhaltung mit ihren nicht vorgesehenen Extraregelungen manchmal in den Wahnsinn. 😉 An unseren Seminaren nehmen manchmal Studenten oder Alleinerziehende für einen Bruchteil des Preises oder sogar frei teil. Voraussetzung ist, sie kommunizieren selbstverantwortlich und nicht jammernd oder gar vorwurfsvoll mit uns.

              Also für das nächste Mal, wenn es dir nicht primär ums Meckern, sondern ums Mitspielen geht und du glaubst, den Eintritt für irgendetwas, was dir wirklich wichtig ist, nicht bezahlen zu können: Der Knoten liegt zu 99% in unserem Kopf. Vielleicht fragst du einfach, was du tun kannst, anstatt dich von deinem inneren Opfer kleinreden zu lassen. Dein Geist folgt deinem Fokus. Und deinem Fokus folgt dein ganzes Leben. Wenn du dich darauf konzentrierst, was du im Augenblick nicht haben kannst, wirst du es auch morgen noch nicht genießen. Es ist so essentiell, dich nicht auf das zu konzentrieren, was du nicht willst, sondern auf das, was du willst.

              Was ist dein Wunsch?

              Was ist dein Ziel?

              Es gibt tausend Wege dahin, die du heute noch nicht kennst.

              Die Frage ist, ob du sie entdecken willst.

              Quelle: http://veitlindau.com/2017/12/neid-moneten-und-die-kultur-der-entruestung/

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            • Akzeptiere dich!

              Was machen wir meistens, als spirituell angehauchte Leute, wenn ein Schmerz auftaucht? Wenn es uns eng wird ums Herz? Wenn es im Solarplexus zu rotieren beginnt oder unsere kleine Spaßbremse von Gedankenkarussel mit allen möglichen Niederträchtigkeiten auf uns einschlägt?

              Es gibt dann eine breite Palette von Möglichkeiten, Techniken und Werkzeugen, derer man sich nur zu bedienen braucht. Da wäre eine feine Herzmeditation oder ein Kristallklangerlebnis, um unser Herz wieder auszudehnen, so richtig angesagt. Das ist der normale, menschlich verständliche Versuch, drüber wegzugehen. Weil wir insgeheim glauben, so wie sich das anfühlt, sollte es nicht sein. Also unternehmen wir Anstrengungen, um uns wieder besser zu fühlen.

              Aber hier ist der Punkt: Das wird nur dafür sorgen, dass dieses Feeling vorhanden bleibt. Weil wir dadurch in der Vermeidung sind. Wir weigern uns die Realität, wie es sich grade in uns anfühlt, zu akzeptieren. Das es nicht so sein sollte ist ein extremer Mindfuck, dem wir ziemlich oft verfallen. Ich auch, immer wieder. Dadurch versperren wir uns sehr effektiv die Möglichkeit, dass wir uns aus dieser Verstrickung mit einem Konflikt lösen können.

              Indem wir in der Vermeidung sind (wenn wir glauben, dass sollte sich besser anfühlen), haben wir einen Konflikt von mindestens zwei Teilen in uns – was das Problem saftig verstärkt. Der Teil, der im Schmerz ist und der, der glaubt, so darf das nicht sein.

              Wenn du das schon mal gemacht hast und diese Dynamik erkennst, dann weißt du auch, dass der Versuch, dein Herzchakra auszudehnen, obwohl es “zickt”, noch mehr Schmerz verursacht und wo du dabei eine deutliche Verstärkung der Kontraktion wahrnehmen kannst.

              Ich habe eine gute Lösung gefunden, die immer für mich funktioniert:

              Und zwar, nichts drüber streuen, nicht heilen oder reparieren wollen, sondern direkt auf den Grund deines Herzens fokussieren, wo der Schmerz ist – dort, wo es kontrahiert. Fühle die Kontraktion und erlaube ihr, da zu sein.

              Das ist, was ich “accepting yourself business” nenne. Aber das ist schwierig und das kann auch nicht jeder sofort.

              Sei MIT dem Schmerz! Sei mit der Kontraktion und versuche nicht, sie loszuwerden – sondern akzeptiere es als zu dir gehörend.

              Es gibt gute Gründe, warum das Herz “zickt” oder krampft. Da ist niemals etwas falsch daran. Etwas in uns hat zugemacht, vertraut nicht mehr und hat Angst.

              Unser Herz kann aus vielen Gründen verschlossen sein. Unser Solarplexus kann auch vielen Gründen “unwuchtig” sein und das Gedankenkarussell, nun ja, da braucht es nicht viel. Das sind jedoch alles keine Ursachen, sondern nur die Folge, aufgrund des emotionalen Konfliktes, der darunter liegt.

              Es ist nicht einmal die jeweilige Situation, die uns Schmerz erleben ließ, sondern was wir daraufhin mit dem Schmerz gemacht haben. Wie wir es beurteilten. Das erzeugt den Konflikt.

              Vielleicht war es einfach zu viel, was wir aushalten konnten. Vielleicht konnten wir damit einfach nicht umgehen, fühlten uns überfordert – welche Gründe auch immer vorhanden waren, wir schoben es von uns weg, so gut wir konnten.

              Es kann die gegenwärtige Situation oder die Vergangenheit betreffen. Dahinter, bzw., drunter, liegt immer ein Teil unseres Wesens, das im Schmerz ist. Indem wir versuchen darüber wegzugehen, sagen wir quasi zu diesem Teil, du darfst dich nicht so fühlen.

              Aber der kann sich nur so fühlen, weil eine bestimmte Situation noch nicht verdaut werden konnte. Und es wird nie verdaut werden, wenn wir uns dem Schmerz nicht nähern und ihn als zu uns gehörig anerkennen.

              Dieser Teil ist nicht etwas fremdes, nichts außerhalb von dir, sondern ist letztlich DU selbst. Du, als du Schmerz erlebt hast, schwierige Erfahrungen gemacht hast, aber damals unfähig warst, diesen anzunehmen und ihn somit abgelehnt und von dir abgespalten hast.

              Was wir ablehnen, leugnen oder vermeiden zu fühlen, verschwindet nicht, sondern wird einfach nur außerhalb der bewussten Wahrnehmung geschoben und bleibt im “Unterbewusstsein” gespeichert. Und dort bleibt es. Es wird immer wieder bei entsprechenden Situationen getriggert und dich in den Hintern beißen.

              Der erste und wichtigste Schritt ist – fühle den Schmerz, lerne ihn kennen. Diskutiere nicht damit, belehre den Teil nicht, sondern gibt ihm deine Akzeptanz. Ergib dich und erkenne an: Ja, es hat weh getan. Genauso hat es sich angefühlt.

              Geh so entspannt, so offen und neutral, wie es dir jeweils möglich ist, mit deinem ganzen Bewusstsein dorthin, wo es weh tut. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Man beginnt meistens mit einer mentalen Form von Akzeptanz, die jedoch den Teil eher kalt lässt.

              Es ist kein mentales, sondern ein emotionales Problem, daher muss eine emotionale, wirklich zu fühlende Akzeptanz geschaffen werden. Deshalb bleibt man einfach so gut man kann, mit dem Schmerz, der Kontraktion und dem unangenehmen.

              Mit der Zeit erwächst eine bestimmte Form von Intimität und je öfter du es machst, desto mehr wird der Schmerz dir eine Geschichte erzählen, wie es sich angefühlt hat, als es passierte. Das wird sich manchmal wie ein echter Strudel anfühlen, aber bleib einfach dort anwesend.

              BLEIB bei der Herzkontraktion, bleib beim rotierenden Solarplexus und lass den Güterzug voller Gedanken dahinsausen, aber versuche es NICHT zu bewerten. Es braucht deine Akzeptanz, um wieder zu dir, in dein Bewusstsein zurückzukommen – das wird Integration genannt.

              Mach ein Langzeit Commitment. Je nachdem, wie schwierig diese Emotionen für dich sind, braucht es Zeit. Ich brauchte zwei Jahre Fühlarbeit, auf täglicher Basis, als es dann passierte. Als ich die volle, fühlbare Akzeptanz erreichte und das ist der Moment, wo sich der abgespaltene Teil öffnet und dich hereinlässt. Du fällst quasi voll mit deinem Ganzen Bewusstsein hinein.

              Plötzlich ist die Kontraktion weg, verschwunden ist das rotierende Solarplexus Zeug, die Gedanken stoppen, im Angesicht der Kraft ihrer Akzeptanz. Sie kommen zurück nach Hause, zurück ins Bewusstsein und sind nun einfach Teil der Erfahrung.

              Selbstliebe ist nur ein anderer Begriff für Selbstakzeptanz!
              Akzeptiere radikal alles an dir!

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              • Hej Steven!

                7. Dez. Veit Lindau, 10. Dez. Du .. ..
                Ich wünsche mir manchmal, Du würdest schon in der Überschrift einen Hinweis anbringen, wenn Du was von wem anderen bringst. Natürlich, wenn unten der Link ist, ist es klar. Ich fang bloß manchmal zu lesen an und wundere mich .. .. 😉

                Aber vielleicht magst Du es ja so, dass ich erst mal ein bisschen verwirrt bin,
                liebe Grüße
                Veron

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  • https://www.gmx.at/magazine/politik/abdel-hakim-ourghi-40-thesen-reform-islams-32701352

    Ein Interview von Fabian Busch
    Aktualisiert am 15. Dezember 2017, 22:00 Uhr

    Eine Religion des Friedens statt Vorwand für Abkapselung und Terror: Der Deutsch-Algerier Abdel-Hakim Ourghi will den Islam mit westlichen Werten zusammenbringen und ihn neu reformieren.

    Er möchte, dass seine Religion „den Anschluss an die heutige Zeit nicht verliert“: Der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi hat in einem Buch 40 Thesen zur Reform des Islam aufgestellt.

    Frauen sollen sich demnach gegen die Herrschaft der Männer erheben. Die Moscheen will er von „Import-Imamen“ befreien. Im Interview erklärt Ourghi, warum es nötig ist, der mächtigen konservativen Strömung einen liberalen Islam entgegenzusetzen.

    Herr Ourghi, Sie haben in Ihrem Buch 40 Thesen zu einer Reform des Islam aufgestellt. Gab es einen Auslöser, der Sie dazu gebracht hat?

    Abdel-Hakim Ourghi: Der Auslöser ist die Sinnkrise, in der sich der Islam befindet. Sie äußert sich in Gewalttaten, die von Muslimen verübt werden, in der Unterdrückung von Frauen, im theologisch begründeten Antisemitismus. Da wir in einem westlichen Kontext leben, halte ich es für nötig, den Koran und die Tradition des Propheten gemäß der jetzigen Situation neu zu interpretieren.

    Durch die Macht der sogenannten Dachverbände hat sich in Deutschland ein konservativer Islam etabliert. Es ist Zeit, den Islam auf der Grundlage der reflektierenden Vernunft zu reformieren. Diese Reform richtet sich gegen die Macht des poli­tischen Islam und der konservativen Gelehrten, deren veraltete Sichtweisen nicht mehr der Lebenswelt der hiesigen Muslime entsprechen.

    Warum ist diese konservative Strömung so mächtig?

    Die Moderne hat den Menschen von Grund auf verändert. Die Glaubensvorstellungen und -praktiken des Islam allerdings sind weitgehend dieselben geblieben. Bei uns im Westen gilt die Religion für viele Muslime als letzter Anker in einem unruhigen Umfeld. Seit Jahrhunderten wird der Islam von einer konservativen Theologie beherrscht, was immer wieder in Gewalttaten mündet.

    Sie sind der Überzeugung, dass der Islam eine Religion des Friedens sein kann.

    Allerdings. Ich unterscheide in meinem Buch zwei Teile des Korans. Der zeitlos-ethische Koran ist mit unseren westlichen Werten vereinbar. Er vertritt die Freiheit des Menschen, den Frieden und den Respekt vor dem anderen.

    Daneben haben wir aber noch den sogenannten politisch-juristischen Koran, der im 7. Jahrhundert entstanden ist. Wenn man sich heute noch an diesem Koran orientiert, führt das nur zu Problemen mit anderen Menschen. Dieser Koran ist historisch zeitbedingt und sollte nur in seinem Entstehungskontext verstanden werden.

    Eine Ihrer Thesen lautet: Der Islam hat sehr wohl mit Islamismus zu tun. Das bestreiten viele Muslime.

    Der Islam hat auch eine unheimliche Seite, die in seiner Um­gebung Unbehagen auslöst. Diese dunkle Seite ist immer dort erkennbar, wo die Religion von der Politik nicht zu trennen ist, wie etwa im gewalttätigen Fanatismus der Islamisten.

    Fest steht, dass nicht alle Muslime Terroristen sind. Fest steht jedoch auch, dass die Terroristen Muslime sind. Sie halten sich sogar für die besseren Muslime und be­anspruchen für sich, nach dem Koran und der Tradition des Propheten zu leben. Sie berufen sich auf den politisch-juristischen Koran, der in den Jahren 622 bis 632 in Medina offenbart wurde – und auf das Handeln des Propheten selbst als Staatsmann.

    Hat auch das Kopftuch seine Wurzeln in diesem politisch-juristischen Islam?

    Über das Kopftuch heißt es immer wieder, es sei im Islam begründet – was aber nicht stimmt. Das Kopftuch ist ein historisches Produkt der männlichen Herrschaft zur Kontrolle der Frauen. Das heißt nicht, dass ich etwas gegen Frauen habe, die aus freien Stücken ein Kopftuch tragen. Doch der kollektive Druck sollte nicht dazu führen, dass Frauen es tragen, um in der eigenen Gemeinde akzeptiert zu werden.

    Sie setzen sich sehr kritisch mit dem Islam auseinander. Sehen Sie auch Stärken der Religion?

    Natürlich. Wir lesen im ethischen Koran zum Beispiel, dass die Freiheit der Menschen ein hohes Gut ist. Und wir lesen dort, dass keine Religion die absolute Wahrheit besitzt und in der Religion kein Zwang besteht. Außerdem heißt es, dass man keine Angst zu haben braucht, wenn man seinen Glauben verändert.

    Sie haben mit Ihren 40 Thesen möglicherweise ein Fundament für Reformen gelegt. Wie müsste es jetzt weitergehen?

    Die Muslime müssen zunächst den Mut haben, miteinander zu reden und zu diskutieren – und zwar friedlich. Man kann voneinander lernen, unterschiedliche Meinungen können sich ergänzen. Inzwischen haben einige Muslime angefangen, über meine Thesen zu sprechen. Das ist ein toller Beginn. Viele Menschen schreiben mir, dass sie dankbar sind, dass ich dieses Buch geschrieben habe.

    In Berlin hat die Rechtsanwältin Seyran Ates eine eigene liberale Moschee gegründet …

    Ich bin Mitbegründer dieser Moschee, wir sind insgesamt sechs Personen. Wir haben gelernt, dass Reformen des Islam immer von einzelnen Stimmen eingeleitet wurden. Letztendlich war diese Diskussion über eine Reform des Islam aber immer eine Sache von Intellektuellen. Deswegen haben wir entschieden, ganz unten anzufangen: mit eigenen Moscheen und mit islamischem Religionsunterricht.

    Bekommen Sie auch negative Reaktionen auf Ihr Buch?

    Selbstverständlich. Nicht jeder ist mit den Reformvorschlägen einverstanden. Ich glaube, dass das ein historischer Prozess ist, der Zeit benötigt. Und ich bin sicher, dass wir Erfolge erzielen werden.

    Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi wurde 1968 in Algerien geboren. Er leitet den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, wo er Lehrer für den Islamischen Religionsunterricht an Schulen ausbildet. In diesem Jahr erschien sein Buch „Reform des Islam: 40 Thesen“.

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    • Woanders habe ich gelesen, dass Abdel-Hakim Ourghi sagt, er könne nicht anders. Ich empfinde ihn trotzdem als sehr mutig.

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      • Westler werden z.B. durch false flag – Attentate gegen Muslime aufgehetzt und Muslime werden z. B. durch Drohnen gegen Westler radikalisiert. -> Wem das im Hintergrund nutzt? …

        So schätze ich sehr die Brückenbauer. Danke Veron, dass Du uns einen vorgestellt hast 🙂

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        • Danke Dir auch, lieber Andreas, für Deine Rückmeldung.

          Es gibt sicher einige Gründe für falsche „Berichterstattung“, manche können vielleicht auch nicht anders, ich will darüber nicht viel nachdenken.

          Für mich ist an dem Bericht auch wichtig, dass mein Wissen über den Koran korrigiert wurde. Ich wusste, dass er früher mal nicht so starr war, aber nicht, dass er auch heute nicht so sein muss. Es ist ein Lichtblick, dass es einen moderaten Weg gibt, eine Entwicklung möglich ist.

          Liebe Grüße
          Veron

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          • Im Moment leite ich einen Alphabetisierungskurs mit wie ich finde konservativen Muslimen. Neben dem Erlernen des Lesens und Schreibens ist das „Entstarren“ eines meiner Ziele. So bringe ich Ihnen jetzt Weihnachten näher. Oder am Freitag haben wir ein Spiel gemacht, bei dem sich sich an den Händen hielten.

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            • Hallo Andreas,

              Und wie kommt das an?
              Also ich würde den Ansatz für grundsätzlich richtig halten, besser etwas von uns geben als von denen Integration zu verlangen. Indem wir sie „beschenken“ statt zu erwarten wird jeder bleiben wer er ist, und trotzdem findet man zusammen. Das halte ich für sehr weiße.

              LG,
              Andi

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              • Und wie kommt das an?

                Danke für Dein Nachfragen, Andi.

                Mit den Lernfortschritten bin ich außerordentlich zufrieden. Der Kurs begann Anfang November und jetzt schon können fast alle das Alphabet. Mit der Beziehungsebene bin ich ebenso rundum zufrieden. Die Starken helfen den Schwachen und wir lachen viel.

                besser etwas von uns geben als von denen Integration zu verlangen

                Zum Zusammenspiel von Geben und Nehmen kann ich aus meiner langjährigen Erfahrung mit arabischen Teilnehmern sagen, dass gerade bei diesem kulturellen Hintergrund das Einfordern wichtig ist. Es braucht eine Arbeitsbasis. Hab doch einige zu nette Lehrer/Dozenten erlebt, die schließlich aufgegeben haben – so meine Perspektive von der „Front“.

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                • Hallo Andreas,

                  Ich kann mir auch gut vorstellen, wenn man es trotz Verständigungsproblemen schafft, Momente gemeinsamer Heiterkeit oder Andacht zu erzeugen, daß dies zwischenmenschlich für alle als verbindend wahrnehmbar ist. Kommunikation ohne Sprache, da es ein Alphabetisierungskurs ist.

                  Es würde interessieren, welches Gefühl Du hast, überhaupt Zugang zu bekommen. Abgesehehen vom Alphabet.
                  Wenn es konservative Moslems sind, wären da ja noch viel dickere Bretter zu bohren, als „Weihnachten näherbringen“. Gleichberechtigung der Frau, Akzeptanz anderer Religionen, Koran-Indoktrination der Kinder, Beschneidung etc. Wie lange würde das dauern?

                  Interessant finde ich auch, daß Europa, im Besonderen Deutschland als Battleground auserkoren wurde, um die Frage zu entscheiden, ob der Islam reformfähig ist oder doch in seiner mittelalterlichen politischen Diktion die westliche Welt erobern wird.
                  Ist dies jetzt die neue deutsche Aufgabe, Moslems auf den aufgeklärten, westlichen Weg zu führen?
                  (Aufgabe kommt offenbar von Aufgeben? Das ist mir beim Schreiben so aufgefallen, nur so btw.)

                  Sind diese konservative Moslems Menschen, die eine säkularisierte Gesellschaft akzeptieren?
                  Ich habe vor kurzem eine Reportage gesehen, die war schon älter, es ging um Migranten muslismischen Glaubens, deutsche Kinder in der Minderzahl an Schulen etc.
                  Da sagte ein Iman, daß Deutschland das islamistische Land von allen sei. Nur hier könne man seine Glauben ungehindert ausleben (sic!) und gleichzeitig immer mehr Forderungen erheben, den politischen Islam in die Gesellschaft zu tragen. Z.B. kein Schweinefleisch mehr in Schulkantinen, Gebetsräume im Theater, ja sogar generelle Schächtung, etc. All diesen moslemischen religiösen Animositäten wird hier hofiert und diese nutzen das aus. Ich sage nur Schuldkult etc. So lange wir in dieser Falle stecken, kann es keinen Ausweg geben.

                  Ich habe lange Zeit in einer Multi-Kulti Stadt gelebt und habe sehr viele ausländische Freunde, die sehen unser „Verständnis“ nur als Schwäche. Das sind viele Türken, aber auch Polen etc. Und wenn man da als Sozialpädagoge ankommt, und den üblichen, „Wir verstehen und mögen uns alle“ Sermon ablässt, wird man hinterm Rücken dafür ausgelacht. Die durchschauen das und verarschen Dich. Das ist die Realität, die ich erlebe.

                  LG, Dee Dee

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                  • „Aufgabe kommt offenbar von Aufgeben ..“

                    Come on, Dee. Du solltest eigentlich wissen, dass die Bedeutung von Wörtern durch Kontext zustande kommt und nicht alleine vom Wort selbst.
                    Man kann ein Paket oder einen Brief aufgeben, man kann aber auch seinen Widerstand geben etwas aufgeben. Das eine ist etwas auf den Weg bringen, das andere ne Sache der Nicht fortführung oder Kapitulation. Eine Aufgabe kann als Verpflichtung betrachtet werden, die diverse Handlungen erfordert. Eine Aufgabe kann eine Problemstellung sein, die man lösen möchte. Einer Aufgabe kann man beispielsweise „gerecht werden“, usw., usw., usw.

                    lg,

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                    • Come on Steven 😉
                      Ich frag mich, wieso Du Dich an diesem beiläufigem Satz in Klammern so aufhängst.
                      Habe viele wichtige Punkte angesprochen, und gerade Du hast ja damals mit dem „Hammer Gottes“ ein klares Statement abgegeben. Wie sieht es denn jetzt damit aus?

                      Und was ich echt nicht gut fand, als Du zu Bernd wegen seiner kritischen Kommentare dazu sagtest: (sinngemäß)
                      Wenn sich in der Zukunft herausstellen würde, daß er recht hatte, könnte er ja kommen und Dir das „unter die Nase reiben“ bzw vorwerfen. Ehem, wtf? Als ob es darum gehen würde, jemandem etwas vorzuwerfen. Es geht um Sachthemen, da haben persönliche Animositäten wenig mit zu tun. Check.

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                    • Hi Dee Dee
                      Ich hab mich nicht dran „aufgehängt“, sondern eine unlogische Verallgemeinerung aufgegriffen – mag sein, Korinthenkackerei, aber ich mag Verallgemeinerungen nicht.

                      Du hast ja damals mit dem „Hammer Gottes“ ein klares Statement abgegeben. Wie sieht es denn jetzt damit aus?

                      Hat sich nicht geändert, Probleme waren und sind nach wie vor zu erwarten.

                      PS.: Ich hab n Vorschlag – you come on and I come on, so we both get on straight ahead. 😉

                      lg,

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                    • „Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon.“

                      Zitat von Oscar Wilde

                      lg,

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                • Liebe Dee Dee

                  Mein großes Glück ist, dass ich einen Teilnehmer habe, der Englisch kann und mir oft dolmetscht. Das hilft ungemein.

                  Welchen Zugang, welches Gefühl ich habe?
                  Ich find es so erfüllend, einen Raum zu kreieren, in dem das Teile-und-herrsche-Spiel weniger Macht hat und in dem ich den Fortschritten quasi zuschauen kann. Ich sehe es als einen Dienst an den Menschen und auch an Deutschland. In meinem kltizekleinen Rahmen halt.

                  Deinen Abschluss-Absatz kann ich nur unterschreiben.

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            • Hi Andreas,
              Coole Sache das!

              lg,

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  • Ausgelöst durch die #MeToo-Debatte hat die schwedische Regierung ein neues Gesetz ausgearbeitet. Dabei geht es – kurz gesagt – um die ausdrückliche Zustimmung beider Partner zum Geschlechtsverkehr. Fast alle deutschen Medien berichteten darüber. Wie sie das taten findet der Postillon-Macher Stefan Sichermann jedoch alles andere als lustig und vor allem falsch. Seit über einem Tag versucht er nun die vermeintlichen Qualitätsmedien via Twitter auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.

    Von Alexander Becker

    Doch lange regten sich beispielsweise weder das ZDF noch die Augsburger Allgemeine, der mit ihrer Story “Schweden: Männer müssen Sex-Genehmigung bei Frauen einholen” ein echter Social-Media-Hit gelang.

    Im Gespräch mit MEEDIA erklärt der Postillon-Macher, wo der Teufel im Detail steckt und warum er sich so über die Darstellung vieler Medien ärgerte.

    +++

    Kein Witz: Seit einem Tag versuchen Sie, also der Postillon, einige Medien auf einen Fehler aufmerksam zu machen. Um was geht es?

    Stefan Sichermann: Es geht darum, dass in Schweden ein neues Gesetz eingeführt wird, das neu regelt, ab wann eine Vergewaltigung vorliegt. Vor allem wird da jetzt genauer differenziert zwischen verschiedenen Formen der Vergewaltigung. Und ein wichtiger Punkt: Eine Vergewaltigung liegt nicht mehr nur noch dann vor, wenn das Opfer vorher „nein“ gesagt hat. Das soll vor allem wohl verhindern, dass die Behörden bislang wenig machen können, wenn jemand eingeschüchtert wird und deshalb aus Angst zustimmt.

    Gibt es dazu eine Quelle?
    Die schwedische Quelle in Englisch dazu: „If a person has not agreed in words or by their clear actions that they are willing to engage in sexual activity, then forcing or coercing them into a sexual act will be illegal.“ Das bedeutet relativ simpel, dass beide Beteiligten, den Sex wollen müssen. Wie genau das signalisiert werden muss, steht da wiederum nicht. Es muss halt klar sein. Dem kann man eigentlich kaum widersprechen. Und dem widerspricht auch in Schweden so gut wie niemand. Alle Parteien stimmen dafür. Auch die rechte Partei der Schwedendemokraten, die alles andere als glühende Feministen sind. Daran kann man schon erkennen, dass das Gesetz nicht so dramatisch ist, wie in Deutschland dargestellt. Wenn es Kritik gibt, dann, dass das Gesetz nicht viel ändern dürfte, also alles fast gleich bleibt. Kritiker nennen das Symbolpolitik, Verteidiger des Gesetzes sagen, es könnte helfen, die Mentalität zu ändern.
    Welchen Hauptfehler haben die deutschen Medien jetzt gemacht?
    In deutschen Medien wird es allerdings so dargestellt, als müssten Männer (obwohl das Gesetz für alle gilt, nicht nur für Männer) jetzt immer vor dem Sex selbst ihre Ehefrau fragen, sonst wäre es automatisch eine Vergewaltigung. Oft heißt es sogar, man muss am besten schriftlich zustimmen. Und das wird geliket und geteilt, weil alle denken, dass die Schweden spinnen. Ich wurde überhaupt erst darauf aufmerksam, weil mich viele anschrieben und fragten, ob das eine Postillon-Nachricht ist.

    Lässt sich nachvollziehen, wie der Fehler entstanden ist?

    Die meisten völlig falschen Artikel in Deutschland kommen übrigens von einem Autor. André Anwar. Der ist wohl freier Schwedenkorrespondent und hat seinen inhaltlich völlig schwachsinnigen Artikel in der Braunschweiger Zeitung, in den Stuttgarter Nachrichten, in der Augsburger Allgemeinen und in der NOZ untergebracht. Daraus scheint auch eine dpa-Meldung entstanden zu sein. Focus Online schreibt wiederum von der Augsburger Allgemeinen ab und zitiert das und so geht es munter weiter. Am schlimmsten ist das dann bei der Welt, wo es heißt, Schweden ist jetzt mit Saudi-Arabien und dem Iran das unromantischste Land der Welt. Ulf Poschardt jammert ähnlich. Naja, und noch verrückter wird es dann, wenn auch noch ZDF „heute“ (bei Twitter) und BR24 den gleichen Mist ablassen. Bento hat auch berichtet und sogar einen Link auf thelocal.se gesetzt. Und trotzdem den gleichen falschen Quatsch nachgeplappert.

    Hören die betroffenen Medien Sie denn. Hat schon jemand reagiert?

    Nein. Poschardt hat ’nen schlechten Witz gemacht. Sonst reagiert niemand. Gehört wird das sicher. Aber ignoriert. Die wollen das halt durchstehen. Halt doch! MEEDIA hat sich gemeldet.
    Glauben Sie, die Ignoranz wäre ähnlich, wenn nicht eine Satireseite auf den Fehler aufmerksam machen würde?
    Ich glaube, das ist wurscht. Die hätten das auch bei anderen so ignoriert.

    Ganz grundsätzlich: Haben Sie das Gefühl, dass die vermeintlichen Qualitätsmedien mittlerweile mehr Fehler machen und mehr Quatschmeldungen übernehmen als früher?
    Puh. Schwer zu sagen. Ein Grund könnte aber sein: Der falsche Artikel in der Augsburger Allgemeinen hat bald 10.000 Likes und verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Da haben die sicher nix dagegen.

    +++

    Auf MEEDIA-Anfrage antwortete die Chefredaktion der Augsburger Allgemeinen, dass man die Kritik wahrgenommen habe, derzeit den Fall prüfe und gegebenenfalls transparent korrigieren werde.

    Die NOZ legte bereits an ihrem Artikel zu dem Thema Hand an. Darunter findet sich nun der Hinweis: „Eine vorherige Version dieses Artikels enthielt sachliche Fehler. Wir haben ihn an entscheidenden Stellen geändert.“

    Auch die dpa reagierte auf die Vorwürfe von Sichermann. Gegenüber MEEDIA erklärte ein Sprecher (Anmerkung: am Ende des Textes folgt noch einmal das ganze Statement), dass sich die dpa-Meldung nicht nur mit Schweden, sondern auch mit Dänemark und Norwegen befasst hat und nicht auf einem anderen Artikel beruht. Die dpa zu MEEDIA: „Klar ist aber: Es soll nicht mehr ausreichen, dass der eine Partner irgendwie (passiv) davon ausgeht, dass der andere Partner schon auch will, wenn er/sie einfach nur nicht Nein sagt. Er muss sich vergewissern. Und das hat dpa auch geschrieben. dpa wird das Thema sachgerecht und differenziert auch in den kommenden Tagen noch einmal aufgreifen.“

    Die Reaktionen auf die Korrektur-Versuche von Sichermann könnten empörter kaum sein. So kommentiert beispielsweise Thomas Knüwer in Richtung der Redaktionen: “Hey, Klassikmedien! Eine Satireseite korrigiert euch! Eine SATIRESEITE! Muss man noch mehr über euren Zustand wissen?”. Zuvor twitterte Mario Sixtus bereits: “Seit zwei Tagen müht sich die Satire-Seite Postillon, auf eine sich selbst replizierende Falschmeldung in deutschen Qualitätsmedien hinzuweisen.”

    Update: Hier noch einmal das vollständige Statement der dpa in der Sache:
    „Die dpa-Meldung, die sich im übrigen nicht nur mit Schweden, sondern auch mit Dänemark und Norwegen befasst, ist natürlich nicht aus einem anderen Artikel entstanden. Die Passage zu Schweden lautet: ‚Schweden will per Gesetz festlegen, dass man künftig aktiv um Erlaubnis für Geschlechtsverkehr bitten muss. Sonst droht eine Verurteilung wegen Vergewaltigung, auch ohne erkennbare Auseinandersetzung oder Gewalt. Das neue «Einverständnis-Gesetz» soll im Juli in Kraft treten.‘
    Schwedens Regierungschef Stefan Löfven hatte wörtlich gesagt: ‚Im Grunde ist die Botschaft einfach: Man erkundigt sich (oder „bringt in Erfahrung“), ob der, mit dem man Sex haben will, auch Sex haben will. Ist das unsicher, lass es sein.‘
    Löfven spricht also klar von einem aktiven Handeln. Wie das in der Praxis ernsthaft umgesetzt werden soll, wie genau die einzuholende Zustimmung aussehen soll, diskutieren die Juristen derzeit noch. Das könnte dann ein ausdrückliches ‚Ja, ich will‘ ebenso sein wie eine unmissverständliche Geste o.ä.
    Klar ist aber: Es soll nicht mehr ausreichen, dass der eine Partner irgendwie (passiv) davon ausgeht, dass der andere Partner schon auch will, wenn er/sie einfach nur nicht Nein sagt. Er muss sich vergewissern. Und das hat dpa auch geschrieben. dpa wird das Thema sachgerecht und differenziert auch in den kommenden Tagen noch einmal aufgreifen.“

    Quelle: http://meedia.de/2017/12/20/schweden-sex-der-postillon-und-die-qualitaetsmedien-der-fast-aussichtslose-kampf-der-satire-seite-um-eine-richtige-berichterstattung/

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  • Da Wahheit und nix wie da Wahheit! ^^

    Warum die Erde eindeutig eine Scheibe ist!

    Die Erde ist eine Kugel. Dachte man jedenfalls bisher. Doch „Flacherde-Anhänger“ sind davon überzeugt: Unser Planet ist in Wirklichkeit eine Scheibe. Aufgrund zahlreicher Nachfragen, was denn nun stimmt, haben wir das mal näher untersucht. Dabei sind wir mehr und mehr zu glühenden Verfechtern der Scheiben-Theorie geworden. Denn wir haben herausgefunden: Es gibt tatsächlich zahlreiche unwiderlegbare Beweise für die Scheibenform der Erde! Dazu gehören fehlende Filzstiftspuren am gesamten Äquator, seltsame Stimmen aus dem Navi im Auto und auch mysteriöse Umwege von Flugzeugen! Aber der Reihe nach …

    Das Bild zeigt ganz klar: Bei Tag ist es überall auf der Erde hell, nirgends ist es dunkel. Bild: NASA

    Hier gleich ein erstes schlagendes Argument, das gegen die Kugelform der Erde spricht: Wenn die Erde wirklich eine Kugel wäre, müsste es ja Regionen geben, in denen es Tag ist, während es andernorts noch dunkel wäre. Schließlich kann eine Lichtquelle wie die Sonne nicht die gesamte Kugel gleichzeitig anleuchten. Das kann man mit einer Taschenlampe und einem kleinen Ball selbst leicht überprüfen: Während eine Hälfte des Balls hell angestrahlt wird, liegt die andere im Dunkeln. Jetzt stelle man sich vor, wie sich diese angebliche Erdkugel um ihre eigene Achse dreht: Dadurch müsste die Grenze zwischen der hellen Tag-Seite und der dunklen Nacht-Seite allmählich über den Erdball hinweg wandern. Der Tag würde dann zuerst in Asien, danach in Europa und später auch in Amerika beginnen, weil die Sonne dort zu unterschiedlichen Zeiten aufginge. Man müsste wahrscheinlich sogar verschiedene Zeitzonen einrichten, damit es beispielsweise in den USA nicht wie bei uns in Europa 12 Uhr mittags ist, obwohl es da drüben gerade erst hell wird!

    Aber so ist das alles ja bekanntlich nicht. Vielmehr taucht die Sonne, sobald sie über den Rand der Erdscheibe geklettert ist, unsere gesamte Welt in helles Licht. Überall – ob in Peking, Köln oder Los Angeles – fängt der Tag in derselben Sekunde an, überall ist gleichzeitig Mittag. Und abends geht die Sonne überall im selben Augenblick unter. Schließlich wird ja auch überall auf der Welt im selben Moment Neujahr gefeiert und das Feuerwerk gestartet und nicht erst in Australien und viele Stunden später bei uns – eben weil der erste Tag im neuen Jahr wie alle Tage weltweit gleichzeitig beginnt.

    Auch das kann man leicht selbst ausprobieren, wenn man den Ball gegen eine flache Untertasse oder einen kleinen Teller austauscht: Erst die Taschenlampen-Sonne aus einigem Abstand unter den Teller halten, dann langsam höher nehmen – und bingo: Sobald die Taschenlampe über dem Rand auftaucht, ist es überall auf der Oberseite hell.

    Was hinter dem Horizont ist

    Wer schon mal auf einem Schiff – beispielsweise bei einer Kreuzfahrt – draußen auf hoher See war, der weiß: Weit vom Land entfernt sieht man rundherum nur Wasser! Wenn sich das Schiff dann einem Hafen nähert, taucht am Horizont die Küste auf, die man vorher nicht gesehen hat. Die hinterlistigen Flacherde-Gegner behaupten, das würde die Kugelform der Erde beweisen: Weil man nämlich mit jedem Kilometer, den man in Richtung Horizont unterwegs ist, Dinge sieht, die vorher hinter der Horizontlinie waren und die man wegen der Krümmung der Erdoberfläche erst nicht sehen konnte.

    Die vier Reisen von Kolumbus nach Amerika. Die Karte beweist: Eigentlich hätte Kolumbus nicht lange suchen müssen, denn Amerika ist auf unserer flachen Erdscheibe von Europa aus gut zu sehen. Wahrscheinlich war er kurzsichtig. Bild: Wikipedia

    Krümmung der Erdoberfläche? Pah! Fast wären wir auf dieses Argument hereingefallen! Aber es stimmt natürlich nicht! Auf unserer flachen Scheiben-Erde sieht man bekanntlich immer einfach alles: die ganze Erde bis zum Rand der Scheibe! Außer bei Nebel oder wenn Berge die Sicht versperren oder wenn man die Augen zumacht. Warum man dann auf hoher See weit vom Land entfernt keine Küste sieht, wo doch die Wasseroberfläche ganz flach ist und nichts den Blick behindert? Man muss eben bloß genauer hinschauen! Eigentlich hätte Kolumbus – wäre er nicht so verdammt kurzsichtig gewesen – gar nicht übers Meer segeln und da lange rumsuchen müssen, wo dieses Amerika liegt: Wäre er mal rechtzeitig zum Augenoptiker gegangen oder hätte er sich ein Fernrohr gekauft und ein bisschen besser hingeguckt – tja, dann hätte er Amerika schon von Madrid aus gesehen, bevor er überhaupt losfuhr! Oder war das Mailand? Na egal, Hauptsache Italien.

    Fehlende Navigationssatelliten
    So sollen Navigationssatelliten die Erdkugel umkreisen. Bild: ESA

    Anhänger der Kugel-Theorie behaupten, dass es so etwas wie Satelliten gibt! Ja, unfassbar – aber es kommt noch schlimmer: Diese (räusper) „Satelliten“ würden um die (nochmal räusper) „Erdkugel“ kreisen. 20 bis 30 solcher Satelliten senden angeblich permanent Signale zur Erde, die von sogenannten „Navis“ im Auto empfangen werden. Nur mal zwischendurch der Hinweis: Bei einer Scheibenerde sind viel weniger Satelliten nötig, was einmal mehr die enormen Vorteile gegenüber der angeblichen Kugelform zeigt. Jedenfalls: Aus der Zeit, die diese Satellitensignale bis zur Erde unterwegs sind, ließe sich dann – immer der Kugel-Theorie zufolge – die genaue Position des Autos ermitteln. So wüssten wir, wo wir uns gerade befinden und welchen Weg wir bis zum Ziel nehmen müssten.

    Ein Navigationsgerät im Auto. Bild: DLR

    Das ist natürlich Quatsch, da die Erde eben keine Kugel, sondern eine Scheibe ist! Es gibt weder Satelliten noch Navis! Alles Erfindungen der Kugel-Theoretiker! Ihr fragt euch jetzt vielleicht: Wie kommt es dann, dass uns die Stimme aus dem Navi den Weg weist und uns oft ja auch korrekt zum Zielort führt? Nun, wahrscheinlich befinden sich ortskundige Personen, die vorher mit Laserkanonen oder anderen fiesen Methoden geschrumpft wurden, in den Navis – und sie rufen uns verzweifelt „jetzt bitte rechts abbiegen“ oder „der Hauptstraße folgen“ zu, weil sie bestraft werden, wenn der Schwindel auffliegt. Vielleicht sind sie auch selbst Kugel-Theoretiker, die sich aus Verblendung freiwillig haben schrumpfen lassen! Den Einwand, dass man auf dem Display des Navis Karten sieht, die sich unterwegs – je nachdem wo man sich gerade befindet – immer wieder aktualisieren, lassen wir nicht gelten: Wahrscheinlich malen die kleinen Navi-Insassen dies von innen auf den Bildschirm, der in Wirklichkeit eine simple Glasscheibe ist (oder eine von diesen Zaubertafeln, die es früher mal für Kinder gab, wo so bunte Linien auftauchten, wenn man mit einem Plastikstab drüber strich).

    Winkel: der mathematische Beweis

    Die linke Skizze zeigt eine ebene Fläche: Hier ergeben die Innenwinkel eines Dreiecks zusammen immer 180 Grad. Rechts ein Dreieck auf einer Kugel, wo die Winkelsumme durch die Kugelform größer ist.

    In einem Dreieck ergeben die drei Winkel, an denen sich die Seiten berühren, zusammen immer 180 Grad. Das ist die sogenannte Winkelsumme. Auf einem Blatt Papier kann man das mit einem einfachen Geodreieck leicht nachmessen. Das gilt aber nur für ebene Flächen. Auf einer Kugel ist diese Winkelsumme größer, weil die Linien und Winkel verzerrt sind. Bis hierhin sind sich Flacherde- und Kugeltheoretiker ausnahmsweise mal einig. Das heißt aber auch: Wäre die Erde wirklich eine Kugel, dann müsste ein Dreieck mit drei sehr langen Seiten (auf kurzen Strecken macht das keinen Unterschied) wie etwa dem Äquator, dem Nullmeridian und dem 90. Längengrad eine Winkelsumme von 270 Grad haben. So weit so gut. Die Kugel-Theoretiker könnten daher leicht beweisen, dass sie recht haben: Sie müssten lediglich mit einem etwas dickeren Filzstift diese Linien auf die Erdoberfläche auftragen und dann die Winkel nachmessen.

    Das tut aber niemand! Nirgendwo entlang des Äquators – wir sind die gesamte Strecke mehrfach abgegangen und haben es vor Ort überprüft – findet sich irgendeine Filzstift-Linie! Auch auf der Meeresoberfläche nicht – und dass man dort keine Linie aufs Wasser malen kann, ist eine faule Ausrede, da es bekanntlich wasserfeste Stifte gibt! Also: Warum treten die Kugel-Verschwörer nicht diesen simplen Beweis an? Die Antwort ist offensichtlich: Weil es eben nicht so ist, wie sie behaupten!

    Piloten fliegen absichtlich Umwege!

    Hier ein weiterer Beweis, bei dem es um den kürzesten Weg zwischen zwei Orten wie beispielsweise Frankfurt und New York geht. Nimmt man eine flache Landkarte zur Hand und zeichnet eine schnurgerade Linie – das ist ja die kürzeste Distanz zwischen zwei Punkten – ein, so zeigt sich: Sie führt geradewegs über den mittleren Atlantik. Das Erstaunliche ist aber: In Wirklichkeit nehmen Flugzeuge zwischen beiden Orten eine ganz andere Route, nämlich weit über den nördlichen Atlantik hinweg (manchmal fast schon so weit im Norden, dass man die Spitze von Grönland sehen kann, wenn man einen Fensterplatz erwischt hat und nicht auf so einem doofen Mittelplatz mit den Sitznachbarn um die Armlehne kämpfen muss). Begründet wird das natürlich wieder mal damit, dass die Erde eine Kugel sei.

    Die Fluglinie von Frankfurt nach New York. Links die kürzeste Flugroute auf einer zweidimensionalen Erde, rechts auf einer dreidimensionalen Erdkugel. Die Frage lautet: Warum nehmen nahezu alle Piloten die rechts gezeigte „krumme“ Bahn, obwohl unsere Erde flach ist und die direkte Strecke (links) viel kürzer wäre?

    Tja, auch auf diesen gemeinen Trick könnte man fast hereinfallen: Denn bei einer Kugelform – wie es auf einem Globus gut zu erkennen ist – wäre der kürzeste Weg tatsächlich die nördliche Route. Du kannst das leicht überprüfen, indem du einen Faden zwischen beiden Orten spannst und die verschiedenen Flugrouten vergleichst (dabei genügt der Faden auf dem Globus, du musst ihn nicht über den echten Atlantik spannen, was natürlich noch aussagekräftiger wäre, aber auch die Gefahr beinhalten würde, dass du den Faden verlierst, wie es uns fast bei diesem Satz, der einfach nicht enden will, obwohl er nur in Klammern steht, passiert wäre, wenn wir jetzt nicht doch noch die Kurve gekriegt hätten).

    Da die Erde aber keine Kugel ist – warum fliegen die Piloten dann diese enormen Umwege? Das kostet immerhin sehr viel Sprit und damit Geld. Warum also nehmen sie nicht den kürzeren Weg, der auf unserer geliebten Flacherde natürlich die direkte Linie ist? Wir vermuten, dass sämtliche Piloten der Welt gemeinsame Sache machen und durch ihre absurden Umwege den Glauben an die Erdkugel aufrechterhalten wollen – vielleicht weil sie per Funkverbindung mit Gedankenstrahlen manipuliert werden und sich dagegen selbst mit Aluhüten nicht schützen können, vielleicht weil sie einfach gerne länger fliegen! Und auch sämtliche Globus-Herstellerfirmen stecken bestimmt mit den Piloten unter einer Decke! Vielleicht sogar auch die Schaffner der Transsibirischen Eisenbahn und diverse Skilift-Besitzer – aber das ist eine andere Geschichte …

    Jahreszeiten und Alien-Bratkartoffeln

    Erklärung der Jahreszeiten nach dem Erdkugel-Modell. Der rote Punkt symbolisiert einen Ort in Europa.

    Angeblich kommen die Jahreszeiten dadurch zustande, dass die Erde die Sonne umkreist. Und da die Achse der Erdkugel leicht schräg geneigt ist und immer stur in derselben Richtung zeigt, egal wo sich die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne befindet, zeigt mal die nördliche und mal die südliche Halbkugel unseres Planeten zur Sonne, sodass in diesen Regionen dann mehr Wärme ankommt. Das alles sagen die Kugel-Wissenschaftler.

    Wie kompliziert ist das denn bitte? Das versteht ja niemand. Viel einfacher ist die Erklärung bei einer Scheiben-Erde: Die Sonne (in Wirklichkeit viel näher an der Erde als immer behauptet wird) kreist wie ein Heizstrahler dicht über der Scheibe und erwärmt so mal diese, mal jene Region. Wo sie gerade über der Scheibe schwebt, ist es wärmer und daher Sommer. Und weil die Sonne dabei nicht nur Wärme, sondern auch Licht auf die Erdscheibe abstrahlt, ist es dann im Sommer auch immer gleichzeitig Tag und im Winter immer Nacht. Oder anders gesagt: Tage gibt es nur im Sommer, Nächte nur im Winter. Daher sind alle Tage immer und überall Sommertage – auch im angeblichen Winter, den es tagsüber ja gar nicht geben kann (weshalb es übrigens auch nicht mehr so richtig tief verschneite Winter gibt wie früher, was ganz nebenbei auch den Klimawandel erklärt). Apropos „nebenbei“:

    Wir bitten den Leser an dieser Stelle herzlich darum, den Widerspruch dieses Erklärungsmodells einer über der Erdscheibe kreisenden Sonne mit der weiter oben erwähnten Vorstellung einer Sonne, die bei Tag die ganze Erdscheibe erleuchtet und nachts unter dem Scheibenrand verschwindet, zu ignorieren. Wir arbeiten daran, diese Details irgendwie noch so hinzubiegen, dass es halbwegs passt.

    Satellitenbild der Sonne. Links sieht man verdächtige Abgase, die durchaus von einem außerirdischen Bratpfannen-Antrieb stammen könnten. Bild: NASA

    Jedenfalls: Damit die Sonne andauernd im Kreis über die Erdscheibe flitzt und es mal hier und mal da Tag werden lässt, braucht sie natürlich irgendeinen Antrieb (da hat es die Erdkugel-Theorie in der Tat viel einfacher, indem sie die Sonne und alle Planeten einfach im Weltraum herumschweben und sich gegenseitig anziehen lässt). Aber es gibt schließlich hitzefeste Materialien, wie man sie von Bratpfannen kennt, die ja auch nicht auf der heißen Herdplatte zerschmelzen.

    Warum sollte die Sonne also keine Triebwerke aus solchen temperaturbeständigen Werkstoffen besitzen? Vielleicht wurden die Pfannen-Antriebe von irgendwelchen Außerirdischen an die Sonnenoberfläche drangeschraubt (logischerweise mit hitzefesten Schrauben) und die Aliens bereiten sich da leckere Bratkartoffeln zu! Vorher Zwiebelringe in reichlich Butter anrösten, die Kartoffeln in alienfingerdicke Scheiben schneiden und leicht salzen – einfach lecker! Oder die Außerirdischen brutzeln sich da Spiegeleier, die übrigens besonders gut gelingen, wenn man in der letzten Minute nochmal den Deckel auf die Pfanne tut und anschließend etwas Petersilie drüberstreut! In diesem Zusammenhang sei das alte Wortspiel erlaubt: Wenn Sie mit Nachnamen „Silie“ heißen, nennen Sie Ihren Sohn bitte nicht Peter. Okay, das führt jetzt etwas von der Scheibenerde ab – auch wenn die Spiegeleier und der Witz genau so flach sind. Und die Alien-Bratpfannen-Theorie (kurz ABT) ist zugegebenermaßen etwas spekulativ und noch nicht abschließend bestätigt – aber andererseits auch nicht ganz ausgeschlossen!

    Schluss mit dem alten Merksatz!
    Die Planeten unseres Sonnensystems – so wie Wissenschaftler es uns „verkaufen“ wollen. Bild: NASA

    Dass andere Pfannen … äh, Entschuldigung, … Planeten wie die Venus und der Mars dann ebenfalls ihre eigene Sonne brauchen, weil unsere dicht über der Erdscheibe herumflitzt und logischerweise nicht überall gleichzeitig sein kann, versteht sich von selbst. Das Sonnensystem hat demzufolge nicht nur acht Planeten, sondern auch acht Sonnen. Daher weisen wir abschließend darauf hin, dass auch der Merksatz zur Reihenfolge der Planeten dringend geändert werden muss! Er lautet bisher: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“, wobei die Anfangsbuchstaben wie M, V, E usw. für Merkur, Venus, Erde stehen – in der Reihenfolge der Planeten von innen nach außen. Abgesehen davon, dass kein Vater jeden Sonntag den Nachthimmel erklärt und kein Kind das auf Dauer ertragen könnte, ohne seelischen Schaden zu nehmen: Die Reihenfolge ist einfach Unsinn, da es ja wie eben bewiesen nicht nur eine einzige Sonne gibt! Bei vielen Sonnen ist die Reihenfolge aber ganz egal – und der Merksatz könnte dann beliebig umgestellt werden und beispielsweise lauten: „Ja nun! Manche Menschen erzählen völlig stupiden Unsinn.“

    Übrigens: Wir werden diese Serie fortsetzen! Lesen Sie demnächst: „Betrug: Auch Christbaum-Kugeln und Ostereier in Wahrheit nur Scheiben!“ und „Spieler gesteht: Wir mussten Kugelform der Fußballscheiben vortäuschen!“.

    Quelle: http://www.dlr.de/next/desktopdefault.aspx/tabid-12657/22082_read-50426/

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  • Weihnachten ist eine Gelegenheit, dem Krieg im Inneren und im Außen, weniger Aufmerksamkeit und Energie zu geben.

    Indem wir wirklich anwesend sind, wenn wir mit Familie und Freunden zusammenkommen, verblasst die Macht emotionaler Aufreger und anderer Nichtigkeiten.

    Ich wünsche euch allen entspannte und angenehme Weihnachten!

    Get this feeling. Happy Christmas ❤

    Steven

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  • WOW! He is a real bad ass guitar Hero ..

    1971 trat Sänger und Gitarrist David Gilmour mit seiner Band Pink Floyd zum ersten Mal im römischen Amphitheater in Pompeji für den Konzertfilm „Pink Floyd: Live at Pompeii“ auf, damals ohne Publikum. 45 Jahre später kehrte Gilmour im Rahmen der einjährigen Release-Tournee für sein Hit-Album „Rattle that Lock“ nach Pompeji zurück – ein exklusives Event vor 2.600 Rock-Fans.

    In einem audiovisuellen Spektakel mit Lasershow, Feuerwerk und einer kreisförmigen Riesenleinwand hält Regisseur Gavin Elder in „David Gilmour Live At Pompeii“ Highlights aus zwei Konzerten fest. Der einstündige Film zeigt großartige Musik und die Performance einer Band mit Starbesetzung. Die Konzerte umfassen Titel aus David Gilmours gesamter Laufbahn sowie viele Pink-Floyd-Klassiker, darunter „One of these Days“ – der einzige Titel, den die Band auch schon 1971 in Pompeji spielte.

    Außerdem bekam das Publikum an beiden Abenden eine außergewöhnliche Darbietung von „The Great Gig in the Sky“ („The Dark Side of the Moon“) zu hören, einem Titel, den David Gilmour als Solokünstler nur sehr selten spielt.„David Gilmour Live At Pompeii“ zeigt einen Musiker auf dem Höhepunkt seiner Kunst.

    https://www.arte.tv/de/videos/078889-000-A/david-gilmour-live-at-pompeii/

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  • Hm mache mir schon seit längerer Zeit Gedanken über solche Veröffentlichungen wie diesen hier: „Der Deutsch-Algerier Abdel-Hakim Ourghi will den Islam mit westlichen Werten zusammenbringen und ihn neu reformieren“ in höchster Form Gedanken.

    Was möchte man hiermit eventuell bezwecken? Was ist ein konservativer Moslem?Und geht man demnächst auch an die sogenannten konservativen Christen? Ist ja nett zu lesen, überhaupt wenn so ein Artikel von einem Deutsch-Algerier verfasst wurde.

    Ich habe den hier eingestellten Artikel nur teilweise durchgelesen, da mir das Thema so langsam auf den Geist geht. Vielleicht denke ich auch irgendwie verkehrt, aber mir kommt hierzu in den Kopf, dass man so langsam aber zügig einen Einheitsbrei erschaffen mag. Man erschafft Probleme, präsentiert gleichzeitig Lösungen, um vom Wesentlichen abzulenken

    Hierzu der kopierte Text von DeeDee:
    Wenn es konservative Moslems sind, wären da ja noch viel dickere Bretter zu bohren, als „Weihnachten näherbringen“. Gleichberechtigung der Frau, Akzeptanz anderer Religionen, Koran-Indoktrination der Kinder, Beschneidung etc. Wie lange würde das dauern?

    Was ist denn die Gleichberechtigung der Frau??Kann eine Frau überhaupt gleichberechtigt sein? Und was ist mit den Männern?Bekommen dann die Frauen in naher Zukunft auch keine Kinder mehr, sondern werden diese dann nur noch künstlich, ganz nach Belieben in der Retorte fabriziert? Und somit wären dann auch die Geschlechtsmerkmale überflüssig………obwohl es geht ja eigentlich um Macht, Geld und Sex…….ergo Sexsklaven wären dann auch noch nützlich, lassen wir das vorerst lieber einmal…….darüber kann man ja zu einem späteren Zeitpunkt noch nachdenken.

    Wie wars denn, als man den Ungläubigen und Andersgläubigen das Christentum aufgezwungen hat? Lief das nicht auch irgendwie auf eine gleiche Art und Weise ab, ok damals war es mit körperlicher Gewalt und heute erscheint mir das noch grausamer, da es wohl eine psychologische Kriegsführung ist.

    Wenn es dann soweit ist, haben wir alle Uniformen an, schauen aus wie die Ameisen und sind am malochen für andere, diese Wiederrum heben sich wohl bemerkt, noch mehr aus der Masse heraus, als heutzutage……..schöne neue Welt, Georg Orwell lässt grüßen.

    Ich weiß nicht, ob ich nun zu den Verschwörungstheoretikern gehöre, aber ich mag hiermit auch an das Thema vom 10. Dez. von StevenBlack anknüpfen : Akzeptiere dich!

    Gehört es nicht auch zur Akzeptanz meiner Selbst, dass ich meinen eigenen Raum einnehme und auch hier Grenzen setze. Das haben die Menschen hier in Europa, vor allem die in Deutschland noch nie gelernt. Wurden und werden immer noch durch geschichtliche Untermauerung mit einem Schuldbewusstsein indoktriniert, so dass sie nicht bemerken was hinter der Bühne passiert.

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    • „Ich habe den hier eingestellten Artikel nur teilweise durchgelesen, da mir das Thema so langsam auf den Geist geht.“

      Ich habe gerade das Bild von viel Wut vor meinem inneren Auge, wie eine dicke Wolke oder eine Lawine bei der folgenden Argumentation – wow!

      „Akzeptiere dich!“

      Ja, liebe Heike, das stimmt schon, aber weißt Du auch, was genau in Dir Du akzeptierst bzw. akzeptieren möchtest? Was Dir so auf den Geist geht, dass Du den Artikel gar nicht richtig lesen kannst? Was jetzt nicht heißt, dass Du das können sollst, sondern nur: wer in Dir ist das? Bist Du gewillt, diesen Teil näher zu betrachten?

      „.. .. Wurden und werden immer noch durch geschichtliche Untermauerung mit einem Schuldbewusstsein indoktriniert, so dass sie nicht bemerken was hinter der Bühne passiert.“

      Und was ist mit dem hinter Deiner Bühne, auf der gerade Entrüstung über andere in Vergangenheit und Gegenwart gespielt wird?

      Liebe Grüße
      Veron

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    • Hallo Heike,

      Hm mache mir schon seit längerer Zeit Gedanken über solche Veröffentlichungen wie diesen hier: „Der Deutsch-Algerier Abdel-Hakim Ourghi will den Islam mit westlichen Werten zusammenbringen und ihn neu reformieren“ in höchster Form Gedanken.

      Was möchte man hiermit eventuell bezwecken? Was ist ein konservativer Moslem?Und geht man demnächst auch an die sogenannten konservativen Christen? Ist ja nett zu lesen, überhaupt wenn so ein Artikel von einem Deutsch-Algerier verfasst wurde.

      Diese Bewegung ist höchst notwendig, eine Reformation des Islams ist überfällig, damit er aus den gedanklichen Inhalten eines Mittelalters wieder herauskommt. Und das ist es, was bezweckt wird, aber das wird dauern, sicher. Aber wenn das nie angegangen wird, dann dauert das einfach an. Soll man einfach rumstehen und nihcs tun, weil es so lange dauern wird? Dann würde noch nie etwas passiert sein, nirgends. Weil gesellschaftliche Prozesse einfach andauern.

      Was ist denn die Gleichberechtigung der Frau??Kann eine Frau überhaupt gleichberechtigt sein? Und was ist mit den Männern?Bekommen dann die Frauen in naher Zukunft auch keine Kinder mehr, sondern werden diese dann nur noch künstlich, ganz nach Belieben in der Retorte fabriziert? Und somit wären dann auch die Geschlechtsmerkmale überflüssig………obwohl es geht ja eigentlich um Macht, Geld und Sex…….ergo Sexsklaven wären dann auch noch nützlich, lassen wir das vorerst lieber einmal…….darüber kann man ja zu einem späteren Zeitpunkt noch nachdenken.

      Warum beschäftigt dich das? betrifft es dich persönlich? Ich nehme einmal an, nein. Lass die Menschen ihre komischen, mentalen geschichten abarbeiten, sie sind halt dort, wo sie sind. Es wird nichts so heiss gegessen, wie etwas gekocht wird. Unsere ganze Gesellschaft ist in einem Umbruch, das beste was man da machen kann ist, bei sich selbst zu bleben und vor der eigenen Haustüre zu kehren.

      Gehört es nicht auch zur Akzeptanz meiner Selbst, dass ich meinen eigenen Raum einnehme und auch hier Grenzen setze.

      Ja, durchaus. Aber die Frage ist immer, wer oder was in mir, nimmt welchen Raum ein? Ist es Hass, Abwehr oder eine starke, souveräne Persönlichkeit? Und was ist was?

      lg,

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      • „Ja, durchaus. Aber die Frage ist immer, wer oder was in mir, nimmt welchen Raum ein? Ist es Hass, Abwehr oder eine starke, souveräne Persönlichkeit? Und was ist was?“

        Hej Steven,

        Mit diesen Begriffen kann man es sich auch immer so zurechtlegen, wie es einem passt.
        Die Aktion, Bernd hier rauszuschmeissen würdest Du sicherlich als Auftritt einer souveränen Persönlichkeit bezeichnen. Aber warum ist es nicht Abwehr?
        Du agierst als Souverän und sagst, dies ist mein Raum, ist ok für mich. Und das hier ist ein Blog.

        Gehen wir also raus ins Leben außerhalb des Netzes. Da sehe ich auch jede Menge starke, souveräne Persönlichkeiten, die ihren Raum einnehmen (und nicht aufgeben möchten). (Gemeinsame) Räume, die viel relevanter sind, weil Veränderungen dieser Räume unmittelbare Auswirkungen auf das Leben haben.
        Aber stehen diese Persönlichkeiten für Dich auf der „falschen“ politischen Seite, siehst Du es immer als Abwehr oder Hass.

        LG

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        • Nicht zu vergessen, dass Bernd unter dem Begriff „Stinkstiefel“ schreiben „durfte“ . So kann`s keine echte gemeinsame Räume geben.

          Eine gute Zeit zwischen den Jahren

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          • Hi Andreas,

            Nicht zu vergessen, dass Bernd unter dem Begriff „Stinkstiefel“ schreiben „durfte“. So kann`s keine echte gemeinsame Räume geben.

            Bernd hat den Namen selbst gewählt – er wurde nicht dazu gezwungen. IMHO fand ichs sehr passend. Bernd hat vorher bereits zweimal ne Warnung kassiert und konnte sich eigentlich lange spielen.
            Irgendwann isses genug und das Resultat ist nicht verhandelbar ..

            lg,

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        • Hi Dee Dee,

          Ja, durchaus. Aber die Frage ist immer, wer oder was in mir, nimmt welchen Raum ein? Ist es Hass, Abwehr oder eine starke, souveräne Persönlichkeit? Und was ist was?“

          Hej Steven,

          Mit diesen Begriffen kann man es sich auch immer so zurechtlegen, wie es einem passt.

          Nein, wenn man das Ernst nimmt, kann man das nicht. Ich spreche davon, seine eigenen Wahrnehmungen und Ansichten einer Beobachtung und Analyse zu unterziehen. Wenn man das regelmäßig macht, wird man feststellen, dass es sich oft um ein Mischmasch vieler Absichten und Intentionen in uns handelt. Dabei kann mman sehr viel über sich selbst lernen ..

          lg,

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          • Hej Steven,
            Du weichst imho aus. Ich bezog mich nicht auf die Selbstbetrachtung und -reflexion, da sind wir vollkommen d’accord, sondern auf das Urteilen über Motive bei Anderen. Ich habe da bis jetzt von Dir nichts gelesen, was den AfDlern auch etwas Gesundes in Bezug auf ihre Einstellung attestiert. Nur in der Art wie: Sind kleine Kinder, die sich einen starken Anführer wünschen, hängen in „alten“ Energien (die schlecht sind) fest, Abwehr, Hass, Nazitum etc…
            Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege.
            lg Dee Dee

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            • Hej Dee Dee

              Du weichst imho aus. Ich bezog mich nicht auf die Selbstbetrachtung und -reflexion, da sind wir vollkommen d’accord, sondern auf das Urteilen über Motive bei Anderen.

              Aber ich bezog mich auf Selbstreflexion und wer das ernsthaft macht, der wird entdecken dass die eigenen Motive sehr selten geradlinig sind, sondern ein wilder Mix und Mischmasch, der innere Wunden zum Ausdruck bringt.

              Ich habe da bis jetzt von Dir nichts gelesen, was den AfDlern auch etwas Gesundes in Bezug auf ihre Einstellung attestiert. Nur in der Art wie: Sind kleine Kinder, die sich einen starken Anführer wünschen, hängen in „alten“ Energien (die schlecht sind) fest, Abwehr, Hass, Nazitum etc…

              Ich habe immer wieder erwähnt, dass ich nachvollziehen kann, warum Leute die AFD wählen, weil sie sehr gut darin sind auf den Emotionen der Menschen zu spielen, wie auf einer Fidel. Die Einstellung oder Intention von Wählern der AFD kann durchaus „gesund“ sein. Aber an der AFD gibt es nichts gesundes und sie ist tatsächlich durchsetzt von rückwärtsgewandten, inkompeteten Leuten mit einem IQ von Volksschülern. Wer das nicht erkennen kann – okay. Für mich hat sich das Thema AFD erledigt, ich lass die wo sie sind. Aber erwarte nicht von mir, dass ich sie je gutheiße ..

              lg,

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  • Liebe Verona,

    danke dir für deine Betrachtungsweise.Natürlich habe ich beim Betrachten der Hintergründe eine Wut in mir, ist das denn nicht natürlich? Diese darf doch auch sein. Alleine mit Licht und Liebe und wegschauen ist es nicht getan.

    Ich akzeptiere die Wut in mir, wenn du das meinst, die Traurigkeit über das was im Außen passiert. Was mir hier auf den Geist geht, ist ,dass man immer wieder über die bösen Moslems
    berichten mag, dabei sind die Menschen, welche sich einem so extremen Glaube unterwerfen keine wahren Moslems, ist ja das Gleiche wie bei den sogenannten Katholiken oder Protestanten. Zudem heißt glauben nicht wissen…….und eines weiß ich, ich betrachte Menschen wie sie sich mir gegenüber zeigen. Entweder sie haben Masken auf oder aber, sie sprechen aus dem Herzen. Und ich kenne einige Menschen mit moslemischen Glaube, die mehr Herz haben, als zum Teil manche sogenannten Christen.

    Ist auch bei der Gleichberechtigung der Frau so………unsere Gesellschaft geht von einem Extrem ins andere. Zuerst wurde die Frau unterdrückt und wie schaut es denn im Moment mit den Männern aus, wie die sich wohl bei ner Frauenquotengesellschaft fühlen. Und klar bin ich ein Teil dieser Gesellschaft, aber ich alleine kann auf diese Gesellschaft nur zu einem kleinen Teil einwirken.

    Was hinter meiner Bühne abgeht willst du wissen bzw. hinter meiner Maske……….mag sein, dass ich hier in Resonanz mit manchen Themen bin, aber weil es mich bestürzt.
    Ich für meinen Teil, kann die Welt nicht retten. Ich kann aber versuchen in meiner Mitte zu bleiben und ab und an schüttelt es mich auch noch ganz gewaltig. Wenn du den Weg für dich gefunden hast, jeden Tag ganz in deiner Mitte zu ruhen, so sei dankbar hierfür, ich hab es noch nicht geschafft, dazu bin ich noch zu sehr Mensch.
    Menschen haben nun mal Themen, Emotionen………..und Gefühle. Wenn diese mal nicht mehr sein dürfen, dann sind wir Roboter oder aber im Nirvana.

    Und leider hänge ich noch in einem Job, bei dem es ohne Maske nicht immer geht. Bzw. es ginge schon, aber dann wäre ich ruck zuck arbeitslos, hätte jeden Tag Urlaub, so wie jetzt und würde wohl anderen auf der Tasche liegen.

    Wenn du jedoch für dich die ultimative Lösung gefunden hast, heißt das noch lange nicht, dass diese Lösung die richtige für mich ist. Wir sind ja irgendwie alle gleich und doch so unterschiedlich 😉 Für jede weitere Anregung bin ich jedoch sehr dankbar, da ich manche Kommentare hier sehr gut finde.

    LG
    Heike

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    • Liebe Heike!

      Nein, ich will nicht wissen, was hinter Deiner Bühne abgeht. Und ich vermute, Du weißt es gar nicht oder nicht so wirklich, das ist nicht etwas, wo man schnell mal hinter den Vorhang blickt, sagt „aha, so ist das“, und schon ist was anders .. ..

      Es steht auch nicht zur Debatte, ob Du Emotionen etc. haben darfst, Wut, Hintergründe.. .. Ja, das alles ist ganz natürlich, habe ich den Eindruck gemacht, dass ich das bezweifle?

      Also mal ganz langsam: Um sozusagen hinter seine Bühne schauen zu können, bedarf es eines langen inneren Prozesses. Der erste Schritt könnte sein, für sich mal zu akzeptieren, dass es da mit großer Wahrscheinlichkeit ein inneres Kind gibt, das durch ein Trauma entstanden ist, und ein Wächter, der die Wut, Trauer etc. auf Themen im außen lenkt. Es spielt dafür keine Rolle, wie berechtigt das alles ist, wie schlimm der Zustand der Welt, wie die Menschen etc. Ich sehe das durchaus auch .. .. Dennoch ist es ein Ablenkungsmanöver.

      Ultimative Lösung? Wieso glaubst Du das? So wie es mir geht, kann man wirklich nicht von Lösung sprechen. Aber ich habe einiges verstanden.

      Was den Islam betrifft .. .. ich gehe davon aus, dass mit steigendem Bewusstsein der Menschheit Religionen verschwinden werden. Die Menschen werden zurückblicken und verstehen, dass sie nötig waren, als die Menschen ein anderes Bewusstsein hatten. Und für viele ist es derzeit eben noch so, dass sie die Religion brauchen, egal ob Christentum, Islam, Hinduismus oder was auch immer. Ich gehe auch davon aus, dass viele Moslems gar nicht glücklich sind mit den vielen Vorschriften, von denen sie bislang nicht wussten, dass die gar nicht sein müssen, weil ihnen das so eingeredet wurde. Es ist super, dass sich jemand der Sache annimmt, und es ist mir so was von egal, ob das ein Deutsch-Algerier oder sonst wer ist .. ..

      Liebe Grüße
      Veron

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  • Danke dir Veron für deine Sicht der Dinge 😉

    Wahrscheinlich dauert der innere Prozess je nach Themen und Prägungen und vor allem, je nach Verständnis bzw. Gefühle oder Innenschau (schwer in Worte auszudrücken, zumindest für mich) des jeweiligen Menschen ein Leben lang an. Bei dem einen geht es etwas schneller und beim anderen etwas länger. Manchmal löst sich das eine Thema auf und das nächste klopft an. Aber spielt denn Zeit wirklich eine Rolle 😉

    Wären wir zufrieden mit uns selbst und somit auch mit dem Außen, würden wir das ja gar nicht bemerken.

    Ich für meinen Teil bin dankbar für solche Anstupser, wie ich sie nenne, wenn sie auch herausfordernd sein können, zumindest für mich fühlt es sich so an.

    Wünsche allen hier einen guten Start ins Neue Jahr, s´ist ja bald soweit 😉

    Liebe Grüße, Heike

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  • Silke Schäfer, die 2017 viel von fließenden Energien und wunderbaren Möglichkeiten sprach (und vielleicht haben ja einige was davon bemerkt), schreibt auf https://silkeschaefer.com/veranstaltung/astrologischer-blick-ins-2018-zuerich für 2018 unter anderem:

    „sind .. .. vermehrt Geduld und Beharrlichkeit gefragt.“

    und auch:

    „2018, 2019 und 2020 werden ganz wichtige Vorbereitungsjahre für die nächsten 25 Jahre (bzw. ca. 2000 Jahre)“

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    • Hi Veron,
      Silke Schäfer ist am 17.1. in Graz, ich werde hingehen. Ich finde die Frau interessant .. 🙂

      lg,

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      • Das wird dann sicher auch interessant, was Du, lieber Steven, darüber berichtest .. .. 🙂
        Ich finde sie auch interessant, aber manchmal halte ich sie nicht aus, dann muss ich ein Video schnell wieder abschalten.

        Liebe Grüße
        Veron

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        • Frau Schäfer ist schon eine interessante Frau, aber weshalb sollte ich mir solche Dinge, die nicht im hier und jetzt passieren anhören? Vorschau auf das Kommende, brauch ich das?? Eigentlich sollten wir doch in die eigene Kraft kommen und uns nichts mehr vorkauen lassen.

          Mit Esoterik und Voraussagen kann man die Menschen sehr gut steuern.

          Aber geht es nicht vielmehr um die eigenen Themen und das eigene Fühlen? Jede Lebensgeschichte schaut etwas anders aus.

          LG
          Heike

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    • Es soll sich in den nächsten Jahren einiges entwickeln .. .. mehr „Herz“, mehr Bewusstsein, sogar Telepathie .. ..

      Erst mal scheint es noch schlimmer werden zu müssen. Im letzten Jahr war es für mich auffällig, dass Leute, deren Beruf es ist, schriftliche Fragen zu beantworten, völlig unpassende Antworten gaben. Wir fragten z.B. nach einem schnurgebundenen Festnetztelefon „an welches man per Kabel ein Headset anschließen kann“ und bekamen ein Mobil-Teil empfohlen .. ..

      Zuletzt ging es mir auch mit der Patientenanwaltschaft so. Die Frage „Darf ich eine Verödung von Hämorrhoiden (oder ähnliches) verlangen, ohne vorher eine Darmspiegelung machen zu lassen, wie vom Arzt gefordert?“ ist doch eigentlich ganz simpel. (Es gibt da seit einigen Jahren eine Richtlinie, wonach der Proktologe sich erst überzeugen muss, dass man nicht irgendwo im Verlauf des Darms Krebs hat, bevor er was am Ende des Darms „repariert“, 2010 war das überhaupt noch kein Thema.) Ja, darf man, nein, darf man nicht, jein, darf man unter gewissen Umständen. Oder vielleicht gar ganz ehrlich: das Thema stellte sich noch nie, wir wissen es nicht.

      Nein, da kommt erst mal Blabla von Regeln der medizinischen Wissenschaft, und der Arzt hat sich doch sicher nur überzeugen wollen, ob der Eingriff nötig ist und ich solle zu einem anderen gehen. Im zweiten Anlauf: ich kann den Arzt zu keiner Behandlung zwingen, aber wenn ich glaube, falsch behandelt zu werden, kann ich mit dem Beschwerdeformular .. .. und allen Unterlagen .. .. aber gerade war doch klar, dass ich nicht behandelt wurde, jedenfalls sah es so aus, und es gibt daher auch keine Unterlagen .. .. ich gebe es auf!

      Mehr Bewusstsein .. .. ?! Wie wäre es für den Anfang damit, dass Leute merken, wenn sie nur abwimmeln .. ..
      Mehr „Herz“ .. .. ?! .. .. und dann mit dem Abwimmeln aufhören

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  • Hi Veron,

    ich denke Menschen mit Herz gibt und gab es schon immer. Genauso Menschen die telepathische
    Fähigkeiten hatten und haben…….das heißt, dass sie mit ihrem Gefühl verbunden sind.
    Herz, Verstand und Bauchgefühl sind im Einklang.

    Was ist schlimm, also hier in Bezug auf deine von dir sogenannten schlimme Zeiten. Eigentlich leben wir doch sehr gut, hier in Deutschland, wenn es auch Missstände gibt, aber gab es die nicht schon immer.

    Wenn ich an meine Omi denke, sie hatte 2 große Kriege mitgemacht. Einmal als Kind und dann als Witwe mit 2 kleinen Kindern, das stelle ich mir schlimm vor. Und was hat sie getan, sie hat gelebt und das Leben so genommen, wie es kam und auf ihre Art und Weise das Beste draus gemacht.

    Bzgl. der Behandlung beim Arzt geht es doch nicht nur um Leitlinien, sondern nach der Beurteilung des Arztes, der den Patienten darüber in Kenntnis setzt, welche Möglichkeiten es gibt und dann letztendlich der Patient entscheidet, was bei ihm getan wird. Hier setze ich natürlich ein Vertrauensverhältnis voraus. Jedem steht es auch frei, eine Zweit- und Drittmeinung einzuholen.

    Der Patient muss für jeden Eingriff unterschreiben, also hat auch er die Verantwortung und entscheide somit, was getan wird oder nicht.

    Ich für meinen Teil, informiere mich immer erst selbst. Heute in Zeiten des Internets ist das ja ganz einfach. Danach gehe ich zum Spezialisten und dieser darf mir dann nochmals alles erklären. Je nach dem, was der mir erzählt, sage ich dem was mir gefällt und was nicht. Was ich selbst darüber in Erfahrung gebracht habe und sehe dann, ob er darauf eingeht und was er wiederum zu sagen hat und entscheide dann für mich, was gemacht wird.

    Lieber Gruß
    Heike

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    • Ja, liebe Heike, es ist schlimm, was andere durchmachen bzw. durchgemacht haben. Aber Vergleichen ist keine gute Sache, wenn es darauf hinaus läuft, eigene Anteile nicht wahrnehmen zu wollen, ihnen nicht erlauben wollen zu sein .. .. Die Oma bewundern, was sie geschafft hat, ist eine andere Sache, und das ist natürlich o.k.

      Vielleicht hast Du aber recht, dass es gar nicht schlimmer wird und es mir nur so vorkommt. Da wir angeblich in einer so besonderen Zeit leben, habe ich blöderweise gewisse Erwartungen .. .. vielleicht dauert es aber 2000 Jahre dafür. Und ich muss mich auch selbst „bei der Nase nehmen“, weil mein Bewusstsein auch noch nachhinkt.

      „ .. Arztes, der den Patienten darüber in Kenntnis setzt, welche Möglichkeiten es gibt und dann letztendlich der Patient entscheidet, was bei ihm getan wird. “

      Tatsächlich ? Hierzulande gehen die Uhren offenbar anders, zumindest in der Spitals-Ambulanz .. ..

      „Ich für meinen Teil, informiere mich immer erst selbst. Heute in Zeiten des Internets ist das ja ganz einfach.“

      Ich auch .. .. hilft dann aber nichts, wenn es nicht so ist wie im Internet. Und ich stellte die Frage aufgrund eigener gemachter Erfahrung: „ja, könnte ich schon, aber es wäre ein ärztlicher Kunstfehler das zu tun, ohne vorher den gesamten Darm zu untersuchen, Sie könnten ja Darmkrebs haben, der das verursacht.“ Ich habe so eine Darmspiegelung mal gemacht, da war ich dreißig, ich habe mir geschworen, das nie wieder zu machen, und inzwischen geht es mir so, dass ich weiß, dass ich das Abführmittel und Hungern auch gar nicht mehr schaffe. Außerdem ging der Schlauch damals an einer Stelle nicht durch, das hatte ich dem Arzt dann gesagt. Prompt wurde daraus „dann machen wir das in Vollnarkose und entfernen auch gleich alle Hämorrhoiden. Gehen Sie zur Aufnahme und machen einen Termin aus“.
      Selbst entscheiden sieht anders aus. Immerhin durfte ich mich wieder anziehen, das Spital verlassen und sehen, wie ich ohne Behandlung zurechtkomme.

      Entschuldige bitte, das wolltest Du vermutlich nicht alles wissen .. ..
      Liebe Grüße
      Veron

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  • Ich bewundere meine Oma in keinem Falle und hätte auch nicht mit ihr tauschen wollen.
    Ich wollte hiermit nur ausdrücken, dass jeder auf seine Art und Weise mit dem Leben umgeht.

    Manchmal sehen wir Dinge sehr schwer, die sich dann in Wirklichkeit ganz anders auswirken. Andere Dinge hingegen erachten wir zuerst als leicht und dann kommt es knüppel dick.

    Was du damit meinst, dass man eigene Anteile nicht wahrhaben mag, versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht.

    Ob wir in besonderen Zeiten leben, weis ich auch nicht. Für mich sind sie manchmal besonders und manchmal erschwerlich und manchmal läuft es eben halt so und dann wieder annersch. Für manche technische Errungenschaften bin ich dankbar und das was mir nicht dienlich ist, von dem lasse ich die Finger.

    Ob Bewusstsein nachhinken kann? Hmmm weiß nicht was du damit sagen willst……Bewusstsein ist für mich ein Wort, wo jeder wohl etwas anderes darunter versteht.

    Ich bin mir meiner bewusst ja und weiß auch was ich möchte. Mehr kann ich hierzu nicht schreiben.
    Und wenn es mal nicht so läuft wie ich es gerne hätte, dann versuche ich dagegenzusteuern. Mal klappt es und mal nicht. Lösungsorientiert nenne ich das.
    Aber das sollte wohl jeder für sich testen.

    Die Erfahrungen mit Darmspiegelungen durfte ich schon des öfteren machen und kann hier mitfühlen. Abführmittel sind heutzutage auch nicht mehr Standart, da die Ärzte den Darminhalt auch absaugen können. Ich musste schon 2007 vor meiner großen Darm Op nicht mehr abführen.
    Aber auch dies hat seine Vor- und Nachteile, weshalb man immer schön nachfragen sollte und sich das auch genau erklären lässt, weshalb ein Arzt dies oder jenes vorschlägt.

    Wenn mich ein Arzt abfertigen, oder über meinen Willen entscheiden mag, sieht er schon mit wem er es zu tun hat. Einen Termin ausmachen ohne dass ich zuvor über alles in Kenntnis gesetzt werde, geht gar nicht, das hätte ich dem werten Herrn Doktor gesagt, je nach dem wie er auf mich wirkt, mit einem Lächeln oder mit einem Hilfesuchenden Gesicht. Es kommt immer auf die jeweilige Situation an.
    Ich bin auch schon bei einem Arzt laut geworden und danach lief es. Man kann auch dem Arzt seine Ängste offenbaren und dann werden manche ganz zugänglich. Ärzte sind ja auch Menschen und stehen in der heutigen Zeit sehr unter Stress, sieh es mal unter dem Aspekt. Versuch von Herz zu Herz zu reden und lasse dich vom Weißkittel nicht blenden.

    Ich wünsche dir von Herzen alles erdenklich Gute.

    Lieber Gruß
    Heike

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    • Habe etwas vergessen, wenn ein Arzt zu mir sagt, er könnte das schon so machen, aber es wäre ein ärztlicher Kunstfehler, würde ich ihn fragen, ob es denn so ginge wenn ich unterschreibe, das ich ausdrücklich nur diese Behandlung mag. Mit Menschen kann man doch reden und auch seine Ängste und Bedenken äußern. Ich würde ihm sagen, dass es um dein Körper geht und du mit den Auswirkungen leben musst und nicht er. Er gibt sein Bestes für dich und du unterschreibst, dass du ausdrücklich nur diese oder jene Behandlung magst.

      LG Heike

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    • „Was du damit meinst, dass man eigene Anteile nicht wahrhaben mag, versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht.“

      Tut mir leid, liebe Heike, ich vergaß, dass Du hier noch nicht lange liest.
      Liebe Grüße
      Veron

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      • Ob es dir leid tut wegen mir, oder wegen dir liebe Veron, das ist hier die Frage.

        Manche Dinge sind hier sehr gut beschrieben, aber manche vergessen hier, dass wir auch ein
        Unterbewusstsein haben, welches bei jedem anders tickt.

        Weshalb sind wir denn hier mit einem Körper, Geist und Seele um alle diese Anteile auch zu benutzen. In Einklang zu bringen.

        Licht und Liebe, was uns schon die Kirche gepredigt hat, ist sehr schön, genauso wird das von einigen esoterischen Lehrern übernommen und wenn man nicht mit dem Ganzen in Übereinstimmung ist, wird man in die Ecke des Unwissenden geschoben. Glauben heißt nicht wissen und was ich noch nicht selbst erfahren habe, kann ich nur glauben. Ergo muss ich testen um es herauszufinden.

        Ansonsten lässt man wieder das Opferbewusstsein zu.

        Klar habe ich Anteile und wenn ich die unterdrücke, wie bei deinem Beispiel mit dem Doc, dann steh ich eben als Opfer da. Die Anteile heißen „Durchsetzungskraft“ und für mich selbst einstehen. Diese Erfahrung durfte ich im Leben machen.

        Ich kann mir noch so viel ausdenken und mit Gedankenkraft da reingehen und im Außen tut sich gar nix, weil ich eben nur begrenzt einen Einfluss darauf habe. Ändere ich mich aber im Denken und somit auch im Tun, sage ganz klar was ich möchte und was nicht, dann bekomme ich entweder eine seichte Aussage und dreh mich um, weil ich die Angst des anderen erkenne, die nicht mehr zu mir passt oder aber ich lasse mich umdrehen, mache das was er möchte oder aber ich bleibe in meiner eigenen Angststarre und plag mich mit meinen Grasfressern am Hintern rum.

        Das Leben ist keine Einbahnstraße.

        Der Körper zeigt einem ja auch was nicht stimmt, so sehe ich inzwischen jede Erkrankung, er ist Signalgeber und manchmal komm ich an einer Op oder einem medizinischen Eingriff nicht herum. Die Op bzw. die Veränderung an meinem Körper bestimme jedoch ich, ich hab hinterher damit zu leben. Der Arzt ist in diesem Falle lediglich Dienstleister und sollte das Beste für den leidenden Patienten tun, da interessieren mich Richtlinien einen feuchten Dreck.

        Aber dann sollte ich danach auch schauen, dass sich hier an meinen Gedanken etwas ändert, da ich sonst in den nächsten Jahren das gleiche Problem wieder habe. Ärzte beheben lediglich Symptome und der Mensch selbst sollte schauen, dass er das Problem in sich selbst findet und beseitigt und das nach seinem Gefühl und nicht nach den Gefühlen der anderen.

        Liebe Grüße
        Heike

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        • Liebe Heike!

          Ich war in Eile vorher .. .. und es ist meist so, dass mir später einfällt, was ich sagen / fragen / schreiben hätte können / sollen.

          Ich hole nach: willst Du eine Eklärung, willst Du lieber hier noch eine Weile lesen was Steven so schrieb über innere Anteile, oder wolltest Du es einfach nur mitteilen?
          Auch Bewusstsein .. .. das kann sein, sich seiner inneren Anteile bewusst zu sein, seine Gefühle bewusst wahrnehmen oder auch sich bewusst zu sein, dass oder wie man ihnen ausweicht, und ja, noch einiges mehr.

          Ich gehe jetzt nicht ein auf Deine vielen Worte, weil ich den Eindruck habe total „daneben zu stehen“. Deine Anteile heißen für Dich „Durchsetzungskraft“ oder „für mich einstehen“, für mich sind es Wächter und innere Kinder (und noch anderes), und ich habe die Erfahrung, dass sich daran nichts ändert, wenn ich nur versuche mein Denken zu ändern, damit bleibe ich zu sehr an der Oberfläche statt in der Tiefe wahrzunehmen .. ..

          Du hast natürlich recht damit, dass der Körper etwas ausdrückt, was auf einer anderen Ebene behoben gehört. Mir ist das auch bewusst, aber ich musste erst mal über was anderes schreiben, um dann auch diese Stimme wahrnehmen zu können .. ..

          Liebe Grüße
          Veron

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          • Korrektur: .. .. und ich habe die Erfahrung, dass sich nichts ändert, wenn ich nur versuche mein Denken zu ändern, .. ..

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          • Hi Veron,

            Deine Anteile heißen für Dich „Durchsetzungskraft“ oder „für mich einstehen“, für mich sind es Wächter und innere Kinder (und noch anderes),

            Na ja, so generalisieren kann man das nicht. Es kann natürlich sein dass das Wächtersystem es für wichtig hält, „für sich selbst einzustehen“ – aber daran ist ja grundsätzlich nichts falsch. Das spricht eigentlich für ein gesundes Wächtersystem – oder zumindest einen Teil des Systems. Wie du ja weißt sind unsere Wächter ein zweischneidiges Schwert – einerseits helfen und sichern sie unser Überleben, andererseits sind sie eine große Hürde und ein Hindernis, wenn es darum geht, in die eigeen Untiefen zu schauen. Für sich selbst einstehen sehe ich nicht als problematisch an, solange es nicht dazu führt, dass man sich selbst isoliert ..

            lg,

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            • „Wie du ja weißt sind unsere Wächter ein zweischneidiges Schwert“

              Ja, lieber Steven, ich weiß das, aber ich weiß nicht, was Heike weiß .. ..

              Gut, dass Du das Thema aufgreifst.

              „Das spricht eigentlich für ein gesundes Wächtersystem – oder zumindest einen Teil des Systems.“

              Sehe ich auch so. Durchsetzungskraft und damit für sich selbst einstehen ist was Wunderbares, hätte ich auch gerne mehr davon 😉
              Ein bisschen Verständnis, wie das System der inneren Teile funktioniert, finde ich aber gut .. .. jedenfalls wenn man miteinander drüber „redet“. Sonst wird daraus eine recht einseitige Sache bzw. redet man aneinander vorbei.

              Ich habe z.B. ein „Problem“ mit der Aussage

              „Ansonsten lässt man wieder das Opferbewusstsein zu.“

              Da könnte also ein Teil sein, der sich als Opfer fühlt oder gar fühlen will, der darf nicht sein, wird weggeschoben, unterdrückt, .. .. und wenn andere sich anscheinend als Opfer fühlen (dürfen), wird er wütend und man reagiert entsprechend, mal abgesehen davon, was er im Untergrund so anstellt .. ..

              was Du ja auch alles weißt, aber ich schreibe es trotzdem her 😉
              Liebe Grüße
              Veron

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              • Liebe Veron,

                dieser Teil den du geschrieben hast, beziehst du wohl auf meinen inneren Wächter, (nennt sich aus deiner Sicht Wut!?) so wie ich das jetzt auslege. Weiß jedoch nicht, ob ich richtig liege. Wenn nein, darfst du mich gerne korrigieren.
                Aber im Moment des Schreibens, fühlte ich keine innere Wut, sondern ich wollte dir lediglich einen Tipp geben.

                Text von Veron:
                Da könnte also ein Teil sein, der sich als Opfer fühlt oder gar fühlen will, der darf nicht sein, wird weggeschoben, unterdrückt, .. .. und wenn andere sich anscheinend als Opfer fühlen (dürfen), wird er wütend und man reagiert entsprechend, mal abgesehen davon, was er im Untergrund so anstellt .. ..

                Ich habe mir übrigens die Seite mit den inneren Wächtern durchgelesen. Jeder nennt dies wohl etwas anders. Ich nenne es innere Widerstände.

                Sorry da ich ziemlich neu hier bin, weiß ich nicht wie man die Texte die man zitieren mag, einstellt.

                Es sollte wirklich nur ein Tipp sein, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie hilflos man sich gegenüber Ärzten fühlen kann.
                In der Vergangenheit, ich war schließlich nach langer, chronischer, schwerer Erkrankung austherapiert, schlug ich einen anderen Weg ein, aber das ist eine andere Geschichte. Ich durfte jedoch erst erleben, wie ein geliebter Mensch an einer Sepsis durch einen Defibrilator gestorben ist, bevor ich aufwachte. Und hier fing bei mir der Aufwachprozess an und dafür bin ich sehr dankbar.

                Ich spürte, dass meine Krankheit ein Teil von mir ist, sie wollte mir etwas sagen. Was ich zwar zuvor schon ahnte, jedoch nicht verinnerlicht hatte.

                Heute weiß ich dass Krankheit „nur“ ein Wegweiser ist, um einiges im eigenen Leben zu korrigieren. Das was die Ärzte tun, ist lediglich eine Unterdrückung der Krankheit mit Tabletten oder aber der Versuch mit einer Op einen lebensbedrohlichen Umstand zu beseitigen. Was wiederum nicht heißen mag, dass sie es böse meinen. Es ist eben ihre Art mit Krankheit umzugehen, da es ihnen so gelehrt wurde. Und diese Art ist für Menschen, die daran glauben auch berechtigt, oder wenn es in diesem Moment wirklich keine andere Möglichkeit aus Sicht des Erkrankten gibt.

                Liebe Veron, ich wollte dich nur darauf aufmerksam machen, dass man vor Ärzten keine Angst haben muss, auch nicht vor sogenannten Leitlinien mit denen sie sich schützen. Geh mal in die Position eines Arztes, der hat ja heutzutage auch Angst, er könnte verklagt werden.
                Und da wir nunmal alle Menschen mit sogenannten Wächter sind, wie du sie nennst, sollte man das Ganze aus einer anderen Perspektive sehen und versuchen alle Seiten zu beleuchten.

                Und natürlich darf man sich auch als Opfer fühlen. Kommt bei mir auch noch vor, aber dann geh ich ins Fühlen, geh in die Angst und dann plötzlich geh ich ins Handeln. Ich kann dir das nur so erklären, wie ich es fühle und mache. Ist wohl bei jedem auch etwas anders gelagert.

                Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und Gute

                Heike

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                • Danke, liebe Heike!

                  „Und natürlich darf man sich auch als Opfer fühlen. Kommt bei mir auch noch vor, aber dann geh ich ins Fühlen, geh in die Angst und dann plötzlich geh ich ins Handeln. Ich kann dir das nur so erklären, wie ich es fühle und mache. Ist wohl bei jedem auch etwas anders gelagert.“

                  Eine sehr gute Erklärung. Ja, ist bei jedem anders, weil sich das innere System unterschiedlich entwickelt, je nachdem, was man „mitgebracht“ hat und was man erlebt als Kind. Und jeder hat seinen eigenen Lebensweg, in dem vielleicht was sein soll und was anderes nicht.

                  Ein Wächter versucht sein Mögliches, das System zu schützen, ja, das ist oft als innerer Widerstand zu bemerken. Er kann mit Wut reagieren, die Wut kann aber auch aus dem Teil kommen, der unterdrückt wird durch den Wächter. Es kann sehr kompliziert sein, und auch manchmal schwierig es herauszufinden. Ist oft nicht nötig, es genau zu wissen, besonders wenn das Fühlen gut funktioniert und sich dann was löst.

                  „Geh mal in die Position eines Arztes, der hat ja heutzutage auch Angst, er könnte verklagt werden.“

                  Ja, ich weiß .. .. deswegen macht er nur, was den Regeln entspricht, da haftet er nicht, selbst wenn der Patient leidet, geschädigt wird oder gar stirbt. Deswegen habe ich auch bei der Patienten-Anwaltschaft angefragt, aber .. .. nun ja, wer weiß, wovor die Anwältin Angst hat.

                  „Sorry da ich ziemlich neu hier bin, weiß ich nicht wie man die Texte die man zitieren mag, einstellt.“

                  Wenn Du das wissen magst, schreibst Du ein mail an Steven und bekommst ein mail mit den Steuerbefehlen. Hier werden sie ja umgewandelt .. .. 😉

                  Liebe Grüße
                  Veron

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                  • Liebe Veron,

                    also so kann das mit den Ärzten und den Leitlinien nicht ganz stimmen.

                    Meine Mutter bekam vor 3 Jahren einen Herzschrittmacher und das, obwohl nachweislich bei
                    Einholen der Zweitmeinung keine Reizleiterstörung vorlag.

                    Problem war, dass es in ihren Akten stand, da der 1. Arzt wohlgemerkt im Krankenhaus, eine Reizleiterstörung festgestellt hatte. So und da war ich leider nicht dabei, als sie sich dann selbst aus dem Krankenhaus entlassen hat, weil sie eben eine Zweitmeinung einholen wollte.

                    Der Arzt der das angeblich festgestellt hatte, war stinkig, der wollte sofort den Eingriff vornehmen und da ihm ja die Einnahme flöten ging, ließ er sie unterschreiben, dass sie bzgl möglicher Unfallschäden beim Autofahren und bei Aussetzen dieses Reizleitungssystems, durch seinen Hinweis auf die Störung, schuld wäre am Unfall.

                    Wie schon geschrieben war ich leider nicht dabei, ansonsten hätte sie gar nichts unterschrieben. Man muss nichts unterschreiben, ich kann jederzeit ohne Unterschrift gehen, außer mich hält die Polizei wegen einer möglichen Straftat fest.
                    Ich hab mich auch schon aus dem Krankenhaus entlassen, da ich mit der Meinung der Ärzte nicht einverstanden war und habe nichts unterschrieben. Zur Unterschrift kann mich niemand zwingen, selbst bei der Einverständniserklrärung vor meiner Darm-Op habe ich vermerkt, dass ich keinen Anus praeter möchte und dass man, sollte dies nötig sein, mein ausdrückliches Einverständnis dazu einholen muss.

                    Aber zurück zu meiner Mutter, der 2. Doktor konnte nichts feststellen, wies sie aber darauf hin, dass immerhin so eine Störung in den Akten festgehalten wurde und er nicht das Gegenteil für diesen Zeitpunkt (beim 1 Arzt) beweisen kann.

                    Nun hatte er aber eine elegante Lösung, anstatt einen Zweikammerschrittmacher, wie nach den Leitlinien vorgesehen war, der auch ein größeres Risiko dargestellt hätte, schlug er ihr lediglich einen Einkammerschrittmacher vor und hat auch in den Akten festgehalten, weshalb er gegen die Leitlinien verstoßen hatte.

                    Und ich sag dir, das war ein ganz netter Mensch, trotz Prof Titel, der sich alles in Ruhe und mit viel Bedacht angehört hat.

                    Wieso sollte bei dir so etwas nicht auch möglich sein? Geh nochmals zu einem anderen Arzt und rede einfach mit dem von Herz zu Herz. Schildere doch einfach deine Nöte und Ängste und wer weiß vielleicht ergibt sich eine ganz andere Möglichkeit. Oder aber, du schaust mal nach nem Naturheilkundler, vielleicht kannst du mit seiner Hilfe dein Problem verkleinern und kommst zum Schluss alleine damit zurecht. Es gibt so viele Methoden den Heilungsprozess anzustoßen und auch dran zu bleiben.

                    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe

                    Heike

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                    • Liebe Heike!

                      Ich lebe in Österreich, hier ist es vielleicht anders. Mir wird erst so allmählich bewusst, wie wenig ich (und wahrscheinlich auch die meisten anderen) darüber wissen, was man als Patient darf und was nicht. In meinem Elternhaus war es einfach so, dass man gemacht hat, was der Arzt sagte, das anzuzweifeln, vielleicht eine zweite Meinung einzuholen, also nein, das ging gar nicht!

                      Mein inneres System funktioniert auf dieser Basis, es dauert immer lange, bis mir Fragen einfallen oder Protest, und irgendwie sende ich das wohl auch aus und ziehe die entsprechenden Situationen an.
                      Ich erinnere mich, als ich einen Gips verpasst bekam, da hatte ich es gerade mal geschafft zu fragen, warum der Gips (aha, ein Knochensplitter) .. .. und dann hatte ich einen Zettel in der Hand, auf dem stand, ich dürfe auf gar keinen Fall eigenmächtig .. .. das ist einfach so absolut. Mir kommt vor, wir sind da noch im Mittelalter .. .. keine Ahnung, ob sich da was geändert hat inzwischen.

                      Ich finde die Aktion Deiner Mutter ganz super! So was zu unterschreiben, dass man an einem eventuellen Unfall schuld wäre .. .. heftig! Ich dachte schon, jetzt kommt das mit der Sepsis .. .. ging es denn gut mit Deiner Mutter und dem Herzschrittmacher?

                      Mir geht es nicht so, dass ich von Arzt zu Arzt laufen kann, ich muss dazu erst mal viel Energie und Mut sammeln (oder es ganz dringend brauchen). Und es ist auch so, dass es im nächstgelegenen Spital logischerweise nur einen Oberarzt (genau diesen unwilligen) in der Proktologie gibt (man kann da auch nur am Donnerstag hingehen), weitere Spitäler sind weit weg, in Wien gibt es meines Wissens gerade mal einen Proktologen mit eigener Praxis, und wozu haben wir eine Patienten-Anwaltschaft? Da habe ich halt gefragt .. ..

                      Naja, ich versuche jetzt mal, ob meine Selbstheilungskräfte es mit Salbe schaffen .. ..
                      Danke Dir für die Wünsche
                      Veron

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            • BIG TROUBLE

              Prozessorlücken bei Intel und Co gefährden fast alle PCs und Smartphones
              Intel-Systeme sind am stärksten betroffen, eine zweite Bug-Serie trifft auch AMD und ARM. Zum Teil ist neue Hardware nötig

              Mit Superlativen soll man bekanntermaßen lieber sparsam umgehen. Was nun aber Sicherheitsforscher aufgedeckt haben, hat sich das eine oder andere starke Wort aber redlich verdient: Unter den Namen „Meltdown“ und „Spectre“ wurde nun eine Reihe von grundlegenden Fehlern in aktuellen Prozessoren offengelegt, von denen praktisch alle aktuellen Computer sowie Smartphones betroffen sind.
              Meltdown

              Die größte aktuelle Bedrohung geht dabei von Meltdown aus: Dabei handelt es sich um jene Fehler in Intel-Prozessoren, die bereits am Mittwoch vorab die Runde machten. Angreifer können auf diesem Weg grundlegende Speicherschutzmaßnahmen aushebeln und erhalten so Zugriff auf den gesamten Speicher – und damit auch auf Bereiche, die normalen Usern eigentlich nicht zur Einsicht stehen sollten. Das bedeutet auch, dass sie problemlos sensible Daten wie Login-Keys, SSL-Schlüssel oder auch Passwörter auslesen können. Mit solchen Informationen könnte in weiterer Folge dann ein System komplett übernommen werden.

              Was Meltdown besonders unerfreulich macht: Der Bug ist äußerst einfach – und zuverlässig – auszunutzen. So kursieren mittlerweile etwa bereits „Proof of Concept“-Exploits, die den Fehler über Javascript triggern. Besonders hoch ist die Gefahr dabei für Nutzer – und Betreiber – von Cloud-Services. So könnte ein Angreifer einfach eine Instanz auf Services wie Amazon AWS anmieten und dann massenweise Daten von anderen Nutzern auf dem gleichen System abgreifen – und dieses Spiel dann immer neu wiederholen.
              Updates helfen

              Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Einerseits betrifft Meltdown nach aktuellem Wissensstand ausschließlich Systeme mit Intel-CPUs (hier dafür fast alle Prozessoren der letzten 20 Jahre), AMD- und ARM-Systeme sollen also nicht gefährdet sein. Vor allem aber lässt sich die Ausnutzung dieses Hardwarefehlers durch Softwaremaßnahmen unterbinden. Und hier haben die großen Betriebssystemhersteller in den letzten Monaten bereits hinter den Kulissen entsprechende Patches entwickelt. So wurde unter Linux mit Kernel 4.14.11 eine neue Sicherheitsmaßnahme namens Kernel Page Table Isolation (KPTI) eingeführt, die den Systemspeicher komplett vor dem User-RAM versteckt. Ähnliche Maßnahmen hat Microsoft in ein seit kurzem ausgeliefertes Notfalls-Update für Windows gepackt. Apple-Rechner haben den notwendigen Schutz bereits mit Mac OS 10.13.2 erhalten, Chrome-OS-Systeme mit der Version 63, die Mitte Dezember an alle ausgeliefert wurde.

              All das hat aber auch eine Schattenseite, die im Vorfeld schon für einige Aufregung sorgte: Die zusätzlichen Schutzmaßnahmen erzeugen nämlich einen gewissen Overhead, der je nach Nutzungsszenario zu merklichen Performance-Verlusten führen kann. Während Intel in einer Pressemitteilung diesen Effekt herunterzuspielen versucht und von vernachlässigbaren Auswirkungen spricht, zeichnen unabhängige Benchmarks ein diffizileres Bild: Gerade bei Aufgaben mit vielen Lese- und Schreibvorgängen sind Einbußen von bis zu 30 Prozent hinzunehmen. Ein Beispiel, bei dem sich die Auswirkungen besonders deutlich zeigen, sind Datenbankanwendungen, andere Aufgabengebiete zeigen hingegen nur wenig Unterschiede.
              Intel spricht von einem vernachlässigbaren Performance Overhead, User von Cloud-Hostern widersprechen hier deutlich.
              Spectre

              Etwas anders gelagert ist die Situation bei Spectre. Dieser Bug ist nämlich nicht nur schwerer auszunutzen, über ihn kann auch „nur“ der Speicherschutz zwischen einzelnen Anwendungen ausgehebelt werden – also etwa das Sandboxing bei modernen Betriebssystemen oder Browsern. Ein Zugriff auf den Systemspeicher ist über diesen Bug hingegen nicht möglich.

              Doch bevor hier allzu schnell Entwarnung gegeben wird: Spectre hat auch eine andere Seite – und die ist deutlich weniger erfreulich. Hier handelt es sich nämlich um einen grundlegenden Fehler in aktuellen Prozessordesigns, der entsprechend auch AMD-Prozessoren und die vor allem bei Smartphones genutzten Cortex-A-Chips von ARM betrifft. Zudem lassen sich solche Attacken durch Softwareanpassungen nicht vollständig unterbinden, die Betriebssystementwickler können es Angreifern zwar schwerer machen, für eine vollständige Bereinigung bedarf es aber neuer Hardwaregenerationen.
              Überblick

              Unterdessen tauchen immer mehr Stellungnahmen von den betroffenen Unternehmen auf. So gibt etwa Google einen Überblick über den Status all seiner Betriebssysteme und Services in Bezug auf Meltdown und Spectre. Daraus lässt sich unter anderem ablesen, dass das gerade erst veröffentlichte Jänner-Update für Android (Patch Level 5.1.2018) zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor solchen Attacken einführt. Google-eigene Dienste wurden hingegen bereits vorab durchgängig geschützt. Im Project-Zero-Blog liefert das Unternehmen zudem jede Menge technische Details zu drei konkreten Angriffswegen. Auch ARM geht in einem Blogeintrag auf die Gefährdungslage ein. Bei AMD bestätigt man, dass man von einem Teil der Attacken betroffen ist, bezeichnet die reale Gefahr dadurch aber als „fast null“.
              Spurensuche

              Beide Lücken wurden parallel von mehreren Gruppen an Sicherheitsforschern entdeckt: Neben Googles Project Zero und dem deutschen Sicherheitsdienstleister Cyberus hatten dabei auch Forscher der TU Graz die Hände im Spiel, die schon in der Vergangenheit mit ihrer Forschung zu den Rowhammer-Angriffen gegen DRAM-Bausteine für Aufsehen gesorgt haben. Auf die Frage, ob die betreffenden Lücken bislang schon aktiv ausgenutzt wurden, können die Forscher übrigens keine Antwort geben. Laut den Grazer Experten ist es einer der schwersten je gefundenen Prozessorenfehler. Die Natur von Meltdown und Spectre als Hardwaredefizite führt nämlich dazu, dass solche Attacken vollkommen unbemerkt erfolgen können, also ohne sich in den üblichen Log-Files niederzuschlagen.
              User-Tipp

              Für die Nutzer bleibt der Ratschlag, die aktuellen Updates umgehend einzuspielen. Angesichts der hohen Gefährdungslage ist dies die einzig empfehlenswerte Vorgehensweise – selbst wenn dies bei manchen Nutzern zu Performance-Einbußen führen könnte. Verstärkt gilt dieser Ratschlag natürlich für alle, die eigene Server oder Cloud-Instanzen betreiben.

              Neben Betriebssystemaktualisierungen stehen dabei zum Teil auch andere Software-Updates an. So müssen etwa Browser angepasst werden, da die Bugs sonst Angriffe gegen diese erheblich erleichtern. Mozilla liefert in einem Blogeintrag Details zu den notwendig gewordenen Maßnahmen im Firefox, aber auch für Microsoft Edge gibt es ein diesbezügliches Update, Chrome soll mit der Version 64 am 23. Jänner zusätzliche Schutzmaßnahmen erhalten. Angesichts dessen, dass sich Spectre nicht so einfach komplett ausräumen lässt, gibt Google auch Tipps für Seitenentwickler, wie sie Angreifern das Leben zumindest schwerer machen können. Auch verspricht das Unternehmen in den kommenden Monaten weitere Sicherheitsmaßnahmen einzuführen, die zum Teil aber Performanceeinbußen zur Folge haben werden.

              Bei den großen Cloud-Anbietern ist derzeit ebenfalls hektische Aktivität zu verzeichnen. So betont etwa Amazon, dass mittlerweile bereits fast alle der auf der eigenen Plattform laufenden EC2-Instanzen abgesichert wurden. Der Rest – angeblich eine Zahl im einstelligen Prozentbereich – soll die Updates in den nächsten Stunden erhalten.
              Keine umfassende Lösung möglich

              Ganz generell gilt es noch einmal zu betonen, dass die aktuelle Update-Runde nur einen Teil der Lücken ausräumen kann. Ein anderer wird die IT-Welt wohl noch länger beschäftigen – und erst mit neuen Hardwaregenerationen beseitigt werden.
              Viele offene Fragen

              Bei all dem bleibt unklar, was die über die aktuellen Software-Updates hinausreichenden Konsequenzen sein werden. Nach den ersten Gerüchten über die Meltdown-Lücken hatte der Intel-Aktienkurs um mehr als fünf Prozent nachgegeben. Manche Beobachter brachten gar Sammelklagen oder riesige Rückrufaktionen ins Spiel. Letzteres dürfte aber allein aufgrund der dafür nötigen Ressourcen unmöglich sein. (Andreas Proschofsky, 4.1.2018)

              Quelle: http://mobil.derstandard.at/2000071445192/Kritische-Prozessorluecken-gefaehrden-fast-alle-Computer-und-Smartphones

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              • Liebe Veron,

                leider kann ich dir unter deinem Post nicht antworten, weshalb auch immer.

                Sorry ich wusste nicht, wie das in Österreich ist. Hier in Deutschland gibt es sehr viele Spezialisten und jeder weiß wohl etwas anderes *zwinker*

                Und ich wurde genauso erzogen wie du. Ein Arzt hat studiert und weiß wohl mehr als du, war der Standardsatz meines Vaters.
                Ich bin da ein klein wenig anders strukturiert, überhaupt ,nachdem ich das alles erleben durfte.
                Zudem weiß ich inzwischen, dass Ärzte nur Symtome behandeln.

                Und auch zuvor, bei meiner Darm Op als mir der künstliche Darmausgang angedroht wurde. Ich kannte aus einer Selbsthilfegruppe einige Menschen mit der gleichen Diagnose, wie mir damals gestellt wurde und daher wusste ich, dass dieser Professor in dem Krankenhaus in das ich notfallmäßig ging, gerne künstliche Ausgänge verpasste. Hat er wohl ordentlich dran verdient.
                Es lief alles so komisch, die wollten an dem Abend, als ich ankam noch operieren, es lief dann aber nach meinem Wille und der Professor verabschiedete sich Gott sei Dank in den Urlaub und dann lief es für mich nur noch gut…….es lief einfach.Ich kann das heute gar nicht mehr erklären. Meine Angst war weg und es lief, nachdem ich den Stationsarzt angebrüllt hatte. Wohlgemerkt, er wurde zuvor unverschämt. Er meinte nämlich, mein Vater hätte zur Op eingewilligt und ich war damals 29!! Da platze mir der Kragen und ich schrie ihn an, dann solle er doch meinen Vater operieren. Ich war bei vollem Bewusstsein und ohne meine Unterschrift oder richterlichen Beschluss geht gar nichts.Danach waren wir fast wie beste Freunde. Gespräche auf Augenhöhe und nicht mehr Weißkittel, Patient.

                Hätte aber auch in die Hose gehen können. Ich habe einfach nach meinem Gefühl gehandelt und diese kindheitlichen Prägungen waren plötzlich weg. Hier ging es für mich um Hemd und Kragen, wenn du verstehst.

                Ich weiß nicht, wie es sich bei dir auswirken würde, du hast vielleicht ähnliche Prägungen und trotzdem bist du ein anderer Mensch mit anderen Gefühlen.

                Ich hatte auch schon heftigste Hämorrhoiden. In meinen Buch von Louise Hay steht: Wut auf die Vergangenheit, Furcht loszulassen. Fühlt sich belastet. Ein neues Gedankenmuster wäre: Ich lasse alles los, was nicht Liebe ist. Für alles was ich tun will, ist Zeit und Raum vorhanden.

                Ich hatte damals auch eine Salbe, die hieß Haenal akut, wird aber von der Krankenkasse in Deutschland nicht bezahlt, musste ich mir selbst kaufen. Dann gibt es noch Globuli, die eventuell helfen könnten. Das sollte aber zuvor von einem Heilpraktiker getestet werden. Sitzbäder wären auch eine Möglichkeit. Sind alles Hilfsmittel um das Ganze etwas zu mildern oder aber sie verschwinden mit der Zeit ganz. Hab mich ja auch im Laufe der Jahre geändert. So war es zumindest bei mir.

                Ändere deine Gedanken, wir sind mündige Patienten. Es ist dein Körper, über den bestimmst nur du und ein Arzt, Heilpraktiker oder sonstiger Therapeut sind lediglich Hilfsmittel und zwar für dich und nicht für seinen Geldbeutel. Aber auch du trägst dann die Verantwortung für das was draus wird!

                Ich wünsche dir alles Liebe und Gute

                Gruß Heike

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                • Liebe Heike!

                  „.. .. weshalb auch immer.“

                  Du hast die letzte Antwort-Ebene erreicht, kannst aber da drin bleiben, indem Du hinauf zum letzten „Antwort“ gehst. Aber wirklich zum letzten, sonst kommt Deine Antwort in einer anderen Ebene.

                  In Ausnahmesituationen wäre ich vielleicht auch anders. Möchte das aber nicht unbedingt ausprobieren .. ..

                  „In meinen Buch von Louise Hay steht: Wut auf die Vergangenheit, Furcht loszulassen. Fühlt sich belastet. Ein neues Gedankenmuster wäre: Ich lasse alles los, was nicht Liebe ist. Für alles was ich tun will, ist Zeit und Raum vorhanden.“

                  Nicht nur bei Louise Hay, ähnliches findet sich an vielen Stellen, und ich versuchte schon vieles, beginnend vor langer Zeit .. .. ich erwähnte schon: nur Gedanken ändern ging nicht.
                  „Uralten“ Text von mir reinkopier: Als ich Autogenes Training lernen wollte, um mich regenerieren zu können, rief die Autosuggestion, dass mein Arm immer schwerer und warm werden würde, Unbehagen und Zorn hervor (was ich mir nicht erklären konnte), aber ich überwand das und übte brav. Doch es klappte nicht, schließlich trat sogar das Gegenteil ein. Am letzten Kursabend war der Lehrer selbst verblüfft und ratlos, als er sich davon überzeugen konnte, dass meine Hände und Füße eiskalt waren.
                  Es ging dann weiter mit diversen anderen Methoden, Psychotherapien, energetischen Heilmethoden .. ..

                  Es ist ganz und gar nicht lustig, so anders zu sein, und auch nicht, immer wieder Menschen, die mit ihren Erfahrungen helfen wollen, zu enttäuschen / frustrieren mit „kenn ich schon, funktioniert nicht“. Wenn Du es lesen magst .. .. ziemlich weit oben in diesem EAT steht etwas, das ich Andi geschrieben habe über den Grund für das alles (28. Nov. 10:10), die letzten beiden Absätze .. .. ich möchte es nicht wiederholen, fühlt sich nicht gut an.

                  „es lief einfach.Ich kann das heute gar nicht mehr erklären“

                  Manchmal mischt da sicher auch die Seele mit .. ..

                  Liebe Grüße
                  Veron

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                  • Liebe Verona, danke dir für deine Erklärung, schau ich mir heute abend mal näher an, also dein Post der schon länger zurück liegt.
                    Ich für mich habe habe gelernt, dass alles lediglich gefehlt werden mag und das ohne Bewertung. In das Gefühl gehen, egal wie weh das tun kann, wenn es Tränen ausliest dann ist das eben so. Und wenn ich das gemacht habe dann geh ich in die Handlung und stehe klar zu mir, bzw es wird dann für mich hier klar.
                    Ist immer etwas schlecht zu erklären, denn wenn etwas Altes noch da ist, das im Moment noch halbwegs nicht gehen will, weil ich hier nicht ans Gefühl komme oder nicht mag, ist es auch ok, es kommt wieder und dann klappt das auch. Ich nehme damit eine Korrektur an mir selbst vor und das Aussen folgt, aber das muss ehrlich von Herzen gewollt sein. Das Universum lässt sich nicht bescheissen
                    😉Ich war oft innerlich zerrissen und deshalb ging manchmal schief, aber wenn es um meine Gesundheit geht, da weiß ich was ich will und verteidigen die, wie eine Löwin ihre Kinder😉
                    Lieber Gruß und fühle dich gedrückt Heike

                    Sei nicht so streng mit dir, wir alle gehen diesen Weg und jeder fällt au hin mal hin, aufstehen schütteln und nochmals versuchen, wie beim Rollschuhlaufen

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    • Diesen Kurzfilm kenne ich.
      Er ist wirklich gut gemacht und zeigt mit verstörender Klarheit was wir da teilweise treiben.

      Allerdings bleibt für meine Begriffe die Botschaft ein bisserl zu sehr im „seht was aus uns geworden ist“ hängen und geht der Sache nicht wirklich auf den Grund – WARUM ist das aus uns geworden.
      In dem Film werden die dunklen Hintermänner angeprangert und die „einfachen“ Menschen als Opfer dargestellt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Wir alle sind zugleich Opfer und Täter. Wir sind alle genau da wo wir sein müssen um wirklich zu verstehen.
      Die allerwenigsten Menschen ändern ihr Verhalten auf grund von außen zugespieltem Wissen, sondern erst in der oft schmerzlichen Erfahrung, die uns ins tatsächliche Fühlen bringt.
      Für meine Begriffe ein beschissene Tatsache, die ich ganz gerne wegignorieren würde. *g*

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      • Für meine Begriffe ein beschissene Tatsache, die ich ganz gerne wegignorieren würde. *g*

        Me too .. ^^

        lg,

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        • Teal Swann – wie man auf seinen Schmerz reagiert

          lg,

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          • Das ist eines der ganz wenigen Videos, wo ich Teal phasenweise ganz schlecht verstehe und ich entsprechend nicht so gut folgen kann. Ich muss es mir wohl öfters ansehen.
            In letzter Zeit hat Teal wirklich zunehmend richtig gute Erklärungen und Sichtweisen zu verschiedenen Themen. Seit ca. 3 Jahren habe ich ihren Kanal abonniert und ich finde sie hat sich in meinen Augen wirklich weiterentwickelt.

            LG

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            • Ja. 🙂 Sie ist auch n bisschen aufgedrehter, als sonst ..

              schönes Wochenende

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              • Bist du gerade wach oder in Trance?

                Von Gabriele Rudolph

                Wach sein heißt, so sehe ich es, mir Dessen bewusst zu sein,
                1. was stattfindet in mir (v. a. meine Körperempfindungen und Gefühle), was ich mir dazu erzähle und was all das in mir auslöst – jetzt gerade (!)
                2. Dessen, was ich wirklich bin, d. h. was ganz still und unberührt ist von all dem, sowie
                3. dessen, was bzw. wer ich als Kind beschlossen habe zu sein und glaube, ein ganzes Leben lang aufrechterhalten zu müssen, obwohl ich es gar nicht mehr bin.

                Was meine ich mit letzterem?
                Jeder Mensch, den ich bisher kennengelernt habe, ist traumatisiert, d. h. er hat sich, irgendwann in seiner Kindheit (manchmal sogar schon im Bauch der Mutter), von sich selbst abgetrennt.

                Auch du!

                Aber wozu?

                Um das Gefühlschaos eines Traumas zu überleben, d. h. um nicht an Übererregung zu sterben, und zu bekommen, was du brauchst. Du zahltest aber einen hohen Preis dafür, denn du verlässt und verleugnest dich dabei. Dies ist mit großen Schmerzen und Gefühlen tiefster Einsamkeit, Depression, Verwirrung und Leere verbunden. Und da du damals nicht damit umzugehen wusstest, hast du dich von deinen Gefühlen, dem Überfordertsein und den unerträglichen Schmerzen abgetrennt und eine Überlebenstrance erzeugt.

                Du hast z. B. die Trance des „gefälligen Kindes“ erzeugt, um geliebt zu werden. Oder du hast in einem aggressiven Umfeld gelernt, ein nebeliges Ich zu erzeugen, das bei Gefahr ganz viel Stories oder Lustiges erzählt, um das Gegenüber zu verwirren, abzulenken oder einzuschläfern.

                Ich nenne das den „Nebelwerfer“.

                Oder du gehst in eine Furchttrance, um deinen Ärger nicht zu spüren, den auszudrücken dir verboten wurde. Das heißt, du malst dir schreckliche Szenerien in der Zukunft aus, und versetzt dich dadurch in Angst und Schrecken obwohl das, was du dir vorstellst, noch gar nicht geschehen ist.

                Oder du wirst zum großen Macher, Helfer, Problemlöser oder Guru, um endlich von deiner Umgebung gesehen und anerkannt zu werden und redest dir ein, dass du keine Bedürfnisse oder Schwächen mehr hast, nichts mehr brauchst und über allem Menschlichen und Allzumenschlichen stehst.

                Oder du agierst eine tief in dir verborgene Wut über erlittene Demütigungen aus, indem du Menschen Leid zufügst – natürlich im Namen von Gott, der Liebe oder eines “Führers”.

                Es gibt auch die sehr beliebte „Er/Sie liebt mich wirklich-Trance“, die dich in einen sehr angenehmen, aber trügerischen Entspannungs- und Verliebtheitszustand versetzt und dir vorgaukelt, du seist nicht alleine, alles in Einem.

                Und nachdem du gemerkt hast, dass diese Trancen bewirken, was du möchtest – die Gefahr ist gebannt, du bekommst liebevolle Zuwendung, fühlst dich kurzfristig besser etc. – hast du ganz vergessen, warum du sie ursprünglich erzeugt hast, und hast sie auch angewandt, wenn sie gar nicht mehr dem entsprachen, was du gerade wirklich brauchtest und suchtest, ja, sie erzeugten – im Gegenteil – immer mehr Leid und Enttäuschung.

                Denn sie holen dich aus dem Hier und Jetzt und erzeugen weiterhin scheinbare Trennung.

                Kurz: Die Trancen haben sich verselbständigt und das kleine traumatisierte innere Kind übernahm das Ruder. „Wie das?“ magst du fragen. Ganz einfach: Inzwischen fällst du bei den kleinsten Auslösern in eine Trance, die das ungeliebte innere Kind in dir auslöst – aus purem Unbewusstsein.

                Das heißt, du identifizierst dich mit dem verletzten inneren Kind, machst dich total abhängig und siehst gar nicht, dass die alte Situation eben “alt” ist und du inzwischen erwachsen und in der Lage bist, emotional wie materiell selbst für dich zu sorgen.

                Und du hast inzwischen vollkommen vergessen, was du in Wirklichkeit bist: Bedingungslose Liebe, unendlich weiter Raum, Stille – Nichts und Alles zugleich – und damit unverletzbar, ewig und von unbeschreiblicher Schönheit.

                Kurz: Du bist eingeschlafen – in Trance gefallen.

                Plumps!

                Anders ausgedrückt: Du gibst vor, noch immer ein kleines, verlassenes, ungeliebtes Kind zu sein und wiederholst kontinuierlich die alten Erfahrungen von damals.

                Du verlässt dich – wie damals.

                Du stellst dich dumm, redest dir ein, was du alles brauchst (eine/n SeelenpartnerIn, Haus , Geld, Macht, mehr Sicherheit, einen besseren Job, eine schönere, freundlichere Welt etc.), um glücklich zu sein, versetzt dich in Angst und Schrecken, agierst einen uralten, aktuell vollkommen unangemessenen Ärger aus, vermeidest es, dich, deinen Körper zu spüren (Missbrauchstrance), deine wahren Wünsche und Bedürfnisse für wahr- und voll zunehmen, sie zu verwirklichen, zu dir zu stehen, dir selbst nahe zu sein.

                Das kann sogar manchmal sehr angenehm scheinen, da es sehr trickreiche, scheinbare Überlegenheits- und Ich-weiß-wie-es-geht- oder Ich-weiß-was-die-Welt-wirklich-braucht-Trancen gibt. Wirkliches Glücklichsein, ganz natürlich da, wach und lebendig sein ist deshalb nur noch wenigen Augenblicken deines Lebens vorbehalten – gerade lange genug, um noch mehr schmerzliche Sehnsucht zu verspüren nach Dem, was du wirklich bist.

                Aber das gibst du besser nicht zu, denn dann müsstest du ja zugeben, dass du die meiste Zeit deines Lebens nicht wirklich gelebt hast bzw. lebst, ja, dass du dein Leben mit einem Kampf im Außen verschwendet hast.

                Wenn nun Erwachen geschieht, ist das für kurze Zeit sehr angenehm – erweckend eben.
                Allerdings reicht ein einmaliges Erwachen nicht.

                Sowas Blödes aber auch!

                Alle Ich-Trancen – und gewöhnlich sind das viele – warten darauf, von dir entdeckt und erlöst zu werden. Ansonsten fällst du nach dem Erwachen nur wieder in eine neue Trance. Das Repertoire ist groß.

                Denn: Erst, wenn du deine Trancen kennst, dafür Verantwortung übernimmst, dass du sie selbst erzeugt hast und immer wieder zulässt, sie ganz und gar durchschaust als Das, was sie wirklich sind, und liebevoll „entlädst“ – immer und immer wieder – d. h. wenn du dich nicht mit dem verletzten Kind in dir identifizierst, bist du frei.

                Bis dahin schläfst du tief und fest und das verletzte innere Kind führt das Steuer.

                Das ist der Leim, der Probleme zusammenhält!

                Es ist die natürliche, nicht endende Freude am Entdecken, dein tiefes Engagement für die Wahrheit und der Wunsch, echt – nicht nur erleuchtet, klug oder jemand Besonderes – zu sein, die alles Unechte zum Schmelzen bringen – nicht scheinbares Wissen.

                Deshalb: Erst, wenn du dir all deiner Geschichten, Schmerzen, Traumata und Verletzungen – immer wieder – bewusst wirst, können sie – in Liebe – gehen.

                Bis dahin haben sie deine Aufmerksamkeit fest im Griff – ob du das möchtest oder nicht. Erst dann bist du frei – von der Vergangenheit, von Angst, Schuld, Scham, Wut, Unruhe, der rastlosen Suche nach Liebe und Frieden im Außen, von unendlich vielen inneren wie äußeren Konflikten, von (Nikotin-, Alkohol-, Drogen-, Tabletten-, Liebes-, Sex-, Beschäftigungs-, Geltungs-) Sucht und vielen chronischen, körperlichen Beschwerden, die Zeugen der inneren Spannungen sind.

                Die natürliche Lebensfreude und die Energien, die bisher durch Überlebenstrancen gebunden waren, können dann frei fließen. Tiefer, echter – nicht künstlicher – Friede ist die Folge.

                Und das ohne Medikamente!

                Nun magst du fragen, wie das geht…

                Mein Rezept dabei ist Hinsehen, anfangs am Besten mithilfe eines echten Profis, dich selbst wahrnehmen und kennen lernen, welche Überlebenstrancen du erschaffen hast, wo und wie du sie anwendest und zu lernen, wie man sich dehypnotisiert.

                Oder – als bereits Fortgeschrittene/r – Lernen, wie man Trancen aufspürt, welche es gibt, wie man sie auflöst und Menschen darin begleitet, sich selbst zu dehypnotisieren.

                Das ist nicht nur ein unglaubliches Geschenk an dich selbst, sondern an alle Menschen, die mit dir in direkter oder indirekter Verbindung stehen – da ein Trauma sehr viel Leid erschafft – auch und vor allem für die Umwelt. Ein durchaus aktuelles Beispiel dafür sind die Gewaltakte, die die Welt immer wieder erschüttern.

                Natürlich gibt es auch angenehme, ja, sogar heilsame Trancen. Wesentlich ist jedoch, dass Heilung, die unbewusst geschieht, nicht anhaltend ist.

                Die Fragen, die ich mir deshalb – immer wieder – stelle, sind: “Bin ich mir meiner Trancen bewusst oder regieren sie mich unbewusst, sind die Gefühle, die dadurch erscheinen, wirklich aktuelle Gefühle oder wiederhole ich alte Erfahrungen? Bin ich wach, mir, meines Körpers, Dessen, was ich wirklich bin – Stille, tiefer Frieden, unendlich weiter Raum – bewusst – jetzt gerade? Kämpfe ich gegen Das, was in mir und um mich erscheint, oder bin ich in Frieden, still damit? Handle “ich” oder Es? Kontrolliere ich oder fließe ich zärtlich und doch klar mit Dem mit, was ist, so wie es ist – aus der Stille?“

                (aus: “Das innere Kind und die Stille” von Gabriele Rudolph, mehr dazu unter http://www.einfachnursein.de/)

                ***

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                • Danke finde ich wundervoll und wahrhaftig für mich, also der Text. Das einzig was mir nicht so behagt ist dass sich jeder für einen Profi hält was andere betrifft. Ist fast wie mit der Ärzteschaft, für alles gibt es Spezialisten 😉 Aber ich bin der Meinung, nur ich selbst weiß was in mir geschieht. Also bin ich der einzige Spezialist für mein Leben 😉

                  Danke fürs Einstellen.

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                • About the never ending fucked up onion .. 🙂

                  lg,

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                  • Der übertriebene Hass auf das Anti-Hass-Gesetz
                    von Stefan Niggemeier (Bildblog, Übermedien)

                    Es gibt einen neuen Sport auf Twitter: Screenshots posten von Meldungen, dass sich jemand erfolglos über den eigenen Account beschwert hat. Neuerdings verschickt der Kurznachrichtendienst in diesen Fällen eine E-Mail, in der es heißt:

                    Hallo,

                    Wegen des folgenden Inhalts haben wir eine Beschwerde zu deinem Account erhalten.

                    (…)

                    Wir haben den gemeldeten Inhalt untersucht und konnten keinen Verstoß gegen die Twitter Regeln (https://support.twitter.com/articles/18311) oder entsprechende Gesetze feststellen. Wir sind deswegen dazu nicht aktiv geworden.

                    Mit freundlichen Grüßen,

                    Twitter

                    Die Möglichkeit, Tweets und Accounts zu melden, die gegen die Regeln des Unternehmens verstoßen, indem sie zum Beispiel Leute beleidigen oder bedrohen, gibt es seit Jahren. Neu ist, dass das Unternehmen die Betroffenen darüber informiert, auch wenn es die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen hat.

                    Man könnte das für einen guten Schritt zu mehr Transparenz halten. Der Chef-Chef der „Bild“-Zeitung, Julian Reichelt, hält es für einen Beleg dafür, was für ein „Horror“ das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) ist, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Das Gesetz verlangt von digitalen Netzwerken wie Twitter und Facebook ein funktionierendes System zum effektiven Umgang mit Beschwerden über vermeintlich rechtswidrige Inhalte.

                    Reichelt twittert:

                    Schöne neue Welt nach Maas. Alle Denunzianten lieben @HeikoMaas . Weg mit diesem Horrorgesetz, @RegSprecher , @peteraltmaier ! pic.twitter.com/74X4Ew6DVi

                    — Julian Reichelt (@jreichelt) 6. Januar 2018

                    Doch worin besteht der Skandal? Dass Twitter überhaupt die Möglichkeit gibt, bedenkliche Tweets und Twitterer zu melden? – Dagegen kann eigentlich niemand sein, der findet, dass eine solche Plattform kein rechtsfreier Raum sein darf, in dem jeder nach Herzenlust seinen Hass gegen einzelne oder Gruppen ausleben kann.

                    Oder darin, dass offenbar eine größere Zahl von Menschen diese Funktion missbräuchlich nutzt, um sich über Tweets von ihm zu beschweren, die gar nicht gegen die Twitter-Regeln oder deutsche Gesetze verstoßen? – Aber damit muss man leben, vor allem jemand, der die scharfe öffentliche Auseinandersetzung sucht wie der „Bild“-Chef-Chef. Der Preis, den er dafür zahlen muss, ist niedrig: Es ist die Unannehmlichkeit, das Email-Postfach voller Mails zu haben, die er einfach ignorieren kann, weil Twitter ihm darin bestätigt, dass irgendein Tweet von ihm zulässig ist und nichts tut und er somit auch nichts tun muss.

                    Der „Horror“ des neuen Gesetzes besteht in diesen Fällen einzig darin, dass es offenbar Leuten bewusst gemacht hat, dass es diese Meldemöglichkeit gibt, und sie sie missbrauchen, um politischen Gegnern das Leben schwer zu machen. Nicht mehr als solche Art der Trollerei dürfte auch hinter vielen anderen Meldungen stehen, die Menschen gerade auf Twitter zeigen. Sich jedesmal zu empören oder zu amüsieren, dass irgendjemand vergeblich einen bestimmten Inhalt gemeldet hat, ist deshalb ein merkwürdig sinnloser Zeitvertreib. Als Beleg dafür, dass das Netzwerkdurchsetzungsgesetz hoffnungslos vermurkst ist, taugt es nicht.

                    Doch Reichelt geht noch einen Schritt weiter: Weil sein umstrittener Reporter Julian Röpcke ebenfalls einer von denen war, dessen Tweets von Unbekannten – vergeblich – bei Twitter gemeldet wurden, und dafür „Pro-Kreml-Abschaum“ verantwortlich machte, twittert er:

                    Das NetzDG von @HeikoMaas ist eines der beliebtesten deutschen Gesetze aller Zeiten – in Moskau. Löschen und tilgen haben dort seit Stalin große Tradition. https://t.co/cfKzCM3YCh

                    — Julian Reichelt (@jreichelt) 7. Januar 2018

                    Er stellt das NetzDG in einen Kontext mit stalinschen Säuberungsaktionen – obwohl Twitter keine der gemeldeten Tweets gelöscht hat und diese Melde-Möglichkeit, wie gesagt, unmittelbar nichts mit dem NetzDG zu tun hat. Die Tatsache, dass ein System hier dazu geführt hat, dass unproblematische Inhalte trotz Beschwerden nicht gelöscht werden, zum Anlass nehmen, einen Zusammenhang zu Stalin herzustellen – darauf muss man erstmal kommen.

                    Leider ist Reichelt nicht der einzige, dem in der Kritik am NetzDG jedes Maß fehlt. Angesichts unendlich vieler Kommentare in den digitalen Netzwerken und den etablierten Medien muss man das Gefühl bekommen, das Gesetz sei, unangemessen salopp, aber thematisch passend formuliert, schlimmer als Hitler. Rechte Aktivisten stellen schon seit Monaten jede Löschung oder ihnen nicht sofort erklärliche Erscheinung auf den Plattformen in Zusammenhang mit dem Gesetz. Nun übernehmen ungezählte andere diese Erzählung.

                    Das Gesetz wird von vielen Seiten kritisiert, und es kann durchaus sein, dass es sich als ungeeignet oder sogar schädlich herausstellt. Aber einiges von dem, woran sich Kritiker stoßen, hat mit dem NetzDG nichts zu tun.

                    Kritisiert wird unter anderem, dass die Aufgabe, über die Grenzen der Meinungsfreiheit zu urteilen, von den Gerichten an private Unternehmen delegiert werde. Sie müssten nun ad hoc urteilen, ob ein Tweet rechtswidrig ist, und das, obwohl die Leute, die darüber entscheiden, gar nicht dafür ausgebildet sind und womöglich nicht einmal richtig deutsch sprechen, aber die Androhung einer Strafe von bis zu 50 Millionen Euro für den Fall einer Nichtlöschung im Rücken haben.

                    An dieser Argumentation ist fast alles falsch. Auch bisher schon mussten Netzwerke rechtswidrige Inhalte löschen – und das heißt auch: selbst entscheiden, welche Inhalte womöglich gegen geltendes Recht verstoßen. Grundlage dafür sind das Telemedien-Gesetz und der seit langem in der analogen Welt bestehende Grundsatz der Störerhaftung.

                    Das gilt auch für Online-Medien wie diese Seite hier. Wir von Übermedien haften für Kommentare, die andere Nutzer abgeben. Im Zweifel, wenn jemand etwa geltend macht, dass er darin unzulässig geschmäht wird, reicht es nicht, darauf zu verweisen, dass er erst einmal eine Gerichtsentscheidung vorweisen soll. Ab dem Moment, in dem der Betreiber einer Internetseite darauf hingewiesen wird, dass ein Kommentar rechtswidrig sei, ist er dafür verantwortlich, das zu überprüfen und den Kommentar gegebenenfalls zu löschen.

                    Auch das erfordert viele Ad-Hoc-Entscheidungen von Nicht-Juristen.

                    Natürlich haben diese Entscheidungen eine andere Brisanz, wenn sie nicht einzelne Homepages oder Online-Medien betreffen, sondern Plattformen, die Millionen Menschen nutzen, um mit und in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Voreilige Löschungen können hier wie eine Einschränkung der Meinungsfreiheit wirken. Umgekehrt hat aber auch die Nicht-Durchsetzung der Rechtslage eine besonders weitreichende Wirkung. Genau das wurde insbesondere Twitter in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen. Bei einem Monitoring Anfang 2017 stellte das Portal jugendschutz.net fest, dass nur jede hundertste Beschwerde von Nutzern gegen Hasskriminalität und andere strafbare Inhalte von Twitter gelöscht worden sei.

                    Der Vorwurf, dass nun irgendwelche schlecht ausgebildeten Leute im fernen Irland, die womöglich nicht einmal deutsch sprechen, diese Entscheidungen treffen, mag prinzipiell berechtigt sein. Aber gerade das soll das NetzDG verbessern: Es fordert von den Unternehmen unter anderem, ihre Mitarbeiter regelmäßig zu schulen und Berichte über die Löschungen vorzulegen. Bislang behandelten diese Unternehmen dieses ganze Thema weitgehend wie Betriebsgeheimnisse.

                    Und die viel zitierte, vermeintlich horrende Strafe von 50 Millionen Euro droht nicht, wenn ein einzelner gesetzeswidriger Beitrag nicht gelöscht wurde, sondern wenn ein Unternehmen kein funktionierendes System zum Melden und eventuellem Löschen solcher Beiträge etabliert.

                    Bemerkenswert ist, dass das Vorgehen vor allem von Twitter in den vergangenen Tagen, das anscheinend besonders übertrieben und erratisch gegen Beiträge vorgegangen ist, in fast allen Darstellungen zur Kritik am neuen Gesetz genutzt wird und nicht nur zur Kritik am Unternehmen. In einem Streitgespräch auf bild.de wies Justizminister Heiko Maas „Bild“-Chef-Chef Julian Reichelt heute früh darauf hin, dass das NetzDG schon deshalb nicht für die Sperrung des Accounts der Satire-Zeitschrift „Titanic“ verantwortlich sein kann, weil das Gesetz Account-Sperren gar nicht vorsieht. Reichelt beharrte dennoch darauf, dass die Falschauslegung des Gesetzes durch einen großen Internetkonzern nicht gegen den Konzern spricht, sondern gegen das Gesetz.

                    Die Diskussion fixiert sich auf das NetzDG als Schuldigen für alles – und es konzentriert sich dabei in einer Weise auf Maas als Buh-Mann, als hätte er allein das Gesetz verabschiedet. Oft unbeachtet bleibt dabei auch, dass sich Twitter selbst Ende vergangenen Jahres international neue Richtlinien und Abläufe gegeben hat, mit denen das Unternehmen verstärkt gegen Hass-Inhalte im Netz vorgehen will. Dabei ist die permanente Sperrung von Accounts ausdrücklich als Sanktion vorgesehen.

                    Doch in ihrem Anti-NetzDG-Furor erklären manche Journalisten sogar schon solche Haus-Regeln für unzulässig. „Welt am Sonntag“-Chefredakteur Peter Huth verweist in einem Kommentar darauf, dass die Staatsanwaltschaft ermittle, ob ein – von Twitter gelöschter – Tweet der AfD-Politikerin Beatrix von Storch den Straftatbestand der Volksverhetzung erfülle. Diese Frage dürfe „durch niemand anderen als die Justiz geklärt werden“, schreibt er. „Und solange sie nicht durch die Justiz geklärt ist, dürfen diese Grauzonen-Inhalte nicht aus dem Netz gelöscht werden. So schmerzlich und unerträglich das auch ist.“

                    Das ist eine erstaunlich radikale Forderung: Ein privates Unternehmen soll gezwungen werden, Inhalte auf seiner Plattform, die es für hetzerisch hält, nicht zu löschen. Twitter und Facebook müssten jede Beleidigung, jede rassistische Äußerung, alle Hassreden diesseits von „Juden ins Gas“-Äußerungen stehen lassen, bis jede einzelne von einem Gericht für strafbar erklärt wurde.

                    Huth schreibt: „Diese Firmen dürfen niemals Kontrolle über das erlangen, was gesagt werden darf und was nicht.“ Im Kontext bedeutet das: Diese Firmen dürfen niemals Kontrolle über das erlangen, was auf ihren eigenen Plattformen gesagt werden darf. Das ist absurd.

                    Und, wie gesagt, auch die Abschaffung des NetzDG würde daran nichts ändern, dass die Firmen strafbare Inhalte löschen müssen, wenn sie darauf hingewiesen werden.

                    Der Radikalismus, mit dem hier und an vielen anderen Stellen jetzt dafür plädiert wird, dass die Unternehmen keine eigene Verantwortung wahrnehmen sollen und dürfen für das, was auf ihren Plattformen passiert, ist besonders verblüffend, wenn man sich an die Diskussion der vergangenen Jahre erinnert. Da standen Facebook und Twitter vor allem in der Kritik, weil sie gerade nicht gegen solche Inhalte vorgingen.

                    Vor gut zwei Jahren stellte „Bild“ noch fest, dass „ekelhafte Postings, die gegen Flüchtlinge und Minderheiten hetzen“ „häufig nicht von Facebook gelöscht werden“ und fragte: „Warum bleiben so viele Ekel-Beiträge auf Facebook stehen?“

                    Heute geben sich der „Bild“-Chef-Chef und viele andere ganz empört, dass Facebook selbst entscheiden können soll, was „Ekel-Beiträge“ sind, und halten schon diese Tatsache für einen Skandal, der die Meinungsfreiheit bedroht. Reichelt, Huth und viele andere argumentieren auch, dass das NetzDG AfD-Politikern wie Beatrix von Storch die Möglichkeit gebe, sich als Märtyrer einer Zensur darzustellen. In Wahrheit sind es aber nicht zuletzt diese Journalisten und die von ihnen befeuerte Hysterie, die den AfD-Politikern diese Rolle verschaffen.

                    Die Regulierung von digitalen Netzwerken ist tatsächlich Neuland, und alle Gesetze, die negative Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit haben können, sind heikel. Es ist daher nicht nur legitim, sondern sogar notwendig, das NetzDG und seine Auswirkungen kritisch zu begleiten. Die besinnungslose Hetze der vergangenen Tage, die das Gesetz und den Justizminister für beinah alles Schlechte der digitalen Welt verantwortlich macht, ist aber kein konstruktiver Beitrag dazu.

                    Quelle: https://uebermedien.de/24310/der-uebertriebene-hass-auf-das-anti-hass-gesetz/

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  • Auf http://www.symptome.ch wurde eine Artikel von Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther veröffentlicht, worin es um Demenz bzw. Alzheimer geht.
    Ich habe schon vor Jahren den Film gesehen, den er erwähnt. Es wurden die Gehirne verschiedener verstorbener Personen untersucht, und man wunderte sich, warum die von Nonnen, die bis zuletzt aktiv und geistig fit waren, genau so kaputt aussahen wie die von schwer dementen Alzheimer-Patienten. Bis dahin (und wohl auch noch eine Weile weiter) wurde nur nach einem Mittel gesucht, wie man denn diese Ablagerungen / Zerstörungen verhindern könne.
    Bis dann doch ein paar Leute anders forschten .. ..
    Dr. Hüther schreibt also:

    „ .. in einer Vielzahl von Untersuchungen nachgewiesen werden konnte, dass das menschliche Gehirn bis ins hohe Alter in der Lage ist, neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufzubauen..“

    In der Lage, ja, aber ob es das auch tut .. .. ?

    „Der Abbau ist ein relativ einfacher Prozess. Der klappt immer. Der Wiederaufbau aber ist sehr kompliziert. Er klappt nur unter äußerst günstigen Bedingungen. .. .. Es ist ein Gefühl, das das Leben dieser Nonnen bestimmt. Die Mediziner, die sich mit der Frage befassen, was Menschen hilft, seltener krank und schneller wieder gesund zu werden, also ihre Selbstheilungskräfte und ihr neuroplastisches Potential optimal zu entfalten, nennen es „Kohärenzgefühl“. Damit eine Person dieses Kohärenzgefühl entwickeln kann, müsste sie all dass, was in ihrer jeweiligen Lebenswelt geschieht, als verstehbar, als gestaltbar und als sinnvoll erleben.“

    Nun ja, die Nonnen haben ja wohl einen festen Glauben, sonst wären sie nicht Nonne geworden in unserer Zeit, so weit also das Verstehen (wobei es keine Rolle spielt, ob es Gott wirklich in der Form gibt wie sie das verstehen). Und so wie sie gemeinsam an etwas arbeiten, kann ich mir gut vorstellen, dass das Leben gestaltbar und sinnvoll wirkt.

    Dr. Hüther schlägt also vor, unser Leben so zu verändern, dass wir uns als Gestalter erleben, andere einladen, ermutigen und inspirieren, uns gemeinsam auf den Weg zu machen. Einander helfen, die Freude am eigenen Entdecken und am gemeinsamen Gestalten wiederzufinden.
    Sagt sich so leicht, aber was entdecken und gestalten? Etwas sozusagen an den Haaren herbeiziehen, um nicht dement zu werden, wird sicher nicht klappen.

    Bewusstsein weiterentwickeln, sich seinen inneren Anteilen widmen, sie integrieren, ev. heilen was geht, dann andere dazu inspirieren, das könnte meines Erachtens eine gute Aufgabe sein. Falls es klappt mit dem eigenen Integrieren / Heilen und wenn man andere findet, die das auch wollen und man es so weitergeben kann .. ..

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    • Hallo liebe Veron 🙂

      Zitat: „Etwas sozusagen an den Haaren herbeiziehen, um nicht dement zu werden, wird sicher nicht klappen.“

      Das sehe ich auch so. Ich denke dass die Ursache der Demenz viel komplexer ist.
      Ich habe mich auf grund von Demenzerkrankungen in meiner und in der Familie meines Mannes schon oft gefragt, was wohl dazu führt.

      Meine bisherige Beobachtungen haben gezeigt, dass es in meinem Umfeld diejenigen betroffen hat, die – bewusst oder unbewusst – in sehr starren Grenzen gelebt und gedacht haben. Die stets vom Gedanken einer vermeintlichen Pflichterfüllung begleitet waren und sich sehr den gesellschaftlichen Normen untergeordnet haben (das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass man Alzheimer bekommt, wenn man sich anpasst … obwohl das manchmal … 😉 …).
      Kann es sein, dass das Gehirn bei mangelnden Anreizen irgendwann seine Tätigkeit zurückfährt?
      Ich habe mir auch schon überlegt, ob es evtl. auch an dem liegt was der Mensch seit Beginn der Industrialisierung alles aufnimmt.
      Oder ist es eine schräge Form eines Schutzmechanismus …. dass es, bevor etwas bewusst seelisch unerträglich schmerzhaft wird, unser Bewusstsein runterfährt?
      Vielleicht ist es eine Art von der Natur geschaffener Bypass um zum rechten Zeitpunkt aus dem bewussten Leben zu scheiden, wenn der Körper auf Grund von jahrelange Medikamenteneinnahme o.ä. um die Burg nicht abkratzen will.
      Aber für alles genannte gibt es wieder Gegenbeispiele – also komme ich da zu keinem befriedigenden Schluss, ausser dass Alzheimer nervig ist.

      LG

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      • Liebe Ignifer!

        Ich denke, dass ein aus dem Ruder laufender Schutzmechanismus beteiligt ist, wenn es eine richtig heftige Demenz wird. Wenn man weiß, dass jemand als Kind Krieg oder sonst was Schlimmes erlebt hat, ist es auch leicht diesen Schluss zu ziehen.
        Wenn man es nicht weiß, und es kann sogar sein, dass der Betroffene sich gar nicht erinnert, kann man lange rätseln, und dann gibt es ja noch so vieles, das sich „förderlich“ auf eine Demenz auswirkt, genetisches und giftiges .. ..

        Ich merke in der letzten Zeit, dass mein Gehirn offenbar oft nicht ausreichend versorgt wird (bedingt durch was Genetisches und vielleicht auch die langjährige Quecksilbervergiftung), und dann gibt es auch noch diesen inneren Typen mit dem großen Radiergummi – manchmal weiß ich, wenn ich einen Satz zu Ende gedacht habe, nicht mehr, wie er anfing und worum es eigentlich geht. Und manchmal nehme ich geradezu eine Art „Wusch“ wahr, und dann weiß ich nur mehr, dass da grad was war .. .. echt irritierend!

        Mangelnder Anreiz ist sicher auch nicht gut, ich denke, dass man dann aber eher allmählich geistig träge wird, nicht unbedingt dement.
        Nervig für die anderen? Kann ich mir gut vorstellen!

        Liebe Grüße
        Veron

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  • Eso-Täuschung: „Höheres Selbst“ ist nicht unser wahres göttliches Selbst!

    :https://www.youtube.com/watch?v=erbJt–qK78

    “ Das Höhere Selbst “ stellt den Geist des von GOTT “ abgetrennten Menschen “ dar…es “ schein-spiegelt “ Erleuchtung und Verbindung zu GOTTSCHÖPFER vor….

    so the Journey beginns…lg

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    • Hi Helmut

      Das war lustig .. ^^

      lg,

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    • Dieses Buch birgt Sprengstoff: Historisch-kritische Ausgabe rückt den Koran in ein neues Licht

      Progressive islamische Denker fordern seit langem, den Koran im Kontext seiner Entstehungszeit zu lesen und zu verstehen. Erstmals legt nun der tunesische Islamwissenschafter Abdelmajid Charfi eine historisch-kritische Koranausgabe vor.

      Annette Steinich

      Abdelmajid Charfi hat einen paradiesischen Arbeitsort. Die Akademie der Wissenschaften Beit al-Hikma, deren Präsident Charfi seit drei Jahren ist, liegt in Karthago direkt am Golf von Tunis. Ein prachtvoller Palast in türkisch-andalusischem Stil aus dem 19. Jahrhundert. Erst kommt der Tee, dann der Koran auf den Tisch, fünf dicke Bände in grossem Format. Der Titel ist Programm: «Der Koran-Text und seine Varianten».

      Charfi, emeritierter Professor für Islamwissenschaften der Universität Tunis, blättert durch die feinen Papierseiten und erklärt den Aufbau seiner Edition: «Oben steht der jeweilige Vers in der Kalligrafie des koranischen Textkorpus. Darunter folgt in Rot die Übersetzung in die arabische Schrift, wie wir sie heute verwenden. Und im dritten, hellgrauen Teil», der Herausgeber macht eine kurze Pause, «sind zu jedem Vers die Varianten mit Autor und Quelle verzeichnet.»

      Vom Kalifen begradigt

      In der Tradition der Muslime spricht Gott seinem letzten Propheten Mohammed seine Botschaft direkt ins Ohr. Der Prophet – er war Analphabet, und der Koran gilt allein schon deshalb wie auch seiner sprachlichen Schönheit wegen frommen Muslimen als Wunder – gibt seinen Begleitern den ihm von Gott eingegebenen Text mündlich weiter. Seine Sekretäre schreiben auf, was sie hören. Von Beginn an entstehen Kopien mit Varianten – für Mohammed selbst kein Problem, lebt seine Botschaft doch vom Gespräch mit der Gemeinde.

      Die Ausgabe ist ein absolutes Novum in der muslimischen Welt.

      Bereits zwanzig Jahre nach Mohammeds Tod beendet der dritte Kalif Othman den Streit um die Schrift. Er entscheidet, welche Verse aus dem Mund des Propheten stammen und damit gültig sind. Alle nicht zu seinem Kanon passenden Fassungen werden verboten und verbrannt. In dieser bis heute im grössten Teil der arabischen Welt als allein verbindlich geltenden Textgestalt wird der Koran erstmals 1924 von der Al-Azhar-Universität in Kairo gedruckt. Doch die Varianten überleben, werden zum Gegenstand literarischer Interpretationen und theologischer Diskussionen. In der neuen Edition von Charfi stehen sie nun neben der kanonisierten Fassung und rücken den bekannten Text in ein neues Licht.

      Vier Schichten

      Charfi hat biblische und jüdische Studien ausgewertet, aramäische und syrische Literatur, verbotene Manuskripte von Freunden des Propheten. Weil Textkritiker wie Archäologen in die Tiefe graben, bringt Charfi vier Schichten im Koran zum Vorschein: christliche Urtexte, muslimische Interpretationen dieses als unislamisch gebrandmarkten Erbes, Texte, die direkt Mohammed zugeschrieben werden, und schliesslich die nach seinem Tod 633 ergänzten Teile. Der Widerhall jüdischer und christlicher Ideengeschichte im Koran ist unüberhörbar.

      Zu fast allen Versen der 114 Suren gibt es Varianten. Nur die kurzen, leicht zu merkenden Suren aus der Zeit des Propheten in Mekka, also etwa fünf Prozent des gesamten Textes, sind in allen Überlieferungen identisch. Das ist das wesentliche Ergebnis von Charfis mehr als zehnjähriger Forschungsarbeit mit einem Team von zehn ehrenamtlich tätigen Wissenschaftern: Es gibt nicht die eine eindeutige heilige Schrift, sondern ein vielschichtiges Geflecht von Texten, die die Spuren ihrer eigenen Geschichte und des jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und religiösen Umfelds der Autoren in sich tragen.
      Ewige Wahrheiten und historische Kontexte

      «Die Varianten können rein formal sein oder inhaltlich bedeutsam», sagt der 76-Jährige vorsichtig. Dann wird er diplomatisch: «Wer sich mit den Varianten beschäftigt, erkennt, wie gefährlich die rein wörtliche Lektüre sein kann.» Die koranischen Verse könnten nicht auf alle Situationen unserer Gegenwart angewandt werden. Charfi sagt: «Die Offenbarung an den Propheten fand unter bestimmten historischen Bedingungen statt.»
      Verbotene Wahrheit

      Charfi ist gläubiger Muslim. Er hat nie einer Partei angehört, hat sich geweigert, Ex-Diktator Ben Ali im Wahlkampf zu unterstützen, und musste dafür vorzeitig seinen Dekanstuhl an der Universität von Tunis räumen. Danach werden seine Forschungsarbeiten zensiert und dürfen nicht veröffentlicht werden. Doch er gibt nicht auf, zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück und gründet eine Forschungsgruppe für sein Editionsprojekt. Gehalt gibt es keines. Die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung finanziert Archivreisen nach Jemen und nach Berlin. Schliesslich findet sich ein libanesischer Mäzen, der den aufwendigen, mehrfarbigen Druck in Rabat finanziert.

      Wie jedem wissenschaftlichen Editor ist Charfi klar: «Unsere Arbeit ist nicht fürs grosse Publikum bestimmt. Von unseren wissenschaftlichen Kollegen haben wir positive Rückmeldungen bekommen.» Doch während beispielsweise Kafka-Varianten vor allem Kafka-Forscher interessieren, ist dieser Fall ganz anders gelagert. Varianten im Koran können bedeutsam werden für 1,8 Milliarden Muslime weltweit. Charfi ist sich dessen bewusst.

      «Es gibt eine subversive prophetische Botschaft des Koran. Und es gibt auch im Islam institutionalisierte Religion, die Dogmen, Rituale und Konfessionen erschafft.»

      Ein Beispiel: In Sure 61:6 des kanonisierten Koran heisst es, dass Jesus einen ihm nachfolgenden Propheten namens Ahmed ankündigt. Für Muslime ist dies Mohammed, der letzte Prophet Gottes. Doch in Charfis Ausgabe findet sich dazu eine Variante, die keinen Namen enthält. In Saudiarabien wurde Charfis Ausgabe unmittelbar nach Erscheinen verboten. In Tunesien ist die Auflage mittlerweile ausverkauft.

      Dann nimmt das Gespräch eine politische Wendung: «Wir müssen aufhören, den Koran wortwörtlich zu nehmen», mahnt Charfi. Die Folgen einer solchen neuen Lesart des heiligen Buches sind enorm: «Es gibt eine subversive prophetische Botschaft des Koran. Und es gibt auch im Islam institutionalisierte Religion, die Dogmen, Rituale und Konfessionen erschafft.» Für den gläubigen Muslim heute heisst das: «Zurück zu den Quellen: Es gibt nichts Grösseres als Gott.»
      Rütteln an den Grundfesten

      «Das berührt die Grundfesten des Islam», sagt Jean Fontaine, katholischer Theologe und Leiter des Centre d’Études de Carthage in Tunis, das sich seit fast sechzig Jahren dem interreligiösen Dialog widmet. Wer mit ihm die Varianten studiert, dem stockt der Atem angesichts des sich weitenden Bedeutungshorizontes. Der für die muslimische Glaubensgemeinschaft konstitutive Satz in der 3. Sure, «Die wahre Religion vor Allah ist der Islam», ist in Charfis Ausgabe nur eine von mehreren Lesarten.

      Wer schützt den Koran vor sich selbst?

      Überliefert ist auch die Variante: «Die wahre Religion in den Augen Gottes ist der Hanifismus», also der Glaube Abrahams, des Urvaters aller monotheistischen Religionen (diese vorislamische Glaubensrichtung darf nicht mit dem Hanafismus, einer der vier sunnitischen Rechtsschulen, verwechselt werden). Ebenfalls in der 3. Sure ist die Rede von der «umma», der wahren von Gott gewollten Gemeinschaft, als die sich die Muslime verstehen. Doch in einer Variante heisst es «a’imma», das sind die besten Prediger, die Mohammed in seinen Jüngern sieht. «Die Islamisten werden Druck machen», sagt Fontaine.

      So sieht es auch die Berliner Arabistin Angelika Neuwirth. Sie hält die neue Ausgabe nicht nur für eine wissenschaftliche Pionierleistung, sondern auch für eine echte Mutprobe: «Die Salafisten möchten nicht wissen, dass der Koran eine irdische Geschichte hat.» Die Verse zur Gewalt zum Beispiel kämen nicht vom Himmel, sondern hätten einen konkreten historischen Kontext. Nur wer den kenne, verstehe den Koran richtig. Neuwirth sagt: «Der Koran ist kein Buch, sondern ein Event. Er trägt die Spuren der Debatten, die Mohammed mit seiner Gemeinde geführt hat, in sich.» Die tunesische Ausgabe mache den Koran richtigerweise lesbar als «Echoraum seiner Zeit».

      Tunesien ist das einzige Land der Region, in dem seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit dem Koran in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten stattfindet.

      Es geht Charfi, selbst die Bescheidenheit und Zurückhaltung in Person, um nichts Geringeres als eine Neudefinition des Stellenwerts, den der Koran im Islam hat. Laut Charfi und seiner Schule der historisch-kritischen Koranexegese ist der Koran zugleich göttlich inspiriert und in menschlicher Sprache überliefert, beeinflusst von Persönlichkeit und Lebensumständen des Propheten, seiner Kultur und Gemeinde. Wer das heute noch leugne, trenne die Religion vom Leben. Eine Zukunft hat der Islam laut Charfi nur, wenn der Koran im Einklang mit den Werten der Moderne, dem Respekt der universellen Menschenrechte neu gelesen wird.
      Bollwerk gegen den Wahhabismus

      Kritische Koranlektüre hat Tradition in Tunesien. Die 737 gegründete Universität Zitouna im Herzen der Altstadt von Tunis war bis zu ihrer Schliessung durch Staatsgründer Bourguiba ein internationales Zentrum des gemässigten Islam, ein Bollwerk gegen den Wahhabismus. Ein solcher Ort wissenschaftlicher innerislamischer Diskussion fehlt heute. Gleichzeitig ist Tunesien das einzige Land der Region, in dem seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit dem Koran in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten stattfindet und nicht wie andernorts von religiösen Einrichtungen dogmatisch monopolisiert wird.

      Der tunesische Weg stösst bei den arabischen Nachbarn nicht nur auf Wohlwollen. Jüngst haben die Glaubenshüter der Al-Azhar-Moschee in Kairo gedroht, Tunesien von der Liste der islamischen Länder zu streichen, wenn das Land mit seiner demokratischen Modernisierung «auf Kosten des Islam» so weitermache.

      Im letzten Sommer hat Staatspräsident Essebsi Charfi in die neu gegründete politische Kommission «Individuelle Freiheitsrechte und Gleichberechtigung» berufen. Dabei geht es auch um das Frauen benachteiligende Erbschaftsgesetz, seit Jahren ein Stein des Anstosses für Bürgergesellschaft und Menschenrechtler. Aber selbst liberale Abgeordnete wollten daran bisher nicht rütteln, weil die Regelung der Erbschaft wörtlich im Koran festgelegt und damit göttlicher Wille sei.

      Was, wenn Charfi diesem Urteil den koranischen Boden entzieht? Die politische Sprengkraft für die Regierungskoalition aus Säkularen und Islamisten ist in einem ohnehin angespannten gesellschaftlichen Klima so gross, dass die Kommission entschieden hat, ihren Bericht erst nach den Anfang Mai stattfindenden Kommunalwahlen zu veröffentlichen, den ersten in der Geschichte des Landes.

      Quelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/das-beruehrt-die-grundfesten-des-islam-ld.1365477

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  • Arthur Schopenhauer in „Die Welt als Wille und Vorstellung“ über den Koran:“…Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können.“

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      • Mario Rönsch, Eigentümer der Seite Anonymousnews ist erledigt!
        Deutsche Ermittler nehmen untergetauchten Rechtsextremen in Budapest fest

        Nach jahrelanger Jagd haben deutsche Ermittler Mario Rönsch verhaftet.
        Er soll die Hetzseiten Anonymous.Kollektiv und Anonymousnews.ru betrieben haben.
        Sie verbreiteten rechte Propaganda, die Millionen Menschen erreichte.
        Rönsch steckte mutmaßlich hinter dem Online-Shop „Migrantenschreck“, der Hunderten Deutschen illegale Schusswaffen verkaufte.

        Von Max Hoppenstedt, Simon Hurtz, Daniel Mützel, Sebastian Pittelkow und Katja Riedel

        Mittwochmorgen, 5:59 Uhr im vornehmen Budapester Stadtteil Pasarét: Beamte der ungarischen Antiterroreinheit TÉK stürmen eine Altbauwohnung im Haus mit der Nummer 4, unweit der malaysischen Botschaft. Hinter den ungarischen Beamten mit kugelsicheren Westen folgen Ermittler des Berliner LKA. In der Wohnung hält sich ein Mann auf, der zu Deutschlands meistgesuchten Rechtsextremen zählt. Die Beamten haben Mario Rönsch verhaftet. Es ist das Ende einer Jagd, die mehr als zwei Jahre angedauert hat.

        Nach Recherchen von Motherboard, NDR, WDR und SZ ist die Staatsanwaltschaft Berlin überzeugt, dass Rönsch den rechten Waffenhandel „Migrantenschreck“ betrieben hat. In dem Online-Shop, der seine Waffen als „Verteidigung“ gegen „Ficki-Ficki-Fachkräfte“ bewarb, deckten sich Hunderte Deutsche mit Schusswaffen ein. Staatsanwältin Susann Wettley nennt das Ausmaß der Waffenverkäufe „erschreckend“. Rönsch habe mit seiner Botschaft „scheinbar unbescholtene Bürger“ erreicht.

        Migrantenschreck „Ich will ja keine Flüchtlinge töten. Es geht um einen Denkzettel“
        „Ich will ja keine Flüchtlinge töten. Es geht um einen Denkzettel“
        Hunderte Deutsche haben bei „Migrantenschreck“ illegal Schusswaffen bestellt. Wir haben ein Dutzend besucht – und nicht nur Wutbürger getroffen. Von Max Hoppenstedt, Simon Hurtz und Daniel Mützel mehr …

        Der 34-jährige Erfurter soll außerdem zwei der größten deutschen Hetzseiten betrieben haben: zunächst die berüchtigte Facebook-Seite „Anonymous.Kollektiv“ (AK), die mit rassistischen Posts und Verschwörungstheorien fast zwei Millionen Likes sammelte; später die Fake-News-Schleuder „Anonymousnews.ru“ (AN), deren Beiträge Millionen Leser erreichten. Zahlreiche Indizien, die SZ und Motherboard vorliegen, sprechen dafür, dass Rönsch tatsächlich hinter den Seiten steckt. Dazu zählen Aussagen von Weggefährten, E-Mails und interne Screenshots aus dem Administratorenbereich von AK sowie Registrierungsdaten der Webseite Migrantenschreck.

        Im Netz waren Migrantenschreck und AK allgegenwärtig, doch Rönsch selbst blieb lange ein Phantom. Als ihn die Staatsanwaltschaft Erfurt Anfang 2016 zur Fahndung ausschrieb, tauchte er unter und setzte sich nach Budapest ab. Dort wechselte er mehrfach seine Adressen und narrte die deutschen Ermittler. Migrantenschreck verkaufte in dieser Zeit Waffen im Wert von mehr als 100 000 Euro, Millionen Deutsche lasen die rassistischen Falschmeldungen der Anonymous-Seiten. Nach Jahren der Flucht beginnt mit der Verhaftung nun ein neues Kapitel der Akte Rönsch.

        Bitte hier weiterlesen -> http://www.sueddeutsche.de/digital/mario-roensch-deutsche-ermittler-nehmen-untergetauchten-rechtsextremen-in-budapest-fest-1.3923465

        Video: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-19-uhr/180328-rechtsextremist-in-ungarn-verhaftet-100.html

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        • Es hat sich ausgerönscht ..

          Mutmaßlicher Betreiber von Migrantenschreck und größter deutscher Hetzseite festgenommen

          Ein 34-jähriger Erfurter soll zwei der wichtigsten rechtsextremen Online-Portale Deutschlands betrieben haben. Zwei Jahre lang versteckte er sich in Budapest vor der deutschen Polizei. Wir waren bei seiner Festnahme dabei.

          Mittwochmorgen 5:59 Uhr im vornehmen Budapester Stadtteil Pasarét: Spezialkräfte der ungarischen Antiterroreinheit TÉK stürmen eine Altbauwohnung im Haus mit der Nummer 4, keinen Steinwurf von der malaysischen Botschaft entfernt. Unmittelbar hinter den ungarischen Beamten mit kugelsicheren Westen folgen Ermittler des Berliner LKA. Denn der Verdächtige, der hier festgenommen wird, soll einer von Deutschlands meistgesuchten Rechtsextremen sein: Mario Rönsch. Es ist das Ende einer über zwei Jahre andauernden Jagd.

          Nach Recherchen von Motherboard, NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hält die Staatsanwaltschaft Berlin Rönsch für den Betreiber des rechten Waffenhandels „Migrantenschreck“. Der Vorwurf: Rönsch soll in 193 Fällen Waffen an deutsche Kunden verschickt haben. In dem Online-Shop, der seine Waffen als „Verteidigung“ gegen „Ficki-Ficki-Fachkräfte“ bewirbt, deckten sich Hunderte Deutsche mit Schusswaffen ein. Die Berliner Staatsanwältin Susann Wettley spricht von einem „erschreckenden Ausmaß“ der Waffenverkäufe, insbesondere weil Rönsch mit seinem Shop „scheinbar unbescholtene Bürger“ erreicht habe.

          Außerdem soll der 34-jährige Erfurter zwei der größten deutschen Hetzseiten betrieben haben: zunächst die berüchtigte Facebook-Seite Anonymous.Kollektiv, die mit rassistischen Posts und Verschwörungstheorien fast zwei Millionen Likes sammelte; später die Fake-News-Schleuder Anonymousnews.ru, deren Beiträge allein im Februar mehr als 400.000 Mal auf Facebook geteilt, gelikt und kommentiert wurden. Dass Rönsch tatsächlich hinter den Seiten steckt, dafür sprechen zahlreiche Indizien, die SZ und Motherboard vorliegen. Darunter Aussagen von Weggefährten, E-Mails und interne Screenshots aus dem Administratorenbereich von Anonymous.Kollektiv und Migrantenschreck.

          Im Netz sind „Migrantenschreck“ und „Anonymous.Kollektiv“ allgegenwärtig, doch Rönsch selbst bleibt ein Phantom. Schon Anfang 2016 soll er untergetaucht sein und sich nach Budapest abgesetzt haben. Trotz der zahlreichen Beweise, die auch die Staatsanwaltschaft kennt, bleibt Rönsch jahrelang unbehelligt. Mehrfach wechselt er seitdem Adressen und narrt die deutschen Ermittler. Migrantenschreck soll in dieser Zeit Waffen im Wert von mehr als 100.000 Euro verkauft haben, Hunderttausende Deutsche lesen die rassistischen Falschmeldungen der Anonymous-Seiten.

          März 2014: Mario Rönsch beginnt seine politische Karriere bei „Mahnwachen für den Frieden“

          „Ich find’s traurig, dass ich mittlerweile schon russisches Staatsfernsehen gucken muss, damit ich mich objektiv informieren kann.“ Mario Rönsch tritt im Mai 2014 auf einer der von ihm mitorganisierten Mahnwachen für den Frieden in Erfurt auf; später redet hier auch Jürgen Elsässer | Screenshot aus einem YouTube der Montagsdemo Erfurt

          Im März 2014 tritt Mario Rönsch bei den sogenannten Montagsmahnwachen in Berlin als Redner auf. Hier versammelt sich Woche für Woche eine Mischung aus linken Friedensaktivisten, antisemitischen Verschwörungstheoretikern und Russlandfreunden – es ist der Beginn der Querfront-Bewegung, die in den folgenden Wochen in ganz Deutschland Anhänger findet. „Hallo, ich bin der Mario“, ruft Rönsch ins Mikro vor dem Brandenburger Tor. Es folgt eine Wutrede gegen die US-amerikanische Geld- und Wirtschaftspolitik: „Früher war ich Banker, heute bin ich Vollzeitaktivist.“ Seine Zuhörer jubeln ihm zu.

          Schnell entwickelt sich die Facebook-Seite Anonymous.Kollektiv (AK) zum Sprachrohr und zur wichtigsten Werbeplattform der sogenannten „Mahnwachen für den Frieden“. Mit dem Hacker-Kollektiv Anonymous hat die Seite nur den Namen gemein. Nur vorgeblich geht es AK um Meinungsfreiheit und Protest gegen Internetzensur. Tatsächlich machen die Betreiber Stimmung gegen Flüchtlinge, Muslime und das „BRD-System“. Zu diesem Zeitpunkt verzeichnet die Seite 400.000 Likes, später werden es knapp zwei Millionen sein.

          Beamte der ungarischen Spezialeinheit TÉK bringen nach dem Zugriff die Ramme, mit der sie das Wohnhaus von Rönsch gestürmt haben, zurück zu ihrem Einsatzwagen | Bild: Michael Körner | Motherboard

          Rönsch selbst bleibt im Hintergrund, offiziell will er nichts mit AK zu tun haben. Zu diesem Zeitpunkt achtet er noch penibel darauf, seine Rolle in der neurechten Szene geheim zu halten. Journalisten, die behaupten, Rönsch betreibe die Facebook-Seite, lässt er abmahnen. Motherboard und andere Medien kassieren Unterlassungserklärungen.

          Die Vorgeschichte: Wie Mario Rönsch vor Gericht gegen Motherboard vorging

          Ermittlungen gegen die Hintermänner verlaufen im Sande, weil die Behörden nicht wissen, wie sie die Administratoren der Seite ermitteln sollen. Nachdem der Grünen-Politiker Volker Beck Anzeige gegen den Seitenbetreiber wegen Volksverhetzung und Verleumdung erstattet, schreibt die Staatsanwaltschaft Erfurt Rönsch Anfang 2016 zur Fahndung aus – ohne Erfolg: Rönsch hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits nach Ungarn abgesetzt. Monate später wird Motherboard und der SZ ein Screenshot zugespielt, der den internen Administratoren-Bereich von AK zeigt. Einer der drei Namen dort: Mario Rönsch.
          2015: Rönsch arbeitet mit dem Compact-Magazin zusammen und radikalisiert sich

          Mario Rönsch drängt sich bei einer AfD-Demonstration im Oktober 2015 vor das Mikrofon von Dunja Hayali | Screenshot: ZDF Morgenmagazin

          Lange bevor Rönsch auf dem Radar deutscher Ermittler auftaucht, arrangiert er eine lukrative Kooperation mit Kameraden aus dem rechten Spektrum. Im Jahr 2015 beginnt er für das islam- und fremdenfeindliche Compact-Magazin zu arbeiten, eine der wichtigsten Publikationen der Neuen Rechten. „Er kam als Fan zu uns, hat dann seine Hilfe angeboten und sich langsam reingearbeitet“, sagt ein leitender Mitarbeiter aus dem dahinter stehenden Verlag, der viel mit Rönsch zu tun hatte. Rönsch unterstützt das Magazin als freier Mitarbeiter und steigt zum Verantwortlichen für das Online-Marketing auf. Regelmäßig bekomme er mehr als 1.000 Euro im Monat für seine Dienste überwiesen, bestätigen Compact-Kreise entsprechende im Netz veröffentlichte Screenshots. Nahezu täglich verbreitet AK jetzt auf Facebook Compact-Artikel und fordert Nutzer auf, Abos abzuschließen.

          Währenddessen werden die Inhalte auf AK immer extremer. „Er hat sich immer weiter radikalisiert“, sagt ein hochrangiger Compact-Mitarbeiter. Das zeigt vor allem ein neues Projekt von Rönsch. Anfang Mai 2016 wird der Webshop Migrantenschreck auf eine Erfurter Adresse und den Namen „Mario Roensch“ registriert. Die Seite ruft offen dazu auf, die dort angebotenen Waffen gegen Flüchtlinge einzusetzen. Die Gaspistolen und -gewehre, die in Deutschland illegal sind, werden unter anderem als „Meinungsverstärker gegen rotzfreche Antifanten“ beworben.

          Mai 2016: Facebook sperrt Anonymous.Kollektiv, kurz darauf startet das Nachfolgeprojekt Anonymousnews.ru

          Im Mai 2016 beendet Compact die Zusammenarbeit mit Rönsch, „weil wir jede Form von Gewalt in politischer Auseinandersetzung ablehnen“. So schreibt es zumindest Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer in seinem Magazin. Warum es wirklich zum Bruch zwischen Compact und Rönsch kam, bleibt unklar. Ehemalige Weggefährten stellen Rönsch als schwierigen, egomanischen Typ dar, der seine Partner regelmäßig vor den Kopf stoße.

          Zum Krach mit Compact kommt Ärger mit Facebook hinzu: AK wird auf der Plattform gesperrt, und der mutmaßliche Betreiber Rönsch verliert auf einen Schlag ein Millionenpublikum. Unmittelbar darauf startet als Nachfolgeprojekt Anonymousnews.ru (AN), ein Blog, der sich „als scharfes Schwert gegen die systematische Manipulation, Propaganda und Volksverdummung durch den politisch-medialen Komplex“ versteht. Tatsächlich verbreitet die Seite Falschmeldungen, Rassismus und Verschwörungstheorien.

          Auch ohne eigene Facebook-Präsenz wächst die Seite rasant und etabliert sich in der rechten Szene. Die teils dreist von anderen Medien kopierten, teils schlampig verfassten Texte finden dankbare Leser und verbreiten sich viral. Glaubt man den Angaben von AN, werden die Inhalte im Jahr 2017 mehr als 13 Millionen Mal aufgerufen, fast 4,5 Millionen Menschen sollen die Seite besucht haben. Angesichts der Resonanz in sozialen Medien scheint diese Zahl realistisch. Im Februar erzielte die Seite mehr Facebook-Interaktionen als Tagesschau, ZDF Heute oder die NZZ. Der Analysedienst Similarweb geht allein für diesen Monat von mehr als 1,4 Millionen Besuchen aus.
          Mit solchen Posts bewirbt AN auf dem russischen Netzwerk VK das Angebot von Migrantenschreck. Parallel schürt die Seite Angst mit Gerüchten und Verschwörungstheorien | Screenshot: Facebook | Collage: Motherboard

          Den Aufstieg von AN erlebt Rönsch in Budapest. Ob er nach Ungarn geflüchtet ist, weil er erfährt, dass nach ihm gefahndet wird, oder ob er schon immer mal an der Donau leben wollte, ist unklar. Fest steht: Rund 800 Kilometer von Erfurt und Berlin entfernt, wo Staatsanwälte gegen ihn ermitteln, scheint er sich vor dem Zugriff deutscher Behörden sicher zu fühlen. Er bezieht mit seiner Freundin eine herrschaftliche Wohnung, berichten Leute, die ihn in dieser Zeit besucht haben. Laut Staatsanwaltschaft besitzt Rönsch auch mehrere Grundstücke und Wohnungen in seiner neuen Wahlheimat.

          Oktober 2016: Der Onlineshop „Migrantenschreck“ verkauft zahlreiche illegale Waffen an besorgte Bürger
          Eine der Waffen, die der Frankfurter Zoll im Januar bei Razzien sicherstellte | Bild: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt

          In Ungarn verdient der mutmaßliche Betreiber von Migrantenschreck an der Angst, die er verbreitet. Jahrelang hetzte Anonymous.Kollektiv gegen „kriminelle Flüchtlinge“, regelmäßig warnt die Nachfolgeseite Anonymousnews.ru vor „vergewaltigenden Migrantenhorden“. Wer sich von der Panikmache anstecken lässt, dem bietet Migrantenschreck seit Anfang Mai 2016 Waffen an. „Wenn Sie sich nicht gefallen lassen wollen, dass Ihre Stadt zum gesetzlosen Tummelplatz von Asylforderern wird, wenn Sie Ihre Frauen schützen und Ihre Fußgängerzonen zugänglich halten wollen – dann handeln Sie jetzt!“, ruft der Waffenshop zum Kauf seiner Ware auf.

          Menschen aus einem Dutzend Ländern, darunter Hunderte Deutsche, bestellen Gewehre, Pistolen, Revolver und Munition. Allein im Oktober 2016 setzt Migrantenschreck mehr als 35.000 Euro um. Das zeigt ein interner Screenshot des Webshops, der SZ und Motherboard vorliegt. „Brachiale 140 Joule Mündungsenergie befördern die 19,3 mm Hartgummigeschosse ohne Umwege ins Ziel und lassen jeden Angreifer alt aussehen“, wirbt Migrantenschreck für das „Präzisionsgewehr Deluxe“. Das reicht, um Menschen tödlich zu verletzen. Für die Kunden bedeutet das potentiell: Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Ermittler glauben, dass dem Betreiber der Seite klar gewesen sei, wie gefährlich die Waffen sein können. „Dem Verkäufer war die hohe Energieleistung der Waffen und die damit einhergehende Gefährlichkeit aus unserer Sicht bewusst“, sagt Staatsanwältin Wettley

          „Einfach, schnell und diskret – das ist das Motto von Migrantenschreck“, heißt es auf der Webseite. Einfach und schnell mag die Abwicklung sein, diskret ist sie nicht. Der Betreiber der Seite begeht schwere Fehler. Eine gravierende Schwachstelle gibt Dritten Zugriff auf die Datenbank der Bestellungen und Käufer, eine Passwortliste mit dem Namen „Zugangsdaten.txt“ konnte zeitweise mit einer einfachen Google-Suche gefunden werden. Die Kundendaten gelangen in die Hände von mehreren Staatsanwälten und Verfassungsschützern.

          Sie werden auch Journalisten zugespielt. Zeit Online und auch ein Rechercheteam von Motherboard und SZ besuchen ein Dutzend Migrantenschreck-Kunden in ganz Deutschland: Männer und Frauen, Junge und Alte, Arbeiter und Akademiker, FDP-Wähler und AfD-Mitglieder. Ein Ex-Polizist erzählt, er habe sich über die Seite einen Ersatz für seine Dienstwaffe besorgt. Eine alleinerziehende Mutter sagt, sie wolle mit der Waffe ihr kleines Kind vor Flüchtlingen schützen – obwohl sie noch nie schlechte Erfahrungen mit Zugewanderten gemacht habe. Einige sind wütend auf die Politik, andere fühlen sich benachteiligt, wieder andere sind verängstigt. Ein Kfz-Mechaniker aus dem Berliner Umland sagt: „Ich will ja keine Flüchtlinge töten. Es geht um einen Denkzettel.“
          Januar 2017: Die Polizei besucht Kunden von Migrantenschreck – kurze Zeit später bietet „Patriotenshop“ die gleichen Waffen an

          Anfang 2017 bekommen die ersten Besteller nicht nur Besuch von Journalisten, sondern auch von Uniformierten. Mehrere Razzien folgen, die Gerichtsverfahren laufen teilweise noch. Bis heute werden immer wieder Waffenkäufer verurteilt. Die Seite Migrantenschreck wählt indes einen Ausweg, der den meisten Kunden verwehrt bleibt: Sie verschwindet spurlos. Auf dem russischen Netzwerk VK postet Rönsch ein Foto, das ihn an der Schwarzmeerküste der Krim zeigen soll. Er grinst in die Kamera und kommentiert das Bild mit: „Viele Grüße aus Jalta! Merkel: Fuck u!“

          Deutsche Ermittler halten das für ein Ablenkungsmanöver. Sie gehen davon aus, dass Rönsch Ungarn nie verlassen hat. Im Juli 2017 taucht ein neuer Waffenshop im Internet auf, der Migrantenschreck optisch ähnelt und die gleichen Waffen im Sortiment hat: Der „Patriotenshop“ verspricht, Waffen „ohne bürokratische Hürden“ unter anderem nach Deutschland verschicken zu können. Im Impressum ist eine noble Züricher Adresse angegeben, vor Ort findet man jedoch weder Klingelschild noch Briefkasten. Die Seite ist bis heute online.
          An dieser noblen Adresse in Zürich soll ‚Patriotenshop‘ laut Impressum seinen Sitz haben. Vor Ort finden sich allerdings keinerlei Hinweise auf die Seite | Bild: Max Hoppenstedt

          Auch AN verbreitet bis zuletzt weiter fremdenfeindliche und antisemitische Inhalte. In einem Newsletter behauptet die Seite, Flüchtlinge erhielten „Luxus-Häuser“ und „die Juden“ übernähmen die Macht im Kanzleramt, weil der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Jörg Kukies nun als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium arbeitet. Außerdem fällt seit dem Bundestagswahlkampf auf, dass Rönsch im Kontakt zu AfD-Mitgliedern stehen muss. So verbreitete er etwa kurz vor der Bundestagswahl das im rechten Flügel der Partei nur im kleinen Kreis bekannte Gerücht, dass die inzwischen aus der AfD ausgetretene Frauke Petry im Kanzleramt vorstellig gewesen sei, um eine Spaltung der Partei vorzubereiten.

          Der AN-Newsletter enthält auch Werbung für Bücher und andere Produkte aus dem Onlineshop des Kopp-Verlags. Es handelt sich um sogenannte Affiliate-Links aus dem Kopp-Partnerprogramm. Wenn Kunden über diesen Link bei Kopp bestellen, erhält AN einen kleinen Teil des Kaufpreises. Später verschwinden die Links, und AN behauptet, dass Kopp die Finanzierung beendet habe. Verleger Jochen Kopp bestreitet auf Anfrage, dass er oder der Verlag jemals „einen Newsletter von irgendjemand“ finanziert hätten. Warum AN Kopp-Partnerlinks verbreitet, bleibt offen.
          März 2018: Zugriff in Budapest
          In diesem Wohnhaus im Budapester Stadtteil Pasarét fand der Zugriff statt. Auf der Klingel taucht der Name Rönsch nicht auf | Bild: Michael Körner | Motherboard

          Im November 2016 fährt ein leitender Mitarbeiter des Compact-Magazins von seinem Büro im brandenburgischen Werder nach Berlin-Tempelhof. Nach eigenen Angaben packt er beim LKA Berlin ausführlich gegen Mario Rönsch aus.

          Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss den Ermittlern klar sein, dass Migrantenschreck in großem Stil illegale und potenziell tödliche Waffen verschickt. Monate später beginnen in Deutschland die ersten Razzien gegen die Kunden, während der Verkäufer der Waffen weiter frei in Budapest herumläuft.

          Warum es bei den Ermittlungen zu Verzögerungen kommt, erklärt die ermittelnde Berliner Staatsanwältin Susann Wettley unter anderem mit der abweichenden Rechtslage in Ungarn. Die Gaspistolen und -gewehre, die auf Migrantenschreck angeboten wurden, sind nach deutschem Waffenrecht verboten. In Ungarn dagegen kann man sie legal erwerben und besitzen. Migrantenschreck konnte die Ware bei der ungarischen Waffenschmiede Keserű kaufen und für das Doppelte anbieten, ohne mit dem ungarischen Gesetz in Konflikt zu geraten. Dass die Waffen massenhaft und mit enormem Gewinn illegal nach Deutschland weitervekauft wurden, war für die örtlichen Behörden lange Zeit kein Grund einzugreifen.
          Mario Rönsch wird nach der Razzia von ungarischen Beamten abgeführt. Auf unsere Frage, ob er Migrantenschreck und Anonymous.Kollektiv betrieben habe, antwortet er nicht | Bild: Michael Körner | Motherboard

          Am Ende werden Rönsch nicht nur seine mutmaßlichen Waffendeals zum Verhängnis, sondern wohl auch eine kreative Buchführung. Laut der Berliner Staatsanwaltschaft nutzt Rönsch mehrere Konten, um das Geld aus den Migrantenschreck-Verkäufen zu verschleiern. Da Wettleys Ermittlerteam nachweisen kann, dass die Einkünfte aus illegalen Quellen stammen, ergibt sich für die ungarische Staatsanwaltschaft zusätzlich der Verdacht auf Geldwäsche. Während Wettley akribisch weiter Beweise sammelt und bereits die Anklage vorbereitet, mobilisieren die ungarischen Kollegen vor Ort immer mehr Kräfte. Sie observieren Rönsch, folgen ihm bis in die Kleinstadt Barcs an der kroatischen Grenze, wo er ein Haus besitzt, schicken aktuelle Fotos von Rönsch per E-Mail nach Berlin, und versichern noch am Tag vor der Razzia: „Keine Sorge, wir haben ihn.“ Dann greifen sie zu.

          Derzeit sitzt Rönsch in Untersuchungshaft in Ungarn und wird verhört. Die Anklageschrift der Berliner Staatsanwaltschaft ist bereits vorbereitet. Bei einer Verurteilung droht Rönsch für den Waffenhandel mindestens sechs Monate und höchstens fünf Jahre Haft. Bis er von Berliner Polizisten nach Deutschland zurückgebracht wird, dürften Wettley zufolge nur wenige Wochen vergehen. Ob sie sich Sorgen macht, dass bei der Auslieferung nach Deutschland etwas schiefläuft? Überhaupt nicht, gibt sich die Staatsanwältin siegessicher, und witzelt: „Wenn deutsche Behörden den Puigdemont ausliefern, können die Ungarn den Rönsch ausliefern.“

          Update (28.3.2018, 11:35 Uhr): Wir haben den Text um weitere Zitate der Staatsanwältin ergänzt. Außerdem haben wir das Strafmaß, das Rönsch droht, hinzugefügt. In einer früheren Version des Textes hieß es, dass Rönsch 33 Jahre alt ist, tatsächlich ist er inzwischen bereits 34 Jahre alt.

          Redaktionelle Mitarbeit: Silvio Duwe

          Quelle: https://motherboard.vice.com/de/article/9kgazz/mutmasslicher-betreiber-von-migrantenschreck-und-grosster-deutscher-hetzseite-festgenommen

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          • Ungeduld und Druck funktionieren nicht, was dann?

            Gabriele Rudolph·Samstag, 31. März 2018

            Kennst du das: Wenn ein Mensch vor einer wichtigen Entscheidung steht oder vor einem scheinbar unlösbaren Problem, tendiert er dazu, in das zu gehen, was ich das „hilflose, überforderte Kind“ nenne.
            Das heißt, er identifiziert sich mit einer Kindheitserinnerung anstatt mit dem Erwachsenen bzw. der Stille, die er in Wirklichkeit ist.

            Und so wirst du auch (scheinbar) immer mehr zu einem hilflosen Kind, verlierst die Distanz zu den Gefühlen und kannst dich deshalb nicht mehr liebevoll begleiten und halten. Stattdessen wirst du von ihnen überwältigt und in Besitz genommen. Du fühlst dich ausgeliefert und ohnmächtig und kämpfst gleichzeitig gegen all diese Gefühle an.

            Man könnte sagen, du steckst in einem Konflikt fest oder triffst – ganz schnell – genau die falschen Entscheidungen, um diesem unangenehmen Zustand zu entkommen bzw. weil du nicht wahrhaben willst, was da gerade in dir oder um dich herum abläuft. Vermutlich möchtest du die Kontrolle über die Situation behalten bzw. bekommen, willst klar sein oder stark erscheinen.
            Aber bist du das gerade wirklich?
            Nun, das lässt sich leicht herausfinden: Wenn du Druck verspürst, dann bist du es nicht. Dann hast du dich mit dem hilflos-ausgelieferten inneren Kind bzw. dem inneren Antreiber identifiziert und bekämpfst zugleich die damit verbundenen Gefühle.
            Anders ausgedrückt: Wenn Druck oder Angst in uns erscheint, tobt ein innerer Konflikt in uns, den wir nicht haben wollen.

            Tatsächlich ist das häufig so, oder?

            Es ist auch nicht der innere Konflikt, der das scheinbare Problem darstellt, sondern dass wir diesen nicht haben wollen bzw. dass wir dem Gedanken glauben, jemand zu sein, der die Wahl hat. Denn, meine Erfahrung ist die, dass in dem Moment, in dem ich einfach nur anerkenne, dass es einen Konflikt gibt, und ich ihn gerade nicht lösen kann, ja, dass es zutiefst menschlich ist, dass immer wieder Anteile in mir gegeneinander kämpfen, entspannt es sich sofort.
            Wenn ich dem Konflikt also erlaube, da zu sein, entspannt sich der Körpergeist wieder und vor allem ist dann auch die Wahrnehmung wieder klarer. Denn ein Konflikt ist nichts anderes als die Bitte verschiedener Teile in uns, wahrgenommen und anerkannt zu werden – aus der Stille. Und wenn wir sie und die dazugehörigen Gefühle und Bedürfnisse mitfühlend fühlen, hören und anerkennen, kann eine Entscheidung entstehen, die wirklich stimmt, die ganz ist und hinter der wir auch wirklich mit Freude stehen können – anstatt mit Gewalt und Druck vorzugehen und hinterher, wenn alles in Schutt und Asche liegt, zu merken, dass da etwas in uns ist, dass genau das gar nicht wollte.

            In anderen Worten: Stärke und Klarheit entstehen ganz von selbst, wenn wir MIT unseren Konflikten sind, anstatt IN ihnen steckenzubleiben bzw. uns mit ihnen zu identifizieren. Nun fiel mir das oft echt schwer, MIT einem Konflikt zu sein, ihn nicht schnell wegzumachen und auch den Druck einfach nur wahrzunehmen.

            Puuuhh!

            Das schien nämlich gar nicht so ohne – vor allem, wenn es um wirklich wichtige Entscheidungen ging und das Köpfchen natürlich meinte, es ginge um Leben und Tod und ICH müsse nun ganz schnell eine Entscheidung treffen.

            Denn: Wer oder was handelt, hält, löst bzw. ist mit einem Konflikt?

            Nun, auf jeden Fall nicht das kleine Ich. Das ist wirklich überfordert. Sondern Das, was ich Stille nenne. Das, was ich wirklich bin – und du auch. Aus der Stille ist jeder Konflikt gehalten. Und in diesem Halten haben endlich alle Stimmen, Gefühle, Bedürfnisse und Konflikte in uns Raum, werden gehört und gefühlt – nicht übergangen oder weggemacht.
            Wenn deine Aufmerksamkeit in der Stille ist, ordnet sich auch alles, was sich losgerissen hat, wie von selbst. Ich habe das oft so erlebt, wie wenn es sich setzt, es wird ruhig, und plötzlich erscheint alles sehr klar. Und jede daraus entstehende Entscheidung ist dann voller Kraft und Freude.
            Denn sie entspricht mir bzw. dir wirklich – voll und ganz. Und sie ist gewöhnlich auch sehr nachhaltig.
            Schön, oder?

            (aus: “Das innere Kind und die Stille” von Gabriele Rudolph, mehr dazu unter http://www.einfachnursein.de)

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          • Backing hitler ..

            Holocaust – Die Lüge von den ahnungslosen Deutschen
            von Bericht: Volker Steinhoff

            Es gibt einen Ort, der in Deutschland sofort Kontroversen auslöst, sofort Ablehnung oder Schuldgefühle weckt, einen Ort, von dem man annehmen könnte, dass alle ihn kennen: Auschwitz. Doch jeder fünfte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren hat davon noch nichts gehört. Das ist der eine Teil der Wirklichkeit. Der andere: Viele von denjenigen, die mit Sicherheit etwas über die Vernichtung der rund sechs Millionen Juden und über den tödlichen Terror gegen andere Minderheiten wussten, behaupten bis heute, davon damals nichts gehört zu haben. Auschwitz war weit weg, irgendwo im Osten. Die Wirklichkeit ist aber auch hier noch eine andere. Die meisten Menschen wurden nicht in Auschwitz, sondern in einem der vielen anderen Lager umgebracht. Tausende davon gab es auch in Deutschland. Der Mord geschah also auch in der Nachbarschaft.

            Holocaust – Die Lüge von den ahnungslosen Deutschen

            „Vom Holocaust haben wir nichts gewusst“. Die Nachkriegs-Ausrede vieler Deutscher: eine Lebenslüge. Das weist der US-Historiker Robert Gellately in seiner neuen Studie „Backing Hitler“ nach.

            Das KZ in Neuengamme bei Hamburg, vor knapp sechzig Jahren Ort eines bestialischen Verbrechens. Die Nazis ermordeten hier über 50.000 Menschen, direkt neben dem Dorf. Wladimir Ostapenko, ein Überlebender des KZ Neuengamme erinnnert sich: „Jede Wolke aus dem Krematorium ein Menschenleben. Rund um die Uhr kam der Rauch da raus, 24 Stunden. Natürlich hat die Bevölkerung von Neuengamme das gesehen. Es kam ja immer ein Bauer, der die Asche aus dem Krematorium abholte, als Dünger.“

            Das Dorf am KZ, immer noch sehr ländlich, wie damals. Direkt hinter den Gärten geschah der Massenmord. Wir teffen auf eine Anwohnerin, die sich nur schwerlich erinnern kann: „Ja, als Kind, das hat man verdrängt, als Kind vergisst man das wieder.“

            Das ehemalige KZ heute: ein Teil Gedenkstätte, der Rest weiter genutzt als Gefängnis. Auch die alten KZ-Pfähle finden die Neuengammer Bauern ganz praktisch. Was früher hier geschah, wollen viele nicht wissen. Dabei gibt es Fotos, wie die Neuengammer sonntags am KZ spazieren gingen, auch mit Kinderwagen. Sie konnten also sehen, was nach dem Krieg für alle Welt offenbar wurde. Doch das Grauen war nicht nur auf das KZ begrenzt. Jeden Tag liefen Häftlinge durch das Dort Neuengamme zur Zwangsarbeit an der Elbe. Abends kamen nicht alle lebend zurück.

            Herbert Schemmel, ein weiterer Überlebender des KZ Neuengamme berichtet: „Die Bevölkerung von Neuengamme wusste ganz genau, wenn abends Elbe 1 einrückte, auf Schubkarren, wieviel Leichen sie reingebracht haben, oder vorne an den Händen und hinten an den Füßen, zwei Mann trugen den nächsten Toten dann rein da, in der Kolonne da. Das haben die doch gesehen, diese enge Durchgangsstraße durch Neuengamme da, diese lange Straße.“

            Doch bis heute hält sich die Verdrängung. Viele wollen weiter schweigen. So wie einige Anwohner, die wir befragten.

            Verdrängen auch in Hersbruck bei Nürnberg. Direkt hinter dem Freibadzaun stand das Konzentrationslager. Alfred Nerlich, ein Überlebender des KZ Hersbruck erzählt: „Ich war im KZ Hersbruck auf Block 20. Wenn man rübergeschaut hat, an den Zaun gegangen ist, hat man sie gesehen, reingehen, baden. Die Umkleidekabinen waren hier.“

            Während die Hersbrucker plantschten, mordeten die Nazis hinter den Umkleidekabinen, manchmal fünfzig Menschen an einem Tag. Insgesamt töteten sie über 4.000 Menschen.

            Während der Dreharbeiten am KZ interessiert sich ein älterer Hersbrucker für unsere Recherchen:

            Anwohner: „Was haben Sie denn hier vor? Bestimmt nichts Gutes, wie ich Sie so betrachte.“

            Interviewer: „Wieso?“

            Anwohner: „Ja, wenn ich Sie so beurteilen soll, die ganze Frage und die Formulierung der ganzen Angelegenheit.“

            Interviewer: „Wissen Sie, dass hier viele tausend Menschen gestorben sind?“

            Anwohner: „Woanders sind die Menschen auch gestorben, nicht bloß hier. Fragen Sie mal welche, die in Russland waren, die werden Ihnen erzählen, wo die Menschen gestorben sind und wo die sind. Nicht bloß hier.“

            Jeden Tag mussten die Hersbrucker KZ-Häftlinge in die Stollen. Oft starben sie bei dieser Arbeit – an Erschöpfung. Die Überlebenden mussten dann die Leichen tragen. Der Fußweg zurück zum KZ führte mitten durch den Ort Hersbruck. So auch Alfred Nerlich, der außerdem der Meinung ist, dass das damals auch die Hersbrucker Bürger gesehen haben müßten.

            Wir fragen nach – entlang der Todesroute von damals. Wieder will niemand etwas gewußt haben. Verdrängung, nicht nur in Hersbruck. Dreißig KZs und Vernichtungslager gab es in Deutschland, dazu 1.300 Außenlager. Weitere 2.300 Lager, etwa Arbeitserziehungslager und Vernichtungslager für Behinderte. Nicht auf dieser Karte sind die Lager für Zwangsarbeiter: weitere 20.000. Insgesamt fast 24.000 Lager. Viele Deutsche waren also Nachbarn und sagen heute: Wir wussten von nichts.

            Der amerikanische Professor Prof. Robert Gellately hat jetzt die Lüge von den ahnungslosen Deutschen widerlegt. Nach jahrelanger Forschung in deutschen Archiven hat er ein Buch veröffentlicht: „Backing Hitler“, auf Deutsch etwa: Unterstützung für Hitler. Der Buchautor: „Die Deutschen sollten von den KZs wissen. Das Regime erhoffte sich Zustimmung nicht trotz der KZs, sondern gerade wegen der KZs.“

            Gellately hat auch die Presse von damals ausgewertet. Hier wurden die KZs nicht etwa versteckt, sondern in Fotoreportagen dargestellt. In Dachau gab es sogar einen Tag der offenen Tür.

            Gellately erklärt: „Die Anwohner der KZs, etwa in Dachau, waren stolz auf ihr KZ. In der Überschrift einer Lokalzeitung heißt es etwa, das KZ sei der Wendepunkt für die Dachauer Geschäftswelt.“

            Und immer wieder damals: Berichte über Konzentrationslager. Sie waren äußerst populär – zur Bekämpfung angeblicher Verbrecher. Massentötungen haben die Nazis in den dreißiger Jahren keineswegs verheimlicht. Oft fanden Hinrichtungen sogar mitten im Ort statt wie in Köln, damit mehr Leute zusehen konnten. Und manche Deutsche verlangten nach noch mehr Toten – egal aus welchen Gründen.

            Gellately weiß: „Es gab Forderungen nach der Todesstrafe. Einige boten sich sogar als ehrenamtliche Henker an. Im Krieg etwa ging es oft darum: Was tun mit Frauen, die Sex mit Polen hatten? Die Einheimischen wollten sie gleich mit hängen. Aber Hitler und Himmler wollten davon nichts hören.“

            Auch die Judenverfolgung wurde nicht nur von oben angeordnet. Henny Brenner, eine Holocaust-Überlebende, wuchs in Dresden auf und musste damals den Judenstern tragen. Ihr Albtraum waren nicht nur die Nazis, sondern ganz normale Deutsche: „Es sind hinterhergelaufen ganze Schulklassen: Judenschwein, Judensau, guckt mal. Es hat eine Frau in der Bosbergstraße – ich kann Ihnen die Ecke zeigen – immer auf mich gewartet, regelmäßig, und mich angespuckt: Runter vom Bürgersteig.“ Wie ihr ging es vielen anderen. Die meisten überlebten die Niedertracht ihrer Mitbürger nicht.

            Würzburg. Der Kanadier Gellately forschte auch dort, in einem der letzten erhaltenen Archive der Gestapo, des zentralen Unterdrückungsapparats der Nazis. Herbert Schott vom Staatsarchiv Würzburg berichtet: „Vor dem Kanadier Gellately war kein deutscher Wissenschaftler hier, der konkret nach Denunzianten oder Ähnlichem gesucht hat in den Gestapo-Akten.“

            Warum das Interesse bei den Deutschen so gering sei, wollen wir von ihm wissen. Schott: „Man ist ja davon ausgegangen, dass es eine geringe Täterschicht war, die im Dritten Reich für die Verbrechen verantwortlich war. Aber die Zuträgerschaft, die wollte man wohl auch nicht sehen. Damit hätte man sich, sein Volk, seine Vorfahren, seine Familien vielleicht auch selbst in eine Mitschuld gebracht.“

            Gellately hat viele Mitschuldige gefunden: zahllose Denunzianten aus der Bevölkerung. Angestellte denunzierten ihre Chefs, Ehemänner ihre Frauen. Und Nachbarn denunzierten alle, die nicht spießig genug waren. Nur zwölf Prozent ihrer Opfer hat die Gestapo selbst ermittelt.

            Schott: „Die Gestapo hatte relativ wenige Mitarbeiter und keine informellen Mitarbeiter wie die Stasi später in der DDR, das heißt: ohne Zuträger von außen wäre sie völlig machtlos gewesen, hätte sie nichts machen können.“

            Ein Fall von vielen: Ilse Sonja Totzke, eine Musikstudentin. Gleich 15 mal wurde sie von Nachbarn denunziert – bei der Geheimen Staatspolizei. Sie sei „…. spionage-verdächtig …..“, weil sie gut französisch spreche. Ein anderer moniert, sie habe „……. keine normale Veranlagung (und sei) männerfeindlich“. Noch ein Nachbar bemängelt, dass sie „….. bis in die Mittagsstunden schläft“.

            Totzke wird von der Gestapo vorgeladen und verwarnt. Aber noch kein Arrest. Da denkt sich eine liebe Nachbarin etwas Neues aus: „Vorausschicken will ich, dass die Totzke den deutschen Gruß niemals erwidert. Dagegen hat sie immer für Frankreich und auch für Juden sympathisiert.“

            Schott zitiert: „‚Die Genannte ist mir aufgefallen, weil sie einen jüdischen Einschlag hat.‘ Oder etwas später: ‚Ab und zu kommt eine Dame im Alter von etwa 36 Jahren, die das Aussehen einer Jüdin hat.‘ Solche Vorwürfe wurden auch gemacht, völlig haltloser Art. Frau Totzke war nämlich keine Jüdin.“ Aber am Ende wurde auch sie umgebracht, weil sie Juden geholfen hat.

            Gellately: „Manchmal war die Bevölkerung radikaler als die Nazis. Es gab so viele Denunziationen, dass die Gestapo am Ende nicht mehr hinterherkam.“

            Hitlers willige Helfer handelten nicht nur aus politischen Motiven. Viele Deutsche förderten die Vernichtung der Juden aus selbstsüchtigen Interessen. So auch in Hamburg. Tag für Tag liefen hier Schiffe mit sogenannten „Judenkisten“ ein, dem geraubten Hausrat der deportierten Juden. Am Hafen brach ein wahrer Kaufrausch aus. Über 100.000 Hamburger beteiligten sich so an dem Raubmord. Jeder hatte Angst, bei der Schnäppchenjagd zu kurz zu kommen. Ein Hamburger schreibt nach einer Deportationswelle an die Gestapo: „Ich möchte hiermit anfragen, ob man von den Möbeln einige Stücke käuflich erwerben kann.“

            Gertrud Seydelmann, eine Zeitzeugin erinnert sich: „Wenn ich sie etwas besser kannte und wusste, welche Gesinnung sie hatten, habe ich Ihnen gesagt: Hören Sie mal, ich gehe da nicht hin. ‚Das ist Blutgeld, das ist Hausrat von abtransportierten Juden, das ist blanker Diebstahl, unter Gewaltanwendung.‘ Und dann guckten sie etwas verdutzt, aber die Mäntel haben sie weiter getragen.“

            Rassenwahn und Massenmord. Viele beteuern noch heute: Wir wussten von nichts. Die Wahrheit ist eine andere weiß Gellately: „Die Deutschen wussten sehr viel, die wussten es sehr früh, und die haben sehr viel mehr erfahren können, als wir vielleicht manchmal denken.“

            Es gibt also kein Ausweichen mehr – eine für manche schmerzvolle Erkenntnis. Die Deutsche Ausgabe von Robert Gellatelys Buch ist ab Anfang kommenden Jahres bei der Deutschen Verlagsanstalt erhältlich. Es wird vielen eine schwierige Diskussion aufzwingen.

            Literatur zum Thema:

            Robert Gellately: Backing Hitler

            Quelle: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2001/Holocaust-Die-Luege-von-ahnungslosen-Deutschen,erste7664.html

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  • ERFAHRUNGSMONOLOG 😉

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    • Amokfahrt am Kiepenkerl
      Wie sich Gerüchte den Weg bahnen

      Münster –

      Rasend schnell verbreitete sich vergangene Woche die Nachricht über ein schreckliches Unglück in Münsters Altstadt. Kaum waren Sirenen zu hören, da kursierten schon die ersten Gerüchte. Auf der Spur des „Stille-Post“-Problems. Von Anne Koslowski

      Montag, 16.04.2018, 11:04 Uhr
      Nach der Amokfahrt im Kiepenkerlviertel am 7. April verbreiteten sich schnell zahlreiche Gerüchte.

      Die Nachricht über ein schreckliches Unglück am Samstag in Münsters Altstadt verbreitete sich rasend schnell. Kaum waren Sirenen zu hören, da kursierten schon die ersten Gerüchte. „Als uns eine Kellnerin erzählte, dass es Tote geben soll, habe ich das gar nicht ernst genommen“, sagt eine Besucherin einer Kneipe, die sich nur 450 Meter vom Kiepenkerlplatz entfernt befindet – dort, wo am Samstagnachmittag Jens R. mit seinem Campingbus in eine Menschenmenge fuhr.

      Während sich die Nachricht über Todesopfer später tragischerweise bestätigte, verbreiteten sich auch Geschichten, die sich als völlig haltlos erwiesen. Woher kamen sie und wieso verbreiteten sie sich so schnell?

      „Früher gab es auch Gerüchte, aber die blieben im kleinen Kreis“, sagt Kommunikationswissenschaftler Professor Dr. Stefan Jarolimek von der Deutschen Hochschule für Polizei in Münster. Heute dagegen verbreiteten sich Informationen beinah in Echtzeit. „So schnell kann man gar nicht reagieren.“ Vom Anschlag auf den Marathon in Boston im Jahr 2013 habe es bereits eine Minute nach der Bomben-Explosion das erste Video gegeben. Soziale Medien spielten dabei „eine extrem große Rolle“, so Jarolimek.

      „ Soziale Medien spielen dabei eine extrem große Rolle.“
      Prof. Dr. Stefan Jarolimek

      „Vermutungen werden schnell zu Tatsachen“

      Gerüchte entstehen zu einem Zeitpunkt, an dem die Lage noch unübersichtlich ist, auch für die Polizei. „Dann gibt es immer Experten, die etwas wissen oder vorgeben, etwas zu wissen“, sagt der Leiter des Fachgebietes Kommunikationswissenschaft. Diese Informationen bewegen sich zunächst häufig in geschlossenen Gruppen wie beim Nachrichtendienst WhatsApp. Nach dem Stille-Post-Prinzip werden sie weitergegeben – und damit verfremdet. „Einer hat etwas gehört, und wenn eine weitere Person so etwas Ähnliches gehört hat, dann haben es schon zwei gehört – und dann muss es ja stimmen.“

      Die wenigsten machten sich die Mühe, zwischen Fakten und Vermutungen zu unterscheiden, und so „werden Vermutungen schnell zu Tatsachen“, schreibt Kommunikationsberater Marcus Knill auf seiner Webseite Rhetorik.ch. Ist ein Gerücht erst einmal öffentlich, lässt es sich kaum noch unterdrücken. Diejenigen, die es lesen, sind verunsichert. Die Polizei muss es auf seinen Wahrheitsgehalt prüfen. „Das macht Mehrarbeit und hat erheblichen Einfluss auf die Lagebereinigung“, sagt Jarolimek.
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      Samstag, 7. April, 15.27: Ein silberfarbener Camping-Bus rast auf den Platz am Kiepenkerl. Am ersten schönen Frühlingstag sitzen zahlreiche Menschen auf dem Platz vor der Gaststätte Kiepenkerl. Die Amokfahrt eines Mannes macht aus dem gutbürgerlichen Idyll eine grauenvolle Szenerie: Zwei Menschen kommen ums Leben, über 20 werden zum Teil schwer verletzt. Der Täter erschießt sich nach der Tat selbst.

      Samstag, 7. April, 15.27: Ein silberfarbener Camping-Bus rast auf den Platz am Kiepenkerl. Am ersten schönen Frühlingstag sitzen zahlreiche Menschen auf dem Platz vor der Gaststätte Kiepenkerl. Die Amokfahrt eines Mannes macht aus dem gutbürgerlichen Idyll eine grauenvolle Szenerie: Zwei Menschen kommen ums Leben, über 20 werden zum Teil schwer verletzt. Der Täter erschießt sich nach der Tat selbst.
      Foto: Stephan R./dpa

      Kurz nach der Tat herrscht Chaos auf dem Platz. Passanten leisten den Verletzten Erste Hilfe.

      Schnell sind die Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr vor Ort. Die Erstversorgung läuft wenige Minuten nach der Tat an. Weil fast zeitgleich eine Demonstration von 1500 Kurden in Münster beginnen soll, befinden sich zahlreiche Polizeikräfte in der Stadt, die zum Einsatzort am Kiepenkerl eilen.

      Zunächst ist nur der unmittelbare Bereich um den Tatort abgesperrt…

      … doch nach und nach macht die Polizei die gesamte Innenstadt zur Sperrzone. Denn die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar.

      War es ein islamistischer Anschlag? Sind weitere Täter auf der Flucht? Die Gerüchte schießen eine Stunde nach der Tat ins Kraut.

      Weil die Einsatzlage zunächst unklar ist, mobilisiert die Polizei mehrere Hundertschaften, die sich vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammeln.

      Der Domplatz wird zum Sammelpunkt der Einsatzkräfte. Auch schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei sind vor Ort.

      Was schnell klar ist: Die meisten Schwerverletzten der Amokfahrt kommen nach Angaben der Uniklinik Münster (UKM) aus dem Münsterland, aber auch aus Hamm, dem niedersächsischen Vechta und den Niederlanden.

      Auf dem Schlossplatz sind derweil einige Rettungshubschrauber gelandet. In den ersten Stunden nach der Tat sind laufend Hubschraubermotoren zu hören.

      Ein Inder hält sich in der Sperrzone auf und versteht die Anweisungen der Polizei nicht. Da die Gefahrenlage zu dem Zeitpunkt nicht geklärt ist, fordern die in alle Richtungen ermittelnden Beamten den Mann auf, sich auf den Boden zu legen, wie in einem Video zu sehen ist, das kurz nach der Tat im Netz kursiert. Schnell stellt sich heraus: Der Mann aus Indien hat nichts mit der Sache zu tun.

      Schlange stehen, um zu helfen: Das Uniklinikum ruft am frühen Samstagabend zur Blutspende für die Verletzten auf. Prompt kommen 300 Münsteraner an die Domagkstraße. Bis nach Mitternacht wird schließlich 175 Freiwilligen Blut abgenommen. Überwältigt von der Solidarität bedankt sich das UKM später bei den Helfern.

      Noch am Samstag ist die Identität des Amokfahrers geklärt: Jens R., wohnhaft in Münster, 48 Jahre alt, Industriedesigner, geboren in Olsberg (Sauerland). Im Laufe des Abends verdichten sich die Anzeichen, dass der von der Polizei als psychisch labil eingestufte Mann allein gehandelt hat. Das Motiv bleibt jedoch zunächst unklar

      Polizisten durchsuchen bereits am Samstagabend die Wohnung des Täters in der Zumbroockstraße. Am Sonntag setzen sie die Suche fort. Dabei entdeckten die Ermittler mehrere Gasflaschen, Kanister mit Bioethanol und Benzin sowie eine Deko-Waffe und Polen-Böller. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat werden nicht entdeckt.

      Die Spurensicherung ist auch am späten Samstagabend noch am Tatort. Die Beamten haben außerdem Sprengstoffexperten hinzugezogen. In dem Fahrzeug befindet sich ein verdächtiger Gegenstand…

      … der sich aber als ungefährlich herausstellt. Das Fahrzeug des Täters wird erst in der Nacht zu Sonntag abgeschleppt.

      Sichtlich mitgenommen sieht Oberbürgermeister Markus Lewe am späten Samstagabend aus. In Interviews drückt er sein Beileid aus, zeigt sich tief betroffen und lobt die Solidarität der Münsteraner.
      Am Aasee trafen sich nach einem Aufruf in sozialen Netzwerken am Abend spontan einige Menschen, um Kerzen für die Opfer niederzulegen. Foto: dpa

      Am Tag danach dominiert Trauer und Fassungslosigkeit die Stadt.

      Der Platz am Kiepenkerl ist am Sonntagmorgen zunächst noch abgesperrt,…

      Als der Kiepenkerl-Platz freigegeben wird, hinterlegen die ersten Passanten Blumen. Viele können das Geschehene immer noch nicht fassen.

      Am Sonntagmittag kommt Politikprominenz zur Gedenkminute an den Tatort: (v.l.) Münsters Oberbürgermeister, Markus Lewe, NRW-Innenminister Herbert Reul, Bundesinnenminister Horst Seehofer und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gedenken der Opfer…
      Foto: Marius Becker/dpa

      … und tragen sich ins Kondolenzbuch im Rathaus ein.
      Foto: Martin Kalitschke

      Unter dem Spruch „In stiller Trauer“ sieht man die Unterschriften der Politiker.

      Karl Hans-Joachim Kunze steht, nachdem das SEK in der Nacht zum Sonntag seine Wohnung in Pirna gestürmt hat, mit den Teilen des Türschlosses vor seiner Wohnungstür. Jens R. hatte einst dort gewohnt. In einer anderen Wohnung des Täters, ebenfalls bei Dresden, finden Ermittler am Sonntag ein 18-seitiges Schreiben. Dabei handelt es sich um eine Art „Lebensbeichte“, die Hinweise auf suizidale Gedanken von Jens R. geben.

      Hätte die Amokfahrt von Münster verhindert werden können? Hätten die Gesundheitsbehörden eingreifen müssen? Nein, sagt Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) entschieden auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag. Die Amokfahrt von Münster hätte nach Einschätzung von Lewe nicht verhindert werden können.

      Angst beschleunigt Gerüchte

      In der Zwischenzeit wird weiterspekuliert, denn Angst ist einer der besten Gerüchtebeschleuniger und „der ‚Wissende‘ kann seine Wichtigkeit genießen“, schreibt Knill. Es wird versucht, das Informationsvakuum zu füllen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken – oder aber andere auszugrenzen. Denn es gibt auch Gerüchte, die darauf abzielen, andere zu schädigen, eine Bewegung in Gang zu setzen und sogar in die Wirklichkeit einzugreifen.
      Falsche Täterbilder verbreitet

      So ist die Verbreitung falscher Täterbilder nach der Amokfahrt zu erklären, die einen Münsteraner mit Mi­grationshintergrund zeigen, der einem österreichischen Fernsehsender ein Interview über Münster gab und dessen Foto daraufhin von AfD-Politikern und -Anhängern missbräuchlich verbreitet wurde. „Das sind eigentlich gar keine Gerüchte, das sind Falschbehauptungen“, sagt Jarolimek. Der Kommunikationswissenschaftler macht noch eine dritte Art von Gerüchten aus: Solche, die aufgrund von Augenzeugenberichten sofort öffentlich werden. Nach dem Motto „jemand glaubt, etwas gesehen zu haben“ dürfte auch der Verdacht entstanden sein, dass es weitere Täter gegeben habe. Stefan Jarolimek erklärt das so: Jemand hat zwei am Boden liegende Personen aufstehen und in Panik wegrennen sehen.

      Wer sich Gerüchten entziehen möchte, sollte sich an offizielle Stellen als Quellen halten, „die ein hohes Vertrauen genießen“, empfiehlt der Kommunikationsexperte. Solch eine Quelle könne das offizielle Twitter-Profil der Polizei sein, wenngleich auch die nicht jede Informationslücke schließen kann, denn: „Ermittlungsarbeit braucht Zeit“.

      Quelle: http://m.wn.de/Muenster/3257143-Amokfahrt-am-Kiepenkerl-Wie-sich-Geruechte-den-Weg-bahnen

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      • Wow! This is fucking serious ..
        Ich meine, so sehr Monika – Reichsbürgerin – Unger, eine vor den Latz verdient hat, aber das ist wie mit Kanonen auf Spatzen schießen ..

        „Staatsverweigerer“: Zwölf Personen angeklagt

        Ein Jahr nach der Festnahme von 26 „Staatsverweigerern“ ist die Anklage fertig: Laut Staatsanwaltschaft Graz müssen sich zwölf Personen unter anderem wegen versuchter Bestimmung zum Hochverrat vor Gericht verantworten.

        Die Ermittlungen gegen mehrere führende Persönlichkeiten im sogenannten „Staatenbund Österreich“ liefen seit Oktober 2016, bevor am 20. April 2017 in einer ersten Verhaftungswelle 26 Verdächtige festgenommen wurden – mehr dazu in Prozesse gegen Staatverweigerer in Sicht (28.7.2017) und in Staatsverweigerer beschäftigen Grazer Justiz (17.2.2017).
        Hochverrat, Nötigung, Betrug

        Nun liegt die Anklageschrift gegen zwölf Personen vor, zwei von ihnen – darunter die „Präsidentin“ des Vereins – befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft – mehr dazu in „Staatenbund“: Steirische „Präsidentin“ in Haft (21.4.2017). Laut Staatsanwaltschaft Graz müssen sie sich wegen versuchter Bestimmung zum Hochverrat, Beteiligung an einer staatsfeindlichen Verbindung, Nötigung, Bestimmung zum Missbrauch der Amtsgewalt und Betrug verantworten.
        „Militärische Übergangsregierung geplant“

        Das Verbrechen der versuchten Bestimmung zum Hochverrat liegt laut Staatsanwaltschaft deshalb vor, weil einige der Angeklagten mehrmals versucht haben, Mitglieder des Bundesheeres zu „Verhaftungen“ auf der Grundlage von selbst ausgestellten Haftbefehlen zu bewegen. Ziel sei es gewesen, eine „militärische Übergangsregierung“ zu bilden „und dabei alle ‚Schlüsselpositionen‘“ zu besetzen – „wobei es bloß mangels Mitwirkung der betreffenden Führungsoffiziere des Österreichischen Bundesheeres sowie dessen Generalstabschefs beim Versuch blieb“.

        Das Verbrechen der staatsfeindlichen Verbindungen wird allen zwölf Angeklagten vorgeworfen, weil der Verdacht besteht, die Beschuldigten hätten seit Oktober 2015 „Verbindungen, deren Zweck es war, auf gesetzwidrige Weise die Unabhängigkeit, die Staatsform oder eine verfassungsmäßige Einrichtung der Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer, zu erschüttern“ gepflegt, indem sie den „Staatenbund Österreich“ im Oktober 2015 gründeten, der über 2.600 Mitglieder hatte.

        Die Punkte versuchte Bestimmung zur Nötigung der Regierung bzw. von Mitgliedern der Regierung, versuchte Bestimmung zum Missbrauch der Amtsgewalt und versuchte Nötigung beziehen sich ebenfalls auf die vom „Staatenbund“ ausgestellten Haftbefehle, die Mitglieder von Regierung, Behörden oder Banken betrafen: Den Betroffenen wurde mit Haftstrafen oder Schadenersatzforderungen gedroht, außerdem kündigte man die Eintragung in ein internationales Schuldenregister an.
        Eigene Nummerntafeln und „Landbuch“

        Der Vorwurf des teilweise schweren und gewerbsmäßigen Betruges wird gegen alle zwölf Angeklagten erhoben: Es geht dabei um dubiose Geschäfte, mit denen der gesamte Betrieb finanziert wurde. So wurden Nummerntafeln für Autos um 100 Euro verkauft. In diesem Preis war nach Angaben der Verkäufer alles eingeschlossen, auch die Versicherung, sämtliche Abgaben an den Staat würden in Zukunft entfallen. Dass diese Tafeln zu Polizeistrafen und Ärger bei Unfällen wegen Nichtversicherung führen könnten, verschwieg man den Abnehmern.

        Den Mitgliedern wurde auch eingeredet, dass das Grundbuch aufgelassen würde – eine Eintragung in das – frei erfundene – „Landbuch“ sollte da Abhilfe schaffen. Mit 100 Euro konnte man sich ein angebliches Recht auf seinen Besitz dauerhaft sichern, auch Exekutionen wären dadurch nicht möglich. Immerhin rund 50.000 Euro nahmen die Staatsverweigerer damit in eineinhalb Jahren ein.
        Prozess noch im Sommer möglich

        Auf Hochverrat steht eine Freiheitsstrafe von zehn bis 20 Jahren, auf staatsfeindliche Verbindung sechs Monate bis fünf Jahre. Der Prozess könnte nach Angaben des Leiters der Staatsanwaltschaft, Thomas Mühlbacher, noch im Sommer stattfinden.

        Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2907608/

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      • WOW!
        Sündenböcke braucht das Land ..

        Ein Statement des Schriftstellers Michael Köhlmeier das wohl in die Geschichte Österreichs eingehen wird – oder, wie man in 8 Minuten die österreichische Regierung peinlichst bloßstellt:

        lg,

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        • Wie „Reconquista Germanica“ auf Discord seine “Troll-Armee” organisiert

          Um öffentliche Debatten gezielt und organisiert zu manipulieren, versammelt sich die virtuelle rechte Sphäre auf dem sozialen Netzwerk “Discord” in Gruppen wie “Reconquista Germanica”. Im “Tagesbefehl” erhalten die User_innen Aufträge, welche politischen Gegner_innen sie mit ihrer „Troll-Armee“ als nächstes attackieren sollen.

          Von Kira Ayyadi

          Was ist “Discord”?

          “Reconquista Germanica” (RG) ist ein Kanal im Sozialen Netzwerk “Discord”. Hauptsächlich ist “Discord” eine für Gamer gedachte Plattform, die eine Mischung aus Skype, einer Chat-App und einem Messageboard bietet. User_innen können sich hier schriftlich wie auch mündlich unterhalten. Um Interessierte zu verbinden, legen User Gruppen an, die hier “Server” heißen. Gegründet wurde der “Reconquista Germanica”-Server nach Eigenaussage am 1. September 2017 von Nikolai Alexander, einem rechten, pro-russischen Youtuber, dessen einschlägiger Kanal ebenfalls „Reconquista Germanica“ heißt.

          Laut Selbstbezeichnung sei RG ein “satirisches Internet-Projekt ohne Bezug zur realen Welt”, in dem sich Gamer_innen und LARPer (Live Action Rollenspieler) vereinen. Auf dem Discord-Kanal der “Reconquista Germanica” organisieren sich Trolle, Ideologen und Aktivist_innen der rechten Sphäre, um Debatten in den sozialen Netzwerken zu beeinflussen und zu manipulieren.

          “Reconquista Germanica” will also ein virtuelles Wohnzimmer für die rechte Sphäre sein – allerdings ein nur konspirativ zu betretendes und militärisch strukturiertes Wohnzimmer.

          “Sie eint ihr Hass auf Social Justice Warriors (SJW)“

          Gründer Nikolai Alexander sagt in einem Video, dass sein Wunsch nichts Geringeres ist, als den größten patriotischen Discord-Server Deutschlands zu betreiben und damit den rechten Onlineaktivist_innen ein Zuhause zu bieten. Neben AfD-Fans, Mitgliedern und Sympathisant_innen der “Identitären Bewegung”, Rechtspopulist_innen und selbsternannten “Patriot_innen”, tummeln sich hier auch klassische Neonazis, die RG durch eine codierte, militärisch gefärbte Sprache und abwertenden Humor dazu nutzen, um neue “Kameraden” zu werben. “Sie eint ihr Hass auf Social Justice Warriors (SJW) und der Wunsch, diese durch Trollen zu “triggern””, so der Monitoring-Experte der Amadeu Antonio Stiftung, Miro Dittrich, der die RG-Community seit längerem beobachtet.

          Auch der umtriebige Neonazi und Rechtsrock-Veranstalter Patrick Schröder würbt für den RG-Server. Quelle: Screenshot Facebook

          Dabei kommt “Reconquista Germanica” zum einen eine PR-Aufgabe zu: Hier können rechte Youtuber_innen und Initiator_innen auf ihre Projekte aufmerksam machen, Videos und Artikel verbreiten und damit zu Ideologie-Bildung in der eigenen Szene beitragen. Zum anderen, und noch weitaus wichtiger, ist aber die Möglichkeit sich zu organisieren und zu vernetzen “auch in Hinblick auf Krisenvorsorge“, meint Nikolai Alexander in einem Youtube-Video. Mit “Krisenvorsorge” ist hier offenbar der Zusammenbruch des bestehenden Systems gemeint, der von den extrem Rechten gleichzeitig gefürchtet wie erwartet wird – nach dem Umsturz des bisherigen politischen Systems wollen rechte Kräfte nach einer Zeit der Anarchie die Gewalt an sich reißen. Das wird auf “Reconquista Germanica” auch offen so formuliert.

          Facebook, Twitter und Co. nehmen der rechten Sphäre zunehmend Vernetzungsmöglichkeiten, zumindest wenn die Gewalt- und Bedrohungsfantasien der Teilnehmer_innen zu deutlich werden. Deshalb will „Reconquista Germanica“ (bis vor einiger Zeit hieß der Server noch „Reconquista Germania“) die neue virtuelle Anlaufstelle Nummer eins werden. Zugleich soll es ein neues Facebook und ein neues Skype sein „und unser virtuelles Hauptquartier zumindest solange, bis es uns gelingt, ein echtes Hauptquartier auf die Beine zu stellen“, so Alexander. Über die Identität Nikolai Alexanders ist beinahe nichts bekannt. Durch dessen Youtube-Kanal wissen wir allerdings, dass er mit dem AfD-nahen Youtuber Hagen Grell und dem in der rechten Sphäre vielseitig umtriebigen Frank Krämer in einer Verbindung steht. Frank Krämer ist Gitarrist der Neonazi-Band “Stahlgewitter”. Offenbar kommt ihm in jüngster Zeit eine Scharnierfunktion zwischen “Identitärer Bewegung” und klassischer Neonazi-Sene zu. Auffällig ist etwa, dass sie gegenseitig in ihren Netzwerke aufeinander hinweisen.

          Bekanntmachung von Nikolai Alexander Quelle: Screenshot RG von Miro Dittrich

          Hierarchische Struktur mit Begriffen der Wehrmacht

          Da sich die rechte Sphäre permanent im Kriegszustand gegen die Demokratie wähnt, ist es nur konsequent, dass RG in militärischen Hierarchien organisiert ist: Hier gibt es “Paladine”, “Generäle”, “Offiziere”, “Gefreite” und “Rekruten”, und wer neu einsteigt, muss sich durch die Instanzen bewähren. In einem Organigramm werden zudem die “Identitäre Bewegung” und die “Junge Alternative für Deutschland” als Teil von RG aufgeführt. Nach Meinung von Miro Dittrich ist dieses Organigramm allerding veraltet.

          Organigramm der Rangordnung Quelle: Screenshot Youtube

          Neumitglieder des „Reconquista Germanica“-Servers haben zunächst nur Zugang zum Vorplatz und zur Eingangshalle. In der Eingangshalle müssen sich Neu-Mitglieder bei einem “Rekrutierer” melden und eine schriftliche Bewerbung abgeben. Ein Nachweis der Mitgliedschaft in der AfD oder der „Identitären Bewegung“ ist hier von Vorteil, erklärt Nikolai Alexander in einem Youtube-Video über den Discord-Server. Auf dem RG-Server gibt es verschiedene Kanäle oder Foren. Je höher eine User oder eine Userin im Rang steht, desto mehr Kanäle werden sichtbar und zugänglich. Im Kanal „Memewerkstatt“ produzieren Mitglieder Memes und machen sie anderen User_innen zugänglich. Diese können dann bei einem Troll-Angriff gezielt genutzt werden („memetische Kriegsführung“). Die meisten dieser Tweets richten sich in obszöner und verachtender Weise gegen Angela Merkel, gegen Migrant_innen, gegen Geflüchtete und gegen den Islam. viele sind pro AfD.

          „Produkt“ aus der „Memewerkstatt“ Quelle: Screenshot RG von Miro Dittrich

          Im Kanal „Rekrutierungsbüro“ können sich User_innen für einen Rangaufstieg bewerben. Dafür müssen sie aber auch aktiv sein. Im Forum „Tagesbefehle“ bekommen die RG-Aktivist_innen gezielte Anweisungen, zumeist von Alexander, wen sie zu welcher Uhrzeit als “Troll-Armee” angreifen sollen. Die RG-Mitglieder werden dazu aufgefordert, sich möglichst viele Konten in den sozialen Medien anzulegen, um auf einen „Befehl“ hin beispielsweise bestimmte Youtube-Videos zu kommentieren oder entsprechend der eigenen rechten Gesinnung zu bewerten. In einem geleakten Video des Twitter-Accounts „Alt Right Leaks“ hört man „Offiziere“ per Team-Speak miteinander reden, als sie auf die „Verlautbarungen“ von Nikolai Alexandre warten. Ein User erklärt, die Bereitschaft sich ein Youtube-Video anzuschauen sinke deutlich, wenn es über 50 Prozent negative Bewertungen hat und die Kommentare überwiegend negativ sind. „Schlachtfeld Internet. Wir können direkte Meinungsbeeinflussung damit hinbekommen.“ Wobei man hier bemerken muss, dass das Handling von mehreren Fake-Accounts doch recht zeitaufwendig ist, merkt Dittrich an. Er vermutet, dass das große Aufkommen von Fake-Profilen mit besonderen politischen Ereignissen einher geht, wie beispielsweise der Bundestagswahl 2017.

          Aufruf zum trollen Quelle: Screenshot RG von Miro Dittrich

          Anleitung für die Hass-Angriffe im „Handbuch für Medienguerillas“

          Auch das Kapern von Hashtags oder die Einschüchterung und Demotivation von politischen Gegner_innen wird auf dem „Reconquista Germanica“-Server organisiert. Eine genaue Anleitung finden die trollenden Rechtsaußen-Aktivist_innen im „Handbuch für Medienguerillas“. Ein vierteiliges Papier, das so auch auf einer Internetseite namens „D Generation“ zu finden ist, Belltower.News berichtete bereits zum Thema. User_innen sollen sich möglichst viele Fake-Profile („Elektronische Sockenpuppen“) anlegen, um so das vorherrschende Meinungsbild der Öffentlichkeit zu verzerren.

          Auf RG sind auch AfD-Mitglieder aktiv Quelle: Screenshot RG von Miro Dittrich

          In dem geleakten RG-Teamspeak raten die „Generäle“, man solle sich neben den deutschen Fake-Profilen auch beispielsweise syrische Accounts zulegen, um dann zu behaupten, in Syrien herrsche kein Krieg, oder um Deutschland zu danken, dass es die ganzen Kriminellen aus Syrien aufnehme. Außerdem würden diese ausländischen Fake-Profile im „Feindeslager“ besonders gut wirken. „Wenn die Systemlinge und die politisch Korrekten sehen, dass da Ausländer gegen diese Parteien sind, wiegt das ja schwerer, als wenn das Deutsche sind. Denn für die ganzen Gutmenschen dort hat die Meinung eines Ausländers ja viel mehr positives Gewicht, als die eines Deutschen.“

          Auch Kopf der deutschsprachigen „Identitären Bewegung“, Martin Sellner, hat auf seiner Website auf das „Handbuch für Medienguerillas“ verlinkt. Ein Indiz dafür, dass die Ratschläge der „D Generation“ auch bei den „Identitären“ Anklang finden. Wenig verwunderlich ist es daher, dass sich auch IB-Aktivist_innen im „Reconquista Germanica“-Kanal tummeln.

          Einzig das Netzwerk “Discord” spielt derweil nicht so mit, wie es sich die “Generäle” von RG gedacht haben. Bereits zum vierten Mal wurde der Server auf Discord vor wenigen Tagen gelöscht. Um einer erneuten Sperre zu entgehen, verteilen hochrangige Mitglieder momentan Einladungen zum neuen RG-Server erstmalig nicht mehr öffentlich. Den Link erhält man nur noch durch eine private Nachricht an führende Köpfe über Twitter.

          Ein weiteres „Produkt“ aus der „Memewerkstatt“ Quelle: Screenshot RG von Miro Dittrich

          Dies schwächt die Reichweite der “memetischen Kriegsführung”, die sich zwar professionell gibt, deren Einfluss aber derzeit noch recht gering sein dürfte. Dittrich plädiert dafür, “Reconquista Germanica” nicht all zu große Bedeutung beizumessen. “Die vielen Löschungen haben sie viele Mitglieder gekostet und auch in ihrer Höchstzeit war ihre Relevanz für den nationalen Diskurs eher gering. Problematisch sind sie allerdings für Betroffene ihrer Angriffe. Gerade kleinere oder unerfahrene User können durch diese Taktik der Belästigung leicht aus der Debatte gedrängt werden.”

          Welche Themen haben die Nutzer_innen rechter Räume auf Facebook erzürnt? Welche Kampagnen wurden versucht? Der Monitoring-Überblick unseres Partnerprojektes „Debate // De: Hate“ von Miro Dittrich. Achtung: Enthält explizite abwertende Sprache und Bilder aus Dokumentationszwecken.

          Monitoring Dezember 2017: Zeitleiste der Hassrede

          Monitoring November 2017: Zeitleiste der Hassrede

          Quelle: http://www.belltower.news/artikel/wie-%E2%80%9Ereconquista-germanica%E2%80%9C-auf-discord-seine-%E2%80%9Ctroll-armee%E2%80%9D-organisiert-13345

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          • Leider kein Einzelfall:

            „Wir landen bestimmt alle im Knast“, schreibt ihm Philip Stein und setzt ein Smiley dahinter. Grauf schreibt: „Solange wir bei der Verhaftung knietief im Blut stehen ist das ok“. Als Pegida nach einem Hitler-Posting in der Kritik steht, schreibt Grauf: „Wenn ich die Scheisse von Gabriel dazu schon wieder lese, weiß ich dass ich die Drecksau am liebsten abknallen würde. IRGENDWANN! Ich werde noch ausrasten… Da soll man kein Terrorist werden!!!!! Hoffen, dass es bald knallt.“ Und als Legida Anfang 2015 Leipzig in den Ausnahmezustand versetzt, schreibt Grauf: „Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg und Millione Tote. Frauen, Kinder. Mir egal. Hauptsache es geht los. Insbesondere würde ich laut lachen, wenn sowas auf der Gegendemo passieren würde. Tote, Verkrüppelte. Es wäre so schön. Ich will auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen. SIEG HEIL!“

            „Sieg Heil“ mit Smiley
            Von Anna Hunger
            Datum: 09.05.2018
            Marcel Grauf arbeitet für die AfD-Abgeordneten Christina Baum und Heiner Merz im baden-württembergischen Landtag. Und er ist ein strammer Faschist. Das belegen Chatprotokolle, die Kontext exklusiv vorliegen. Sie gewähren Einblick in hassverseuchte Dialoge und eine menschenverachtende Gedankenwelt.

            Auf den ersten Blick scheint es ein Tippfehler zu sein. Ein Schrägstrich und ein kleines „o“. Stutzig macht, dass der Vertipper immer wieder auftaucht, von diversen Leuten verwendet wird. Und irgendwann im Laufe dieses Unmengen von Zeilen und Worten umfassenden Materials stellt sich heraus, dass das ein Hitlergruß-Emoji sein soll. „Falscher Arm“, schreibt Marcel Grauf einmal an seinen Kumpel, als er den Schrägstrich rechts neben das „o“ setzt, statt links.

            Kontext liegt eine über vier Jahre andauernde Korrespondenz von Marcel Grauf vor. Dutzende Chatprotokolle mit allen möglichen Leuten, darunter Mitarbeiter bekannter AfD-Politiker, Neurechte, NPD-Funktionäre, Mitglieder rechter Studentenverbindungen. Vier Jahre Leben eines Mitdreißigers, anfangs Student, schlagende Verbindung Germania Marburg, dann AfD-Mitarbeiter im baden-württembergischen Landtag, der Hitler und Mussolini verehrt und Demokratie verachtet, Juden und Ausländer hasst.

            Zweimal haben wir bereits über ihn berichtet. Er ist bekannt als Rechtsextremist, innerhalb und außerhalb der Partei. Seine Chefin, die AfD-Abgeordnete Christina Baum, sagte auf Anfrage, sie könne nicht nachvollziehen, „wen überhaupt die jugendliche Vergangenheit meines Mitarbeiters interessieren könnte“. Grauf arbeite zudem sehr gut. Dazu stehe sie noch, teilt sie auch aktuell mit. Baums Fraktionskollege Heiner Merz, auch für ihn arbeitet Grauf, äußert sich erst gar nicht. Vor kurzem hatte sich Merz als Landtagsvizepräsident zur Wahl gestellt.
            Marcel Grauf arbeitet unter anderem für den baden-württembergischen AfD-Abgeordneten Heiner Merz. Foto: Joachim E. Röttgers
            Grauf arbeitet unter anderem für den AfD-Abgeordneten Heiner Merz. Foto: Joachim E. Röttgers

            Weil wir der Meinung sind, dass es durchaus von Interesse ist, wenn in zweiter Reihe einer Partei, die mittlerweile Deutschland mitgestaltet, Faschisten sitzen, haben wir uns entschieden, ausgewählte Inhalte des der Facebook-Chats öffentlich zu machen.

            Seit langem wird immer wieder darüber berichtet, dass Mitarbeitende der AfD verstrickt sind bis weit hinein in die rechtsextreme Szene. Vor kurzem erst haben „Die Zeit“ und die taz in großen Recherchen eindrücklich nachgewiesen, dass es sich hier nicht um Einzelfälle handelt, sondern eine nahezu flächendeckende Verflechtung existiert. Diese Strukturen sind bekannt. Wer die Leute hinter der Struktur sind, zeigen die Chatprotokolle eindrücklich.

            Sie starten 2013 unter Pseudonym, als Marcel Grauf einen Extra-Account anlegt für die ehrliche und eher härtere Gangart. Graufs offizielles Profil, erklärt er einem Kumpel, wolle er „neutral halten“. Er löscht den Account Ende 2017, nachdem die taz begonnen hatte, seinen NPD-Hintergrund zu recherchieren.
            „Nigger, Sandneger. Ich hasse sie alle“

            Es geht um Fechtereien unter den Korporierten, um Kneipen, Frauen, Plakate kleben, Flyer basteln. Die Männer um Grauf, die meisten Ende zwanzig bis Mitte dreißig, schicken sich Entwürfe für Bierkrüge zum 200. Jubiläum der Deutschen Burschenschaft, für Anti-Antifa-Aufkleber, Pläne und Organisation für Demos, „Pepe the Frog“-Bildchen – ein ursprünglich harmloses Frosch-Internet-Meme, das mit Donald Trump zum Symbol der „alt right“-Bewegung in den USA wurde. Es geht um Geflüchtete, Hitler und Mussolini, „Il duce“, das Weiß-Sein – „Nigger, Sandneger. Ich hasse sie alle“, schreibt Grauf –, um Muslime: „Dass sie generell eher zu untermenschlichem Verhalten neigen, liegt schon an der Rasse“.

            Hunderte von persönlichen Kleintexten setzen sich zusammen zu einem Universum des intellektuellen Faschismus, das ein nationalstaatliches Europa der starken Führer vor Augen hat. Oft sind die Nachrichten mit Smileys versehen, „Sieg Heil“ mit einem Augenzwinkern klingt viel freundlicher als ohne.
            Grauf arbeitet vor allem im Hintergrund. Foto: Joachim E. Röttgers
            Grauf wirkt vor allem im Hintergrund. Foto: Joachim E. Röttgers

            Auch die Veränderungen im Land und in Europa werden über die Jahre spürbar: Verteilen 2015 noch Bekannte von Grauf „Äpfel an durchreisende Asylneger“, ist es für ihn „endgeil“, wie sich 2016 die Stimmung im Land nach der Kölner Silvesternacht dreht, zumindest „interessant“, wie „‚Kriminelle Ausländer raus!‘ auf einmal ok ist :D“ und selbst die Linke Wagenknecht fordert, „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt“. Im Januar 2016 schreibt Grauf an seinen Freund: „Was sich jetzt auf jeden Fall geändert hat, ist, dass diejenigen, die für die Asylanten sind rechtfertigen müssen. Früher waren das wir.“

            Grauf kam mitunter über seinen Freund und Bundesbruder Philip Stein, ebenfalls Mitglied der Germania Marburg, an den Job bei der AfD. Stein sitzt im Netzwerk um Götz Kubitschek, dem Strippenzieher innerhalb der AfD und der Neuen Rechen, und leitet „Ein Prozent für unser Land“, nach eigenem Verständnis „Deutschlands größtes patriotisches Bürgernetzwerk“, das Personal der Identitären, Neonazis, Hooligans und anderer zum „Widerstand“ gegen Moscheen, Geflüchtete und Ausländer generell vernetzt.

            Auch der Marburger Germane Torben Braga, Pressesprecher der AfD Thüringen und Beisitzer in deren Landesvorstand, griff ihm unter die Arme. Bereits 2014, Grauf nähert sich damals dem Ende seines Studiums und die AfD steht gerade am Anfang ihres Siegeszuges in nahezu alle deutschen Landesparlamente, schreibt ihm Stein: „Jetzt haben wir die Chance, da Leute zu platzieren.“ Grauf: „Parlamentarischer Berater ist im Prinzip für mich ideal“. Stein: „Eben- Götz sagt, du sollst ihm Bewerbung schicken.“
            „Erstmal in der Heimat mit der Ausländerplage beschäftigen“

            Immer wieder kommt in den Gesprächen die Frage auf, ob Graufs NPD-Vergangenheit womöglich hinderlich sei, um für die AfD zu arbeiten. Immerhin schließt die offiziell bis heute jegliche Zusammenarbeit mit extremen Rechten aus. „Bei Google Deutschland findet man nix über dich oder?“, fragt ihn sein Anwalt einmal. „Eigentlich nimmer. Müssen aber trotzdem regelmäßig was rauslöschen lassen“, antwortet Grauf. Sein Kumpel Stein beruhigt ihn einmal: „Das mit der NPD ist glaube ich nicht sonderlich wichtig.“ Und Marcel Grauf ist sich sowieso sicher: „Ich will ja keine Parteikarriere machen. Aber wenn die jemanden brauchen der sich mit Parlamenten auskennt und denen rausarbeitet, was sie machen können, kann ich das halt einfach.“ Am liebsten in Baden-Württemberg. „Ich will erstmal was in der Heimat und mich dort mit der Ausländerplage beschäftigen“, schreibt er an Torben Braga. An Stein schreibt er: „Im Zweifel müssen Sie halt sagen: keiner unserer Mitarbeiter war in der NPD“.

            Dass Grauf NPD-Mitglied war, ist bekannt. 2013 schloss ihn der Reservistenverband deshalb von seiner Mitgliedschaft aus. 2015, sogar 2016 noch, hat er Kontakt zu Alexander Neidlein, damals Chef der NPD Baden-Württemberg, und sammelt für ihn Unterschriften – als ein „Truppenteil“. Grauf schreibt an Neidlein, dass Geflüchtete in dem Ort untergebracht werden, in dem er lebt: „Wir bekommen jetzt auch Unterkünfte. Wüstenrot 96, Großerlach erstmal 70.“ Neidlein schreibt: „Überall sollen sie hin – auf jedes Dorf – und in jeden Garten sollen sie scheißen, damit es jeder kapiert was wir seit Jahren sagen.“ Grauf: „So ist es. die merken es wirklich erst, wenn die da sind.“ Mit der Zeit entfernt Grauf sich von der NPD. Die AfD entwickelt sich zwischen 2014 und 2017 zu einem ganz anderen Kaliber. Mit viel mehr Macht und der Aussicht auf politischen Erfolg.
            Auch für die AfD-Abgeordnete Christina Baum (hier auf der Demo „Kandel ist überall“, Mitte) arbeitet Grauf.
            Auch für die AfD-Abgeordnete Christina Baum (hier auf der Demo „Kandel ist überall“, Mitte) arbeitet Grauf. Foto: Jens Volle

            2016 wird Grauf Christina Baum an die Seite gestellt, weil die als politisch besonders „gut“ bekannt sei, schreibt ihm Philip Stein. Eine, die selbst parteiintern als „Narzisse“ gilt und seit dem Mord an einem Mädchen in Kandel, dort mit Unterstützung von Steins „Ein Prozent“-Bewegung, die Anti-Islam-Demos organisiert. Sie ist der Björn Höcke für den Süden, Mitglied des „Flügel“ – des ehemals pro-Höcke und contra-Petry-Teils der Partei.

            Grauf sei selten im Landtag zu sehen, berichten Insider. Er sei eher einer, der sich im Hintergrund hält. Einer mit Stil sogar, der sich im Gegensatz zu den meisten anderen Mitarbeitern der Fraktionen am Buffet nicht im Unverstand den Teller vollschaufelt.

            Grauf und seine Kumpels sind keine dumpfen Nazi-Proleten, sie sind intellektuelle Rechte. Sie stehen nicht auf Chemtrails oder Weltverschwörungstheorien. Die Leute von der rechten Online-Seite PI-News sind in ihren Augen „Freaks“, der Rechtspopulist Michael Mannheimer ein „Vollidiot“. Sie lesen „Sezession“ oder „Neue Ordnung“, revisionistische Zeitschriften mit Anspruch und analytischen Texten. Grauf schreibt selbst für sie. Einmal einen Text über den rechten Denker Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi. Titel: „Gerüchte und Gerede – Ein Versuch, Coudenhove-Kalergi auf die Füße zu stellen“, in Anlehnung an Rudi Dutschkes Doktorarbeit „Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen“. Grauf ist fleißig und gewissenhaft. Was er schreibt, egal ob Bewerbungen oder Artikel, schickt er seinem Kumpel Stein regelmäßig zur Korrektur.
            „Niemanden verurteilen, der ein bewohntes Asylantenheim anzündet“

            2015, als die Fluchtbewegungen aus Syrien auf ihrem Höhepunkt sind, schickt er die Nachricht: „Ich bin so voller Hass. Die Belästigungen werden auch immer mehr. Ich würde niemanden verurteilen, der ein bewohntes Asylantenheim anzündet.“ Geflüchtete nennt er „Refutschies“, „Asylneger“. Sogar in der Nachbargemeinde von Grauf sei schon ein „Negerkind“ unterwegs. Seine Freundin würde durchdrehen, weil man ja als Frau nicht mehr vor die Tür könne. Er selbst „könnte auch übelst durchdrehen“. „Wir landen bestimmt alle im Knast“, schreibt ihm Philip Stein und setzt ein Smiley dahinter. Grauf schreibt: „Solange wir bei der Verhaftung knietief im Blut stehen ist das ok“. Als Pegida nach einem Hitler-Posting in der Kritik steht, schreibt Grauf: „Wenn ich die Scheisse von Gabriel dazu schon wieder lese, weiß ich dass ich die Drecksau am liebsten abknallen würde. IRGENDWANN! Ich werde noch ausrasten… Da soll man kein Terrorist werden!!!!! Hoffen, dass es bald knallt.“ Und als Legida Anfang 2015 Leipzig in den Ausnahmezustand versetzt, schreibt Grauf: „Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg und Millione Tote. Frauen, Kinder. Mir egal. Hauptsache es geht los. Insbesondere würde ich laut lachen, wenn sowas auf der Gegendemo passieren würde. Tote, Verkrüppelte. Es wäre so schön. Ich will auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen. SIEG HEIL!“ Selbst seinem Kumpel Stein scheint das zu arg: „Bist du besoffen?“ Als eine Frau im Rollstuhl aus dem weiteren Umfeld der Korporiertenszene stirbt, regt sich Marcel Grauf auf, „wie alle ausrasten, weil die behinderte verreckt ist“. Sein Chatpartner schickt ihm einen Wikipedia-Link zur Vernichtungsanstalt Hadamar, während der NS-Zeit wurden dort Menschen mit Behinderung vergast. Grauf schickt ein Grinsen zurück, „da denkt man sich ‚is meine Gleichgültigkeit zu hart‘ und dann kommst du daher und ich fühl mich direkt wieder wie ein Gutmensch :D“.

            Was ihm nicht passt, nennt er „Juderei“. „20 Judentaler“ zahlt er für ein Zeitungs-Abonnement – Geldproblem? „Einfach nur die Juden besteuern -> Problem (end)gelöst“. Philip Stein schickt ihm ein Smiley mit schelmisch rausgestreckter Zunge. „Würdest du lieber Sophie Scholl oder Anne Frank knallen?“, fragt Grauf im Februar 2016 einen Bekannten. Dem ist „das Schrankmädchen“ zu jung und nur „Versautheitsfaktor -1“. Das „würde nicht knallen“, meint er. „Eine Hure war sie natürlich trotzdem!“ schreibt Grauf. „Das allein reicht nicht“, meint sein Kumpel. „Die ist hässlich wie die Nacht.“
            Rechtsverschwörerische Lektüre im Vorraum der AfD-Fraktionsräume im Landtag, 2017. Foto: Joachim E. Röttgers

            Grauf schwärmt für den Attentäter Anders Breivik und für Hitler. Einem Kommilitonen schreibt er einmal: „Dein Konzept des zweckgebundenen Darlehens knüpft an das des Führers an, oder?“ Geburtstagswünsche klingen so: „Heil! Heil! Heil! Party like it’s 1933. Übrigens. Denk dran, dass am Freitag der gute alte Breivik Geburtstag hat. Übrigens zusammen mit mir. Zufall? Ich denke nicht.“ Als ein Kumpel ihm ein Foto von sich vor einer Hakenkreuzfahne schickt – „das sollte in keiner Bewerbungsmappe fehlen“ – ist das für Grauf nichts Besonderes. „Hab sowas auch…“ schreibt er zurück.

            Grauf kommt aus Großerlach im Rems-Murr-Kreis. Erst im Februar dieses Jahres wurde er bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr zum Feuerwehrmann befördert. Auf dem Foto sieht er lustlos aus, verloren mit seiner Urkunde in der Hand.

            Einmal planen er und seine Leute eine Reise nach Rom. Trastevere soll gut sein, schreibt Grauf in die Facebook-Gruppe, Studentenviertel, wo es „echt nette Ecken gibt aber teilweise auch wieder verseucht“. Dafür kenne er dort „ne Ecke wo schwangere Nutten rumhängen.“ In Rom hält er zwei Vorträge bei der Casa Pound – junge, erfolgreiche Mussolini-Anhänger, Neofaschisten, die über caritative Einsätze und Projekte Wähler für sich gewinnen. Dort trifft er „die Argentinier von den Sqadristi“, ebenfalls gewaltbereite Faschisten, und lässt sich mit ihnen vor der Spanischen Treppe fotografieren. Die Casa Pound sei politisch „absolut im 21. Jahrhundert“, schwärmt Grauf nach seiner Rückkehr, super Leute getroffen, tolle Projekte, „der Wahnsinn, was die da einfach machen können“. Im Laufe der Zeit vermittelt er immer wieder Burschenschafter zu Besuchen nach Italien oder vermittelt Casa-Pound-Leute nach Deutschland. Er hat Kontakte zur Asow-Bewegung in die Ukraine, zur Identitären Bewegung in Frankreich, quartiert Besuch aus dem Ausland in Verbindungshäusern ein. Einmal eine Gruppe „Fascho-Franzosenweiber“.
            „Partei, Partei. Eine gescheite Führung!“

            An anderer Stelle schreibt er einem Kumpel, er komme etwas später zu einem Treffen. „Muss vorher den besorgten Bürger mimen und demonstrieren.“ Irgendwas mit -gida?, fragt sein Freund. Ähnlich, antwortet Grauf. „Die sagen tatsächlich dass sie ja keine Nazis sind. Gibt ein offenes Mikrophon. Hab gedacht ich äußere mich mal. Eröffnungsgag: ‚Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde.“ „Besorgte Bürger“ betrachtet er als dumme Leute, aber Mittel zum Zweck. Später berichtet er: „Waren natürlich auch richtige Mongos dabei ‚Es geht doch um die Menschen‘. Die werden noch zeitnah merken um was es geht“.

            Um Demokratie geht es nicht. Grauf und seine Leute verachten Demokratie. „Gegen Demokraten helfen nur Granaten“, schreiben sie sich, dass er kein Fan sei von direkter oder indirekter Demokratie, betont Grauf. Eine gescheite Partei müsse her, schickt ihm ein Freund. Grauf antwortet: „Partei, Partei. Eine gescheite Führung!“ Als „3Sat“ von Philip Stein ein Interview möchte, schreibt Grauf ihm: „Wenn du ‚Demokratie‘ sagst, trete ich dir in Bauch :D“. Stein entscheidet sich dann, von „Festung Europa“ zu sprechen. Irgendwann schickt Stein an Grauf: „Mit zunehmender Erfahrung scheint es mir so, dass die meisten wirklich an diesen Dreck glauben. Die ganzen FPÖler glauben ja wirklich an Demokratie.“ An anderer Stelle ärgert sich Grauf über einen Kommentar, den ein Studierender aus Wien im Netz veröffentlicht hat: „… was für die überwiegende Mehrheit der christlichen Farbstudierenden in Österreich eine Selbstverständlichkeit ist: Das Bekenntnis zur Demokratie (Patria), gelebte Nächstenliebe und Toleranz (Religio) ….“, Grauf: „Da soll man nicht ausrasten und Bäuche im Akkord treten?“ „#untermenschen zerstiefeln“ schreibt sein Kumpel zurück.

            Für Christina Baum und Heiner Merz schreibt Marcel Grauf Pressemitteilungen, Anfragen an die Landesregierung. Aus seiner Feder stammt auch ein Antrag der AfD-Fraktion zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses „Linksextremismus und Linksterrorismus in Baden-Württemberg“.

            Quelle: https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/371/sieg-heil-mit-smiley-5077.html

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            • Tja, das kommt einem irgendwie bekannt vor!

              1934 wurden Menschen mittels Preisausschreiben gefragt, warum sie die Nazis gewählt haben…die Antworten entsprechen fast wörtlich dem, was man von heutigen AFD-Wählern hört. Aber wirklich verwunderlich ist das nicht.
              Angeschlagener Nationalstolz, Wut auf die alten Parteien und die Angst vor sozialem Abstieg – so beschreiben Deutsche im Sommer 1934, warum sie in die NSDAP eingetreten sind.

              lg,

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              • Steven,

                wenn ich mir die Entwicklung der Parteien über die letzten 10 Jahre ansehe und betrachte was auf sozialpolitischer Ebene inkl. Asylpolitik abgelaufen ist, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn eine AfD massiven Zuspruch bekommt.
                Bei den Grünen und der SPD hat sich ein derart strukturloser und dümmlicher Haufen an die Spitze „gearbeitet“, der durch erbärmliche Peinlichkeiten und Geprolle im Bundestag auffällt, aber sicher nicht durch vernünftige Lösungen – oder zumindest irgendwelchen Ansätzen davon.
                Die Verantwortlichkeiten werden lautstark hin und hergeschoben, Beschuldigungen und Verleumdungen ausgekotzt und als Krönung geben Nahles, Roth, Söder, Hofreiter, Schulz, Göring-Eckhardt und Co. den blödsinnigsten Mist von sich, der mit den realen Umständen überhaupt nichts zu tun hat, sondern auf Wunschdenken beruht. Von dem Regierungsbildungsaffentheater will ich erst gar nicht anfangen.
                Ist es den Leuten da zu verdenken, dass der Zorn hochkocht?

                Für meine Begriffe hat das ganze Methode und es wird ganz gezielt darauf hingearbeitet, dass die Leute das Gefühl haben, sie hätten gar keine andere Chance mehr als die AfD zu wählen.
                Sie dir die Berichterstattung an – es wird von unseren „Qualitätsmedien“ gespalten und unterschwellig gehetzt, dass es einem, der das etwas nüchterner betrachtet, die Haare aufstellt. Es geht nicht um Einheit, um Zusammenhalt oder sonst was, sondern darum soviel Zwist wie nur möglich zwischen die Leute zu bringen, damit es dann kracht und man die „(Er-)Lösung“ anbieten kann.

                Das was gerade die letzten Jahre in Europa/Deutschland passiert ist, war keine überraschende Sache, mit der die Regierung „plötzlich“ konfrontiert gewesen wäre, sondern hat sich seit Jahren angebahnt – doch da wurde geflissentlich ignoriert, anstatt sich der Sache lösungsorientiert zu widmen.

                Die Leute jetzt permanent dem Nazivorwurf, bzw. einem lehrmeisterhaften „so fing es damals auch an!“ auszusetzen, ist meines Erachtens nicht wirklich klug und auch nicht zielführend. Das Gegenteil wird erreicht und zum Zorn kommt noch der Trotz drauf.
                Wesentlich besser wäre es in meinen Augen, die Nazigeschichte und persönliche Entgleisungen von einzelnen AfD-Mitgliedern da rauszuhalten und sich klar, unaufgeregt und kritisch den Inhalten der AfD zu widmen. Je ruhiger und sachlicher darauf hingewiesen wird, desto effektvoller wird es sein. Das Parteiprogramm spricht Bände – da muss man keine wirkungslose Nazikeule mehr zücken.
                Und die stets Unverbesserlichen erreicht man sowieso nicht – diese Energie kann man sich getrost sparen, Steven.

                Wir müssen endlich Probleme ansprechen und angehen können, ohne das ermüdende Nazigeschrei, denn gerade die MassenMigration bringt Probleme ins Land, die man beim besten Willen nicht mehr kleinreden kann – und die sind vielschichtig.

                Lg
                Petra

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                • Nachtrag – Söder ist nicht im BT, ich weiß, redet aber auch Schwachfug

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                • Hi Petra,

                  Die Leute jetzt permanent dem Nazivorwurf, bzw. einem lehrmeisterhaften „so fing es damals auch an!“ auszusetzen, ist meines Erachtens nicht wirklich klug und auch nicht zielführend. Das Gegenteil wird erreicht und zum Zorn kommt noch der Trotz drauf.
                  Wesentlich besser wäre es in meinen Augen, die Nazigeschichte und persönliche Entgleisungen von einzelnen AfD-Mitgliedern da rauszuhalten und sich klar, unaufgeregt und kritisch den Inhalten der AfD zu widmen. Je ruhiger und sachlicher darauf hingewiesen wird, desto effektvoller wird es sein. Das Parteiprogramm spricht Bände – da muss man keine wirkungslose Nazikeule mehr zücken.
                  Und die stets Unverbesserlichen erreicht man sowieso nicht – diese Energie kann man sich getrost sparen, Steven.

                  Das Problem ist leider eben auch, die AFD ist eine Partei, die genau mit derselben Energie arbeitet – das sind keine Einzelfälle von Entgleisungen. Die ticken genau so und genau so fing es damals auch an. Aber ich stimme dir zu – sie werden von vielen Leuten gewählt, die keine Nazi Gesinnung, sondern einfach nur Angst haben und verunsichert sind.

                  Für meine Begriffe hat das ganze Methode und es wird ganz gezielt darauf hingearbeitet, dass die Leute das Gefühl haben, sie hätten gar keine andere Chance mehr als die AfD zu wählen.
                  Sie dir die Berichterstattung an – es wird von unseren „Qualitätsmedien“ gespalten und unterschwellig gehetzt, dass es einem, der das etwas nüchterner betrachtet, die Haare aufstellt. Es geht nicht um Einheit, um Zusammenhalt oder sonst was, sondern darum soviel Zwist wie nur möglich zwischen die Leute zu bringen, damit es dann kracht und man die „(Er-)Lösung“ anbieten kann.

                  Natürlich steckt da methode dahinter – die Methode der AFD – divide and conquer. Was die Medien angeht oder die anderen Parteien – die sind so verwirrt, wie alle anderen und sagen mal dies oder das. Was wirklich vorgeht ist die chaotische Zeitqualität eines gesellschaftlichen Umbruchs – der ja nicht neu ist, aber zu immer heftigeren Kämpfen führt. Nicht nur ind er politischen Landschaft, sondern vor allem auch in der inneren landschaft der Menschen. Ich sehe die AFD und grundsätzlich alle derzeit Rechtsagierenden Parteien, inklusive Trumps Republikaner, als diejenigen, die für die alte Energie kämpfen und die Dinge beim „Alten“ belassen wollen. Veränderungen machen Angst, unbekannte Veränderungen noch mehr – und das nutzen diese Parteien aus.

                  Wie du bestimmt bemerkt hast, poste ich schon länger keine AFD Sachen mehr hier rein. Außer, sie treten mal wieder in ein echt fettes Thema. Ob es mir gefällt oder nicht, der einzelne Mensch muss das selbst entscheiden, wen erwählt oder nicht. Ich kann das nicht verhindern, ich kann nur hoffen, dass wir heute mehrheitlich soweit sind, den Unterschied zu erkennen, zwischen halbwegs kompetenten Leuten und diejenigen, die nur Kompetenz vortäuschen. Und ja, im Moment ist da wenig an guten Leuten vorhanden ..

                  Und ja, Migration bringt Probleme. Keine Frage und ich hab da auch keine Lösung anzubieten.

                  lg,

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                  • Hallo lieber Steven,

                    erst einmal danke für Deine Antwort. 🙂 Du kannst das Thema vermutlich auch nicht mehr hören. 😉

                    Mit dem Kämpfen der AfD, Trump und Co. für die alten Energien – da bin ich mir ehrlich gesagt gar nicht mehr so ganz sicher. Die Bevölkerung sucht in diesen sehr turbulenten und teilweise beängstigenden Ereignissen verzweifelt nach etwas, was Halt bietet – und bar jedes gefühlt sicheren Hafens ist meines Erachtens auch kein Umdenken möglich, weil man in der Angst verharrt und der Widerstand nicht zu überwinden ist. Nicht dass ich die AfD oder Trump einen Heiligenschein andichten möchte (eher ein paar schicke Hörnchen *lol*), aber die sehen, dass es im Merkel-Stil dem Volk definitiv nicht zu vermitteln ist; wohlwissend, dass es im alten Stil ebenfalls aber nicht wirklich weitergeht. Die Leute brauchen Halt.

                    Wo also Halt finden? In unseren Zeiten, bei unserer Art zu leben, der mittlerweile fast völligen Abkoppelung vom der Gewissheit ein Teil des Universums zu sein wo alles seinen Platz hat ist das ein Kraftakt unglaublichen Ausmaßes.
                    Die Religionen sind nur noch ein Gerippe (zu Recht, weil entweder verlogene oder unterdrückende Inhalte und meist keine Spur von echter Spiritualität und Weiterentwicklung) und die Familienstrukturen im Westen wurden auf dem Altar von Industrie, Wachstum, vermeintlicher Selbstentfaltung und Forderungen der Wirtschaft geopfert.

                    Einem anderen von Herzen helfen und sich für etwas einsetzen kann man nur dann effektiv, wenn man selbst auf sicherem Boden steht – und das fehlt den Menschen. Zudem kann man Hilfsbereitschaft und Einstellungen zu bestimmten Umständen, Ethnien ect. nicht „verordnen“. Das funktioniert nicht und macht am Ende mehr kaputt als man damit erreichen wollte. Was man ja jetzt überall im Land bewundern kann.

                    Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir gar keine tatsächliche Wende in der Menschheit oder gar Weiterentwicklung angehen, sondern dass es der selbe Summs wie eh und je ist, nur in größerem Ausmaß – dass lediglich die Karten neu gemischt und ausgegeben werden … aber das Blatt bleibt das selbe.
                    Ich schwanke zwischen Zuversicht, blankem Zorn, Selbstmitleid, Euphorie, Angst, Kampfeswillen und einem völligen Leckt-mich-doch-alle-am-Arsch-Gefühl.
                    So, jetzt brauche ich nen Tee und ein schönes Buch (kennst Du „Wege zu den alten Göttern“ von Vicky Gabriel? ich finde ihre Sicht auf die Welt eine sehr sehr interessante und mir aus dem Herzen sprechende).
                    🙂

                    LG
                    Petra

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                    • Irgendwie bin ich heute bzgl. Satzzeichen ect. nicht ganz auf der Höhe – tut mir leid wenn es dadurch etwas anstrengend zu lesen ist.

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                    • Satzzeichen sind mir total schnurz 🙂

                      lg,

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                    • Hallo liebe Petra,
                      zuerst einmal danke für deine Zeilen. Ich bin der gleichen Meinung wie du, was dein letzter Absatz betrifft, wobei dies nun ja nur zwei Meinungen sind und nicht die, der Allgemeinheit 😉
                      Ich denke, egal wer an der Politik ist, es geht nur um eines, Macht, Geld und Kontrolle.

                      Schau im Kleinen so auch im Großen. Manche haben es einfach noch nicht begriffen, dass es nur miteinander geht. Zudem ist die Hirnwäsche durch die Medien noch sehr groß. Ich glaube gar nix mehr, was ich in den Nachrichten zu hören bekomme. Und Volksvertreter durch eine Politik hatten wir wohl noch nie. Denn diese müssten dem Volke dienen und bisher war es immer umgekehrt der Fall.

                      Na ja diese Leute muss man lassen, soweit bin ich im Moment. Den Halt den ich habe, den beziehe ich auf mein Inneres, denn ich komme alleine in diese Welt und irgendwann gehe ich auch wieder alleine. Verantwortlich bin ich nur für das, was ich in meinem Bereich mache und eventuell auch unterlasse, wenn ich handeln sollte, denn irgendwann holt einem alles ein.

                      Ich versuche mich nur noch auf mein Gefühl zu verlassen, wobei ich im Moment gerade dabei bin, zwischen Gefühl und Emotionen zu unterscheiden, so dass das Gefühl mehr zur Geltung kommt.

                      Ich versuche nach dem Grundsatz zu leben: Das was du nicht magst, dass dir einer tut, das tue auch keinem anderen an. Oder so ähnlich, lautete das Sprichwort 😉

                      Und die Spiele im Außen sind wohl nur dazu da, um zu verwirren. Was interessiert es mich, ob in China ein Sack Reis umfällt, ich muss in meinem Bereich schauen und hierzu würde mich der Gedanke an den Sack Reis nur ablenken.

                      Liebe Grüße Heike

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                  • Von Stefan Niggemeier

                    Ein Sieg fürs substanzlose Raunen: Gutjahr unterliegt Wisnewski

                    „Sagen, was ist“, das war der Anspruch, den „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein einst an den Journalismus formulierte. Das Credo von Gerhard Wisnewski, der sich auch Journalist nennt, lautet eher: „Sagen, was sein könnte.“ Aber so konkret ist er oft gar nicht. Besser noch träfe es der Satz: „Nicht einmal sagen, was sein könnte.“
                    Gerhard Wisnewski Foto: obs/Wisnewski Journalistenbüro

                    Man sollte nicht denken, dass das die Grundlage für eine publizistische Karriere sein kann, aber Wisnewski beweist das Gegenteil. Er hat aus dem Raunen ein Geschäftsmodell gemacht. Wisnewski ist in den Augen all derer, die überzeugt sind, dass es auf der Welt keine Zufälle gibt und alles anders ist, als man uns glauben machen will, eine Koryphäe. Die Leerstellen, die er beim Schreiben lässt, füllen sie beim Lesen und Weitererzählen routiniert und schillernd aus.

                    Zum Beispiel das Attentat von Nizza am französischen Nationalfeiertag 2016, als ein Mann mit einem LKW auf der Promenade 86 Menschen tötete. Wisnewski schreibt dazu in seinem Buch „verheimlicht – vertuscht – vergessen“:

                    Zu dumm aber auch! Gerade heute, am 14. Juli 2016, wo Präsident François Hollande in seinem Sommerinterview das Ende des Ausnahmezustandes für den 26. Juli versprochen hat. Aber nun hatte dieser schreckliche Attentäter auf der „Prom“ wahllos Menschen niedergewalzt, und aus war es mit dem versprochenen Ende des Notstands. Schon wieder!

                    Man muss sich diese Sätze mit leicht amüsiertem, ironisch-wissenden Tonfall vorgelesen vorstellen. Ungemein praktisch war dieses Attentat für den französischen Präsidenten, der laut Wisnewski aus einem vorübergehenden Ausnahmezustand am liebsten einen Dauerzustand machen wollte.

                    Fragt sich nur, wie man (…) den Zeitraum zwischen Mitte Januar [wenn der Ausnahmezustand auslaufen sollte] und den Präsidentschaftswahlen im April 2017 zu überbrücken gedenkt – etwa durch ein neues Attentat? Getreu dem etwas abgewandelten Motto: L’attentat – c’est moi?

                    Holla. Hat die französische Regierung die Attentate bestellt, um das Land in eine Diktatur zu verwandeln? Hat sie sie organisiert? Oder gar nur inszeniert?

                    Wisnewski spricht nichts davon aus. Er nennt nicht einmal Indizien dafür, dass die Regierung ihre Finger im Spiel hat. Er weiß nur, dass die Attentate für sie praktisch wären, das reicht, um den Verdacht anzudeuten.

                    Manchmal trifft sie nicht staatliche Akteure, sondern einzelne Menschen. Zum Beispiel den ARD-Journalisten Richard Gutjahr. Der hatte das islamistische Attentat in Nizza gefilmt, weil er mit seiner Familie in einem Hotel dort war. Eine Woche später dann war er nicht weit entfernt vom Olympia-Einkaufszentrum in München, als dort ein Attentäter aus rechtsextremen Motiven neun Menschen erschoss. Von beiden Tatorten berichtete er in aktuellen Sendungen für die ARD.

                    Seitdem sind Gutjahr und seine Familie einer unglaublichen Welle von Angriffen ausgesetzt. Er wird verdächtigt, vorher von den Taten gewusst zu haben. Er wird von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und Antisemiten im Netz beschimpft, verhöhnt und beschuldigt, Teil einer Verschwörung zu sein, die durch inszenierte Terrorakte die Weltherrschaft erlangen will. Die Unterstellungen sind unterschiedlich extrem, aber seine Angreifer sind sich einig: Es kann kein Zufall sein, dass jemand bei zwei solchen Attentaten in der Nähe war. (Selbst wenn er in München arbeitet und längere Zeit bei Nizza lebte.)

                    Einer der ersten, die den Verschwörungssüchtigen Munition lieferte, war Gerhard Wisnewski. In einem Blog-Eintrag für die Online-Seiten des Kopp-Verlages behauptete er drei Tage nach dem Münchner Attentat, dass Gutjahrs Frau für den israelischen Geheimdienst gearbeitet habe. In seinem Buch „verheimlicht – vertuscht – vergessen“ breitete er Monate später all die vermeintlichen Puzzle-Stücke noch einmal aus. Süffisant fragt er:

                    Wer ist überhaupt dieser sagenhafte Herr Gutjahr? Und wo bekommt man eigentlich so einen atemberaubenden Riecher, dass man Attentate quasi schon im Voraus erschnüffeln kann?

                    (Quasi. Um sich dann mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe eines dieser im Voraus erschnüffelten Attentate aufzuhalten?)

                    Weil Gutjahrs Frau nach eigenen Worten für Israel den „Krieg der Worte, Bilder und Ideen“ gewinnen will, fragt Wisnewski rätselhaft, aber bedeutungsschwanger: „Meint sie damit etwa auch die ‚Worte, Bilder und Ideen‘, die ihr famoser Ehegatte über die Attentate dieser Welt verbreitet?“

                    Und dann raunt er:

                    Immerhin kann man nun behaupten, dass der rasende Reporter Gutjahr den Geheimdiensten nahesteht – sogar sehr nahe. Ja, wahrscheinlich liegt er sogar mit ihnen im Bett. Also embedded, sozusagen. Kommt er etwa auf diesem Weg an seine heißen Informationen, vielleicht sogar über bevorstehende Attentate? Über seine Gattin vom israelischen Geheimdienst, die sich selbst zu den „Geistigen Verteidigungskräften“ ihres Landes zählt? Nicht doch: alles Verschwörungstheorie.

                    An dieser Stelle steht im Buch kein Zwinkersmiley. Wisnewski fährt fort:

                    Vielleicht bis auf die Tatsache, dass sich niemand anderer als der israelische Geheimdienst tatsächlich rühmt, Attentate vorhersagen zu können. Speziell Messerattacken, von denen Israel in den vergangenen Jahren vermehrt heimgesucht wurde (…). So kann man natürlich auch rechtzeitig Reporter hinschicken. Rein theoretisch.

                    Nachdem er das insinuiert hat, fügt er hinzu:

                    Da ich hier aber natürlich nichts insinuieren will, habe ich bei Gutjahr selbst nachgefragt:

                    War er wirklich rein zufällig bei beiden Attentaten anwesend?
                    Oder hatte er Vorwissen über die bevorstehenden Attentate von Nizza und München?
                    Wie kam er an dieses Wissen?
                    Welche Beziehungen unterhält er zu den Geheimdiensten?
                    Hatten Polizei und Geheimdienste Vorwissen über die Attentate?
                    Wenn es Vorwissen bei Polizei und Geheimdiensten gab: Inwiefern haben diese dann die Finger drin?
                    Nahm ihn in München tatsächlich die Polizei mit zum Tatort?
                    Wenn nicht, warum duldete die Polizei die Verfolgung durch eine ermittlungsfremde Person?

                    Leider traf keine Antwort bei mir ein.

                    Tatsächlich hatte Gutjahr ihm geantwortet, dass er gerne antworten werde. Wisnewski wartete das aber nicht ab, sondern veröffentlichte nicht einmal 24 Stunden nach seiner Anfrage seine Mossad-Theorie auf den Online-Seiten von Kopp. „Das nährt den Verdacht, dass der Autor zu keinem Zeitpunkt an meinen Antworten interessiert war, sondern die Fragen nur pro forma gestellt hat, um sich presserechtlich abzusichern“, sagt Gutjahr.
                    „Ein nicht enden wollender Alptraum“

                    Gegen den Blog-Eintrag war Gutjahr nicht vorgegangen: „Damals standen meine Familie und ich noch unter Schock. Wir hatten schlicht und ergreifend besseres zu tun, als uns mit so einer absurden Verschwörungstheorie zu befassen.“ Gegen das Buch sei er dann Mitte Februar 2017 aktiv geworden, nachdem er mehrfach darauf angesprochen worden sei. „Auf Amazon war es zu dem Zeitpunkt schon auf Platz eins der meistverkauften Medien-Bücher. Ich habe gemerkt, dass der Autor von alleine nicht aufhört und dass die Geschichte mit jedem neuen Terroranschlag, egal wo in der Welt, immer wieder neue Verbreitung findet.“

                    Gutjahr klagte gegen Kopp-Verlag und Wisnewski und hatte in erster Instanz Erfolg: Das Landgericht Köln untersagte es dem Verlag und seinem Autoren, den Verdacht zu erwecken, Gutjahr habe Vorwissen von den beiden Gewaltverbrechen gehabt, wie sie es im Buch taten. In zweiter Instanz aber kassierte das Oberlandesgericht Köln nun dieses Urteil und entschied zugunsten Wisnewskis (15 U 150/17).

                    Für Gutjahr war das ein Schock. „Die Nachricht von dem Urteil erreichte mich fast auf den Tag genau zwei Jahre nach Nizza. Ein nicht enden wollender Alptraum.“ Wisnewski hingegen feiert auf diversen Kanälen das Urteil als Sieg für die Pressefreiheit.

                    Doch die Sache ist komplizierter. Das Gericht wertete Wisnewskis Sätze über Gutjahr nämlich eigentlich nicht als zulässige journalistische Arbeit – sondern gar nicht als Journalismus.

                    Für Verdachtsberichterstattung gelten in Deutschland strenge Regeln, zum Beispiel muss ein „Mindestbestand an Beweistatsachen“ vorliegen. Aber die Darstellung Wisnewskis sei viel zu vage, um sich überhaupt als Verdachtsberichterstattung zu qualifizieren, urteilte das Gericht. Es scheint paradox: Gerade, dass Wisnewski in seinem Buch und Blog-Eintrag nichts Substantielles vorlegen konnte, das die Vermutung nahelegt, die er in Frageform formuliert, sprach hier zu seinen Gunsten.
                    „Sehr vage und substanzarm“

                    Die Passage, in der Wisnewski fragt, ob Gutjahr vielleicht vom israelischen Geheimdienst vorab über bevorstehende Attentate informiert wird, ist laut Gericht „sehr vage und substanzarm gehalten“. Wisnewski bestreite nicht einmal selbst,

                    dass greifbare Anhaltspunkte für seine Zweifel an einem „Zufall“ tatsächlich fehlen und sich eher nur aus seiner, dem Durchschnittsleser bekannten und [von Wisnewski] zum Markenzeichen gemachten Grund-Skepsis an allen offiziellen Nachrichten nähren. Dem Durchschnittsleser wird dabei deutlich, dass außer der – klar im Wege der Meinungsäußerung als unwahrscheinlich bewerteten – „zufälligen“ Anwesenheit des Klägers an beiden Tatorten in kurzer zeitlicher Abfolge und der eher substanzlosen Tätigkeitsbeschreibung der Ehefrau des Klägers, greifbare Anhaltspunkte fehlen.

                    Immer wieder betont das Gericht, wie dürftig die Fakten sind, die Wisnewski vorlegt, und von welch geringem Gewicht die Anhaltspunkte, die er für einen großen Skandal liefert. Wenn aber – auch für die Leser erkennbar – so wenig vorliege, um einen Verdacht zu erhärten, handele es sich im Zweifel nicht um eine (möglicherweise unzulässige) Verdachtsberichterstattung, sondern um eine (zulässige) Meinungsäußerung, ein Werturteil.

                    Es klingt, als würde das Gericht damit ausdrücklich das spezielle Geschäftsmodell von Wisnewski und ähnlichen Verschwörungssuggerieren legitimieren: Gerade dadurch, dass sie nur alles anzweifeln und ohne wirklich zwingende Belege oder Indizien herumvermuten, lassen sich ihre Berichte nicht angreifen. Das Urteil ist insofern kein Sieg für Journalisten, wie Wisnewski behauptet, sondern für substanzlose Rumrauner.

                    Der Anwalt und Medienrechtsexperte Thorsten Feldmann von der Berliner Kanzlei JBB warnt aber vor weitreichenden Schlüssen: „Man darf die grundsätzliche Bedeutung des Urteils nicht überschätzen. Streitgegenständlich war nur die konkrete Passage in dem Buch.“ Das Gericht habe es sich nicht leicht gemacht mit seiner Entscheidung: „Die Abwägung, ob es sich um eine Verdachtsberichterstattung handelt oder um ein Werturteil, ist immer sehr komplex – und das hätte man hier auch anders entscheiden können.“ Auf der anderen Seite könne man es auch begrüßen, dass sich das Gericht im Zweifel für die Meinungsfreiheit entschieden hat. „Die Justiz muss dann auch blind sein, ob die vermeintlich ‚Richtigen‘ davon profitieren.“
                    „In ein menschenverachtendes Licht gerückt“

                    Auch Markus Kompa, der Richard Gutjahr vor Gericht vertreten hat, sieht in dem Urteil eine „absolute Einzelfall-Entscheidung“: „Das Gericht hat sich durchaus anspruchsvoll Gedanken gemacht, aber die falschen Schlüsse gezogen. Wisnewski hat Suggestivfragen einem konspirativ besonders aufgeschlossenen Publikum serviert und den Fall einseitig dargestellt. Das hat das Gericht nicht entsprechend gewürdigt.“ Hier seien „fiktive Sachverhalte fabuliert“ worden, die Gutjahr „in ein menschenverachtendes Licht rückten.“

                    Das Gericht urteilte auch, dass Gutjahr die raunenden Fragen Wisnewskis über ihn hinnehmen müsse, obwohl sie „Zweifel an seiner Wahrheitsliebe“ streuen und sich damit auf sein berufliches Ansehen auswirken könnten. Letztlich sei davon aber „nur die Sozialsphäre des Klägers“ tangiert. Aussagen darüber dürften „nur in Fällen schwerwiegender Auswirkungen auf das Persönlichkeitsrecht“ juristisch eingeschränkt werden, „etwa dann, wenn eine Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung oder eine Prangerwirkung“ zu befürchten seien. Dafür fehlten aber ausreichende Anhaltspunkte, weil er hier nur um die Buchveröffentlichung gehe – nicht die Internet-Kampagnen.

                    Medienrechtler Thorsten Feldmann sagt: „Die Justiz tut sich in der modernen Kommunikationswelt schwer damit, Sachverhalte insgesamt zu erfassen und zum Beispiel zu berücksichtigen: Welchen Einfluss hat eine initiale Äußerung auf die weitere Debatte? Das Urteil ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwer es ist, das Problem juristisch an der Wurzel zu packen.“ Mit dem „Standardarsenal juristischer Maßnahmen“ bekomme man vieles, was in den sozialen Medien geteilt werde, nicht mehr eingefangen.

                    Auf die Frage, wie entscheidend Wisnewskis Suggestion für all das war, was danach über ihn und seine Familie hereinbrach, antwortet Richard Gutjahr nur: „Der Autor wusste zu jeder Sekunde, was er tut.“

                    Quelle: https://uebermedien.de/30367/ein-sieg-fuers-substanzlose-raunen-gutjahr-unterliegt-wisnewski/

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                    • Neue Studienergebnisse über E Zigaretten fällt positiv aus!

                      https://www.mr-smoke.de/magazin/e-zigaretten-studie-2015-dampf-unbedenklich/

                      lg,

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                    • Inside AFD

                      «Die AfD plant den Staatsstreich» – eine Aussteigerin packt aus

                      von William Stern — watson.ch

                      Franziska Schreiber hat ihre Erfahrungen, die sie in der AfD von Ex-Chefin Frauke Petry (rechts) gemacht hat, in einem Buch festgehalten.

                      Franziska Schreiber war vier Jahre lang Mitglied der AfD. Zuerst als Vorsitzende der Jugendorganisation Junge Alternative, dann als Mitglied im Bundesvorstand. Kurz vor den Bundestagswahlen im Herbst 2017 trat die 27-Jährige aus der Partei aus. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie vor ihrer ehemaligen Partei warnt.

                      Frau Schreiber, wenn Sie noch in der AfD wären, und wenn die AfD stärkste Partei wäre in Deutschland, könnte ich dann dieses Interview mit Ihnen noch führen?

                      Franziska Schreiber: Nein, könnten Sie nicht, aus dem einfachen Grund, dass Sie dann als Journalist in Deutschland gar keine Lizenz mehr hätten. Sie sind, in der Sprache der AfD-Funktionäre, Schreiberling eines «linksrotgrün versifften Mediums», das man um jeden Preis eindämmen müsste. Die Medienlandschaft würde gesäubert, wer kritisch über die AfD schreibt, würde seine Zulassung verlieren.

                      Sie haben ein Buch geschrieben über Ihre Zeit namens «Inside AfD». Der Titel erinnert nicht zufällig an eine Sekte …

                      Nein, die AfD trägt ganz klar Züge einer Sekte.

                      Wie funktioniert die «Sekte AfD»?

                      Man kapselt sich nach aussen hin komplett ab, man will unter sich bleiben, versucht zwar, neue Mitglieder zu gewinnen, ist aber nicht für Presse und Kritiker zugänglich, man sucht nicht den Diskurs mit anderen Parteien, sondern ist eine eingeschworene, eingeigelte Gemeinschaft.

                      Können Sie konkreter werden?

                      Als Neumitglied in der AfD bekommt man extrem viel Aufmerksamkeit, man kümmert sich um einen, ein starkes Netzwerk entsteht, in dem man sich auch privat trifft. Das einzelne Mitglied wird von der Aussenwelt mehr und mehr abgeschirmt, es existiert eine eigene Sprache, die sich im Lauf der Zeit entwickelt hat.

                      Zum Beispiel?

                      Man spricht etwa von «Altparteien», wenn man SPD, CDU, FDP und Grüne meint, oder von der «Flüchtlingswelle» anstatt von Migration, oder von «Merkels Goldstücken», wenn es um Aylbewerber geht. Da hat sich ein ganz eigener Code entwickelt. Und dann gibt es Führungsfiguren, die werden heldenhaft verehrt, als ob sie ein Mittel gegen Krebs erfunden hätten – Björn Höcke zum Beispiel.

                      Sie haben einen linken familiären Hintergrund, ihr Urgrossvater engagierte sich bei den Kommunisten gegen die Nazis, Ihre Eltern wählen links, Ihre Schwester ist bei der AfD. Warum traten Sie mit 23 in die AfD ein?

                      Ich wollte mich sicher ein bisschen abgrenzen von meiner Familie. Ich war nicht so links und nicht so emotional. Meine Familie wollte am liebsten die ganze Welt retten, während ich mich für trockene Wirtschaftsthemen interessiert habe. Mit dieser politischen Haltung bin ich bei meiner Familie auf taube Ohren gestossen.

                      Und dann?

                      Dann habe ich erst die Liberalen und die CDU gewählt. Aber als die FDP zur Mövenpick-Partei verkam und dann plötzlich die AfD auftauchte, mit dem Versprechen, eine echte Graswurzel-Bewegung zu sein, die das System erneuert, wurde ich hellhörig. Das klang alles gut, seriös, rational, auch der Auftritt des Parteigründers Bernd Lucke bei Anne Will wirkte auf mich normal und wissenschaftlich. Damals hat für mich nichts darauf hingedeutet, dass es eine rechtsextreme Partei ist.

                      Was die AfD nach Ihrer Darstellung damals ja auch nicht war. Wie ging es weiter?

                      Die ersten zwei Jahre wurde ich dem radikaleren Lager zugeordnet, weil ich an der Seite von Frauke Petry gegen Bernd Lucke gekämpft habe. Dann aber kam es zu einer Machtverschiebung. Nachdem Lucke weg war, wurde plötzlich auch heftig gegen Petry geschossen.

                      Und was war der Wendepunkt?

                      Das war, als Höcke diese Aussage zur Rassentheorie machte …

                      … und von unterschiedlichen «Reproduktionstypen» bei Afrikanern und Europäern sprach …

                      Genau. Da bin ich das erste Mal mit diesem anderen Flügel aneinandergeraten. Ich habe gemerkt, dass die mich wie ein Piranha-Schwarm angreifen, sobald ich mich kritisch äussere. Mir schlug Widerstand und Hass entgegen und ich wurde als Verräterin bezeichnet. Die haben ihren Guru Höcke mit allen Mitteln verteidigt, wie in einer Sekte eben.

                      Die AfD, behaupten Sie, sei eine rechtsextreme Partei.

                      Sie ist nicht durch und durch rechtsextrem, aber sie ist eine von rechtsextremen Personen dominierte Partei. Es gibt noch einzelne Leute innerhalb der Partei, die versuchen das abzuwenden. Aber dazu ist es längst zu spät.
                      Franziska Schreiber (27) trat im Herbst kurz vor den Bundestagswahlen aus der AfD aus und empfahl öffentlich die Wahl der FDP. Zuvor galt sie als eines der Nachwuchstalente der Partei. Landesweite Bekanntheit erlangte sie mit einem umstrittenen Facebook-Post zur Strafbarkeit der Holocaustleugnung. Anfang August veröffentlichte sie ein Buch über ihre Zeit bei der AfD: «Inside AfD».

                      Woran machen Sie das fest?

                      Alexander Gauland hat öffentlich gesagt, das System BRD müsse überwunden werden. Das bedeutet nichts anders als ein Systemumsturz, ein Staatsstreich, das ist verfassungsfeindlich. Von Alice Weidel gibt es eine E-Mail, in der sie davon schreibt, dass es einen Plan gebe, Europa mit Migranten zu überfluten. Das sind die beiden wichtigsten Vorsitzenden der Partei. Und der Vorstand wird von der Basis gewählt. Es stehen rechtsextreme Personen an der Spitze dieser Partei, abgesegnet von der Basis.

                      Laut Gauland, Höcke, Poggenburg & Co. sind das alles «Ausrutscher», wie auch der «Vogelschiss in der Geschichte», oder das «Denkmal der Schande». Im ZDF-Sommerinterview sprach Gauland jüngst denn auch von den «12 furchtbaren Jahren». Kein Wort von Nazi-Glorifizierung.

                      Das sind keine Versehen. Die Leute an der Spitze wollen wiedergewählt werden von der Basis, und damit wissen wir auch, wie die Mehrheit der Basis tickt. Wenn man dann beim ZDF vor einem gemässigten Publikum auftritt, dann rudert man wieder ein bisschen zurück, stellt alles als Fehlinterpretation dar, als Ausrutscher. Aber die Haltung ist völlig klar: Es sind Rechtsextreme an der Spitze der AfD.

                      Im Herbst haben 17 Prozent der deutschen Wähler die AfD in den Bundestag gewählt. Sind das alles Rechtsextreme?

                      Nein, ich glaube, das sind noch immer mehrheitlich Protestwähler. Die unterschätzen noch immer, wie die AfD wirklich tickt.

                      ZDF Sommerinterview mit Alexander Gauland.

                      Wie kann das sein? Man weiss ja offenbar ziemlich genau, was man bekommt.

                      Weil die Landesverbände extrem unterschiedlich aufgestellt sind. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist die AfD einigermassen gesittet. Die Landes-Wähler projizieren diese Erfahrungen auf die Bundespartei und wählen auch bei der Bundestagswahl AfD. Da herrscht ein riesiges Zerrbild.

                      Welche Reaktionen haben Sie auf Ihr Buch erhalten?

                      Ich bekam enorm viel Unterstützung von ausserhalb der Partei, unzählige Leute, die mir Glück wünschten und mir zu meinem Schritt gratulierten.

                      Und negative Reaktionen?

                      Zuhauf. Beleidigungen, Drohungen, böse Bilder, das ganze Verleumdungs-Programm halt.

                      Verleumdung?

                      Innerhalb der Partei gehen gerade allerlei Gerüchte über mich herum, gerade auch in der Jugendorganisation, die ohnehin tief sexistisch ist. Es wurde zum Beispiel behauptet, dass ich mehrere Abtreibungen gehabt habe, dass ich in psychiatrischer Behandlung war, dass ich mit mehreren Leuten innerhalb der Partei geschlafen habe, dass ich als Prostituierte gearbeitet habe. Da wurde alles herausgeholt, was meinen Ruf schädigen könnte.

                      Ist das Buch auch eine «persönliche Abrechnung» und ein Versuch, Kapital aus dem Abgang zu schlagen, wie Ihnen teilweise vorgeworfen wird?

                      Nein, ich hatte keine emotionalen Probleme mit einzelnen Leuten aus der Partei, sondern starke inhaltliche Differenzen. Ich kenne viele der im Buch erwähnten Personen nicht persönlich, Gauland zum Beispiel hab ich nur einmal getroffen. Und was das Geld angeht: Es ist ein politisches Sachbuch, kein Beststeller. Ich bin selber überrascht, wie viel Aufmerksamkeit ich erhalten habe. Mein Verlag hat mich noch gewarnt, dass ich nicht zu erwarten brauche, damit reich zu werden. Aber das war auch nicht meine Absicht. Ich habe nach dem Austritt aus der Partei 30 Kilo abgenommen, ich hätte ein Hundertfaches mehr verdient, wenn ich über Abnehmmethoden geschrieben hätte als über die AfD.

                      Die Aufmerksamkeit erklärt sich auch dadurch, dass Sie über ein angebliches Treffen zwischen dem Vorsitzenden des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maassen, und der damaligen Vorsitzenden der AfD, Frauke Petry, schreiben.

                      Ja, ich war selber erstaunt über die heftigen Reaktionen. Über dieses Treffen zwischen Petry und Maassen hatte der «Spiegel» ja vor zwei Jahren schon berichtet, und auch das Innenministerium bestätigte die Treffen. Petry aber leugnete es, und Maassen druckste herum, das machte die Öffentlichkeit wohl misstrauisch.

                      Was das Innenministerium allerdings bestreitet, ist, dass Verfassungsschützer Maassen Petry konkrete Empfehlungen gegeben habe, wie die Partei eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz vermeiden könne. Genau das behaupten Sie nun aber in Ihrem Buch.

                      Ja, diese Treffen und diese Empfehlung Maassens gab es laut Frauke Petry. Dazu habe ich letzte Woche eine eidesstattliche Versicherung abgegeben.

                      Auf Facebook wird Ihnen entgegengehalten, dass die AfD wie jede andere Partei ein breites Spektrum an politischen Meinungen beherberge – und dass es, wie in jeder anderen Partei auch, schwarze Schafe gebe.

                      Glauben Sie mir, ich kenne die Verwerfungslinien der Partei. Wir hatten einen schönen Lackmustest bei der Wahl der Bundesvorsitzenden. Georg Pazderski, das Aushängeschild der Liberalen, hätte es um ein Haar nicht in den 14-köpfigen Vorstand geschafft. Hauchdünn konnte er eine damals völlig unbekannte Sprengkandidatin schlagen. Die Bundesmehrheit der AfD ist ganz klar dominiert von rechtsradikalen Positionen. Wo dringen denn je liberale Positionen nach aussen?

                      Die AfD geriert sich als «grösste Oppositionspartei». Sie behaupten jetzt aber, die AfD habe einen grösseren Plan …

                      Es stimmt, nach aussen gibt sich die AfD als reine Oppositionspartei. Aber intern, innerhalb des rechtsextremen Flügels, gibt es einen Plan, und der ist sehr beängstigend.

                      Erklären Sie.

                      Weil die AfD nie mit einer anderen Partei in der Regierung sein wird, stellt sich für sie die Frage, wie man Deutschland trotzdem verändern kann. Man landet dabei in einem ausserparlamentarischen, vorpolitischen Raum, genauer: bei der Identitären Bewegung. Die AfD versteht sich als einzig legitime Vertreterin dieses ausserparlamentarischen Raums und kann so die Themenhoheit nach Belieben bestimmen.

                      Und dann?

                      Man hofft, dass die Flüchtlingsfrage irgendwann so sehr eskaliert, dass ein bürgerkriegsähnlicher Zustand entsteht und man dieses Land putschartig übernehmen kann. Die ganze Strategie, das unablässige Provozieren der Muslime, Migranten und Ausländer, hat zum Ziel, den Islam zu einem imaginären Feind aufzubauen, den man dann schattenboxenartig besiegen kann. In der Bevölkerung hätte die AfD dann einen Status des heldenhaften Widerstands, sodass bei den nächsten Wahlen die absolute Mehrheit errungen werden könnte. Und was dann geschähe, können Sie sich ja vorstellen.

                      Eine Wiederholung des Reichstagsbrands, 85 Jahre später, und mit anderen Mitteln. Haben Sie Belege für diese Vorwürfe?

                      Die AfD ist in dieser Hinsicht ja nicht gerade vorsichtig. Nach dem Attentat am Breitscheidplatz gaben führende AfD-Mitglieder ihrer Freude öffentlich Ausdruck. Oder Gauland, der endlich wieder stolz sein möchte auf Deutschland, auch auf die 12 Jahre. Oder Höcke, der das Holocaust-Denkmal sehr zweideutig als «Denkmal der Schande» bezeichnet.
                      Schreiber: «Man versteht nicht, wie gefährlich diese Partei ist» – im Bild Alexander Gauland, Bundesvorsitzender der AfD.

                      Aber das sind noch keine schriftlichen Beweise für einen Umsturzplan.

                      Ja, das stimmt. Diese Pläne werden in internen Gruppen besprochen, in geschlossenen Facebookgruppen zum Beispiel. Innerhalb dieser Chats nimmt man kein Blatt vor den Mund. Da wird davon gesprochen, dass man gewisse Dinge nicht ins Wahlprogramm schreibt, sondern sie einfach tut, wenn die historische Stunde gekommen ist.

                      Auch das sind keine schriftlichen Belege.

                      Natürlich steht das nicht im Wahlprogramm, sonst stünde ja auch der Verfassungsschutz auf dem Plan!

                      Mit Verlaub, aber es fällt schwer, solche angeblichen Pläne ernst zu nehmen.

                      Ja, und das ist ein grosses Problem der Öffentlichkeit und der Medien. Wer nicht Einblick in diese Partei hatte, der versteht nicht, wie ideologisiert die Vertreter des rechtsextremen Flügels sind, wie sehr sie sich nach der Zeit des Nationalsozialismus sehnen. Das Einzige, was diese Leute Hitler übel nehmen, ist der Zweifrontenkrieg, weil er den Untergang des Dritten Reichs besiegelte. Und das, was Hitler mit den Juden machte.

                      Wieso?

                      Weil es ein schlechtes Licht wirft auf das Dritte Reich …

                      Sie fordern, dass der Verfassungsschutz die Partei beobachtet.

                      Ja, der Verfassungsschutz müsste einzelne Landesverbände beobachten, wenn nicht sogar die ganze Partei. Und er müsste auf jeden Fall die Jugendorganisation beobachten, weil dort längst radikale Kräfte das Zepter übernommen haben.

                      Welche Landesverbände sind das?

                      Thüringen, Sachsen, Brandenburg und das Saarland auf jeden Fall.

                      Und dann? Ein Verbot der Partei?

                      Je nach Ergebnis müsste die Partei verboten werden, ja.

                      Die Bundesverwaltung ermittelt aktuell in Sachen illegaler Parteifinanzierung. Was wissen Sie über die angebliche Zusammenarbeit zwischen dem ominösen Unterstützungsverein (Verein für die Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten), der Schweizer Werbeagentur Goal und der AfD?

                      Die Zusammenarbeit zwischen dem Unterstützungsverein und der AfD war sehr eng. Wir hatten zum Beispiel in Baden-Württemberg einen Kandidaten, Markus Frohnmeier, der konnte sich mehr oder weniger aussuchen, welche Plakate in seinem Wahlkreis hängen sollten. Das ist nichts anderes als verdeckte Parteienfinanzierung, kostenfreie Werbung. Wir wissen auch, dass der Vorsitzende des Vereins einen Antrag zur Mitgliedschaft bei der AfD gestellt hatte. Es ist mehr als offensichtlich, dass zwischen dem Verein und der Partei Absprachen existierten.

                      Und was ist mit der Agentur Goal des Schweizer Werbers Alexander Segert, die die Plakate designt?

                      Der Verdacht liegt nahe, dass hier ausländische Kräfte in den Wahlkampf eingegriffen haben und dass die Agentur Goal beteiligt ist. Auch da muss unbedingt eine Untersuchung her.

                      Seit die AfD den Lucke-Kurs verlassen hat, streiten sich Journalisten darüber, wie mit der AfD umgegangen werden soll. Haben Sie eine Antwort?

                      Das ist nicht einfach. Auf der einen Seite müssen die dramatischen Aussagen der Parteifunktionäre thematisiert werden, weil sie nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Auf der anderen Seite lebt die AfD vom Skandal, ernährt sich von der Aufmerksamkeit. Die AfD hat das wie keine andere Partei zum Geschäftsmodell gemacht.

                      Was also tun?

                      Man muss die AfD immer wieder auf Inhalte ansprechen. Dann passiert das, was Gauland im ZDF-Sommerinterview passiert ist – er bleibt sprachlos. Die AfD hat keine Antworten auf inhaltliche Fragen, sie hat null Lösungskompetenz, nicht einmal in ihren Kernthemen, Islam und Zuwanderung, bietet sie verfassungskompatible Konzepte.

                      Gewisse Punkte der neuen linken Sammlungsbewegung «Aufstehen» von Sahra Wagenknecht sind nicht allzu weit von der AfD entfernt. Gräbt «Aufstehen» der AfD Wasser ab?

                      «Aufstehen» kann zu einer realen Bedrohung werden für die AfD, ja. Aber wer um die AfD zu bekämpfen deren Thesen und Rezepte übernimmt, der bietet keine wirkliche Alternative. Man kann den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben. Das musste auch die CSU einsehen.

                      Wie sind die Verbindungen zwischen der AfD und der SVP? AfD-Vordenker Jongen sprach auch schon davon, dass eine «Verschweizerung Deutschlands» nötig sei.

                      Es gibt und gab ideologische Verbindungen zur SVP, wie auch zur FPÖ in Österreich. Der grosse Unterschied ist aber: Die SVP ist eine sehr sehr konservative Partei, ähnlich wie die CSU bei uns in Bayern. Aber sie will die Eidgenossenschaft nicht umstürzen. Sie will nicht die Verfassung aushebeln.

                      Woher kommt eigentlich diese Obsession in der AfD mit Kanzlerin Angela Merkel?

                      Das ist ein Narrativ, das wir in der AfD bewusst aufgebaut haben, indem wir immer wieder behauptet haben, Merkel habe 2015 die Grenzen aufgelöst, was ja faktisch falsch ist. Mit dieser mantrahaften Wiederholung und der Verbindung zu echten oder erfundenen Kriminalfällen, Vergewaltigungen, Überfälle durch Migranten, haben wir das perfekte Feindbild geschaffen.

                      Wie schauen Sie auf diese vier Jahre in der AfD zurück?

                      Ich gucke da teilweise mit Entsetzen darauf, es ist ein Stück Selbstekel. Ich habe dieses Buch auch geschrieben, um zu rekapitulieren, um mir selber zu erklären, wie das passieren konnte, wie ich zwei Jahre lang völlig unkritisch mitgelaufen bin in dieser Organisation.

                      Und? Wie erklären Sie sich das?

                      Es hatte viel mit diesem Einheitsfront-Gedanken zu tun, mit dieser Wir-gegen-alle-Haltung. Das hat mir am Anfang ein extrem geborgenes Gefühl gegeben. Erst als ich merkte, dass intern keine Kritik geduldet wird, bin ich aufgewacht.

                      Sie haben vorhin gesagt, längst nicht alle AfD-Wähler seien rechtsextrem. Wie steht es um den Rassismus in der Partei? Frau Wagenknecht sagte ja unlängst in einem Interview mit der FAZ, AfD-Wähler seien keine Rassisten…

                      Rassismus ist absolut mehrheitsfähig in der Partei. Da wird Boris Beckers Sohn auf Twitter als «Halbneger» bezeichnet, Barack Obama ist auf Facebook der «Quotenneger», und Gauland will Jérôme Boateng nicht als Nachbarn. Was der Hautfarbe in der AfD für ein Gewicht beigemessen wird, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, das ist ein ganz grosses Thema.

                      Es gibt auch schwarze AfD-Mitglieder …

                      Ja, und die werden wie ein Feigenblatt hingehalten und als Schutzschild benutzt, das sagt ja eigentlich schon alles. Der Rassismus ist absolute Mehrheitsmeinung in der AfD. Der Araber, der Südländer generell, ist das Feindbild Nummer 1 und nicht kompatibel mit dem Deutschen.

                      In einem Porträt im «Zeit»-Magazin vor zwei Jahren sagten Sie, Ihr Gesicht sei für alles andere ausser für die Politik «verbrannt». Was meinten Sie damit?

                      Ich hing damals einem Irrglauben nach, der den AfD-Mitgliedern systematisch suggeriert wird.

                      Was für ein Irrglaube?

                      Es wird einem eingetrichtert: «Ihr könnt nicht aus der AfD austreten, weil die Restgesellschaft, das sogenannte Establishment, euch nie mehr akzeptieren wird, weil ihr das Nazi-Stigma nie mehr loswerdet.» Das schweisst natürlich zusammen. Aber es stimmt nicht. Ich habe nach meinem Austritt viele Leute erlebt, die offen auf mich zugekommen sind. Die Gesellschaft ist nicht unversöhnlich, solange man die eigenen Fehler zugibt. Diese Botschaft ist extrem wichtig für die Zweifler in der AfD, ich habe mein Buch auch für sie geschrieben.

                      Auf Twitter bezeichnen Sie sich als «libertär», in einem Interview sagten Sie vor Kurzem über sich, Sie seien «liberal». Wo stehen Sie heute politisch?

                      Ich würde mich schon als liberal einschätzen.

                      Und welche Partei steht Ihnen heute am nächsten?
                      Wählen würde ich heute die FDP.

                      Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder in die Politik zu gehen?

                      Nein, in nächster Zeit nicht. Ich will gerade nur für mich selber sprechen. Ich empfinde es als Ausdruck meiner persönlichen Freiheit, dass ich mich nicht absprechen muss. Ich arbeite als Redakteurin bei einem Online-Magazin. Ich kann mich über mein Leben nach der AfD nicht beklagen.

                      Sie haben Todesdrohungen bekommen, man wünscht Ihnen Vergewaltigungen. Haben Sie nie Angst?

                      Hin und wieder mache ich mir schon Sorgen. Aber dann wiederum sage ich mir: Eigentlich können sie mir nichts tun. Wenn sie mich jetzt angreifen würden, wäre das taktisch völlig unklug, dann würde die Öffentlichkeit ja erst recht aufmerksam werden.

                      Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/ausland/die-afd-plant-den-staatsstreich-eine-aussteigerin-packt-aus-132926308

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  • Wieviel Staat ist in der NSU?
    Wolf Wetzel im Audio-Podcast zum NSU-Urteil:

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=44894

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    • Viel interessanter ist der allererste Polizeibericht, der nämlich überhaupt keinen rechten Hintergrund sah und auch keinen NSU erwähnte. Der ermittelte eher in Richtung organisiertes Verbrechen, und betrachtete die Dönermorde als Ergebnis eines Bandenkriegs im Schutzgeldmillieu und verwies auf Verflechtungen der örtlichen Polizei und hoher politischer Kreise. Also eher eine Angelegenheit wie man sie von der Cosa Nostra in Italien her kennt. Der Schluss liegt nahe, dass der NSU nur dazu diente eine viel grössere Sauerei zu verbergen, nämlich die Verwicklung von Polizei und Politik mit dem organisierten Verbrechen. Wer so etwas in D für unmöglich hält, der muss sich nur an die sog. Pizza Affäre um Hr Öttinger erinnern…

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  • Chemnitz und wie die Medien mal wieder beim Lügen erwischt werden:
    https://vera-lengsfeld.de/2018/08/30/wie-man-den-ausnahmezustand-herbei-schreibt/

    Grüße

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  • Wer nun einfach in links und rechts teilt, hat mittiges übergangen.
    Wer die Frames bedient, ist Hetzer und Brandstifter.
    Wer Menschen demnach klassifiziert, offenbart seine zutiefst verachtende Haltung.

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    • Du sprichst mir aus dem Herzen, lieber Remo.

      Lange Zeit schon engagiere ich mich, diese Aufteilung aufzuweichen, welche m.E. zur Teile-und-herrsche-Strategie gehört. Wer profitiert von der Spaltung und damit Schwächung unserer Gesellschaft? …

      Doch wie schwer ist dieses Brückenbauen zwischen besagten Rändern.
      Spreche ich mit einer Person, die sich Links einordnet, sind die Rechten alles Idioten. Spreche ich mit einer Person, die sich Rechts einordnet, sind die Linken alles Idioten. Tja … Verständnis jeweils für die Gegenseite versuchen aufzubringen, scheint eine Provokation zu sein, fast eine Sache der Unmöglichkeit.

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      • Lieber Andreas,

        wie wahr.

        Du kannst dir vorstellen, wie die Reaktionen ausfallen, wenn ich, mit dunkler Hautfarbe aufzeige, dass es wahrlichen Rassismus nicht gibt.

        Wohl wirklichen, aber keinen wahrlichen.

        Wurde er doch erhoben um die „einen“ in Schuld zu halten und den „anderen“ die Opferrolle zu bescheinigen.

        Wie leicht es doch versucht, inneres durch äusseres zu täuschen.

        Diejenigen, die dieses Narrativ erheben, sind meist per Definition ebendiese Segregateure.
        Deren Vorstellung, wie es sein sollte verbirgt oft furchtbar doktriniertes und inhumanes.

        So dass Thema „Dualität“ nun real.

        Es tut wohl, auch dich darüberhinaus sehend zu Wissen.

        lg

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        • Du kannst dir vorstellen, wie die Reaktionen ausfallen, wenn ich, mit dunkler Hautfarbe aufzeige, dass es wahrlichen Rassismus nicht gibt.

          Ich nehme an, Dein Gesprächspartner staunt erstmal ungläubig.

          Wir alle sind aus der gleichen Quelle und sind daher im Innersten verbunden. Auf dieser tiefsten Seelenebene verstehen wir Menschen uns. Ich nehme an, Remo, dass Du es so oder so ähnlich meinst, wenn Du behauptest, dass es keinen wahrlichen Rassismus gebe.

          So dass Thema „Dualität“ nun real.

          Genau. Und meine Motivation für meine momentanen Zeilen hier ist, dass wir zunehmend von dieser konfrontativen Dualität zur kooperativen Polarität finden.

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          • Wohl wahr, oft von erleichterter Reaktion gefolgt, sein zu dürfen, ohne Angst stimgmatisiert zu werden.
            Werde aber auch vehement dafür angegriffen, was wiederum kreisschlüssig offenbart.

            Zu Bedenken;
            Z.B. der Hass der Schwarzen ist weit grösser als es die Weissen verstehen wollen.
            Frag 10 Schwarze USAmerikaner ob sie auch den Weissen lieben.
            Ich versichere Dir, Du wirst von Respekt, Toleranz, Achtung und Kooperation hören…

            Frag jedoch weiter nach lieben…
            Du wirst staunen und es öffnet die Augen unmittelbar.

            Situationen wie in Zimbawe oder derzeit Südafrika sprechen eine deutlich andere Sprache.

            Man müsste es, da noch ausgeprägter, genauso Rassismus nennen.
            Da sie sich aber gegenseitig noch unsäglicher massakrieren, offenbart sich, worum es wahrlich geht.

            Dieser Hass/Verachtung findet sich in allen Kulturen.

            Was programmiert hier wie…

            Besagte kooperative Polarität ist mir Liebe.

            lg

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            • kooperative Polarität ist mir Liebe

              Die Dualität als das gegenteilige Prinzip ist mir __________ . Ich würde „Angst“ eintragen.

              Dieser Hass/Verachtung findet sich in allen Kulturen.

              Was programmiert hier wie…

              Ich schrieb kürzlich, dass wir uns im tiefsten Kern alle verstehen.
              Sollte diese These korrekt sein, versuche ich weiterzudenken
              und komme dahin, dass wir wohl nicht in unserem Innersten sind.

              Wie würdest Du Deine Frage beantworten?

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              • Nein, es gibt natürlich keine Rechten und Rassisten sowieso nicht. Schon gar nicht in Chemnitz ..

                Am Rande der teils fremdenfeindlichen Proteste nach dem tödlichen Messerangriff von Chemnitz soll sich nach einem Medienbericht auch eine schwere antisemitische Attacke ereignet haben. Am Abend des 27. August sei das koschere Restaurant „Schalom“ von etwa einem Dutzend schwarz gekleideter Vermummter angegriffen worden, berichtet die „Welt am Sonntag“.

                Sie hätten „Hau ab aus Deutschland, Du Judensau“ gerufen und das Lokal mit Steinen, Flaschen und einem abgesägten Stahlrohr beworfen. Der Eigentümer sei an der Schulter getroffen und verletzt worden, eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen und die Fassade beschädigt worden.
                Erinnerungen an 30er Jahre

                Das Landeskriminalamt habe eine entsprechende Anzeige des Wirts bestätigt. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte dem Blatt, dass in dem Fall „derzeit eine politisch motivierte Tat mit einem antisemitischen Hintergrund naheliege“. Die Ermittlungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

                Der Beauftragte gegen Antisemitismus der Bundesregierung, FelixKlein, zeigte sich alarmiert. „Sollten die Berichte zutreffen, haben wir es mit dem Überfall auf das jüdische Restaurant in Chemnitz mit einer neuen Qualität antisemitischer Straftaten zu tun.

                Hier werden die schlimmsten Erinnerungen an die dreißiger Jahre wachgerufen“, sagte er der Zeitung. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat dem Bericht zufolge mit dem Betreiber, einem alteingesessenen Chemnitzer, telefoniert.

                Quelle: https://web.de/magazine/politik/zeitung-attacke-juedisches-restaurant-chemnitz-33154996

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              • Hallo Andreas

                …immer wieder befruchtend.

                Die Niederungen stufen sich wesentlich.

                Von verachtendem Stolz über Wut und dessen Hass, zu Schuld und deren Zerstörung bis Scham und der entsprechenden Ausmerzung.

                Erinnerst Du Dich noch an die Karte/Tafel der BewusstseinsEbenen von David R. Hawkins.

                Deine Frage meint mir; …wir, im wirklichsten Sinne.

                lg

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                • In meinen Worten war der trennende Dualismus in der Angst begründet und konkretisiert. Deine Impulse aufnehmend erweitere ich, dass er u. A. auch von Stolz, Schuld und Scham verursacht werden kann und natürlich auch wieder zu solch niedrigen Schwingungsebenen führt.

                  Und beim Blick auf die verbindende Polarität interpretiere ich David Hawkins frei, dass sie sich nicht nur in der Liebe zeigt, sondern auch in Freude und Friede und auch wiederum diese hohen Schwingungsebenen als Frucht hat.

                  Meine Frage, wer Hass/Verachtung programmiert, lieber Remo, hast Du mit „Wir“ beantwortet. Wie wohl auch hier kaum zu leugnen ist, werden obige Dualismus-Aspekte auch in der spirituellen Szene gelebt, Ich lege noch einen drauf und bin unangenehm. Spirituelle Menschen haben m. E. einen großen Einfluss. Sollte dies unter der Oberfläche tatsächlich so sein, wären dann nicht grade auch sie/wir Programmierer und damit mit großer Verantwortung für unsere Zustände?

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                  • …wir sind Gott…
                    …du bist _____?

                    lg

                    Gefällt mir

                    • Grüß Gott Remo
                      Wie wir hier im Schwabenland sagen.

                      Wir kreiieren – so oder so.
                      Danke Dir für unsere Ko-Produktion diese Tage 🙂

                      Positiv unser Gespräch abschließend, möchte ich auf einen Ku-Klux-Klan-Aussteiger hinweisen.
                      :https://www.youtube.com/watch?v=JrZaOQTNi3Q

                      Und auf Boris Palmer bzgl. Chemnitz
                      :https://www.youtube.com/watch?v=BTODdDy9rXE

                      Alles Liebe
                      Andreas

                      Gefällt mir

                    • Grüss Gott, Bruder

                      …so wandelt 🙂
                      Einfach gut.

                      Human conditioning

                      Auch hier.

                      Jesse nennt Trump sogar, halt dich fest, „the great white hope“
                      Da schreit und frischt den Atem, wie weit zuvor.

                      Die Fäden sind geschnitten, der Verat preisgegeben, die Täuschung erkannt.

                      Unser Haus bewundert hier seit Tagen, wie sich ein zart Pflänzchen innert 1 Woche des TeerAsphalt entpanzert. Bricht einfach durch, wie durch ´ne feuchte Semmel.

                      Leben lebt:)

                      Ironie; als „CH-Bürger“ rotweissgekreuzt, dem KuhGlockenKlan teil.entstammt, black-clansmannt es offenbar
                      auch mir sublim aber unframebar übers Kreuz.
                      Du kannst dir vorstellen, wie mir auch die „meinigen“ gebend führen.

                      Alles Liebe, Bruder

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    • Hi Remo

      Wer nun einfach in links und rechts teilt, hat mittiges übergangen.
      Wer die Frames bedient, ist Hetzer und Brandstifter.
      Wer Menschen demnach klassifiziert, offenbart seine zutiefst verachtende Haltung.

      Genau, wir nennen die Rechten jetzt einfach nicht mehr Rechte. Super Idee!

      Die Realität ist, ob das jemand passt oder nicht, die Rechten Genossen um Bernd Höcke, „Pro Chemnitz“, „Pegida“, etc, haben diese Messerstecherei in Chemnitz absichtlich und bewusst instrumentalisiert. Wer glaubt, irgendeinem von denen wäre es um Trauer gegangen, der glaubt auch an das Christkind. Sie benutzen es als Vorwand für Randale und ist Antrieb, um mehr Wähler zu bekommen. Ich sehe im übrigen keinen der Typen „wir sind das Volk“ schreien, wenn wieder mal ein Deutscher eine Frau umgebracht hat. Und wer sich nicht von diesen Typen distanziert, den nenne ich rechtes Nazigeschmeiss.

      Man kann den Staat kritisieren, oder was so alles vorgeht, aber wenn man sich dafür von den Rechten an der Nase rumtanzen lässt und deren Argumentationen nachplappert, vielleicht sie auch noch wählt, dann hat man nichts verstanden!

      Es gibt hier keine Teile-Hersche Strategie, die Menschen nehmen lediglich ihre jeweiligen Standpunkte ein. Ende der Geschichte!

      lg,

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  • Hi Steven

    ….guter Vorschlag.

    Denn Rechts und links gibt es nicht.

    Es ist der Spiegel (Mindfuck) für diejenigen, die nicht auf Menschen zugehen und/oder davon abgehalten werden sollen.

    Deine Äusserungen bestättigen dies.

    Frieden geht anders.

    lg

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  • NLP/verdeckte Kommunikation – wie stark Medien manipulieren.

    :https://www.youtube.com/watch?v=pXF8WUunbtY

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      • …yep, nextly unbelievable – but sadly even deeper…

        Hast du die NLP – Doku gesehen, bei dem, nach vermeintlicher „Leaderschulung“, die Kandidaten letztlich „spontan“ den Geldboten überfallen.

        Hhmm, AOS-MK Cruise – Manchurian…

        lg

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        • Remo,

          Dieses NLP Gedöns strotzt vor Opferdenken. Das ist purer Nonsens! Wenn Leute einen Geldboten überfallen, dann machen sie das aus eigenem Willen. Niemand kann dazu per NLP gezwungen werden.
          Glaub was du möchtest, ich halte das einfach für Bullshit.

          lg,

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          • Yep Steven,

            genau darum geht es ja.

            Es scheint eben dieses Opfer-, Täter-, RetterDenk3Eck zu triggern.
            Die im Beitrag „auserwählten“ waren allesamt „stabile, starke“ UnternehmerCharakteren.

            Zu bedenken, NLP zwingt bezeichnenderweise eben gerade nicht.
            Gut verpackt präsentiert es sich sogar äusserst zeitgemäss, wie besagte Docu „the Heist“
            aufzeigt.

            :https://www.youtube.com/watch?v=PaHbACoYNSA

            lg

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            • Remo, du glaubst tatsächlich diesen Deeren Brown Heist Unsinn?
              Hey, das ist ne Fernseshow, nicht Realität ..

              You want to know how it works? Very easy ..

              „To get an idea of how his illusions are created, here’s an interview with somebody who featured in one of his earlier TV shows. They wanted to remain anonymous so anything referencing the specific show has been removed but it gives an insight into the way it works. Here’s what he said:

              “I agreed to take part because I thought it would be a fun experience. I enjoyed Derren Brown’s shows and it was exciting to be a part of it. I approached it as a kind of acting role; like I was playing a version of myself – rather than it being me.

              “And as a piece of entertainment I can appreciate the finished item; it worked well. But it was really strange to see people’s reaction after it was broadcast; how seriously some people took it. They don’t see it as entertainment, they genuinely believed Derren Brown was demonstrating some kind of special power.

              “The reality is nothing like what you see on screen. With me, they made it look like I was being secretly filmed during my day-to-day life. It’s something they often do. But that was all planned and pre-arranged with the production team. They told me where to go and what to do. There was a man lugging a big camera around right in front of me – so it was hardly secret.

              When it came to the filming he was directing me from off-camera – not much different to how a producer would direct an actor

              “When it came to the final scene I was supposed to have been ‘programmed’ to act in a certain way by various subliminal messages and triggers, but that was just part of the misdirection for the benefit of the viewers. The way it actually worked was that Derren was off-camera and giving me directions, telling me what to do.

              “Before the filming had started he’d been through a hypnosis routine with me; although this was never mentioned or shown in the finished item. I never felt hypnotised but I went along with it.

              “And after a couple of minutes Derren seemed to drop the pretence and switched to more of a work mode. When it came to the filming he was directing me from off-camera – not much different to how a producer would direct an actor.

              “It was all slightly disappointing. I’m not sure what I’d expected exactly but I just thought there would be more of a ‘trick’ involved. It blows away the mystique – but it’s the viewer the illusion is being created for.”

              Quelle: https://sabotagetimes.com/tv-film/dont-believe-in-derren-brown

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                • …e voila, prompt ist „er“ da.

                  „Die Weissen nehmen uns alles weg!“
                  „Du hast doch gar nichts.“
                  „Arbeitsplätze!“
                  ….

                  Hmm, Mischkulturen bitte gefälligst „links“ (Schwarze/Ausländer in der AfD sind einfach ParteiShills) und heimisch sowieso latent „rechts“.

                  Rassendiskriminierende Segregationspropaganda

                  Deutsche insbesonders.
                  Als Östereicher…
                  Schwarze Hände scheinen tief zu reichen.

                  Da spricht kein heiles.

                  Weisst du, ich kenne diese Form von „Rassismus“ nur gut.
                  Hinter dieser gleichgültigen Verachtung findet sich meist Stolz.

                  Wünsche dir Frieden und Liebe

                  lg

                  *weil (nicht) gesagt werden will;

                  Der weisse rechtschaffene Mann/Frau wird verdreht jeglichem Narrativ derweil ausgemertzt.
                  Es schmertzt, er wird genauso (r)evolviert, wie damals die Neger zur „SklavenZeit“.
                  Von seinesgleichen getäuscht, ausgespielt und verkauft.

                  Film heute, „Ur-programm“ live, in 5G und RetroviewVerdrehung

                  we stand

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                  • Schön, wenn ich dir ne Freude machen konnte.

                    lg,

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                    • …womit sich nun auch der Stolz zeigt.

                      Freude, lieber Steven machst du mir hier schon lange kaum mehr.
                      Darum geht es aber auch nicht.

                      Doch hast du mich mit erwach(s)en lassen.
                      Dafür danke ich und wünsche dir alles Gute, Bruder.

                      Las dies letzthin zur Weitergabe;
                      Entweder man dient Gott, dem Staat oder sich selbst.

                      lg

                      Gefällt mir

                    • Nein, Remo.
                      Kein Stolz, einfach nur Ironie.

                      lg,

                      Gefällt mir

                    • Grüß dich Remo,
                      ich denke, du hast das Sein vergessen. Letztendlich dient man immer dem Sein, auch in den von dir genannten 3 Kategorien.
                      LG

                      Gefällt mir

                    • Hallo Monika

                      …woraus erst wird, wie ist.
                      Sein ist einfach, immer.

                      M. A. n. dient es uns.

                      lg

                      Gefällt mir

                    • Nun lieber Remo,
                      bei den anderen 2 Aussagen stimme ich dir zu. Aber hier weicht meine individuelle Sicht ab:
                      „Sein ist einfach, immer.“ ….Schön, wenn es für dich so ist. 🙂
                      Allein das menschliche Sein scheint mir doch eine Herausforderung zu sein.

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                    • Liebe Monika

                      …und dennoch, oder gerade deswegen/demnach, ist, bist du.

                      Wie, wem/was dienend, ist deine Wahl?

                      Du kannst dies treffen, weil ist.

                      Ich kann nicht nicht sein.

                      Du?

                      lg

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                    • Ich bin,,, 🙂
                      LG

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                    • !…aber so was von, Schwester.

                      Unteilbar (individere:)

                      Wir sind Gott.
                      Wem dienst Du?

                      lg

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                    • Ironie, lieber Steven, hat immer mit Spott/Hohn zutun.
                      altgr. eironaia / vorstellung, vortäuschung

                      Ist dem AbwehrVerhalten zugeordnet.

                      Kenn’s ja selbst.

                      lg

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                    • Ja, du hast Recht – teilweise.
                      Ironie kann tatsächlich zur Abwehr verwendet werden. Sie ist allerdings auch ein breit anwendbares Stilmittel, mit dem man Aussagen treffen kann, ohne allzudeutlich werden zu müssen. Quasi eine Art Verpackung.
                      Wenn ich also zu dir sagte – „schön, dass ich dir ne Freude machen konnte“, dann wollte ich damit ausdrücken, dass du ganz und gar nicht verstanden hast, warum ich den Post machte und bezogen auf den Inhalt. Das schwierige an Ironie ist die Tatsache, dass, um sie zu verstehen, beide Seiten ein bestimmtes Verständnis haben sollten. Das war hier offensichtlich nicht der Fall ..

                      lg,

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                    • Es scheint, doch denke ich ist angekommen, zumindest teilweise.

                      Mir liegt nichts an Recht haben, aber an recht sein.
                      (Evident warum Wortmissbrauch geschieht)

                      Du magst dies als 2 Seiten wahrnehmen, mir ist dies unmöglich.
                      „Beides“ und mehr seiend, ist mir angehalten zu verbinden.

                      Das schwierige an Ironie ist m. A. n. genau was du beschreibst.
                      Sie sieht in, durch und zu ebendiesen vermeintlich „bestimmten“ Verständnissen/Verhältnissen.

                      Sodann sich die Frage der Bestimmung stellt.
                      In welcher Absicht, zu welchem Zweck, in welcher Intension, etc.

                      Im Sinne des rechten (richtigen), dem, das sich dafür ausgibt oder dem, das es gerne selbst wäre.

                      Durfte vielseitig erfahren, welche Tropfen Fässer überlaufen lassen.

                      lg

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  • Hi Steven

    ich muss ihm alleine nicht glauben.
    Schau umher und sehe die Konditionen.

    Bloss hat er es leichtköstig auf MovieStyle heruntergepixelt.

    Ich denke nicht dir aufzeigen zu müssen, wie human conditioning funktioniert.
    Meist ist viel naheliegender als man wahrhaben möchte…..

    lg

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