Die Zeit ist reif ..

Hallo, grüß euch, liebe Freunde und Leser/Innen, momentan fühle ich mich etwas ausgelaugt und brauch mal eine kurze schöpferische Verschnaufpause. Ich bin sicher, ihr versteht das.

Und obwohl ich um Worte nun wirklich nicht verlegen bin, für einen Autoren wäre dies auch fatal, kann ich euch eigentlich gar nicht richtig beschreiben, was für Gefühle mich währen des Lesens dieser “Missbrauch Schilderung” ergriffen hatten. Wir bekommen sehr selten die Gelegenheit, wo die Opfer sich uns in solch offener und mutiger Weise mitteilen und daher würde ich diesen Artikel gerne jedem Leser ans Herz legen. Man MUSS sich vergegenwärtigen, daß es solche Mistkerle gibt, wie dieser VATER und leider, wahrscheinlich MEHR solche Typen existieren, als wir denken würden – und denken möchten. 

————————————————————————————————

 

Die Zeit ist reif – zur Pädophilie Debatte

AUTOR: Anja RÖHL

Einen der wichtigsten Männer, der offen die Pädophilie propagiert hat, habe ich in der eigenen Familie gehabt, er heißt Klaus Rainer Röhl und war mein Vater. Er lebt noch, aber der Satz: „Er ist mein Vater“ will mir nicht über die Lippen.

Schon als ich noch sehr klein war, lange bevor ich in die Pubertät kam, hat er mir immer gesagt, welch eine sinnliche und erotische Haut doch Kinder hätten, „ganz im Gegensatz zu Frauen jenseits des 13. Lebensjahres“. Nur Kinder bis zum 13. Lebensjahr seien für ihn überhaupt erotisch anziehend. Dazu hat er gelacht und seine Späße mit mir getrieben, er „batschte“ mich auf die Wangen und „batschte“ (so nannte er diese Schläge) scheinbar ebenso ziellos auf meine Oberschenkel, beides meist bis zur Schmerzgrenze, bis ich nämlich sagte: Hör auf, Papi, es tut weh. Daraufhin seine Antwort, ich solle mich nicht so anstellen. „Ein deutsches Mädchen“ weine nicht.

Er verriet mir ebenso früh auch, dass er mich schon auf dem Wickeltisch erotisch gefunden habe und setzte mir auch des Öfteren seine Theorie auseinander, dass junge Mädchen besser durch ältere, erfahrenere Männer defloriert werden sollten, da die jüngeren sich meist zu ungeschickt anstellen würden. Nun mag es merkwürdig anmuten, dass Begriffe wie erotisch, deflorieren, sinnlich usw. überhaupt offen an Kinder gewandt diskutiert werden, aber das gehörte wohl zum Spiel, in das wir Kinder verfangen wurden, damit wir es nie anders als normal empfinden sollten, was da geschah.


Klaus Rainer Röhl mit seiner Frau Ulrike Meinhof 1966, als Anja 11 Jahre alt war. Foto EVA

Ab meinem 11. Lebensjahr zeigte er mir regelmäßig Massen von erotischen Fotos, die er für die Zeitung Konkret auswählen wollte, erklärte mir dazu, dass es vor allem darauf ankäme, dass die Mädchen jung aussähen, unschuldig und verschämt. Das käme am besten bei den Lesern an.

Schon von früher Kindheit an nahm er mich oft allein mit in seine Kurzurlaube nach Sylt. Am Strand nahm er mich dann an die Hand und ging mit mir „Frauen ausgucken“, auch da war ihm immer wichtigstes Kriterium die Jugendlichkeit, ich dürfte „mitbestimmen“, welche am „sinnlichsten“ sei, obgleich, wie gesagt, sie natürlich gegen Mädchen vor dem 13. Lebensjahr nie ankämen, die eben einfach die sinnlichste Haut hätten, da sie noch nicht geküsst, noch nicht geweckt worden seien und daher einfach die stärkste Verführungskraft besäßen, was sie auch wüssten, natürlich.

Als ich 14 Jahre alt war nahm er in meinem unmittelbaren Beisein eine Beziehung zu einer 16-jährigen Jugendlichen auf, obgleich er damals eine feste Freundin in Köln und zwei lockerere in Hamburg besaß.

Mein Vater sprach oft von Frauen als „Nutten“ oder „Huren“, das waren seine Lieblingswörter, er sagte es besonders zu ehemaligen, also abgelegten Freundinnen und er sagte es auch zu einer Freundin, wenn er sich nur gerade mal ein bisschen über sie geärgert hatte. Aber er sagte es immer im Streit. Ich höre diese Worte in Verbindung mit dem Wort Schlampe, in Streits gegen meine Mutter gerichtet, seit ich denken kann. Ulrike war die einzige Frau, der gegenüber er es sich nur sehr selten getraute, dieses Wort als Waffe zu benutzen.

Meine beiden Tanten waren schon in den 50-iger Jahren Zeuginnen solcher Szenen und sind als junge Mädchen von meinem Vater ganz selbstverständlich auch mit sexuellen Anspielungen traktiert worden.

Die sexuellen Anspielungen vollzogen sich dabei durchaus im Beisein anderer Leute, als Witz verbrämt. Das Besondere aber lag dabei stets in der Mischung zwischen einerseits begehrenden, schwärmerischen Sätzen, andererseits abwertenden und demütigenden Sätzen. Ich selbst habe, sowohl über abgelegte Freundinnen, als auch über meine Tanten, als diese längst erwachsen waren, ausnahmslos abwertende Sätze aus dem Munde meines Vaters zu hören bekommen. Diese Abwertungen waren stets sexistisch, gemein und taten weh.

Ähnliches hat sich später bei meinen Geschwistern und mir wiederholt, während er mich als Kind sehr stark umschmeichelte, hat er mich „jenseits des 14. Lebensjahres“ meinen Geschwistern, aber auch anderen Leuten gegenüber, in starkem Maße abgewertet. Dies vor allem in sexistischer Weise, also äußerlich, ich hätte fettige Haare, zu dicke Beine, zu schmale Lippen, eben unattraktiv.
Mit fünf Jahren war ich mit meinem Vater für vierzehn Tage im Winterurlaub in Rottach-Egern. Wir teilten in Urlauben ein Doppelbett im Hotelzimmer.

Nachdem es um einen Palatschinken und anschließende Bauchschmerzen zu einem heftigen und lauten Streit in eben diesem Zimmer gekommen war, wobei er mir vorwarf, ich hätte mein Erbrechen selbst provoziert, durch zu viel Palatschinken essen, ich daraufhin in Tränen ausbrach, umarmte er mich, begann zu schluchzen, bezeichnete sich als Arschloch und bat mich vehement um Verzeihung. Im weiteren Verlauf dieser „Verzeihungssituation“ nannte er mich „seine einzige Frau“, „seine Liebste und das Allerletzte, was ihm noch geblieben sei“, so dass er mir unbändig leid tat. Er bat mich dann unter dem Vorwand des Nachmittagsschlafes und des Vertragens in unser großes Bett und drängte sich, erst als ich beinahe schlief, von hinten an mich heran, ich fühlte etwas Hartes, er umklammerte mich, stöhnte…als ich erwachsen war, wusste ich, er hatte an meinem Körper onaniert, was er als Verzweiflung, mit Schluchzen zu kaschieren versuchte.

Mein Vater ging, wie er häufig vor Zeugen kund tat, davon aus, dass Mädchen gerne ihre Väter verführen würden und sich also des Begehrens, das sie auslösten, sehr wohl bewusst seien. Er nannte Mädchen zwischen fünf und zwölf „kleine Lolitas“ und bezeichnete sie als „kokett“ und „gerissen“. Er sagte solche Dinge in meinem Beisein schon zu Zweijährigen und bezeichnete in meiner Gegenwart meine kleine Halbschwester Bettina des Öfteren als das „sinnlichste Baby, das er je kennen gelernt habe“.
Mein Vater war ein quicklebendiger Quatschmacher und konnte Kinder schnell zu Spielen begeistern, so eroberte er sich im Handumdrehen ihr Vertrauen, ihre Liebe und ihre Zuneigung. Hatte er die aber, schien sie ihm schnell lästig zu werden, denn er provozierte Streits mit ihnen, wie mit Erwachsenen, denen dann die immer gleichen sentimentalen Verzeihungsrituale folgten. Diese spielten sich ausnahmslos in den Kinderzimmern beim Gutnachtsagen ab, also, wenn es keine anderen erwachsenen Zeugen gab. Bei diesen Verzeihungsritualen nahm er das Kind auf den Schoß, krümmte sich über ihm zusammen, weinte und schluchzte und drückte es unmerklich gegen sein Geschlechtsteil.

Ich kann es nicht zählen, wie häufig er mir gegenüber, von frühester Kindheit an bis zum vierzehnten Lebensjahr (er hielt sich an seine Einstellungen und ließ mich nach meinem vierzehnten Lebensjahr in Ruhe) nach solchen Streits davon sprach, was für ein Arschloch und wie abgrundtief schlecht er sei, nicht ohne mich dabei heftig zu umarmen, schluchzend zu umklammern, zu streicheln und davon zu sprechen, dass ich „die einzige Frau (!) sei, die er lieben würde“.

Ich war zwölf Jahre alt, er saß mit einer, wie er mir vorher erklärt hatte, „abgelegten Liebsten“ in seinem Wohnzimmer, Liebeslieder tönten aus dem Plattenspieler, Kerzenschein, auf der Couch wollte er ihr gerade näher kommen, ich sah schon seine Hände auf ihrer Brust, da stieß ich, aus Angst zu stören, gegen eine Lampe und bekam einen elektrischen Schlag. Mein anschließendes Schreien veranlasste ihn zu einem Wutanfall, in dessen Verlauf er sehr laut und beleidigend wurde. Ich lief weinend nach oben, in eine der Dachkammern, in denen ich damals manchmal schlief, und es dauerte nicht lange, so kam er hinterher.

Mich ergriff die Angst schon, als ich nur seine Schritte auf der Treppe hörte. Er trat ein und sagte, H. hätte ihn geschickt, er sei ungerecht gewesen und solle sich doch mit mir wieder vertragen. Das wolle er jetzt tun. Mit diesen Worten kam er im dunklen Zimmer näher, setzte sich an meinen Bettrand, begann zu stammeln, dass es ihm leid tue. Es war merkwürdig, wenn ihm etwas leid tat, dann muss das unmittelbar seine Sexualität angefacht haben, denn er beteuerte es nun immer heftiger, immer vehementer und steigerte sich so sehr hinein, dass er bald wieder davon sprach, dass er ein Arschloch sei, ich ihm verzeihen solle, ihm bitte, bitte, doch verzeihen sollte!

Die Heftigkeit machte ihn scheinbar unruhig und er fuchtelte mit den Händen herum und wusste nicht wohin mit ihnen. In der ganzen Zeit starb ich vor Angst und lag da wie erstarrt. Plötzlich war er mit seinen Händen unter meiner Bettdecke und begann meinen noch kindlichen Körper in Besitz zu nehmen. Diesmal ohne zu sprechen, er tat es schweigend, er begann, meine noch kaum sich aus dem Körper erhebenden Brüste zu streicheln, er streichelte meinen Bauch, meine Hüften…

Er wurde dadurch ruhiger. Ich lag da wie tot. Er sprach weiter von seiner Schlechtigkeit und der Verzeihung, die ich doch gewähren solle und tat, als passiere nichts Besonderes. Es dauerte lange, bis er endlich von mir abließ. Was tat er da, was machte er, warum berührte er mich an meinen intimsten Stellen, was wollte er erreichen? Während der ganzen Zeit hatte mich eine gigantische Angst im Griff und ich war unfähig mich zu bewegen. Aus Scham dachte ich nur daran, dass das, was ich da gerade erlebe, nie jemand erfahren dürfe. Das darf nie jemand erfahren, sagte ich mir immer wieder im Geiste vor. Es tat nicht weh, was er tat, aber ich wollte das nicht. Er aber tat, als sei ich ganz und gar einverstanden. Er schien es sogar mir zuliebe zu tun, denn die ganze Zeit redete er mir gut zu, sprach freundlich von Verzeihung und Vertragen, spielte oben den liebenden Vater, während unter der Decke seine Hände meinen Körper berührten, als gehöre er ihm.

Als er sich endlich erhob und aus dem Zimmer ging, fürchtete ich noch nach Stunden, dass er zurückkäme. Etwas Seltsames war passiert, mein Körper war mir fremd geworden. Nichts tat mir weh, er hatte mich in seinem Besitz genommen. Mein Körper hatte nicht auf mich gehört, sondern auf ihn. Ich wollte das nicht, aber mein Körper hatte still gehalten. Warum war es mir nicht möglich gewesen, zu sagen: Nein!

Den Rest der Nacht lag ich wach, verfolgt von dem Gedanken, wie ich ihm am nächsten Morgen würde gegenübertreten können, etwa beim Frühstück. Am liebsten wäre ich für immer in die Matratze versunken.

Ich habe später von diesem Erlebnis in verschlüsselter Form und sehr vorsichtig Ulrike erzählt, zu der ich großes Vertrauen hatte und die mir seit meinem fünften Lebensjahr sehr nahe stand. Ich schrieb es ihr in einem Brief, etwa ein Jahr später aus dem Internat, 1969, ich wollte damit begründen, warum ich nie zu meinem Vater ziehen könne und ich reagierte damit auf das Angebot von ihr, dass ich zu ihnen nach Berlin ziehen könnte, wenn ich wollte. Dieser Brief wurde mir Jahrzehnte später von RA Heinrich Hannover zugeschickt. Sie hat damit beweisen wollen, sagte er, dass es gefährlich sei ihre Kinder dem Vater zu überlassen, da er pädophile Neigungen habe. Oft habe ich sie sagen hören, wenn er uns ständig, wie zufällig an den Oberschenkeln, unter die Röcke greifend, anfasste, er solle uns nicht so „auferotisieren“.

Unter dem Vorwand, mir vorzumachen, wie es sich anfühle, auf den Mund geküsst zu werden, hat er sich mir, als ich 14 Jahre alt war, noch ein letztes Mal in einer Mondnacht an einer Mole, genähert. Er erklärte mir, wie wichtig es sei, den Mund dabei erst allmählich zu öffnen, dann sei es spannender. Als er es auf meinem Mund vormachte, mir dabei die Zunge vorsichtig in den Mund schob, hatte ich das Gefühl, ein kaltes Stück Eisen schraube sich mir in den Mund und es schüttelte mich vor Ekel und Scham.
Wenn ich in späteren Zeiten meinen Vater zufällig mit einem Kleinkind auf dem Schoß antraf, er nahm öfter die Kinder seiner Freundinnen auf den Schoß, spielte mit ihnen Hoppereiter, dann würgte es mich jedes Mal im Hals.

Man könnte dies als einen „sanften Missbrauch“ bezeichnen. Ich überlasse es gern anderen, für das, was mir passiert ist, den passenden Begriff zu finden. In einem bekannten Missbrauchs-Buch wird der Fall einer erwachsenen Frau dokumentiert, deren Vater ein sehr liebenswerter Mensch war und deren gemeinsames Verhältnis von einer ungeheuren Vertraulichkeit geprägt war. Sie war das absolute Lieblingskind, fühlte sich von ihm geliebt wie von keinem anderen auf der Welt und als er sie mit 12 Jahren deflorierte, ging das durchaus zärtlich für beide Seiten zu.

Auf den ersten Freund mit 17 reagierte der Vater dann zwar eifersüchtig, integrierte ihn schließlich aber als Ehemann in die Familienidylle, lediglich verlangte er ständige Besuche und Treuebeweise. Als der Ehemann dann aufgrund unterbewusster Spuren des Erlebnisses in den Träumen seiner Ehefrau das Ganze herausbekam und den Vater anzuzeigen drohte, ging die brave Tochter in den Keller, holte ein Beil und erschlug damit nicht etwa den Vater, sondern den Ehemann. Erst zehn Jahre später, in einer sogenannten täterbegleitenden Therapie kam die Sache heraus und wurde damit auch der Tochter erschreckend bewusst, die es ihrem Vater bei einem Besuch dann auf den Kopf zusagte. Zitternd stand da dann ein alter Mann vor ihr, der kein Wort der Entschuldigung für sie fand, aber ängstlich darum bat, diese „Sache“ auf keinen Fall „der Mutter“ zu erzählen.

Wir denken bei Missbrauch meist an Drohungen, Strafen und Gewalt, in Wirklichkeit ist es komplizierter. Das Opfer wird häufig vorher durch Zärtlichkeit und Liebe abhängig und gefügig gemacht. Je sanfter es sich abspielt und in je stärkerem Maße in scheinbarem Einklang mit dem Opfer, je stärker scheint das Opfer einer lebenslangen Prägung zum Stillschweigen, zur Verleugnung, zur Identifikation, wenn nicht gar zur Idealisierung des Täters als des ewig zu suchenden Geliebten zu unterliegen.
Es wird dieser Tage die „Pädophilie der Linken“ (TAZ v. 22.4.10) diskutiert, in Zusammenhang mit der Odenwaldschule und den Indianerkommunen ist es wichtig geworden, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dort wird diese Pädophilie mit der Idee der „sexuellen Befreiung“ in ursächlichen Zusammenhang gebracht. Ich glaube, dass dies nur die Begleitumstände waren und andere Ursachen eine wesentlich größere Rolle spielten und spielen.

Mein Vater ist mit vierzehn Jahren in den Krieg gepresst worden, er hat als Kind eine Erziehung zu Kruppstahlhärte durch permanentes Demütigen und Verprügeln erlebt. Kann es sein, dass sein Frauenbild, die häufige Benutzung seines Lieblingsschimpfwortes „Nutte“ zu Frauen und Mädchen, seine Neigung hilf- und schutzlosen Kindern, in Verbindung zu masochistischen Verzeihungsritualien, nach Wut- und Gewaltexzessen in dessen Verlauf er sexuelle Erregung erlebt, mit diesen Tatsachen zumindest etwas zu tun hat? Ich will es nicht entschuldigen, ich habe mit meinem Vater schon lange gebrochen, ich verzeihe ihm nichts, aber erklären müssen wir uns das Phänomen unbedingt, wir müssen daraus lernen.

Auch in den Zeiten angeblicher Toleranz gegen die Pädophilie, als eine „sanfte“, zärtliche Variante der Missbrauchshandlung, die von einem „Einverständnis“ des Kindes mit den sexuellen Handlungen des Erwachsenen ausgeht und unter Liebesbeteuerungen vonstatten geht, gab es, wie die TAZ berichtet, Frauengruppen, die heftig protestierten und diese Variante erst recht gefährlich fanden. Waren sie etwa prüde oder gegen sexuelle Befreiung? Nein, das waren sie nicht, aber sie wussten es aus eigener leidvoller Erfahrung, das es sich hier um etwas anderes als Befreiung handelte. Die Herstellung eines Einklangs mit dem Täter – sei es offen, wie im Fall der „Indianerkommune“, sei es heimlich, wie im Falle der obigen Familie – kann zu besonders schweren Schäden im Seelenleben der Kinder führen. Denn ihr Problem dabei ist dann, dass sie nicht nur die krankhafte Neigung des geliebten Täters verteidigen, decken und entschuldigen müssen, sondern unbewusst, wie oben ausgeführt, alle Ängste und jeglichen Zorn auf andere ableiten, umleiten, übertragen oder auf sich selbst zurückwirken lassen müssen.

Mein vermeintlicher Einklang mit meinem Vater, meine vermeintliche Freiwilligkeit waren immer nur von namenloser Angst diktiert. Ich wurde bei all diesen Vorkommnissen von einer großen Angst ergriffen. Sie ließ mich erstarren, schaltete mein Gehirn aus und ließ die Zeit still stehen. Diese Angst ist keine Angst vor einem Schmerz, vor Gewalttätigkeiten. Diese Angst wird mobilisiert bei der Vorstellung von sexualisierter Zärtlichkeit. Zärtlichkeiten, die mir von meinem Vater entgegengebracht worden sind, wie in verbotenen Liebe. Ich war noch ein Kind, ein Kind, weder kokett noch gerissen, weder verführerisch noch nuttig, weder sinnlich noch erotisch. Dass aber mein Vater glaubte, dass ich so sei, wie er es mir zuschrieb, aus seiner Krankhaftigkeit heraus, die er hätte behandeln lassen müssen, das macht den Kern meiner Angst aus. Eine Beschuldigung steckt dahinter, eine Beschuldigung, der ich mich im Moment der scheinbar friedfertigen Tat unfähig sah zu entgehen. Diese Angst hat mein Vater mir in die Wiege gelegt und sie wird mich bis zum Ende meiner Tage begleiten.


Klaus Rainer Röhl heute. Foto Picture-Alliance


Quelle des Artikels: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?lg=de&reference=10862

12 Kommentare

  • Zu weiteren „Mistkerlen“ faellt mir z.B. der Saenger der Mamas und Papas ,John Philipps ein. Dessen Tochter Mackkenzie Philipps schrieb ein Memoir“Dead by Arrival
    Ihr Vater liess sie mit 11 Marijuhana rauchen und inizierte ihr Cocaine. Sie hatte eine 10j. Beziehung mit ihm, die angeblich am Tag vor ihrer Hochzeit, als 19J. begann. Sie brach die Beziehung ab, als sie nicht wusste von wem ihr kind war, dass sie schliesslich abtrieb.
    ER soll sie als 16j. auch mick Jagger angeboten haben.
    Sie gab zu „Stockholm Syndrom“ zu haben und brauchte sehr lange um sich von der Beziehung zu ihrem Vater zu distanzieren.

    In der Rock und musicszene gibt es bestimmt mehr Stories dieser Art.

    Gefällt mir

  • ein sehr guter freund, wurde, ihre schwester wurde, 2 weitere schwestern stehen im verdacht, weitere fam angehoerige dito, nach ihren worten soll das ganze dorf inzest betreiben…………..

    sie fand es heraus, war in behandlung und konnte sich als kind nur dadurch schuetzen das ihre seele auf reisen ging und wie sie sagte mit hasen um die wette rann……………

    sie selbst war schizo (ihre eigenen worte) ich kannte sie gut durch sehr viele gespraeche viele naechte, aber es waar nie einfach zu unterscheiden mit wem ich sprach. am anfang hatte sie 115 persoenlichkeiten ueber die zeit wurden sie weniger, 65 waren es immer noch aber sie konnte damit umgehen, nr manchmal, in dere zeit konnte ich sie nie erreichen, kamen alle……………………..

    wir haben zwar den kontakt verloren aber ich lernte viel und zusammen konnte sie auch einen weg gehen, etwas hilfe konnte ich geben

    es ist ein tabuthema insb wenns ums glaubensgemeinschaften geht, sowas verschweigt man, aber die die es erleiden, bei denen kommt es spaeter mit sonderbaren handlungen, einstellungen usw zu tage, und die umwelt ist ratlos hilflos und weiss ja nichts

    es sind mehr betroffen als wir uns es vortsellen.

    insb wenn ich dann hoere oder lese, das ist karmisch da haste aber………..wird mir oft anders zumute

    Gefällt mir

  • Hallo steven,

    Hallo, grüß euch, liebe Freunde und Leser/Innen, momentan fühle ich mich etwas ausgelaugt und brauch mal eine kurze schöpferische Verschnaufpause. Ich bin sicher, ihr versteht das.

    pausen sind so wichtig wie wasser und brot
    dann lass die seele baumeln, und tanke fuer all das was kommen mag

    Gefällt mir

  • moin,moin Stefan,

    Hui das ist ein heißes Thema!- Traumatas ohne Ende!!!- das Brechen der Seelen von Menschen, ob Kindern oder…. Da kommts mir echt hoch, da könnt ich “ ausrasten“, ganz ehrlich! Das sind Geschehnisse die sooooo unendlich weh tun.
    Bohhh da kann ich jetzt nichts mehr zu sagen und schreiben. Das ist wirklich Satanismus pur, selbst von denen die dies tun oder getan haben und nichts von Satanismus wissen!
    Schluss.aus, und flehentlich bald ein Ende!!!!!!!

    Gefällt mir

  • Wie armselig kann ein männliches Wesen sein? Mir ist grad anders, zum Glück gibts irgendwann mal höhere Gerechtigkeit, aber das nützt den armen Opfern im Moment nichts. Wenn man pure Verachtung, Absaugen von emotionaler Energie und seine kranke Triebhaftigkeit gegen Kinder, und dann noch gegen die eigenen, richtet, ist man auf meiner Skala schon sehr nah am dämonischen unteren Ende angelangt.

    Die Anja Röhl hat mein tiefstes Mitfühlen und den grössten Respekt. Es ist immerhin erfreulich, auf welch hohem Niveau sie diese seelisch schwer belastende Sache öffentlich diskutiert. Dies soll die Zeit des menschlichen Erwachens sein, alle Geheimnisse und Verbrechen sollen nun bekannt werden!

    Gefällt mir

    • „Die Anja Röhl hat mein tiefstes Mitfühlen und den grössten Respekt. Es ist immerhin erfreulich, auf welch hohem Niveau sie diese seelisch schwer belastende Sache öffentlich diskutiert. Dies soll die Zeit des menschlichen Erwachens sein, alle Geheimnisse und Verbrechen sollen nun bekannt werden!“

      Zustimmung.
      Ich hatte schon früher mal von Anja Röhl gehört, sie arbeitet, so viel ich weiß,
      als Journalistin. Es gehört in unserer „freien zivilisierten Gesellschaft“ sehr großer Muth
      dazu, so offen zu diesem Thema zu stehen und zu schreiben. Von wegen, es ist alles
      enttabuisiert!-
      Was demnächst auch unbedingt fällig wird, ist, in ähnlicher Weise, das Thema der
      Zwangspsychiatrisierung als politische Aktion dieser „freien Gesellschaft“, um Unliebsame
      „aus dem Verkehr zu ziehen“- und dabei gehört nichts mehr verschwiegen:

      – welche Medikamente werden zwangsverabreicht, und was machen sie mit dem „Delinquenten“?
      – welche Methoden seiner Befragung zur „Anamnese“ werden angewendet?
      – zeigt die erfolgte „Diagnose“ die Krankheit des Betreffenden – oder eher die
      des Psychiaters bzw. der Gesellschaft an?
      – welche „Therapien“ wendet man an?
      – wie wirkt das Stigma des „Erkranktseins“ auf den Lebenslauf des Betreffenden?
      – mit welchen Methoden wurde der Betreffende psychisch in den Ruin getrieben
      (z.B. Arbeitsplatzverlust als soziale Ermordung)?
      – welche psychotronischen Waffen wurden u.U. dazu eingesetzt? usw.

      HGTG.

      Gefällt mir

      • Hallo Turnus Gleich,

        ja leider gibt es einer Gesellschaft, die von Psychopathen regiert wird, sehr starke Mittel und Bestrebungen die Opfer mundtod zu machen und auszugrenzen bzw. ihnen die schuld zuzuschieben. Für mich ist das systemimmanent und wird sich nur ändern, wenn wir unser Bewußtsein verändern und Liebe, Miteinander, Fürsorge, Schutz der Schwachen, Frieden, Freude, also wirklich „menschliche“ Tugenden zu leben.

        LG Mirjam

        Gefällt mir

  • „Für mich ist das systemimmanent und wird sich nur ändern, wenn wir unser Bewußtsein verändern und Liebe, Miteinander, Fürsorge, Schutz der Schwachen, Frieden, Freude, also wirklich „menschliche“ Tugenden zu leben.“

    Liebe Mirjam (sehr schöner Name, übrigens ;-)),

    dazu lasse ich mal wieder einem „Althen Griechen“ das Wort:

    „… Denn das Gut, das wir suchten, war ja das Gut für den Menschen und das Glück menschliches Glück.
    ‚Tüchtigkeit des Menschen‘ bedeutet nicht die des Leibes, sondern die der Seele,
    und auch das Glück bezeichnen wir als ein Tätigsein der Seele. Dann muß aber selbstverständlich der Staatsmann in gewissem Umfang vom Seelischen Kenntnis haben,
    genauso wie der Arzt, der die Augen heilen will, den Körper als Ganzes kennen soll – der
    erstere um so mehr, je weiter die Staatskunst an Geltung und Wert die Kunst des Arztes überragt.“
    Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch 1

    „Der Mensch ist ein zoon politikon, ein Gemeinschaftswesen“.
    Aristoteles

    Wie Du siehst, liebe Mirjam, ist das Wesentliche schon seit Jahrtausenden bekannt!-

    HGTG.

    Gefällt mir

  • Klaus Rainer Röhl hat einen schrecklichen Weg für seine Seele eingeschlagen. Ich möchte nicht über die Hintergründe spekulieren.
    Auch möchte ich den Preis nicht wissen, den er dafür zahlen wird.

    „Seltsames war passiert, mein Körper war mir fremd geworden.
    Nichts tat mir weh, er hatte mich in seinem Besitz genommen.“

    Diese zwei Sätze lassen Schauer des Entsetzens über den Rücken rieseln.
    Anja Röhl beschreibt kaum etwas über die Vergewaltigung der Seele. Genau das kenne ich so auch im Zuammenhang mir persönlich bekannten Fällen.
    Durch solche Erlebnisse wird viel mehr kaputt gemacht, als medizinisch oder psychologisch wissenschaftlich erklärt wird, oder erklärt werden kann. Es entstehen Konflikte, die noch bis in entfernte Generationen weiterwirken können und das meistens auch tun.

    Mein Respekt gehört Anja Röhl. Die Seele dieser Frau wurde durch den Fleischwolf gedreht. Ihr Artikel hat Stil und es gelingt ihr anscheinend, dieses
    Thema ihres Lebens sehr bewußt und lehrreich zu verarbeiten. Ich wünsche Ihr und all diesen geschundenen Menschen alles Gute dabei.

    Oh jeh.

    Gefällt mir

  • Wenn ein Vater seine Tochter missbraucht ist die Mutter oft nicht unbeteiligt.Und auch Frauen haben schon oft ihre Kinder missbraucht.Bringt bitte nicht die Geschlechter gegeneinander auf.Seit dem der Feminismus die Gesellschaft stark prägt, hat die Frau oft die besseren Karten! Das Männerbild hingegen wird aufgeweicht.Die Wurzeln der Pädophilie sind im Talmud und talmudisierten Denominationen zu finden.Mädchenhandel und Menschenhandel im allgemeinen haben zudem eine jahrhundertelange Tradition in solchen Kreisen.

    Gefällt mir

    • Hallo Matt!

      „Wenn ein Vater seine Tochter missbraucht ist die Mutter oft nicht unbeteiligt.Und auch Frauen haben schon oft ihre Kinder missbraucht.Bringt bitte nicht die Geschlechter gegeneinander auf.Seit dem der Feminismus die Gesellschaft stark prägt, hat die Frau oft die besseren Karten!“
      Äh, ja – WAS willst du damit jetzt eigentlich ausdrücken? Soll Anja Röhrl nicht das Recht haben, ihr Missbrauchserlebnis auf diese Weise aufzuarbeiten?
      Das der Feminismus eine Erfindung zur Trennung und Verwirrung der Bevölkerung ist – ist inzwischen hinlänglich bekannt! Die „Wurzeln“ von Pädophilie alleinig auf Talmudische Ideologie zurückzuführen, halte ich für etwas weit hergeholt!“ Ich mag sie auch nicht, deswegen wird aber etwas nicht „wahrer“, bzw. eine Ansachuldigung glaubwürdiger. Diese ganze kranke Scheisse – sorry dafür, läuft schon viel, viel länger und wurde, ganz klar, durch alle möglichen elitäre Kreise gefördert und praktiziert! Es ist immer wieder dasselbe: Irgendwann haben diese Reichen, Superreichen Stinkstiefel „alles durch“, alles ausprobiert, was annähernd noch legal ist und dann bringts nur mehr der KRANKE REIZ- und diese PERVERSIONEN werden IMMER KRÄNKER! (ALLE Superreiche in einen Sack, feste zubinden und mit dem groben PRÜGEL feste drauf! Man kann keinen falschen treffen! )
      Lg,

      Gefällt mir

Alle Kommentare sind herzlich willkommen. Kommentare, die sich nicht annähernd auf das Thema beziehen werden gelöscht. Dafür wurde die Seite EAT bereitgestellt.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.